Der Staatshaushalt des Glücks und Wachstums in Griechenland

20. Dezember 2013 / Aktualisiert: 16. Juni 2014 / Aufrufe: 1.355

Die Regierung in Griechenland wird nicht müde, ihre angeblichen Erfolge zu feiern, während 2,5 Millionen Bürger mit der Armut konfrontiert sind.

Sowohl vor als auch nach der Vorlage und Verabschiedung des diesjährigen Haushaltsplans (für das Jahr 2014) hört die griechische Regierung in ihrer Argumentation einfach nicht auf, immer wieder zu wiederholen, dieser Haushaltsplan führe das Land aus der Krise heraus!

Und dies sind nicht nur interne Gedanken des Premierministers und des Finanzministers und der übrigen euphemistischen Minister der Regierung, sondern auch Worte des Triumphs, welche alle zusammen zu glauben begonnen haben und meinen, ein Wunder erreicht zu haben. So glücklich sind sie!

Bedienung der Verschuldung anstatt Bekämpfung der Armut

Vor einigen Tagen hörten wir Premierminister Antonis Samaras in seiner Rede vor dem Parlament sogar betonen, wie wundervoll die Dinge laufen und eine wie große Bedeutung ihr sogenannter und „primärer“ Überschuss habe – und wir vermochten nicht zu glauben, wie dieser Mensch so viele Lügen erzählen und sich auf eine solche Weise dumm stellen kann, obwohl ihm die wirkliche herrschende Lage bei der Liquidität und den öffentlichen Kassen bestens bekannt ist!

Für Griechenlands Partner und Gläubiger verlaufen natürlich gewisse Dinge offensichtlich gut, speziell, wenn sie für ihre Länder auch einträglich sind. Für alle anderen, die auch die Mehrzahl darstellen, gibt es jedoch die ELSTAT, welche die eiskalten und unerbittlichen Zahlen bekannt gab, auf deren Basis wir erfuhren, dass im Jahr 2012 insgesamt 2.535.700 Bürger Griechenlands mit dem Albtraum der Armut konfrontiert sind!

Diese Anzahl der Menschen, die sich in der „Umarmung“ der Armut befinden, beeinflusst natürlich auf keinerlei Weise die Ziele weder der Gläubiger noch der Koalitionsregierung, da ihr gemeinsames und primäres Ziel die Bedienung der Verschuldung und nicht die Bekämpfung der Armut ist. Dies beweist sich aus der Tatsache, dass – während 2.535.700 Menschen in den Kaiadas geworfen werden – 64% der jährlichen Gesamtausgaben des Haushaltsplans 2014 für die Bedienung der Kredite verbucht sind! Aus diesen Gründen laufen die Dinge prima!

Noch besser laufen die Dinge jedoch für diejenigen, die darauf warten, aus der globalen Massenveräußerung abzukassieren! All diese wollen Gelder:

  • aus den Zwangsversteigerungen,
  • aus der Überbesteuerung der bekannten Lasttiere und übrigen Dummköpfe,
  • aus dem Ausverkauf des öffentlichen Vermögens,
  • aus den von ihnen bereits sichergestellten Gewinnen
    • sowohl aus den „Almosen-Löhnen“, die sie zahlen,
    • als auch aus der Umwandlung des Beschäftigungsumfelds zur Leibeigenschaft,
  • aus dem von ihnen geschaffenen Heer der Arbeitslosen,

… und so hat der Katalog der … Besteuerungsobjekte kein Ende. Bis auf weiteres scheint immerhin die Luft, die wir atmen, davongekommen zu sein.

Ein Programm ist erfolgreich, wenn es den Gläubigern Geld einbringt

All das Schöne, was die griechische Gesellschaft durchlebt, wird somit in den Unterlagen der Gläubiger nicht wiedergegeben: sie und ihre Bediensteten in der Regierung messen trocken die wirtschaftlichen Indizes, die Zahlen, den Überschuss und das Geld, das in ihre Zinswucher-Truhen zu leiten ist, und dies bilden sie ab.

Für die Zinswucherer ist somit jedes umgesetzte Programm erfolgreich, wenn es (ihnen) Geld einbringt, während die (griechischen) Politiker, welche diese Programme realisieren, dem Volk Märchen über Überschüsse, die den ungerecht Behandelten zugute kommen werden, über das Licht, welches sie – und alle anderen nicht – in der Tiefe des Tunnels sehen, über die Bahn des Aufschwungs und des Wohlstands, die ständig beginnt und ständig stagniert, über den Gang auf die Märkte ab Mitte des jeweils kommenden Jahres und über noch Vieles mehr erzählen …

Diese Politiker mögen all dies erzählen, ohne dass sich deswegen jemand kratzt, und sie mögen nun schon seit 6 aufeinanderfolge Jahren von dem besten Haushaltsplan sprechen, den sie jemals vorgelegt haben. Ein Element, eine Zahl können sie jedoch nicht missdeuten: 2.535.700 – die für die Menschenopfer steht, die ihre brutale, ihre grobe, ihre unterwürfige Politik schuf. Es sind die Menschen, die alltäglich in dem „gesunden“ griechischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld sterben, das der Haushaltsplan des … Glücks und des Wachstums bescherte!

(Quelle: To Choni, Autor: Dimitris Kypriotis **)

** Dimitris Kypriotis ist Mitglied des Politbüros der griechischen Partei EPAM

Relevante Beiträge:

  1. Ottfried Storz
    20. Dezember 2013, 23:47 | #1

    Feindbilder machen die Welt einfach, sind jedoch meistens falsch. Wer von „Zinswucherern“ schreibt, liegt total daneben:
    1) Die angeblich so bösen „Zinswucherer“ haben im Rahmen des Schuldenschnitts 2012 bereits auf 53,5% verzichtet, d.h. in Summe über einhundert Milliarden Euro.
    2) Anleihen im Leihwert von 31,9 Milliarden Euro hat Griechenland in 2012 für nur 33,8 % mit billigst geliehenen Geld zurück gekauft, d.h. die angeblichen „Zinswucherer“ verloren weitere rd. 20 Milliarden.
    3) Der aktuelle Durchschnittszins aller Kredite beläuft sich auf aktuell ca. 2,5 Prozent,
    Neukredite kosten ca. 1,5 – 2 Prozent. Wenn Griechenland diese Gelder sich am Markt
    leihen müsste, würde dies ca. 25-30 Prozent Zinsen kosten.

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