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Griechenland hat sechstschlechteste Lebensbedingungen in Europa

16. Dezember 2013 / Aktualisiert: 01. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.552

Im europaweiten Vergleich lag Griechenland bei den Lebensbedingungen im Jahr 2012 unter 30 Ländern auf dem sechstschlechtesten Platz.

Laut von der nationalen Statistikbehörde ELSTAT veröffentlichten Daten lag Griechenland im Jahr 2012 hinsichtlich des Mangels an materiellen Gütern und der Lebensumstände der privaten Haushalte auf dem sechsschlechtesten Platz unter 30 europäischen Ländern.

Bezeichnend ist im vorliegenden Zusammenhang, dass 76,3% der armen Bevölkerung und 30,8% der nicht armen Bevölkerung angeben, finanzielle Schwierigkeiten haben,  außerordentlichen, jedoch notwendigen Ausgaben im Wert von sogar auch nur ungefähr 540 Euro zu begegnen.

Auch nicht arme Haushalte leiden zunehmend unter Entbehrungen

Nicht nur die arme Bevölkerung Griechenlands, sondern auch ein Teil der nicht armen Bevölkerung hat Schwierigkeiten, sich jährlich eine Woche Urlaub, wenigstens alle zwei Tage eine Fleisch, Geflügel oder Fisch umfassende – oder im Fall von Vegetariern gleichwertige – Mahlzeit, ausreichende Heizung der Wohnung, Käufe von Dauergütern (wie Waschmaschine, Farbfernseher, Telefon, Handy oder Auto) zu leisten, Kredite oder Ratenkäufe zu tilgen und Fixkosten-Rechnungen usw. zu bezahlen usw.

Laut einer Untersuchung der ELSTAT im Jahr 2012 über die Lebensbedingungen der Haushalte (auf Basis der Einkommen des Jahres 2011) wiederum belief sich im Jahr 2012 der Anteil der Bevölkerung, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit dem Ergebnis begegnet, bei wenigstens vier der insgesamt neun Dimensionen der materiellen Entbehrung unter Mangel zu leiden, auf 19,5%. Dieser Anteil betrug 15,2% im Jahr 2011, 11,6% im Jahr 2010, 11% im Jahr 2009 und 11,2% im Jahr 2008.

Als Resultat befand Griechenland sich 2012 auf europaweitem Niveau auf dem sechstschlechtesten Platz, gefolgt von Litauen (19,8%), Ungarn (25,7%), Lettland (26%), Rumänien (29,9%) und Bulgarien (44,1%). Auf dem besten Platz unter den 30 Ländern liegt die Schweiz (0,8%).

Die Lage der Bevölkerung in Griechenland in Einzelheiten

Aus der Analyse der Daten der Untersuchung der ELSTAT ergibt sich für das Jahr 2012 (bzw. auf Basis der Einkommen des Jahres 2011) folgendes Bild:

  • Die Bevölkerung, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit dem Ergebnis begegnet, bei zumindest vier der insgesamt neun Dimensionen der materiellen Entbehrung Mangel zu leiden, rekrutiert sich aus:
    • 20,9% der Kinder im Alter von unter 18 Jahren,
    • 34,7% der Bevölkerung im Alter von 18 – 59 Jahren mit abgeschlossener Grundausbildung,
    • 20,7% der Bevölkerung im Alter von 18 bis 64 Jahren,
    • 8,6% der Bevölkerung im Alter von 18 – 59 Jahren mit abgeschlossener Hochschulausbildung,
    • 14,3% der Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und mehr.
  • Die Haushalte, denen es an grundsätzlichem Komfort in der Hauptwohnung mangelt, werden nach Besitzstatus folgendermaßen zugeordnet:
    • 3,6% der Haushalte mit Wohnungseigentum und finanziellen Verpflichtungen (Kredit, Hypothek usw.),
    • 6,3% der Haushalte mit Wohnungseigentum ohne finanzielle Verpflichtungen (Kredit, Hypothek usw.),
    • 9,9% der Haushalte in einer Mietwohnung.
  • Der Anteil der unter beengten Wohnbedingungen lebenden Bevölkerung beläuft sich auf:
    • 26,5% in Bezug auf die Gesamtbevölkerung,
    • 22,7% in Bezug auf die nicht arme Bevölkerung,
    • 39,4% in Bezug auf die arme Bevölkerung.
  • Die Haushalte, die erklären, mit Wohnungskosten belastet zu sein, belaufen sich auf:
    • 33,1% der Gesamtbevölkerung,
    • 15,8% der nicht als arm geltenden Bevölkerung,
    • 90,5% der als arm geltenden Bevölkerung.
  • 50,3% der armen Bevölkerung gibt an, einer Ernährung zu entbehren, die jeden zweiten Tag Geflügel, Fleisch, Fisch oder Gemüse gleichen Nährwertes umfasst, während der entsprechende Anteil der nicht armen Bevölkerung auf 2,9% geschätzt wird.
  • 76,3% der armen Bevölkerung und 30,8% der nicht armen Bevölkerung tun sich schwer, außerordentlichen, jedoch notwendigen Ausgaben im Wert von ungefähr 540 Euro (oder mehr) zu begegnen.
  • Umweltproblemen wegen benachbarter Industriebetriebe oder Problemen aus dem Autoverkehr begegnet 26,4% der Gesamtbevölkerung, während ein Anteil von 19,8% der selben Bevölkerung Vandalismus und Kriminalität in ihrem Gebiet als Problem anführt.
  • Der Anteil der Gesamtbevölkerung, der finanzielles Unvermögen erklärt, zufriedenstellende Heizung zu haben, beläuft sich auf 26,7% im Jahr 2012 (gegenüber 16,4% im Jahr 2008), wobei entsprechend der Anteil für die arme Bevölkerung 47,6% im Jahr 2012 (gegenüber 33% im Jahr 2008) und für die nicht arme Bevölkerung 20,8% im Jahr 2012 (gegenüber 12,1% im Jahr 2008) beträgt.
  • 35,7% der nicht armen Bevölkerung erklärt, sehr hoch durch die Summe der Wohnkosten belastet zu sein, während der entsprechende Anteil für die arme Bevölkerung auf 62,6% veranschlagt wird.
  • 40,3% der Gesamtbevölkerung, die einen Verbraucherkredit zum Kauf von Gütern oder Dienstleistungen aufgenommen hat, erklärt, sich bei dessen Tilgung oder Zahlung der Raten sehr schwer zu tun.
  • 51,1% der armen Bevölkerung erklärt, Schwierigkeiten bei der Bezahlung laufender Rechnungen wie für elektrischen Strom, Wasser, Erdgas usw. zu haben.
  • 55% der armen Bevölkerung erklärt große Schwierigkeiten, ihren üblichen Bedürfnissen zu begegnen.
  • Das durchschnittliche Mindestnettoeinkommen zur Bewältigung der Bedürfnisse der Haushalte des Landes beträgt laut ihrer Erklärung 1.940 Euro. Die armen Haushalte benötigen 1.677 Euro, die nicht armen Haushalte dagegen 2.014 Euro.
  • 21% der armen Bevölkerung, 9,8% der nicht armen Bevölkerung und 12,3% der Gesamtbevölkerung verfügten 2012 nicht über wenigstens 1 Privatfahrzeug, während 16% der armen Haushalte, 7,5% der nicht armen und 9,4% der Gesamtheit der Haushalte mangels finanzieller Möglichkeit über keinen PC verfügten, obwohl sie in benötigten.
  • Im Vergleich zu den Männern (11,8% im Alter von 65 Jahren und mehr) sind die Verhältnisse für die Frauen (16,3% im Alter von 65 Jahren und mehr) noch schlimmer.

Abschließend sei erneut ausdrücklich betont, dass die Ergebnisse der in Rede stehenden Untersuchung auf den Einkommen des Jahres 2011 basieren und folglich nicht die aktuelle Situation reflektieren, die sich seitdem infolge der 2012 und 2013 durchgesetzten bzw. in Kraft getretenen radikalen Kürzungen der Einkommen (Gehälter, Löhne, Renten) und Sozialleistungen in Kombination mit den enormen Erhöhungen direkter und indirekter Steuern, Abgaben und sonstiger Belastungen der privaten Haushalte signifikant verschlechtert hat.

(Quelle: Imerisia)

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