Nachlassbetrug in Griechenland

2. Oktober 2013 / Aufrufe: 752

In Griechenland wurde eine Bande von Betrügern ausgehoben, die sich mithilfe gefälschter Testamente die Vermögen ohne gesetzliche Erben verstorbener Personen bemächtigte.

Mehr als 20 Immobilien und einen Geldbetrag, der eine Million Euro übersteigt, ist die Beute einer kriminellen Bande, deren Mitglieder gefälschte Testamente aufsetzten und sich rechtswidrig Vermögenswerte verstorbener Personen aneigneten.

Wegen ihrer Beteiligung an der Organisation wurden sechs Personen, und zwar drei Männer – darunter auch ein Polizeibeamter – und drei Frauen verhaftet. Informationen zufolge handelt es sich um eine Familie, nämlich die 72-jährige Oma, die 57-jährige Mutter, eine 48-jährige Verwandte und die drei Enkelkinder. Parallel ist noch ein weiteres Bandenmitglied britischer Staatsangehörigkeit identifiziert und zur Fahndung ausgeschrieben worden.

Gefälschte Testamente und Falschaussagen überzeugten Gerichte

Laut der Polizei nahm die in Rede stehende Bande ihre Aktivität im Jahr 2000 auf. Ihre Mitglieder machten anfänglich Immobilien mittels der Listen ausfindig, die bei dem Amtsgerichten des Landes bezüglich der Versiegelung der Immobilien verstorbener Personen ausgehängt werden, weil keine Verwandten oder Erben vorhanden sind. Kurze Zeit später und nachdem die Immobilien von einem Amtsrichter versiegelt worden waren, drangen sie rechtswidrig in diese ein und trugen Daten in Zusammenhang mit dem mobilen und immobilen Vermögen der Verstorbenen zusammen, wie handschriftliche Notizen, Sparbücher und Daten über Schließfächern bei Banken.

Im weiteren Verlauf, nach dem Verstreichen einiger Jahre und nachdem sie sich vorher davon überzeugten, dass die Vermögensteile der verstorbenen Person nicht an gesetzliche Erben vererbt wurden, setzten sie gefälschte handschriftliche Testamente auf, laut denen die Vermögenswerte des Verstorbenen einem oder mehreren Mitgliedern der Organisation hinterlassen wurden. Die gefälschten Testamente legten sie bei Amtsgerichten des Landes (hauptsächlich in Attika) vor, und in Kombination mit anderen unwahren Beweismitteln wie Aussagen (von falschen Zeugen, Mitgliedern der Organisation) erreichten sie den Erlass von Gerichtsbeschlüssen zu ihren Gunsten und begründeten so einen Erbanspruch an dem Vermögen der Verstorbenen.

21 Immobilien und über 1 Million Euro

Aus den bisherigen Ermittlungen ist laut der Polizei festgestellt worden, dass wenigstens neunzehn gefälschte Testamente über das mobile und immobile Vermögen sechzehn verstorbener Personen errichtet wurden. Mit diesen gefälschten Testamenten brachten die Mitglieder der Organisation es fertig, sich rechtswidrig 21 Immobilien in Athen, Vyronas, Kesariani, Pagkrati, Kifisia, Alt Faliro, Ioannina und Kavala anzueignen, während zwei weitere Immobilien betreffende Fälle noch untersucht werden.

Laut der Polizei brachten die Mitglieder der Bande bewegliche Vermögenswerte an sich, die in ihrer Summe 1.126.465,81 erreichen, ohne dass der Wert der auf die Mitglieder umgeschriebenen Immobilien berücksichtigt ist, während sie parallel den griechischen Fiskus um sein gesetzliches Recht brachten, das mobile und immobile Vermögen der Verstorbenen zu beanspruchen.

Der 22-jährige Polizeibeamte, der bei einer Dienststelle in Attika Dienst tut, wurde suspendiert und zu seinen Lasten wurde eine interne Untersuchung angeordnet. Das gegen alle Verwickelten eingeleitete Strafverfahren schwerverbrecherischen Charakters umfasst ungefähr sechshundert Schriftstücke (von denen mehr als achtzig Aussagen sind), bezieht sich auf Gründung und Beteiligung an einer kriminellen Organisation, Betrug, Fälschungen und Legalisierung von Einkommen aus kriminellen Aktivitäten.

Die Verhafteten wurden dem Staatsanwalt des Strafgerichts Athen vorgeführt, der die Sache für die Hauptuntersuchung an den Untersuchungsrichter überwies, während die Ermittlungen fortgesetzt werden, damit die gesamte Bandbreite der illegalen Aktivität der kriminellen Organisation geklärt und die eventuelle Beteiligung ihrer Mitglieder auch an anderen ähnlichen Straftaten geklärt wird.

(Quelle: in.gr)

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