Deutschland und Griechenland sind Parasiten der Euro-Familie

17. Dezember 2013 / Aktualisiert: 12. Dezember 2015 / Aufrufe: 2.543

Deutschland und Griechenland weigern sich beharrlich, die Regeln des Zusammenlebens innerhalb der europäischen Familie zu respektieren.

Zwei Länder, nämlich Deutschland und Griechenland, beharren darauf, die von ihnen mitunterzeichneten Regeln des gemeinsamen Zusammenlebens nicht zu respektieren – mit katastrophalen Folgen sowohl für die Zukunft der europäischen Währungsunion als auch für die Demokratie … .

Sollte die Situation mit den beiden „Parasiten“, die einfach keine Regel achten wollen, sich wie gehabt fortsetzen, bleibt der europäischen Familie zur Aufrechterhaltung des Zusammenhalts der übrigen Mitglieder nur eine einzige Wahl: sowohl Deutschland als auch Griechenland aus der Gemeinschaft hinauszuwerfen, bis sie sich entscheiden, ob sie sich zusammenreißen und gegebenenfalls zurückkehren wollen.

Die Parasiten der Euro-Familie

Der Premierminister (Antonis Samaras) bezog sich auf eine ernsthafte Einschränkung der nationalen Souveränität und vertrat, ein Land, das so viel Geld schuldet, kann sich nicht mehr selbst bestimmen – verliert folglich seine Unabhängigkeit. Zu unserem Glück gibt es allerdings Beispiele anderer Premierminister, die sich in der selben Klemme befanden, jedoch nicht die selben Ansichten hatten.

Spezieller, als Kapodistrias die Regierungsführung in Griechenland übernahm, war die Wirtschaft nicht einfach nur zerstört, sondern inexistent, mit den Staatskassen leer – während er auch den Krieg gegen die Türken finanzieren musste. Er war also gezwungen, nach ausländischen Krediten zu suchen – die er von Frankreich und Russland erhielt.

Obwohl Kapodistrias jedoch gezwungen war, sich Geld zu leihen, sowie ebenfalls, die bestehende öffentliche Verschuldung richtig zu handhaben, unterwarf er sich keineswegs den Wünschen ausländischer Mächte – wobei er die Außenpolitik völlig von der furchtbaren wirtschaftlichen Lage Griechenlands trennte und es schaffte, die zu Lasten Griechenlands herrschenden Umstände umzukehren und die Grenzen des kleinen damaligen griechischen Staats zu erweitern.

Seine Erfolge haben eine Lehre für all jene zu sein, die vertreten, dass jemand, der sich Geld leiht – und natürlich sein Wort respektiert -, seine nationale Souveränität verliert. Offensichtlich hängt es von uns ab, was wir abtreten und was nicht – und in keinem Fall von unseren Gläubigern, die absolut keinerlei Recht haben, uns die Politik aufzuzeigen, die wir zu befolgen haben.

Diejenigen, die uns Geld leihen, fordern Zinsen und erwarten, ihr Geld zurück zu bekommen – ohne den Tausch unserer nationalen Rechte gegen Geld als Bedingung zu setzen. Leider sind es die griechischen Politiker, die den konkreten Tausch wählen und ihr Vaterland unter dem Vorwand der Kreditaufnahme ausverkaufen.

Es ist eine Schande, dass Politiker wie Kapodistrias das Land regiert haben und wir noch immer danach suchen, auf welche Weise wir etwas Geld erbetteln – sowie ebenfalls bereit zu sein, unsere nationale Unabhängigkeit zu veräußern, um das geliehene Geld nicht zurückzuzahlen. Vielleicht haben wir vergessen, dass die Würde unser einziges Vermögen ist – sogar auch, wenn wir in Gefahr laufen, pleite zu gehen oder zusammenzubrechen.

Es ist eine Schande, so viele Griechen zu sehen, korrupten Parteien hinterherzulaufen, ihre eigenen zu gründen, sich im Fernsehen zu drängeln und mit einem unglaublichen Eigennutz unverschämt das Volk aufzuwiegeln – allem voran zu ihrem eigenen Vorteil sowie ebenfalls mit einem schändlichen Desinteresse und Mangel an Solidarität für ihre Mitbürger, ihr Vaterland sowie ebenfalls für das europäische Gebäude.

Es ist ebenfalls eine große Schande, sogar auch unsere Ahnen „verflüssigen“ zu wollen, also ihre Leistungen zu Geld zu machen und zu behaupten, jene legten die Fundamente der europäischen Kultur und Europa müsse die heutigen Griechen umsonst „durchfüttern“ – anstatt uns darum zu bemühen, noch mehr für den Planeten zu tun als das, was unser Vaterland viele Jahrhunderte zuvor leistete.

Analyse

Wir müssen umgehend als Bürger einer Nation begreifen, dass die einzige Weise, dass jemand betrogen wird, die ist, dass er selbst betrügen will – anderenfalls findet etwas solches niemals statt (obwohl es natürlich immer Ausnahmen gibt).

Solange wir unsere Verpflichtungen nicht begleichen wollen und idiotisch behaupten, die Verschuldung sei nicht tragfähig, obwohl uns bewusst ist, dass die Gläubiger eines Landes nicht die Tilgung der Kredite, sondern deren Bedienung fordern (Zahlung der Zinsen in Höhe von derzeit etwa 6 Mrd. €, sowie ebenfalls „Recycling“ der Tilgung, wobei die alten Kredite mit neuen getilgt werden), werden sie uns in diesem Rahmen „sogar auch Hemd und Hose“ wegnehmen – zu Spottpreisen.

Die Methode, besser gesagt die Weise, mit der dies geschehen wird, zeigt sich ganz klar am Beispiel des Komplexes „Asteras Vouliagmenis“ – obwohl die Veräußerung des konkreten „Filet-Stücks“ letztendlich vielleicht abgewendet wird, weil es teilweise der Nationalbank gehört und sehr „auffällig“ ist. Spezieller, der Komplex ist 2 Mrd. € wert und läuft in Gefahr, für gerade einmal 300 Mio. verkauft zu werden, nebst einem sehr viel höheren Bebauungsfaktor als Geschenk – also für ungefähr 10% seines tatsächlichen Wertes.

Wenn wir also annehmen, dass das gesamte Immobilienvermögen des Fiskus etwa 300 Mrd. € wert ist, wird es unter „Reduktion“ auf den Asteras-Komplex für 10% seines Preises verkauft werden – also etwa 30 Mrd. €, die vollständig der Bedienung einer Verschuldung in Höhe von 320 Mrd. € zugeführt werden, die damit gerade einmal auf 290 Mrd. € gesenkt werden wird.

Wir werden folglich Immobilien im Wert von 300 Mrd. € gegen eine Schuldung von 320 Mrd. € veräußern und mit noch 290 Mrd. € verschuldet bleiben – zu denen „Transaktionskosten“ (Gehälter, Provisionen usw.) hinzukommen werden, womit die Schuld bei 320 Mrd. € bleiben wird, wir jedoch nun über gar kein Immobilienvermögen mehr verfügen werden. Wenn das nicht der „absolute Gipfel“ der Dummheit eines Volkes ist, wie könnte man es dann charakterisieren?

Das selbe wird auch mit den gemeinnützigen, den strategischen und den gewinnbringenden öffentlichen Unternehmen geschehen, wie wir aus dem Beispiel des OPAP feststellten – wobei wir laut den Medien obendrein der Gesellschaft Geld liehen, die den OPAP kaufte. Die öffentlichen Immobilien wiederum, die vom TAIPED trotz ihres sehr viel höheren Wertes für 300 Mio. € veräußert wurden, und zwar mit einem Kredit von griechischen Banken und der Verpflichtung (dem Geschenk), dass der Staat für die kommenden Jahre Mieten in Höhe von insgesamt 600 Mio. € zahlt, sind ein weiteres Beispiel für unsere kollektive Dummheit – die offensichtlich auf unserer Weigerung darauf, unsere Verpflichtungen zu „respektieren“.

Was das private Vermögen, also die Unternehmen und Haushalte betrifft, wird der Raub mittels der katastrophalen Steuerpolitik, der Zwangsversteigerungen sowie ebenfalls mittels der in unserem Artikel „Die Falle der Generika“ beschriebenen Methodisierungen erfolgen – wobei die Griechen einerseits sehr viel mehr bezahlen werden als sie schulden und andererseits trotz ihrer Ausplünderung und Verelendung mit genau den selben Beträgen verschuldet bleiben werden.

Unsere Einführung abschließend, es gibt eine einzige Möglichkeit, die Invasoren zu vertreiben und unsere nationale Unabhängigkeit, unsere Würde und unsere Freiheit wiederzuerlangen: Nämlich unsere Verschuldung zu bedienen, also unsere vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen, und unseren eigenen operativen Plan für den Ausgang aus der Krise (Business Plan) auszuarbeiten, dessen Umsetzung die Fähigsten der Griechen übernehmen werden (nicht die Unzureichendsten, die Unfähigsten und die Eigennützigsten).

Uns ist natürlich bekannt, dass weder in Griechenland noch anderswo niemals jemand sympathisch wird, wenn er auf der Bezahlung der Schulden und nicht auf deren Streichung beharrt – ein Beharren, das natürlich nicht aus einer angeblichen Moral oder aus Güte, sondern aus einer rein „utilitaristischen Warte“ herrührt.

Ziel unserer Analysen ist jedoch nicht die Sympathie der Griechen, sondern das Rationale, das Richtige und die Wahrheit – wonach, falls wir noch nicht gelernt haben, dass die Gegenleistungen für den Schuldenerlass, wie durch den PSI dokumentiert wurde, ein Vielfaches des Nutzens sind, wir zerstört, verelendet und auf ewig unterworfen werden.

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  1. Berlin
    17. Dezember 2013, 08:24 | #1

    Lest endlich Marx, vielleicht gehen dann langsam Lichter auf … !

  2. John Carter
    17. Dezember 2013, 09:32 | #2

    Viele schöne Worte von Herr Viliardos – alles auf den Punkt gebracht. Das alles wussten wir schon irgendwie, nur nicht in diese Worte gekleidet. Wo sind die Lösungen, und wer geht sie an. Wo sind die Macher die jetzt gefragt sind in diesem Land. Wo formt sich der neue politische Wille in Griechenland.

  3. Horst
    17. Dezember 2013, 10:58 | #3

    Deutschland hätte nie Europa einen dürfen und Griechenland hätte nie deutsches Geld annehmen dürfen. Ohne unser Geld wäre Griechenland ungefähr dort, wo es jetzt ist, Deutschland wäre zwar weniger wettbewerbsfähig, aber reicher. Die Einigung Europas erinnert mich an den Turmbau von Babel. Am Ende herrscht das Chaos.

  4. Tinos
    17. Dezember 2013, 12:46 | #4

    Der Ansatz oder die Erkenntnis, dass man vielleicht nicht nur auf die Anderen (IWF, Troika, etc.) schimpfen sollte, sondern selbst einmal mit konstruktiven und hoffentlich erfolgreichen Vorschlägen das Problem angehen sollte, ist schon ein guter Anfang!

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