Rapider Rückgang der Konsumausgaben in Griechenland

4. Dezember 2013 / Aktualisiert: 01. Februar 2014 / Aufrufe: 1.287

Eine Untersuchung der nationalen Statistikbehörde zeigt, dass die privaten Haushalte in Griechenland auf fast allen Bereichen ihren Konsum einschränken.

Die Haushalte haben bei ihrem Konsum fast alles eingeschränkt, da der Rückgang ihres verfügbaren Einkommen sich fortsetzt. Charakteristisch ist, dass die mittlere monatliche Aufwendung der Haushalte im Jahr 2012 sich auf 1.637,10 Euro belief und im Vergleich zu 2011 einen Rückgang um 10,2% verzeichnete.

Im Verhältnis zu 2008, als die mittlere monatliche Aufwendung 2.401,44 Euro (in konstanten Preisen 2012) betrug, ergibt sich dagegen ein Rückgang um 31,8% in konstanten Preisen und um 22,7% in laufenden Preisen.

20% des durchschnittlichen Etats werden für Lebensmittel ausgegeben

Obige Eckdaten gehen aus der Untersuchung der griechischen Statistikbehörde (ELSTAT) über die familiären Haushaltsetats 2012 hervor, auf deren Basis sich ebenfalls ergibt:

Im Vergleich zu der vorherigen Untersuchung (2011) wird der größte Rückgang der Ausgaben (in laufenden Preisen) für Kleidung – Schuhe (15,3%), verschiedene Güter und Dienstleistungen (15,3%), Hotels, Cafés und Restaurants (15,1%), Freizeit und Kultur (15%), Investitionsgüter (13,7%), Beförderung (12,6%), Bildung (10%), Gesundheit (8,6%) verzeichnet.

Geringere Rückgänge werden bei den Ausgaben für Nahrungsmittel (7,5%), Kommunikationen (7,5%), Spirituosen und Tabak (5,7%) und Wohnen (1,3%) beobachtet. Bei den Nahrungsmitteln wird ein Rückgang der monatlichen Aufwendung für Mineralwasser, Erfrischungsgetränke und Fruchtsäfte (19,3%), Zucker, Marmelade, Honig, Kuchen und Süßigkeiten (18,4%), Kaffee, Tee und Kakao (13,9%), Fisch (11,2%), Obst (8,5%), Fleisch (7,6%), Gemüse (7%), sonstige Lebensmittel (5,1%), Mehl, Brot, Getreideprodukte (4,1%), Milchprodukte und Eier (4%), Öle und Fette (,07%) beobachtet.

Kontinuierlich ist in der Periode von 2008 bis 2012 der Rückgang der Ausgaben als Anteil des familiären Etats für Kleidung und Schuhe (von 8,2% im Jahr 2008 auf 5,8% im Jahr 2012) und für Investitionsgüter (von 7,1% im Jahr 2008 auf 5,8% im Jahr 2012). Weiter wird im Vergleich zu 2011 wird ein signifikanter Anstieg des Verbrauchs von Produkten aus eigener Erzeugung (von 0,7% im Jahr 2011 auf 1,1% im Jahr 2012, bezogen auf den familiären Etat).

Die mittlere monatliche Menge in der Hauptwohnung verbrauchter Flüssigbrennstoffe, Gas, Erdgas und elektrischer Energie sank entsprechend um 14,7%, 7,9%, 2,1% und 0,5%, während die mittlere monatliche Menge diverser Festbrennstoffe (Brennholz, Pellets, Kernholz usw.) um 46,4% zunahm.

Der größte Anteil der Ausgaben des durchschnittlichen Etats der Haushalte bezieht sich auf Nahrungsmittel (20,1%), gefolgt von Wohnen (13,9%) und Beförderungen (12,8%), während die Dienstleistungen des Bildungsbereichs den geringsten Anteil ausmachen (3,5%). Die in landwirtschaftlichen Gegenden befindlichen Haushalte wenden monatlich 1.298,23 Euro auf, die in städtischen Gegenden dagegen 1.717,06 Euro.

Was sich auf die Lebensbedingungen bezieht, geht aus den Daten hervor, dass:

  1. die Anzahl der Haushalte anstieg, die
    • über einen PC in ihrer Hauptwohnung (+ 4,2%),
    • wenigstens ein Mobiltelefon (+ 1,2%),
    • geschlossene Fahrzeugstellplätze im Haus (+ 1,8%) verfügen,
  2. die Anzahl der Haushalte sank, welche
    • die Zentralheizung als Hauptheizquelle benutzen (- 22,6%),
    • über Zweit- oder Ferienwohnungen verfügen (- 2,8%), letzteres wegen der Verringerung der Miet- und Ferienwohnungen, die zu Hauptwohnungen wurden,
    • über wenigstens einen PKW verfügten (- 0,6%), während die Anzahl der Fahrzeuge um 3,1% sank.

Reiche Haushalte geben fast 6 Mal mehr aus als arme

Was die Ungleichheit betrifft, ist der Anteil der mittleren entsprechenden Aufwendung (Einkäufe) der reichsten 20% der Bevölkerung 5,9 Mal größer ist als der Anteil der mittleren entsprechenden Aufwendung der ärmsten 20% der Bevölkerung (5,5 im Jahr 2011).

Die armen Haushalte wenden 33,3% ihres mittleren Etats für Nahrungsmittel auf, die nicht armen 19,2%. Wegen der Zusammensetzung der armen Haushalte (alte Leute, Personen ohne Sozialversicherung usw.) belaufen die Gesundheitsausgaben sich auf 7,3% des durchschnittlichen Etats, bei den nicht armen Haushalten dagegen auf 6,5%.

Auf europäischem Niveau stellen die Konsum-Modelle sich folgendermaßen dar:

  • In Griechenland, Estland und Lettland bezieht sich der relativ größte Anteil der Ausgaben des durchschnittlichen Etats der Haushalte auf Lebensmittel.
  • Die Konsum-Modelle für Spanien und Italien unterscheiden sich, da dort als die höchsten Aufwendungen die Ausgaben verzeichnet werden, die sich auf das Wohnen beziehen.
  • Die Aufwendungen für Bildung bewegen sich ab 0,7% des durchschnittlichen Etats der Haushalte in Estland bis zu 3,5% in Griechenland.
  • Griechenland und Lettland verzeichnen die höchste private Aufwendung für die Gesundheit (entsprechend 6,4% und 5,9% des mittleren Etats der Haushalte).

(Quelle: Kathimerini)

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