Warum soll Griechenland immer Opfer sein?

2. November 2013 / Aktualisiert: 11. August 2020 / Aufrufe: 597

Theodoros Pagkalos steht zu seinen Erklärungen bezüglich der Abhörung amerikanischer Botschafter und meint, Griechenland müsse nicht immer Opfer sein.

Nach dem Sturm der Entrüstung, den der ehemalige griechische Außenminister Theodoros Pagkalos vor einigen Tagen mit seiner Erklärung hervorrief, „... und wir hörten die Amerikaner ab …„, schritt er am vergangenen Donnerstag (31.10.2013) mittels des Radiosenders VIMA 99,5 zu Klarstellungen.

Herr Pagkalos führte an, die Abhörungen der beiden amerikanischen Botschafter in Athen und Ankara bezogen sich auf das griechisch-türkische und das Zypern-Thema und spezieller die negative Haltung der USA gegenüber der Eingliederung Zyperns in die EU.

Griechenland muss tun, was auch alle anderen tun …

Wie Herr Pagkalos meinte, machte der griechische Geheimdienst (EYP) mit den ihr damals zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zwei Festnetztelefone ausfindig – „und deshalb lobe ich sie“ – und hörte die beiden Botschafter der USA ab. Zu jener Zeit war das Dilemma gestellt worden, ob Zypern der EU beitritt oder zuerst die Türkei und danach Zypern, wobei die USA die zweite Version unterstützten, erklärte er.

Das von den amerikanischen Behörden vorgebrachte Argument „wir tun, was alle tun“ stützend, betonte Theodoros Pagkalos, nicht die Ansicht zu adoptieren, Griechenland müsse immer Opfer sein, sondern „Griechenland muss tun, was alle anderen auch tun, wenn und wo es dies vermag. Außerdem war ‚wir tun, was alle tun‘ auch der Kommentar des russischen Außenministers Sergei Lawrow auf eine einschlägige Frage„, merkte Herr Pagkalos an.

Zusätzlich fragte sich Herr Pagkalos, warum in der Auseinandersetzung zwischen Amerikanern und Deutschen über die NSA-Abhörungen „wir Partei für Merkel ergreifen müssen?“ und fügte an: „In sehr schwierigen Situationen unterstützten uns die USA, während wir auf der anderen Seite die bekannte Lage haben. Warum sollen wir die Völker gemäß ihrer Hierarchie hassen?

Was die Umstände betrifft, unter denen er zu der Enthüllung schritt, betonte der ehemalige Außenminister: „In der Presse ist darüber auch in der Vergangenheit diskutiert worden. Niemand hat es dementiert“ und fragte sich: „Was schadet es uns? Die Amerikaner haben den Premierminister abgehört und wir haben sie wegen ihrer Kampagne gegen Zypern abgehört. Warum soll Griechenland immer Opfer sein? Warum soll Griechenland immer Prügel beziehen? Warum soll es keine Initiativen ergreifen? Warum dieses Elend, diese Misere und diese bürgerliche Verklemmtheit?

Bezüglich der an ihm geübten Kritik unterstrich Herr Pagkalos, „die boshaftesten und unmoralischsten Attacken“ zu seinen Lasten erfolgten von der PASOK-Partei, und betonte wiederum, er fühle sich „in einem Raum gehasst, dem ich anzugehören dachte„.

Strafanzeige gegen Theodoros Pagkalos

Die Staatsanwaltschaft des Landgerichts hat derweilen wegen der Äußerungen des ehemaligen Außenministers über die Abhörung amerikanischer Botschafter die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens angeordnet, nachdem bezüglich des Themas der Athener Rechtsanwalt Agis Tatsis Strafanzeige gegen Theodoros Pagkalos erstattet hat.

Der Anwalt verlangt mit seiner bei dem Polizeirevier im Stadtteil Papagou erstatteten Anzeige die strafrechtliche Verfolgung des Herrn Pagkalos wegen Straftaten schwerverbrecherischen Charakters, wie Heraufbeschwörung von Vergeltungsmaßnahmen gegen das Land, Verletzung von Staatsgeheimnissen u. a.

Agis Tatsis, der im Rahmen der gerichtlichen Untersuchung als erster zur Aussage vorgeladen werden wird, betont in seiner Anzeige, die Behauptungen des ehemaligen Ministers stellen eine Straftat dar, gleich ob sie wahr sind oder nicht.

(Quelle: in.gr, in.gr)

Relevante Beiträge:

Kommentare sind geschlossen