Griechenland ist EU-Champion bei Immobiliensteuern

17. November 2013 / Aktualisiert: 30. Mai 2018 / Aufrufe: 1.585

Laut dem Internationalen Verband der Immobilieneigentümer hat Griechenland die höchste Immobilienbesteuerung in ganz Europa.

Die hauptsächlichen Schlussfolgerungen einer einschlägigen Untersuchung waren, dass die Vermietung von Immobilien in Europa und spezieller im europäischen Süden sich zu einer besonders riskanten und unrentablen wirtschaftlichen Aktivität entwickelt hat.

Griechenland wiederum ist das einzige europäische Land, in dem in den letzten Jahren auf die Immobilien gleichzeitig sowohl eine jährliche Vermögenssteuer (FAP) in Höhe von bis zu 2% im Jahr als auch eine jährliche Sondersteuer auf elektrifizierte Flächen (EETIDE – EETA) und eine jährliche Kommunalsteuer (TAP) in Höhe von 0,025% – 0,035% erhoben wird, ohne auch die übrigen Gemeindesteuern mitzurechnen, die von den OTA frei festgesetzt werden. (Anmerkung: Bemessungsbasis ist der nach dem System der sogenannten objektorientierten Wertbestimmung festgesetzten Immobilienwert.)

Vermietung von Immobilien ist riskant und unrentabel geworden

Die Ergebnisse der in Rede stehenden Untersuchung zum Thema „Eigentum und Vermietung von Immobilien in Europa“ präsentierte Stratos Paradias, Präsident des Internationalen Immobilienbesitzer-Verbands (UIPI), bei einer offiziellen Veranstaltung im Europa-Parlament. Laut der Untersuchung ist Griechenland Champion bei den Steuern zu Lasten der Immobilienbesitzer, während auch all jene Eigentümer vielen Problemen begegnen, die Immobilien vermieten.

Die Hauptfolgerungen der Untersuchung war, dass die Vermietung von Immobilien in Europa und spezieller im Süden sich aus vielen Gründen zu einer besonders riskanten und unrentablen wirtschaftlichen Aktivität entwickelt hat, von denen einige mit der wirtschaftlichen Krise zusammenhängen, wie die Schwierigkeit, solvente Mieter oder Kaufinteressen zu finden, die Vervielfachung der jährlichen steuerlichen Verpflichtungen der Eigentümer sowie auch die kontinuierliche Zunahme der Voraussetzungen und Vorschriften für Mietimmobilien durch europäische Verordnungen und Empfehlungen.

Bezüglich der gewerblichen Vermietungen wurde berichtet, dass in Griechenland die Gesetzgebung die längste (sechzehnjährige) Schutzzeit der Mieter gewerblicher Objekte sogar auch dann vorsieht, wenn die zwischen den beiden Seiten im Vertrag vereinbarte Dauer geringer ist. Die Mieter sind dagegen nur verpflichtet, ein Jahr in der Immobilie zu verbleiben, auch wenn sie für einen beliebigen längeren Zeitraum unterschrieben haben.

Bei der Immobilientransaktionssteuer bzw. Grunderwerbsteuer (FMA) hat nach Belgien (12,50%) Griechenland den zweithöchsten Steuersatz (10%), während der Satz der Steuer sich im europäischen Durchschnitt bei ungefähr 4% bewegt. Was wiederum das Bauen betrifft, weist Griechenland ein außerordentlich komplexes und zeitraubendes Städtebausystem auf, das die Planung und Errichtung von Gebäuden besonders schwierig macht.

Weiter merkt die Untersuchung an, dass der Sektor der Vermietung privater Immobilien eine kritische Rolle in der Wirtschaft spielt und die Immobilienvermieter eine Aktivität ausüben, die einem signifikanten Teil der europäischen Bürger Unterkunft bietet. Die Regierungen und europäischen Institutionen müssen die sie betreffenden gesetzlichen und steuerlichen Systeme sorgfältig gestalten, damit die Eigentümer nicht mit übertriebenen Lasten konfrontiert werden, die den Mietmarkt daran hindern werden, seine signifikante soziale Rolle zu spielen, endet die Untersuchung.

(Quelle: Voria.gr)

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  1. Xenya
    27. April 2014, 07:31 | #1

    Solange Immobilienbesitzer nicht wie in Deutschland, als eine GbR laufen koennen, und ihre Ausgaben von der Steuer absetzen koennen, solange wird man in Griechenland auch keine Steuern fuer Ausgaben von Mietshaeusern (Renovierungs- und Instandhaltungskosten) einnehmen.Solange es solche Gesetze in Griechenland gibt, solange wird niemand seine Handwerkerkosten beim Staat anmelden.Solange ein Darlehen nicht auch wie in Deutschland steuerlich absetzbar ist, solange wird man alles schwarz weiterlaufen lassen. Armes Griechenland, mit solch unhumanen Steuergesetzen!!!

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