Griechenland will Markthindernisse beseitigen

30. November 2013 / Aktualisiert: 01. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.014

Änderungen bei Milch, Brot und anderen Produkten in Griechenland sollen sich zugunsten der Konsumenten mit jährlich über 5 Milliarden Euro niederschlagen.

Mit jährlich 5,2 Mrd. Euro werden die Konsumenten von der Aufhebung der 66 von insgesamt 329 Hindernissen profitieren, welche der OECD in seinem Bericht über den Wettbewerb auf vier Sektoren der griechischen Wirtschaft ausfindig gemacht hat.

Die Studie, die 900.000 Euro kostete, wurde von dem griechischen Entwicklungsminister Kostis Chatzidakis und dem Generalsekretär der OECD, Angel Gurría, präsentiert und bezieht sich auf die Erfassung von Bestimmungen, welche den Wettbewerb im Einzelhandel, bei der Lebensmittelverarbeitung, im Tourismus und bei Baumaterialien behindern.

Minister will in 2 Monaten 80% der Empfehlungen umsetzen

Im Rahmen seiner Erklärungen betonte Angel Gurría die Notwendigkeit des Voranschreitens der Reformen in der Wirtschaft, sprach von „bemerkenswerten Bemühungen“ der griechischen Wirtschaft und schätzte ein, im kommenden Jahr werde es um diese Zeit Wachstum geben, das sich bis Ende 2015 fortsetzen wird.

Entwicklungsminister Kostis Chatzidakis merkte an, innerhalb der beiden kommenden Monate 80% der von der OECD vorgelegten Empfehlungen gesetzlich umsetzen zu werden. Der Minister setzte als Prioritäten die Änderungen bei acht Produkten und Branchen:

  1. Bei pasteurisierter Frischmilch, bei der – wie er sagte – nur in Griechenland die pasteurisierte Milch mit einer Haltbarkeit von fünf Tagen als frisch gilt. Wie der Minister meinte, wird er zu Änderungen schreiten, die den Konsumenten eine Fülle von Auswahlmöglichkeiten geben werden. Praktisch soll die Verpflichtung der Haltbarkeitszeit von fünf Tagen abgeschafft werden, die fortan die Unternehmen selbst bestimmen werden.
  2. Bei Brot, das laut dem Entwicklungsminister fortan nach Gewicht, jedoch in vorbestimmten Gewichtsklassen verkauft werden soll.
  3. Bei Waschmitteln, für welche die Verpflichtung zu ihrer Deklaration bei dem Import der Produkte abgeschafft werden wird.
  4. Bei den neuen Büchern sollen fortan Nachlässe von mehr als 10% auf den Preis gestattet werden.
  5. Bei den nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten wird ihr Verkauf auch in den Supermärkten gestattet werden – obwohl Herr Chatzidakis erklärte, dass diese Produkte per Beschluss des Gesundheitsministeriums bestimmt werden. Herr Gurría verwies jedenfalls auf Fälle anderer Länder, in denen die Supermärkte Medikamente verkaufen und ebenfalls über eigene Apotheken für die Ausführung von Rezepten verfügen, während die Ketten auch Hausmarken-Präparate herstellen.
  6. Bei dem Zement werden Verpflichtungen wie beispielsweise die Kapazität der Silos abgeschafft werden.
  7. Im Textil- und Schuhhandel bestehen Beschränkungen, wie das Rabatt-Verbot für Lagerbestands- und Restposten-Abverkäufe („Outlets“).
  8. Bei den Hotels, wo es Beschränkungen bei den Nutzungen gibt.

(Quelle: Imerisia.gr)

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  1. Götterbote
    30. November 2013, 19:02 | #1

    Und wird das auch der griechischen Wirtschaft helfen oder eher wieder den ausländischen Konzernen?

  2. Athanasios Papapostolou
    30. November 2013, 23:36 | #2

    Der griechische Markt ist dermaßen fragmentiert und überreguliert, dass wirklich jede Liberalisierung dem Land spürbar gut tun wird. Das lähmt das Land seit vielen Jahrzehnten. Griechen waren 2000 Jahre lang gute Händler. Sie stiegen auf Schiffe, verkauften Waren, gründeten Netzwerke und erarbeiteten sich Wohlstand. Sie sollten sich zurückbesinnen, aufhören zu jammern und nicht die Schuld anderen zuschieben.

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