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Scheingesellschaft betrog Kfz-Eigentümer in Griechenland

23. Dezember 2013 / Aufrufe: 452

Eine Scheingesellschaft in Griechenland betrog zigtausend arglose Fahrzeugeigentümer, denen sie gefälschte Haftpflichtversicherungs-Policen ausstellte.

Tausende Fahrzeugeigentümer verschiedenen Regionen Griechenlands fielen einer kriminellen Organisation zum Opfer, die mittels einer Scheingesellschaft und in angeblicher Kooperation mit der bulgarischen Balkan Brockers Insurance gefälschte Kfz-Versicherungspolicen ausstellte.

Wie in der nachstehenden „Präsentation des Pressesprechers der griechischen Polizei über einen Fall der Aushebung einer kriminellen Organisation, die Betrügereien und Urkundenfälschungen zu Lasten von Fahrzeugeigentümern beging, denen gefälschte Haftpflichtversicherungs-Policen ausgestellt wurden“ geschildert wird, war an den Machenschaften der vielköpfigen Bande unter anderem auch ein Polizeibeamter in der Rolle des Versicherungsmaklers beteiligt.

Pressemitteilung zur Aushebung der Versicherungs-Scheingesellschaft

HAUPTQUARTIER DER GRIECHISCHEN POLIZEI
Athen, 20 Dezember 2013

Von der Unterdirektion für den Schutz von Eigentumsrechten, kulturellem Erbe und Umwelt der Direktion der Kriminalpolizei Attika wurde ein organisierter Ring des Versicherungsbetrugs und der Schattenwirtschaft ausgehoben, der tausende Mitbürger von uns betrogen hatte. Eine illegale „Versicherungsgesellschaft“ stellte in Kooperation mit Versicherungsagenturen, Versicherungsagenten und Vermittlern gefälschte Haftpflicht-Policen an Fahrzeugeigentümer aus und verdiente mit dieser Methodologie große Geldbeträge.

Für die Aushebung der kriminellen Organisation signifikant war die Mitwirkung der zuständigen Stellen der Staatsanwaltschaft, der Aufsichtsbehörde, der Direktion für Beaufsichtigung des privaten Versicherungswesens (DEIA), der griechischen Bank und anderer Träger und Behörden des Versicherungsmarkts. Vorausgegangen war eine systematische und methodische polizeiliche Ermittlung, während im Rahmen einer breit angelegten Polizeiaktion, die sich gestern (19-12-2013) in verschiedenen Regionen des Staatsgebiets abwickelte, in Attika, Thessaloniki, Kreta und Zakynthos der Anführer der Organisation – ein 42-jähriger Einheimischer – sowie auch sechzehn (16) weitere Einheimische im Alter von 25 bis 50 Jahren verhaftet.

Unter den Verhafteten befindet sich auch ein 40-jähriger Polizeibeamte in der Rolle des Versicherungsmaklers, der bei einer Dienststelle in Attika bedienstet ist. Zu seinen Lasten wurde eine interne Untersuchung angeordnet, und auf Beschluss des Hauptquartiers der griechischen Polizei wurde er suspendiert. Ebenfalls werden wegen ihrer Beteiligung an der kriminellen Gruppe zwei (2) weitere Einheimische im Alter von 47 und 55 Jahren gesucht, während wegen ihrer unmittelbaren Verwicklung in die kriminelle Aktivität der Organisation weitere vierzehn (14) Personen beschuldigt werden.

Zu Lasten der Verwickelten wurde ein Strafverfahren schwerverbrecherischer Natur wegen der – fallweise verübten – Delikte der Gründung und Beteiligung an einer kriminellen Organisation, des gewerbsmäßigen, gewohnheitsmäßigen und fortgesetzten Betrugs in Mittäterschaft, der gewerbsmäßigen, gewohnheitsmäßigen und fortgesetzten Fälschung von Urkunden nebst deren Verwendung, Begünstigung und Verbergung der Legalisierung von Einnahmen aus kriminellen Aktivitäten (Geldwäsche) sowie auch straf- und verwaltungsrechtlicher Verletzungen der Steuergesetzgebung.

Bezüglich der Aktivität der kriminellen Organisation ergab sich im Rahmen der Erforschung der Sache, dass die Involvierten eine kriminelle Bande mit dauerhafter und strukturierter Aktivität gegründet hatten und mindestens seit Oktober 2012 an Betrügereien schwerverbrecherischen Charakters und Fälschungen von Urkunden nebst deren Verwendung zu Lasten argloser Bürger, aber auch des Fiskus beteiligt waren.

Spezieller gründete der 42-jährige Leiter der Organisation im Oktober 2012 eine Ein-Personen-Gesellschaft mit beschränkter Haftung, mit Sitz in Zografo / Attika. Die Gesellschaft stellte eine Niederlassung einer im Eigentum des 42-Jährigen befindlichen Muttergesellschaft mit Sitz in Sofia / Bulgarien dar. Der 42-Jährige gab als Geschäftsführer und rechtmäßiger Vertreter der Niederlassung in Griechenland vor, einen Vertrag mit einer Versicherungsgesellschaft in Bulgarien abgeschlossen zu haben.

Aus der polizeilichen Ermittlung ergab sich, dass der Vertrag über den Betrieb der Niederlassung niemals von einem Vertreter der Versicherungsgesellschaft unterzeichnet worden war, während er gefälschte Daten eines ausländischen Staatsbürgers – Mittäters der Organisation -, der sich als Vertreter dieser Gesellschaft ausgab, sowie auch gefälschte Daten der bulgarischen Aufsichtsbehörde aufwies. Auf diese Weise erreichte er, die Konsumenten hinsichtlich der Legalität des Betriebs seines Unternehmens auf dem Sektor der Vermittlung von Versicherungen zu täuschen. Um den Betrieb des Unternehmens zu legalisieren, ließ er die Niederlassung sogar als allgemeines Handelsunternehmen in das zentrale Handelsregister eintragen, obwohl es auf Basis der geltenden Gesetzgebung als Unternehmen für die Vermittlung von Versicherungen hätte registriert werden müssen.

In Kooperation des 42-Jährigen mit den übrigen Mitgliedern der kriminellen Organisation, die Funktionäre der Gesellschaft sowie auch Eigentümer oder Agenten von Versicherungsmakler- und Versicherungsbüros waren, stellten sie gefälschte Kfz-Haftpflichtversicherungs-Policen zu niedrigen Kosten aus und bedienten sich dabei der Logos der Muttergesellschaft und der bulgarischen Versicherungsgesellschaft.

Es sei angemerkt, dass die Gesellschaft niemals das für ihre Registrierung erforderliche Kapital eingezahlt hatte, aber auch ihre Partner nicht einmal die gemäß der geltenden Gesetzgebung vorgesehenen Prämienanteile an den Hilfsfond entrichtet hatten. Ebenfalls ist anzumerken wert, dass in Fällen, in denen ein Versicherter der Gesellschaft in einen Verkehrsunfall mit Sachschäden, Personenschäden oder auch Toten verwickelt war, die Entschädigungen aus den Einnahmen der Gesellschaft gedeckt wurden. Ebenso entschädigte die Gesellschaft in Fällen von Verkehrskontrollen, bei denen gegen bei ihr versicherte Fahrzeugeigentümer einschlägige Vergehen festgestellt wurden, ihre verwickelten Versicherten, indem sie sogar auch den Gegenwert der Strafmandate der Verkehrspolizei entrichtete.

Es wird geschätzt, dass die Gesellschaft seit der Aufnahme ihres Betriebs in Griechenland (Oktober 2012) bis heute mehr als 12.500 Haftpflicht-Policen ausgestellt hat, während die Gesamthöhe des Versicherungsbetrugs auf den Betrag von (4.000.000) Euro veranschlagt wird. Konkret setzt sich dieser Betrag zusammen aus:

  • Schaden für den griechischen Fiskus, da er keine Steuern aus der Aktivität der Versicherungsgesellschaften einnahm, die das Produkt ihrer Prämien in ihren Büchern verbucht hätten,
  • Schaden für die Versicherungsgesellschaften aus dem Betrug, der auf die Konsumenten abgewälzt wird, die folglich aufgefordert sind, erhöhte Prämien zu entrichten, und
  • Schaden für die Bürger – Konsumenten, die unwissentlich annahmen, versichert zu sein.

In dem Bestreben, ihren illegalen Gewinnen einen legalen Anschein zu verleihen, zahlten der Anführer und die Mitglieder der kriminellen Organisation die Geldbeträge auf Konten ein, die sie bei verschiedenen Bankfilialen unterhielten. Bei den in Anwesenheit juristischer Amtsträger in Wohnungen und Versicherungsbüros der Verwickelten durchgeführten Durchsuchungen wurden gefunden und beschlagnahmt:

  • 6.000 gefälschte Versicherungspolicen, die an Fahrzeugeigentümer ausgestellt worden waren.
  • Hunderte zur Ausstellung vorbereitete Versicherungspolicen.
  • 20 elektronische Rechner und Drucker, Multifunktions-Geräte, Laptops und externe Festplatten.
  • Eine riesige Menge von Unterlagen.

Die beschlagnahmten Beweisstücke werden zu ihrer weiteren Untersuchung an die kriminologischen Labors geschickt. Die Festgenommenen werden heute Nachmittag (20 Dezember 2012) mit dem gegen sie eingeleiteten Verfahren dem Staatsanwalt des Strafgerichts Athen vorgeführt werden. Die Aushebung dieser kriminellen Organisation stellt einen maßgeblichen Schlag gegen die Kreise des Versicherungsbetrugs und der Schattenwirtschaft dar.

(Quelle: Astynomia.gr)

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