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Dramatische Zustände im Gesundheitswesen in Griechenland

10. November 2013 / Aktualisiert: 27. August 2015 / Aufrufe: 2.042

Fotos zeigen in dem größten Krankenhaus in Griechenland wie Vieh zusammengepferchte Patienten, während der Gesundheitsminister behauptet, alles sei in Ordnung.

Die Enthüllungen über die Behandlungsumstände in dem größten Krankenhaus des Griechenlands, dem „Evangelismos“ in Athen, nehmen kein Ende. Gesundheitsminister Adonis Georgiadis mag die Fachärzte – welche die Enthüllungen in Gang setzten – beschuldigen, das Nationale Gesundheitssystem (ESY) zu verleumden, die neuen Foto-Dokumente zeigen jedoch erneut die tragische drittweltliche Realität. Aufzeigend ist das neue Bild, das Fachpersonal des Krankenhauses aufnahmen und 8 Patienten in einem Krankenzimmer des 8. Stocks der 5. pathologischen Klinik am Sonntagmorgen (03.11.2013) zeigt.

Reaktion auf Immobiliensteuer-Bescheid für Spielhaus in Griechenland
Krankenzimmer der Pathologischen Klinik im Krankenhaus „Evangelismos“, 03.11.2013
Quelle: Verband der Fachärzte des Allgemeinen Krankenhauses „Evangelismos“

Betten wurden von den Fluren in die Zimmer gepfercht

Diesmal verewigten die Fotografien in Krankenzimmern zusammengepferchte Betten, was zeigt, dass die Zuständigen versuchten, die Notbetten von den Fluren … verschwinden zu lassen. Die Patienten-Sardinen werden fortan aufeinandergestapelt und innerhalb der Zimmer behandelt. Bis zu 10 Betten mit Patienten werden in einem wenige Quadratmeter messenden Zimmer zusammengepfercht. Persönlicher Raum … ein halber Meter, während sie sich auch die selbe Toilette teilen.

Üblicherweise sind in einem solchen Zimmer 10 Patienten„, erklärt Nikitas Nanidis vom Verband der Fachärzte des „Evangelismos“. Und das Thema ist, dass die Verantwortlichen gemäß der üblichen Taktik versuchen, das Thema nach dem seit der vergangenen Woche erregten Aufsehen unter den Teppich zu kehren. „Es wurde eine außerordentliche Anweisung erteilt, sogar auch die schweren Fälle, die sich in der Nähe der behandelnden Ärzte befinden müssen, in ein wo auch immer befindliches leeres Betten zu verlegen„, ergänzt Herr Nanidis und enthüllt die Panik, welche die Zuständigen beherrscht.

Natürlich sind weder die Patienten noch die Betten … unsichtbar, da jeder auf den Fluren des Krankenhauses Vorbeigehende sehen kann, wie sie alle zusammen direkt nebeneinander in einem wenige Quadratmeter messenden Raum liegen. Die Lage wird noch schlimmer, wenn sich an Seite der Kranken die Verwandten befinden, womit auch die Atmosphäre erstickend wird.

Notbetten auf den Fluren sind ein dauerhaftes Accessoire

Dramatisch verbleibt jedoch auch die Situation in der psychiatrischen Klinik, wo die Notbetten inzwischen ein dauerhaftes … Accessoire der Etage sind. Eine weitere Momentaufnahme von Sonntagabend (03.11.2013) zeigt eindeutig die herrschenden Umstände. Notbetten auf beiden Seiten des Flures machen den Durchgang fast unmöglich, da jedes Bett einen „Verkehrsstau“ bei den Patienten verursachen kann.

Reaktion auf Immobiliensteuer-Bescheid für Spielhaus in Griechenland
Notbetten in der Psychologischen Klinik im Krankenhaus „Evangelismos“, 03.11.2013
Quelle: Verband der Fachärzte des Allgemeinen Krankenhauses „Evangelismos“

Außerdem hat die Klinik eine Kapazität von 20 Betten, die Anzahl der Patienten liegt jedoch üblicherweise bei 35 bis 50. Und es ist leicht, sich die herrschende Lage vorzustellen, wenn man einbezieht, dass in der psychiatrischen Klinik Patienten behandelt werden, die Verhaltensstörungen und Wahrnehmungsstörungen aufweisen, eine zerrüttet Wahrnehmung der Realität haben.

Adonis Georgiadis beharrt jedoch trotz der beharrlichen Appelle speziell der Fachärzte des Krankenhauses darauf, es handele sich einfach nur um Verleumdungen. Bezeichnend ist die Antwort, die er mittels des sozialen Netzwerks Twitter dem Verband der Fachärzte gab: „Im ‚Evangelismos‘ ist alles bestens. Trotz der Verleumdungen, die Sie ihm anhängen„, befand der Gesundheitsminister, als die Mitglieder des Ärzteverbands ihn aufforderten, die Wartezeiten (in der Notaufnahme) im Krankenhaus zu prüfen.

Dem privaten Sektor wird Kundschaft zugeschustert

Die Beschäftigten des Krankenhauses „Evangelismos“ besuchte derweilen der Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) nach den Attacken des Adonis Georgiadis gegen die Gewerkschaftler, aber auch den Enthüllungen über das Krankenhaus. Herr Koutsoumpas betonte, bei allen Arbeitnehmern müssen die Alarmglocken schrillen, weil diese Themen sie selbst betreffen, und unterstrich, es werde erneut das selbe Szenarium aufgebaut, wenn es um die Ergreifung neuer Maßnahmen geht, also „wir erneut von dem Druck der Troika hören und der volksfeindliche Angriff stürmisch weitergeht„.

Ebenfalls charakterisierte er die Versprechungen des Gesundheitsministers bezüglich einer Stärkung der öffentlichen Gesundheitsstrukturen als „leeres Geschwätz“ und fügte an, die Umstrukturierungen auch auf dem in Rede stehenden Sektor seien seit Jahren beschlossen, während speziell bezüglich des Gesundheitswesens das Ziel die Privatisierung der Strukturen ist, da mittels der Abwertung der öffentlichen Strukturen „geplant Kundschaft an den privaten Sektor geschickt wird„.

Der Generalsekretär der KKE prangerte die – wie er anführte – gegen die Gewerkschaftler und Beschäftigten auf dem Gesundheitssektor gerichteten „niederträchtigen“ Angriffe an, die auf die Emotionalität abzielen, da ein verzweifelter Mensch in einem düsteren Klima den Arzt oder das Pflegepersonal leicht als seinen Feind betrachtet.

Private Firmen mit goldenen Löffeln im armen ESY

Zu einer Stunde, wo das Personal in den öffentlichen Krankenhäusern aus – wie von der Führung des Gesundheitsministeriums behauptet – Gründen der … Sparsamkeit suspendiert wird, sahnen im Nationalen Gesundheitssystem (ESY) private Firmen ab und speisen mit … goldenen Löffeln, indem sie Dienstleistungen erbringen, welche das eigene Personal der Krankenhäuser übernehmen könnte.

Der Verband der Beschäftigten des Krankenhauses „A. Syggros“ meldet einen solchen charakteristischen Fall, in dem das Krankenhaus „für 4 Servierkräfte einen mehr als doppelt so hohen Betrag von jährlich 130.000 Euro“ in dem Moment zahlt, wo es für weniger als das halbe Geld das entsprechende Personal dauerhaft hätte einstellen können. Die Beschäftigten sprechen von einem Skandal, da sie unterstreichen, die Sache vor mehr als zwei Monaten den Gesundheitsministerium gemeldet zu haben, jedoch „der Skandal bis heute weitergeht„.

Das Personal wendet sich ein einem besonders harten Ton gegen Gesundheitsminister Adonis Georgiadis und merkt charakteristisch an: „Diejenigen, die bezüglich der Transparenz und die Sparsamkeit in den Krankenhäusern lamentieren, schließen vor der Vergeudung der Gelder des Volkes die Augen, damit private Firmen großzügig honoriert werden. Im übrigen fordert der redselige Minister Herr Georgiadis angeblich, in den Krankenhäusern aufzuräumen und kreuzt häufig mit Gewerkschaftlern des Gesundheitswesens das Schwert zu Gunsten der privaten Initiative auf dem Gesundheitssektor mit dem Hauptargument, dies sei weniger kostspielig. Die Fakten und die absoluten Zahlen strafen ihn jedoch auf nachdrücklichste Weise Lügen.

(Quelle: Eleftherotypia)

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  1. juls
    10. November 2013, 09:47 | #1

    Das sind alles Zustaende, die schreien zum Himmel, aber niemand erhoert diese Schreie. Diese Zustaende sind einfach nicht mehr tragbar … und was passiert, es werden neue Sparauflagen diktiert und weiter geht es. Was man hier mit Griechenland macht ist menschenunwuerdig, alles laeuft darauf aus, entweder du hast das Geld und gehst in ein Privatkrankenhaus oder Du hast es nicht, dann hast du aber verdammt schlechte Karten! Man darf in Griechenland nicht alt, krank und schwach sein, dann ist der Untergang vorprogramiert! Kalinichta Ellada! Denn wenn man jung und stark ist hat man ja zur Zeit noch die Moeglichkeit, zu laufen – aber wie lange noch?
    Ich wuerde sagen, hier wird ein ganzes Volk ausgehungert. Wie lange will da Europa noch zusehen?

  2. Konstantinos
    12. November 2013, 14:11 | #2

    Leider habe ich selbst schon viel schlimmere Zustände in den Krankenhäusern erlebt. Überbelegung ist da eigentlich an der Tagesordnung. Dazu kommen noch total veralterte Betten und Räume. Krankenschwestern die nur morgens und abends was machen und ansonsten Kaffee trinken oder sonstwas machen. Die Patienten dort sind schon fast sich selbst überlassen und wenn dort kein Angehöriger ist der sie pflegt oder eine teuer bezahlte Pflegekraft eingestellt werden würde, würden die meisten Menschen in den Krankenhäusern schlicht weg verdrecksen. Personal was durch Beziehungen eingestellt wurde und noch nie dort arbeiten war ist auch kein Seltenheitsfall. Das zieht sich durch fast alle öffentlichen Einrichtungen in Griechenland.
    Schon vor Jahren, war es absehbar, daß die Städtischen Krankenhäuser zugunsten von Privatkliniken runtergefahren werden sollten. Da der Gesundheitsminister so was deckt und die angreift, die die Wahrheit publik mache, denke ich mir mal, das von den Privatkliniken schöne Geschenke erhält. Die Zustände in den Krankenhäusern sind wirklich ein Grauen. Der Patient selbst, muß für seine eigene Pflegekraft einstellen und diese privat bezahlen. Glaube 2 oder 3 Tage werden im Monat von der IKA übernommen. Das ganze Gesundheitssystem in Griechenland ist so schlecht, daß wir hier von Drittlandszuständen reden können. Wobei es dort in privaten Kliniken alles gibt was man sich nur wünschen kann, vorausgesetzt man hat das Geld um sowas in Anspruch nehmen zu können.

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