Provokation und Verschwörungen in Griechenland

14. Oktober 2013 / Aktualisiert: 27. September 2014 / Aufrufe: 969

Die SYRIZA vermutet vielleicht zu Recht, die Regierung Samaras in Griechenland plane, die Linke gezielt zu provozieren, sollte dies jedoch auch mit Fakten belegen.

In einer „Geschichte für Wilde“ („Ιστορία για αγρίους“) erzählt Tzimis Panousis den Fall eines alten Linken, der ein Grundstück bei Meligalas kaufte. Er bohrte einen Brunnen, aus dem jedoch anstatt Wasser nur Blut und Konservendosen herauskamen. Ihm blieb keine andere Wahl. Er versiegelte den Brunnen und führte den Vorfall auf Provokation zurück.

Die Linke hat das immer getan. Die Provokation war ein sicherer Zufluchtsort gegenüber dem Offensichtlichen. In den meisten Fällen nicht zu Unrecht. In anderen Jahrzehnten. In der linken Theologie hat jedoch der Provokateur die Rolle des Teufels in der christlichen Theologie inne.

Verfolgung der Chrysi Avgi, um auch die Linke angreifen zu können

Die Zeitung „Avgi“ veröffentlichte einen interessanten Text, der – unter natürlichen Umständen – das Interesse der Justiz hätte erregen müssen. Und wenn das offizielle Organ der Opposition über einen Plan der Regierung zur Provokation zu Lasten der Linken schreibt, sind die Dinge besonders ernst.

Was die Zeitung behauptet? Dass im Megaro Maximou (Anmerkung: gemeint ist die Regierungszentrale) ein Plan für eine Provokation ausgeheckt werde, welche die SYRIZA und die Bewegungen der Linken praktisch zu dem Zweck mit der Justiz konfrontieren wird, sie als „außergesetzlich“ zu charakterisieren. Laut der zirkulierenden Analyse wurde der institutionelle Angriff gegen die Chrysi Avgi beschlossen, damit das System mittels der von der Theorie der beiden Extreme gelieferten Gleichstellung auch die Linke angreift.

Als Beispiel wird angeführt, wie den in Zusammenhang mit dem Anschlag in Skouries (Anmerkung: gemeint ist der Anschlag auf Anlagen der Goldminen auf Chalkidiki) überprüften Personen strafrechtlich begegnet wird (Nacht, Fackeln, Waffen, Brandstiftungen). Aus diesem Sichtwinkel hat der ökologische Aktivist ein Recht auf eine differente strafrechtliche Behandlung. Außerdem „müssen zuerst diejenigen verhaftet werden, die uns hierher gebracht haben, und danach die Reinen …“ – das haben wir gesagt. Aber dies wird die SYRIZA handhaben, wenn und sofern sie an die Macht kommt. Sie wird es vor sich finden.

Heute ist jedoch die Provokation das Thema. Und hier gibt es ein fundamentales Problem.

Parlamentarische Debatte über UFOs …

Adoptiert man die Logik der Provokation als Analysewerkzeug, gelangt man überall an und bringt alles miteinander in Verbindung. Und wenn man nach oben schaut, wird man auch die Besprühung sehen (Anmerkung: Anspielung auf die Theorie, über Griechenland würden Flugzeuge unbekannte chemische Substanzen versprühen). Dies ist natürlich sicherlich eine bequeme Wahl. Der Anschlag in Skouries könnte auf Provokation zurückgeführt werden – er ist ein idealer Fall. Ebenso auch der Mord an Fyssas – eine Provokation der Provokation, eine Initiation durch Provokationen. Am Ende wird die Glaubwürdigkeit eines ganzen Systems provoziert.

Mit Verschwörungstheorien mag Kammenos (Anmerkung: gemeint ist der Parteivorsitzende der Unabhängigen Hellenen ANEL) Politik betreiben können, die Chrysi Avgi tut es bereits. Nicht jedoch auch die Oppositionspartei. Es versteht sich, dass sie es nicht mit Engelchen zu tun haben. Die „anderen“ kontrollieren den Geheimdienst (EYP), die Kriminalpolizei, ziehen sichtbare und unsichtbare Fäden. Und der Premierminister persönlich hatte ebenfalls Spezies an seiner Seite, die bereit waren, einen obligatorischen „Cut“ vorzuschlagen, damit wir bei der neuen Einweihung von Makronisos „anständig“ sind. Er muss sie zurückpfeifen. Umgehend. Notfalls soll er sie auf den Grammos schicken, um Paintball zu spielen.

Die SYRIZA hat vielleicht nicht Unrecht, wenn sie Absichten erkennt. Aufgrund ihrer Position kann sie jedoch nicht von einem Plan sprechen, ohne Fakten vorzulegen. Und eine parlamentarische Debatte einzuberufen, ohne etwas in der Hand zu haben, ist absurd und leicht lächerlich. Als ob man eine Debatte über die UFOs verlangt. Ja, es ist logisch, dass Leben auf anderen Planeten existiert. Man muss jedoch beweisen, dass sie uns besuchen.

(Quelle: Protagon.gr, Autor: Kostas Giannakidis)

  1. Hellenisator
    19. Oktober 2013, 21:44 | #1

    Eine Verschwörung zu beweisen ist quasi unmöglich. Aber die (Beweise) braucht man auch nicht. Der gesunde Menschenverstand reicht vollkommen aus, um eine offensichtliche Verschwörung zu erkennen.

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