Satzung der nazistischen Chrysi Avgi in Griechenland

1. Oktober 2013 / Aktualisiert: 02. Oktober 2013 / Aufrufe: 1.480

Die Satzung der Organisation Chrysi Avgi offenbart eine militärische Hierarchie nach dem nazistischen Führerprinzip, in der über alles der höchste Führer entscheidet.

Die Satzung ist in roter Farbe mit dem Emblem der Organisation Chrysi Avgi abgestempelt: Es ist das Runensymbol der Wolfsangel, das die 4. Panzerdivision der SS führte – also jene, die für die Massaker in Klisoura und Distomo verantwortlich ist.

Die Stufen der Führungshierarchie in aufsteigender Rangfolge sind: Φαλαγγίτης, Λοχίτης, Πυρηνάρχης, Ομαδάρχης, Τομεάρχης, Φαλαγγάρχης (in etwa vergleichbar zu Rottenführer, Kameradschaftsführer, Scharführer, Stammführer, Gebietsführer, Stabsführer). Es ist klar, dass die „leitende“ Hierarchie sich mit der von der Aktivität des Völkischen Bunds geforderten militärischen Struktur deckt, während die „organisatorische“ Hierarchie sich auf die simplen propagandistischen Aktivitäten der Organisation bezieht.

Wir, die griechischen Nationalsozialisten der Chrysi Avgi, bleiben in Erweckung unserer Verantwortung und Pflicht über das allgemeine Maß hinaus dem einzigen von dem Verfall der Zeiten unverdorbenen und unerschütterlichen Prinzip – dem Führerprinzip – treu.

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass es sich laut der Chrysi Avgi bei der in Rede stehende Satzung nicht um die beim Areopag hinterlegte Satzung der Partei handelt.

Charakter der Organisation der Chrysi Avgi

Die grundsätzliche Frage, die derzeit die gerichtlichen Behörden beschäftigt, ist der genaue Charakter der Organisation der Chrysi Avgi. Während es eine Vielzahl krimineller Aktivitäten gibt, in welche die Rollkommandos der Organisation verwickelt sind, versucht die Führung ihre Verantwortung von sich zu weisen und sie den einfachen Mitgliedern anzulasten.

Eine Antwort auf diese Frage gibt die selbige Satzung der Chrysi Avgi. Es handelt sich um ein reales Dokument, aus dem sowohl die militärische Hierarchie der Organisation als auch die Tatsache hervorgeht, dass alle Entscheidungen von einer streng zentralistischen Formation getroffen werden, an deren Spitze der Führer selbst, also Nikos Michaloliakos steht.

Es geht um ein internes, in einem kleinen Format vervielfältigtes Dokument. Aufgesetzt worden ist es 1987. Die Satzung ist in roter Farbe mit dem Emblem der Organisation abgestempelt. Es ist das Runensymbol der Wolfsangel, das die 4. Panzerdivision der SS führte – jene, die für die Massaker in Klisoura und Distomo verantwortlich ist.

Die beiden „Beine“

Die Satzung differenziert zwischen den beiden Zweigen der Organisation. Auf der einen Seite gibt es die Chrysi Avgi als Bewegung „für die Erforschung und die Aussichten der europäischen kulturellen Schöpfung […] unter dem Prisma der Weltanschauung und der Lebenstheorie des Nationalsozialismus„. Auf der anderen Seite gibt es den „politischen Ausdruck“ der Organisation, also den Volksbund, der „sich in die Richtung der ideologischen Erleuchtung und der politischen Organisation der modernen griechischen Gesellschaft gemäß den Prinzipien des Nationalsozialismus betätigt und mit der Durchführung des entsprechenden politischen Kampfs beauftragt ist„.

Die Struktur der Organisation ist außerordentlich komplex, mit sechs Direktionen, die ebenfalls in Abteilungen „analog zu den bestehenden Aktivitäten“ aufgeteilt sind. Aufzeigend angeführt seien die Abteilungen für „Rassenforschung„, „Mitgliederschulung“ und „Organisation von Verteidigungszellen„. Was die Mitglieder der Organisation betrifft, werden diese einer „organisatorischen“ Hierarchie und einer „Führungshierarchie“ zugeordnet, die sich nicht decken, da die erste eine formale Hierarchie ist, während über die zweite „die kämpferische Aktivität der Chrysi Avgi gefestigt wird„. Die Führungshierarchie steht höher, weil sie in Zusammenhang „mit dem Grad der Assimilierung der nationalsozialistischen Ideologie durch jedes Mitglied sowie auch mit seinen Anstrengungen um ihre Verbreitung und Vorherrschaft“ steht.

Die Stufen der Führungshierarchie in aufsteigender Rangfolge sind: Φαλαγγίτης, Λοχίτης, Πυρηνάρχης, Ομαδάρχης, Τομεάρχης, Φαλαγγάρχης (zum Verständnis in etwa vergleichbar zu Rottenführer, Kameradschaftsführer, Scharführer, Stammführer, Gebietsführer, Stabsführer). Es ist klar, dass die „leitende“ Hierarchie sich mit der von der Aktivität des Völkischen Verbands geforderten militärischen Struktur deckt, während die „organisatorische“ Hierarchie sich auf die einfachen propagandistischen Aktivitäten der Organisation bezieht.

Die „Führungsstruktur“ ist also nicht anderes als das, was wir in der Form der Rollkommandos agieren gesehen haben.

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  1. Catalina
    1. Oktober 2013, 00:42 | #1

    Und was machen wir jetzt mit dem Wissen eines solchen Schwachsinns? Sollen wir darüber wohlmöglich diskutieren? Gott bewahre! Im Grunde sollten „diese Leute“ in einer geschlossenen Abteilung untergebracht werden!!

  2. GR-Block
    1. Oktober 2013, 23:01 | #2

    Catalina:
    Und was machen wir jetzt mit dem Wissen eines solchen Schwachsinns …

    Richtig! Diesen Schwachsinn zu kommentieren hieße, er wäre es wert. Ist er aber nicht. Dagegen ist es äußerst interessant, wie sehr deutsche Medien dieses Weltereigneis als nebensächlich darzustellen versuchen. Dabei verfolgt der Rest der Welt die Ereignisse in Athen fast genauso atemlos am Bildschirm wie damals die Nürnberger Prozesse. Der Vergleich hinkt natürlich ein wenig, denn in Athen hat die Judikative anders als in der Weimarer Republik die Zeichen der Zeit richtig gedeutet und ist aktiv geworden, ohne auf Herrn Samaras zu warten. Welch ein Präzedenzfall. Die Diktatur wird bekämpft, bevor sie „die Macht ergreift“. Und zwar, wie es sich gehört: von der Judikative. Demokratie pur. Gegen Verbrecher diskutiert man nicht, sonder handelt. Und die Exekutive macht voller Stolz mit und leitet auch gegen ihre Vorgesetzten die innere Katharsis ein. Gewaltenteilung vom Feinsten.

    Die Legislative muss sich jetzt beeilen, um nicht hinter den Ereignissen zurückzubleiben. Ja, die Richter sind sauer auf das Parlament … und beginnen mit den Säuberungen. Sie greifen die Legislative an ihrer schwächsten Stelle an. In GR sind das die Nazis. Auch deshalb hinkt der Vergleich. Wehe ein Parlamentarier schießt quer, dann werden seine Leichen im Keller ausgegraben. Und mit Grabungen kennen sich die Griechen aus, egal wie tief.

    Wo bleibt hier Europa? Kein einziges Wort von der Troika. Niemand gibt dem kleinen Land Ratschläge, wie man den Nationalsozialismus bekämpft. Versteht der französische Geheimdienst nur arabisch? Ist James Bond immer noch mit Ursulla Andres beschäftigt? Ist der BND seit dem Mauerfall blind geworden? Hat die NSA keinen Dekoder für den OTE? Pfui, Natopartner! Genau wie damals mit Zypern … you FUKG US.

    Nein, Catalina, nicht nur DIESE Partei sollte in eine geschlossene Abteilung. Da gibt es noch ganz andere unter den 300 Athenern.

  3. Catalina
    2. Oktober 2013, 01:01 | #3

    @GR-Block
    Der Vergleich hinkt natürlich ein wenig, denn in Athen hat die Judikative anders als in der Weimarer Republik die Zeichen der Zeit richtig gedeutet und ist aktiv geworden, ohne auf Herrn Samaras zu warten. Welch ein Präzedenzfall. Die Diktatur wird bekämpft, bevor sie “die Macht ergreift”. Und zwar, wie es sich gehört: von der Judikative. Demokratie pur.

    Ich bin da anderer Meinung. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Judikative erst auf Druck von Herrn Samaras aktiv geworden ist. Und Herr Samaras wiederum ist erst aktiv geworden, als ihm der Druck aus Washington zu groß wurde. Und dort entstand der Druck für Herrn Obama durch den Jüdischen Weltkongress, der in New York beheimatet ist und ohne den in der US-amerikanischen Politik gar nichts läuft, und der Jüdische Weltkongress konnte und wollte die verbalen Ausfälle der Chrysi Avgi und deren Verleugnung des Holocaust nicht länger hinnehmen und machte Druck endlich zu handeln. Politik ist globaler als man gemeinhin denkt und auch unser kleines Griechenland hat seinen Platz in der grossen Weltpolitik. Und weil Herr Samaras sich gerade in den USA aufhielt und sich nach dem in Griechenland begangenen Mord durch ein Chrsyi Avgi Mitglied an Pavlos Fyssas praktisch nirgends mehr in den USA zeigen konnte und auch die Aussicht auf irgendwelche amerikanischen Hilfsgelder gen Null tendierte, ist er ENDLICH aktiv geworden.

    Du fragst, wo bleibt Europa? Ja, auch Europa mit all seinen Organen hätte längst handeln können. Hier ein kleines Beispiel, damit man diesen Verein, die EU, so richtig versteht: Der Anführer der Chrysi Avgi, Nikos Michaloliakos ist doch mit Eleni Zaroulia verheiratet, die seit Juni 2012 auch für die Chrysi Avgi im Griech. Parlament sitzt und diese, Frau Zaroulia, man höre und staune, ist auch Mitglied in der europäischen Kommission für Gleichheit und Nicht-Diskriminierung! In einer Parlamentssitzung hat sie Immigranten als „Untermenschen“ bezeichnet, die alle Arten von Krankheiten übertragen würden. Dagegen „protestierten“ mehrere Abgeordnete des Europäischen Parlaments … und das war’s dann.
    Also was erwartest du? Ist doch alles die gleiche Clique, bezahlt mit unseren Steuergeldern! Und natürlich auf dem rechten Auge absolut blind 🙁

  4. 2. Oktober 2013, 08:54 | #4

    Wo bleibt hier Europa?
    Wozu brauchte man den Umweg über Europa? Die Instruktionen, pardon, Ratschläge an das kleine Land kamen diesmal direkt von allerhöchster Stelle ( ADL & Co), wurden weitergeleitet von den Herrn Venizelos / Samaras und vorzugsweise vor laufender Kamera getreulich ausgeführt.

    … nicht nur DIESE Partei sollte in eine geschlossene Abteilung. Da gibt es noch ganz andere unter den 300 Athenern„.
    … und nicht nur unter den 300 Athenern … aber dennoch … das wäre doch vielleicht mal ein Anfang …

    Es ist ein Schande, Gleichschaltung wie zu Zeiten der Sowjetunion! Kein Ausländer, aus welchem Land auch immer, geschweige denn Kontinent hat das geringste Recht Patrioten egal welchen Landes als Rassisten und Nazis zu beschimpfen! Um sich diesen Verleumdungen nicht auszusetzen, sollte man Europa doch gleich an Afrika oder Asien oder besser noch an alle beide anschließen und selbstverständlich eine möglichst reibungslose Islamisierung anstreben.
    Nein: Die „Rassisten“ von heute sind die Helden von morgen, falls es uns dann noch geben wird. Und nun überlasse ich es Ihnen, die klassische Frage nach dem cui bono dieser ganzen multikulturellen Farce zu stellen.

  5. Thea
    2. Oktober 2013, 12:12 | #5

    Das ist kein Schwachsinn. Das ist ein bitterer Ernst. Hier wollen die Deklassierten nach oben. Wer keine Arbeit hat, braucht Macht. Dann hat er Arbeit. An die Macht kommt er nur, wenn er die Etablierten von der Macht ausschließt und anderen die Arbeit nimmt. Wer „Dreck“ ist, ist wer, wenn er Macht ausüben kann. Was bietet sich also mehr an als eine intolerante Führerpartei? Denjenigen, der kein Essen hat, interessiert Mitmenschlichkeit nicht. Die Ideologie der Nazis bietet meist Schlechtes, aber eben auch manch „Positives“, vor allem für Leute, die aus dem System gefallen sind. Den Nationalsozialismus bekämpft man dadurch, dass man den Leuten Nahrung und Sicherheit verschafft. Man bekämpft ihn nicht durch gut gemeinte Parolen, das interessiert die Armen nicht.
    Ein deklassierter Mensch, v.a. aber ein Hungernder kennt keine Moral, das ist etwas für Satte. Die Nazis bekämpft man dadurch, dass man die Armut nicht zusätzlich verschärft, etwa durch eine falsch gesteuerte Zuwanderung oder durch unsinnige Sparmaßnahmen. Aber das Eingeständnis, dass die EU die einfachen Griechen aussaugt, tut genauso weh wie die Erkenntnis, dass multikulturelle Gesellschaften (in Griechenland ist das nicht anders) sich in radikalnationalistische Gesellschaften umwandeln können, wenn die Voraussetzungen für ihre Existenz (ein Sozialstaat z.B.) nicht gegeben sind.

    Die Seele der Griechen ist zutiefst verletzt und die Demokraten müssen viel, viel tun, um das Ansehen, das sie bei den einfachen Leuten verloren haben, wiederherzustellen!

  6. Catalina
    3. Oktober 2013, 20:06 | #6

    Darf ich fragen, warum meine Antwort auf den Beitrag von Floarea von gestern Abend nicht veröffentlicht wurde bzw. unter die Zensur fiel?

    • Team
      4. Oktober 2013, 09:43 | #7

      @Catalina
      Wir sind es einfach satt, dass eine handvoll (!) penetranter – sprich wie auch immer … „gestörter“ – Leser immer wieder versuchen, unser Blog als kostenlose Plattform zur Selbstdarstellung bzw. Substitution einer REHA zu missbrauchen!

  7. juls
    4. Oktober 2013, 14:57 | #8

    @Team
    Ich hatte Catalina im Forum In-greece dargestellt, dass doch jeder alleine beurteilen sollte / kann, was gut oder was nicht gut fuer ihn ist … genauso finde ich es in diesem Falle nicht ganz richtig, dass wir nicht mal die von Catalina geschriebene Antwort lesen koennen, dann koennen wir doch selbst entscheiden, was wir davon halten sollten … es einem vorzuenthalten, damit schaden Sie sich als Team mehr als Sie vielleicht denken … solange man die Nettikette bewahrt … oder haben wir keine freie Meinungsaeusserung?
    Ich halte im Grunde ne Menge von diesem Blog, aber damit kann ich mich nicht anfreunden, jemand den Mund zu verbieten … (und ich weiss nicht … penetrant ist auch nicht die beste Form der Nettikette) meine Meinung!

    • Team
      4. Oktober 2013, 16:51 | #9

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