Kritik an Bekämpfung der Steuerhinterziehung in Griechenland

1. November 2013 / Aktualisiert: 02. September 2015 / Aufrufe: 1.062

In einem Artikel der New York Times wird die Bekämpfung der Steuerhinterziehung in Griechenland kritisiert, die offensichtlich mehr Wut als Geld einbringt.

Die New York Times (NYT) betont das „Fehlen eines sichtbaren Vorgehens“ in Griechenland zur Bekämpfung der großen Steuerhinterziehung und bezieht sich auf die Enthüllung der Eleftherotypia über die Weiterleitung der sich auf die Lagarde-Liste und andere signifikante Fälle von der SDOE an die DOY, welcher Zug praktisch zur Einstellung der weiteren Ermittlungen in diesen unkontrollierten Steuersachen führt.

In einem Artikel mit dem Titel „Die aggressive Bekämpfung der Steuerhinterziehung scheint mehr Wut als Gelder einzubringen“ kommentiert die New Yorks Times, dass die Maßnahmen zur Beitreibung der Steuern speziell in Bezug auf die Besteuerung der Reichen nichts eingebracht haben.

Innerhalb von 2 Jahren wurden 22 Steuergesetze verabschiedet

Die NYT bezieht sich auf einen neulich veröffentlichten enthüllenden Artikel der Eleftherotypia und die Erklärung eines Spitzenfunktionärs des Finanzministeriums gegenüber der „E“, dass „auf jeden Fall eine rote Linie in den Fällen der Steuerhinterziehung gezogen werden muss, die sich auf die Vergangenheit beziehen, und wir uns mit den neuen Fällen zu beschäftigen haben. All diese Listen haben während der ganzen Zeit keine Ergebnisse gebracht und werden auch keine bringen.

In dem Artikel wird ausführlich auf die Entwicklungen im Fall der Lagarde-Liste eingegangen und betont, dass gegen keine der Personen der strittigen Liste Anklagen erhoben worden sind, obwohl laut Amtsträgern 150 Kontrollen im Gang sind.

Die amerikanische Zeitung kommentiert, dass Griechenland, wenn es seine Finanzen in Ordnung bringen und den Haushalt harter Austerität abwenden will, bessere Arbeit bei der Eintreibung von Steuern leisten muss. Es wird angemerkt, Volkswirtschaftler haben seit Jahren betont, dass die auf breiter Basis erfolgende Steuerhinterziehung eins der ernsthaftesten Probleme Griechenlands ist und der Regierung die unmittelbar benötigten Gelder vorenthält. Innerhalb von zwei Jahren wurden 22 neue Steuergesetze verabschiedet, ohne dass jedoch entsprechende Resultate existieren, kommentiert die Ney York Times weiter. Sie vergisst sogar auch nicht die Ankündigungen der Regierung bei Ausbruch der Krise in Griechenland bezüglich einer entschlossenen Bekämpfung der Steuerhinterziehung.

Die New York Times berichtet auch über den Vorfall im vergangenen August in Archanes auf Kreta, als Gäste einer Taverne sich dort zur Durchführung einer Kontrolle eingefundene Amtsträger des SDOE in die Flucht trieben, und gibt die dadurch hervorgerufene Wut wieder, dass die Kontrollen wegen Steuerhinterziehung in kleinen Unternehmen intensiviert werden anstatt die Reichen ins Visier der Steuerkontrollen zu nehmen. „Was haben die Kontrolleure des SDOE hier gewollt? Warum jagen sie nicht den großen Fisch?„, fragt ein griechischer Restaurantbesitzer, auf den sich die New York Times beruft.

(Quellen: Eleftherotypia, New York Times)

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  1. Panhellene
    2. November 2013, 12:00 | #1

    Gegen die reichen und einflußreichen Steuerhinterzieher kann die Politik nicht vorgehen, weil viele Politiker selbst mit den Betrügern unter einer Decke stecken. Für diese korrupten Staatsvertreter besteht die Gefahr, bloßgestellt zu werden.

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