Die Technik des defizitären Überschusses in Griechenland

22. Dezember 2013 / Aufrufe: 622

Schwarz wird weiß und die Technik des defizitären Primärüberschusses in Griechenland.

Kaum hatten wir nachzurechnen begonnen, wie die Regierung den primären Überschuss an uns verteilen wird, und die Taschenrechner hervorholten um zu sehen, was uns als Gegenleistung für unsere Opfer zusteht, kam vor einigen Tagen der Bericht der Griechischen Bank und verwirrte uns: wie wir lasen, „verzeichnete der Staatshaushalt in den elf Monaten Januar – November 2013 ein primäres Kassendefizit von 4 Mrd. Euro„.

In dem selben Artikel wird anschaulich auch die Technik der Umwandlung von „schwarz in weiß“ beschrieben, worin die griechische Regierung tatsächlich eine bedeutende Leistung präsentiert: „Dieses Defizit verwandelt sich in einen Überschuss von 3,1 Mrd. Euro, wenn: erstens die Einnahmen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro aus dem Transfer der Renditen griechischer Staatsanleihen von den Zentralbanken des Eurosystems berücksichtigt und zweitens die Ausgaben in Höhe von ungefähr 5,6 Mrd. Euro abgezogen werden, die sich auf die Abzahlung fälliger Verbindlichkeiten beziehen„.

Kumulierter politischer Betrug

Einfach gesagt, wenn – im Rahmen einer angezweifelten Methode – ein Teil der Summen einbezogen wird, welche die Europäer mit den griechischen Anleihen spekulierend erzielten, und die Regierung die „warmen“ Gelder von 5,6 Mrd. Euro (sprich die fälligen Verbindlichkeiten des Fiskus an den Privatsektor) mitzurechnen „vergisst“, findet das Wunder des primären Überschusses statt!

Wer über Bereitschaft und Geduld verfügt, den Bericht der Griechischen Bank zu lesen, kann auch verstehen, aus welchen Taschen die realen Gelder verschwinden, die als fiktiver Überschuss präsentiert werden: Gemäß den Einschätzungen der Griechischen Bank also wurden die durchschnittlichen Bezüge um 7,4% gesenkt (2012: – 6,6%). Für die drei Jahre 2011 – 2014 übersteigt dieser Rückgang 21,5%.

Zu diesen realen Geldern, die aus den Taschen der Arbeitnehmer verschwinden, sind die ebenfalls realen Gelder hinzuzurechnen, die für Abzocken, Steuern, Sonderabgaben und Sonderverbrauchssteuern entrichtet werden, sowie ebenfalls auch die Gelder, die aus den flexiblen individuellen Arbeitsverträgen (laut der Griechischen Bank 10% – 40%), den Kürzungen der öffentlichen Ausgaben bei der Gesundheit, der Bildung und allem verloren gehen, was mit dem sogenannten Sozialstaat zu tun hat.

Auf diesen „Geldberg“ sind auch die Erlöse zu schütten, die aus dem Ausverkauf des öffentlichen Vermögens erzielt werden. Wohin diese Gelder fließen? In die Truhen der Gläubiger. Was bleibt hier? Der primäre Überschuss eines kumulierten politischen Betrugs.

(Quelle: To Pontiki, Autor: Dimitris Milakas)

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