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Deutschland und Griechenland sind Parasiten der Euro-Familie

17. Dezember 2013 / Aktualisiert: 12. Dezember 2015 / Aufrufe: 2.438

Der Ausgangspunkt der europäischen Überschuldung

Die Eurozone versank deshalb in der Schuldenkrise, weil sie zu großen Verlusten von den USA gezwungen wurden – die ihre wirtschaftlichen Probleme auf unseren Kontinent verlagerten. Dies wurde folgendermaßen eingeleitet:

  1. einerseits mittel der Lehman Brothers, deren Bankrott viele Länder der EU (hauptsächlich Deutschland) ungeheure Summen kostete,
  2. andererseits mittels der amerikanischen Hypothekenkredite mit niedriger Besicherung (sub primes) – die „platzten“ (Unsicherheiten) und etliche Banken Europas an den Rand des Bankrotts führten.

Viele europäische Staaten (Irland, Spanien, Deutschland usw.) wurden im weiteren Verlauf gezwungen, ihre Banken zu retten – mit dem Resultat, dass auch sie selbst in der Krise versanken. Allein Deutschland verlor durch die USA über 500 Mrd. € – und konnte immer noch nicht wieder zu sich kommen.

Als ob all dies nicht genug gewesen wäre, schaffte es der IWF, dessen einziger Kunde 2007 die Türkei war und dem die Schließung drohte, mit der Hilfe der (höchstwahrscheinlich nachgiebigen) Regierung Griechenlands in die Eurozone einzudringen – also mittels des dümmsten und nicht etwa schwächsten Kettenglieds der Währungsunion.

Außerdem war es die einzige dem IWF zur Verfügung stehende Möglichkeit, zu überleben und zu spekulieren, da kein Land Asiens oder Südafrikas ihn nicht einmal mehr zu sehen bekommen will – nach den unglaublichen Verbrechen, die er wo immer verübte, wo er eindrang, und im Dienst seiner Zinswucherer-Auftraggeber, raubte, plünderte und Verbrechen beging.

Schlussfolgernd versank also die europäische Familie mit Schuld der USA in der Schuldenkrise – wobei sie parallel (Deutschland) den ungeheuren, vielleicht tödlichen Fehler beging, den Wirtschaftsmördern (IWF) zu gestatten, sich in ihrer Mitte einzurichten.

Was Griechenland betrifft, war der Anlass der Krise die unglaubliche Korruption sowie ebenfalls die Nachgiebigkeit der politischen Parteien der letzten Jahrzehnte, die leider einen großen Teil der Bevölkerung verdarben – mit dem Resultat, dass unser Vaterland in die Fänge des IWF geführt wurde und ungeheure, ein Vielfaches unserer heutigen öffentlichen Verschuldung betragende Summen verloren gingen.

Beispielsweise gingen allein aus dem Zusammenbruch der Immobilienpreise um 40% rund 400 Mrd. € verloren, aus der Börse 200 Mrd. €, und aus dem Absturz der Löhne und sonstigen Einkommen gehen jährlich mehr als 40 Mrd. € verloren. Beziehen wir wiederum die Kosten der Arbeitslosigkeit, des Bankrotts der kleinen und mittleren Unternehmen, die übermäßigen Steuern oder die Verluste der Banken, der öffentlichen Träger, der Inhaber öffentlicher Anleihen und anderer als Ergebnis des PSI mit ein, werden wir feststellen, dass die Verluste Griechenlands unermesslich sind.

Die europäische Familie

Wie uns bekannt ist, tritt die größte Gefahr, besser gesagt signifikanteste Bedrohung für den Zusammenhalt einer Familie üblicherweise dann in Erscheinung, wenn wirtschaftliche Probleme auftauchen – wobei häufig die Scheidung gewählt wird, anstatt dass ein gemeinsamer Versuch zu ihrer rationalen Lösung erfolgt.

In den meisten Fällen geht die Erhebung gegenseitiger Anschuldigungen und die Beschuldigung des einen durch den anderen bezüglich der Gründe voraus, die in die „wirtschaftliche Enge“ und die Krise führten. Üblicherweise folgt die Zurückweisung der Verantwortung und eine alle Grenzen überschreitende Feindseligkeit, die schließlich zur Auflösung der Familie führt – mit dem Ergebnis, dass sich das Drama ohne irgend einen Gewinner, wenn nicht sogar mit sehr großen Verlusten für fast alle Beteiligten (einschließlich des verwandtschaftlichen „Umfelds“) vollendet.

Im Fall unserer „Währungsfamilie“ beharrt ihr mächtigstes Mitglied, sprich Deutschland, darauf, einerseits vom Teller der anderen zu essen, weil es unter Beschränkung auf seinen eigenen nicht satt werden kann oder will, und andererseits mit Dritten zu „schäkern“ – indem es die benötigten Produkte bei anderen und nicht seinen Partnern einkauft, denen es jedoch seine eigenen verkaufen will. Andere Male wiederum „macht es Diät“ (Beschränkung des inländischen Konsums mittels der Senkung der realen Löhne seiner Arbeitnehmer) um nicht gezwungen zu werden, mehr Waren einzukaufen – wobei es vorzieht, die Liquidität zu „absorbieren“ und sein Geld unter völliger Gleichgültigkeit für die anderen zu sparen.

Griechenland wiederum beruht darauf, seine Mahlzeiten wieder und wieder nicht zu bezahlen – obwohl ihm ein großer Teil der vorherigen Kosten erlassen wurde, wenn auch unter sehr strengen Voraussetzungen. Es behauptet schlitzohrig, nicht zahlen zu können, und beschuldigt die anderen, es zum Hunger (Bankrott) zu verurteilen, weil sie es nicht kostenlos durchfüttern. Bezüglich der Zahlungsunfähigkeit lügt Griechenlands Regierung jedoch unverschämt und setzt zu Lasten seiner Bürger bewusst genau die gegenteilige Politik anstatt der um, die sie umsetzen müsste – einfach und allein nur, um sich ihre Kundenbasis zu erhalten und an der Macht zu bleiben, hauptsächlich, um der Bestrafung zu entgehen (weil es die beiden regierenden Parteien sind, die wegen der ungeheuren Korruption in ihrem Inneren das Land in den Bankrott führten).

Alls dies geschieht wiederum mit der Toleranz, wenn nicht gar aktiven Mitwirkung des IWF, dessen Ziel nicht die Sanierung der Finanzen Griechenlands ist – sondern die Beitreibung der Forderungen seiner Auftraggeber, der „Diebstahl“ des öffentlichen und privaten Reichtums unseres Vaterlandes, sowie ebenfalls sein Verbleib in Europa, mit höherem Ziel die Plünderung dessen übrigen Länder.

Epilog

Die europäische Familie hat gewisse Regeln des Zusammenlebens akzeptiert – ohne die keine Gemeinschaft überleben kann. Das einzige Land, das die Regeln exakt, wenn auch nicht lückenlos einhält, ist bisher jedoch Frankreich – trotz der Probleme, die ihm einerseits das unersättliche Deutschland, auf der anderen Seite aber auch viele andere Länder (Spanien, Italien, Griechenland usw.) verursachen.

Der „französische Euro“, also die von Frankreich befolgte Wirtschaftspolitik, ist weder überbewertet (wie der spanische, griechische, italienische usw.) noch unterbewertet (wie der deutsche) – da es die Inflation bei 1,9% hält, so wie es der Vertrag der Eurozone vorsieht, und dabei nicht „bauernschlau“ das deutsche „Lohn-Dumping“ adoptiert und auch nicht den Sozialstaat einreißt.

Falls sich nun die Lage wie gehabt fortsetzt, mit den beiden „Parasiten“, die absolut keine Regel respektieren wollen, also mit Deutschland und Griechenland, hat die Familie – sofern sie den Zusammenhalt ihrer übrigen Mitglieder aufrecht erhalten will – nur eine einzige Wahl: sie umgehend vor die Tür zu setzen. Also sowohl Deutschland als auch Griechenland hinauszuwerfen, bis sie beschließen, ob sie sich zusammenreißen und zurückkehren werden.

Dies würde außerdem jede andere logische und konsequente Familie tun, die ihre völlige Auflösung offensichtlich vermeiden wollen würde – die sehr viel größeres Leid für sie selbst, ihr Umfeld, aber auch für die Parasiten verursachen würde. Im übrigen schuldet Europa natürlich, schnellstmöglich auch den IWF, also den dritten und größten Parasiten hinauszuwerfen, bevor es für alle seine Staaten zu spät ist – also bevor sie als eine Mahlzeit auf dem Teller der USA enden.

Nachschrift

Wir sind schon immer gegen die Rückkehr zur Drachme, nicht wegen der Währung, sondern weil wir die Vereinigung unseres Kontinents immer noch für möglich und notwendig halten. Uns ist natürlich bekannt, dass die Rückkehr zur nationalen Währung auf keinen Fall den Weltuntergang bedeuten würde – dass wir also überleben könnten, wenn auch unter großen Schwierigkeiten.

Das Problem Griechenlands ist jedoch nicht der Euro, sondern der parteizentralistische, korrupte und unfähige Staat – der das Vertrauen der Bürger in den Staat entzogen hat, ohne welches keinerlei Hoffnung auf ein Herauskommen aus der Krise besteht, sei es mit dem Euro, der Drachme oder irgendeiner anderen Währung. Auf jeden Fall sind wir natürlich der Ansicht, dass Griechenland verpflichtet ist, für den Notfall einen alternativen Plan für die Rückkehr zur Drachme parat zu haben – zumal sowohl die Freiheit als auch die nationale Souveränität sehr viel „schwerer“ in die Waagschale fallen als die Währung eines Landes.

Abschließend schulden wir die Bedeutung der Zinsen anzusprechen, wobei uns heute von den Ländern der Eurozone – von denen sich einige zu über 4% Geld leihen – ein Zinssatz der Größenordnung von 2,3% geboten wird (eventuell könnten wir sogar auch über den Basiszinssatz der EZB, sprich 0,25% verhandeln) Die mathematische Formel der Verdoppelung der Verschuldung lautet „72 : Zinssatz = Jahre„. Beträgt in diesem Rahmen der Zinssatz 6%, verdoppelt die Verschuldung sich (wenn keine Tilgung erfolgt) in zwölf Jahren – vervierfacht sich in 24 und verachtfacht sich in 36 Jahren. Beträgt der Zinssatz 2%, verdoppelt sie sich in 36 anstatt 12 Jahren, womit der Unterschied sehr signifikant ist.

Diese Tatsache bedeutet, dass die öffentliche Verschuldung – sofern sie nicht bedient wird – in kleinen und mittleren Staaten außerhalb der Eurozone mit einem sehr viel schnelleren Rhythmus ansteigt – da der Zinssatz ihrer Kreditaufnahme sehr viel höher ist. Dies stellt also einen der Gründe dar, aus denen die kleinen Länder außerhalb der Währungsunion mit einer öffentlichen Verschuldung von über 50% ihres BIP nicht überleben.

(Quelle: Sofokleous10.gr, Autor: Vasilis Viliardos **)

** Vasilis Viliardos ist ein moderner Volkswirtschaftler, Absolvent der Universität Athen (AUEB), mit postgradualem Studium an der Universität Hamburg – wo er auch mit eigenen Unternehmen über etliche Jahre aktiv war. Er hat das sich auf den Steuermechanismus Deutschlands beziehende Buch “Machtüberschreitung” geschrieben und drei Bücher über die weltweiten Finanzkrise mit dem Titel “Die Krise der Krisen” herausgegeben.
Vasilis Viliardos sich ebenfalls auf internationalem Niveau mit signifikanten Untersuchungen und Analysen bezüglich seines Fachs (Makroökonomie) befasst, die regelmäßig in Tageszeitungen, Zeitschriften und auf Webseiten publiziert werden. Ergänzend zu dem vorstehenden Artikel sei speziell auch auf die Artikel “Die Troika, die Drachme und der Euro” (1 + 2) verwiesen

Relevante Beiträge:

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  1. Berlin
    17. Dezember 2013, 08:24 | #1

    Lest endlich Marx, vielleicht gehen dann langsam Lichter auf … !

  2. John Carter
    17. Dezember 2013, 09:32 | #2

    Viele schöne Worte von Herr Viliardos – alles auf den Punkt gebracht. Das alles wussten wir schon irgendwie, nur nicht in diese Worte gekleidet. Wo sind die Lösungen, und wer geht sie an. Wo sind die Macher die jetzt gefragt sind in diesem Land. Wo formt sich der neue politische Wille in Griechenland.

  3. Horst
    17. Dezember 2013, 10:58 | #3

    Deutschland hätte nie Europa einen dürfen und Griechenland hätte nie deutsches Geld annehmen dürfen. Ohne unser Geld wäre Griechenland ungefähr dort, wo es jetzt ist, Deutschland wäre zwar weniger wettbewerbsfähig, aber reicher. Die Einigung Europas erinnert mich an den Turmbau von Babel. Am Ende herrscht das Chaos.

  4. Tinos
    17. Dezember 2013, 12:46 | #4

    Der Ansatz oder die Erkenntnis, dass man vielleicht nicht nur auf die Anderen (IWF, Troika, etc.) schimpfen sollte, sondern selbst einmal mit konstruktiven und hoffentlich erfolgreichen Vorschlägen das Problem angehen sollte, ist schon ein guter Anfang!

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