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Rückwirkende Steuerprüfung für Immobilienkäufer in Griechenland?

19. November 2013 / Aufrufe: 753

Pressemeldungen in Griechenland zufolge soll das Finanzministerium rückwirkend ab 2001 die Überprüfung steuerlich auffälliger Immobiliengeschäfte planen.

Tausende Immobilieneigentümern, die einen Kredit aufnahmen, um ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, im Vertrag jedoch – wie im übrigen alle – den „objektorientiert festgesetzten“ Wert und nicht den tatsächlich bezahlten Preis angeführt haben, laufen laut der Zeitung „Ependytis“ nun  in Gefahr, dem Finanzamt ins Netz zu gehen.

Wie es in dem einschlägigen Artikel lautet, beginnt das griechische Finanzministerium eine Recherche, die in einer ersten Phase das Ziel hat, mit der Überprüfung von 180.000 Immobilien die Tricks der großen Baufirmen während der letzten Jahre ans Licht zu bringen, damit rückwirkend die entgangenen Steuern beigetrieben und die über diesen Weg geflossenen Schwarzgelder kontrolliert werden.

Der Vollständigkeit halber ist jedenfalls anzumerken, dass von Seite des Finanzministeriums in einer inzwischen ergangenen Bekanntmachung die Pressemeldungen, in denen von einer ab 2001 rückwirkenden Kontrolle und Besteuerung von Immobiliengeschäften die Rede ist, als „völlig gegenstandslos“ charakterisiert worden sind.

Differenzen zwischen Vertragswerten und realen Immobilienpreisen

Laut der in Rede stehenden Reportage wird die Überprüfung sich auf Übereignungen und Immobiliengeschäfte ab 2001 beziehen, was schätzungsweise 800.000 bis 900.000 Haushalte treffen wird, die in den letzten 10 Jahren ein Haus / eine Wohnung gekauft und dafür einen Bankkredit aufgenommen haben.

Jedenfalls zielt die Recherche darauf ab, die großen Tricks zu enthüllen, die auf dem Sektor des Immobilienwesens inszeniert wurden, und beginnt mit der Untersuchung der 182.000 Immobilien, die in der Krise die Besitzer wechselten. Laut dem Artikel haben die Prüfer die Anweisung erhalten, alle Kaufverträge für diese Immobilien „auszugraben“, damit festgestellt wird, ob es sich um fiktive oder reale Verträge handelt. Schätzungen zufolge ist in vielen dieser Verträge der angeführte Kaufpreis der Immobilie um dutzende Millionen niedriger als der tatsächliche Preis.

Es handelt sich um einen Trick, dessen sich die „Schlauberger“ auf dem Immobilienmarkt (Hersteller, Bauunternehmer und Großeigentümer) bedienen, die persönliche Einkommen oder Gewinne aus ihren Unternehmen verbergen und ihre steuerlichen Spuren verwischen wollen.

Gegenüberstellung von Kreditsummen und deklarierten Kaufpreisen

Laut den selben Quellen hat das Finanzministerium von den Handelsbanken verlangt, die vollständigen Daten aller Kunden herauszugeben, die ab 2001 und nachfolgend Kredite für den Kauf einer Immobilie erhalten haben, damit gründlich ihre Transaktionen geprüft werden, die in einigen Jahren (sprich nach Ablauf von 15 Jahren) zu verjähren drohen. Das Prozedere wird folgendermaßen beschrieben:

  • Die Banken werden in elektronischer Form die Angaben zu den Krediten zusammentragen und übermitteln, die sie an Baufirmen, aber auch an Privatleute zum Kauf von Immobilien vergeben haben.
  • Aus der Auswertung des elektronischen Archivs werden die Transaktionen für jede Steuernummer des Käufers – Verkäufers und das Datum der Transaktion hervorgehen.
  • Es wird ein elektronischer Abgleich mit den Daten der Finanzämter folgen, damit festgestellt wird, wann jeder Steuerpflichtige den Kauf oder Verkauf einer Immobilie deklariert hat und welcher Preis deklariert wurde.
  • Aus der Gegenüberstellung wird sich zeigen, in welchen Fällen der Kredit erheblich höher lag als der Kaufpreis auf Basis des Vertrags, damit die „dicksten“ ausgewählt werden.
  • Bei großen Abweichungen wird die Öffnung der Bankkonten des Kreditnehmers – Käufers verlangt werden.

Es sei angemerkt, dass Berechnungen zufolge in den 10 Jahren 2001 – 2010 ungefähr 800.000 – 900.000 Häuser / Wohnungen gekauft wurden. Mit der Krise änderten die Gegebenheiten sich jedoch sehr. Beispielsweise wurden 2009 – im ersten Jahr der Krise – 140.000 Häuser gekauft, im vergangenen Jahr (2012) dagegen gerade einmal 29.584. In diesem Jahr sind es bisher nicht mehr als 4.976.

Mit dem in Rede stehenden Vorhaben wird im Finanzministerium versucht werden, das im Memorandum bezüglich der Immobilien-Einheitssteuer vorgesehene Einnahmeziel von 2,9 Mrd. Euro für das Jahr 2014 zu erreichen.

(Quelle: Zougla.gr, Naftemporiki)

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