Illusionen der Regierung in Griechenland

12. Oktober 2013 / Aktualisiert: 18. März 2015 / Aufrufe: 968

Der aktuelle Quartalsbericht der Haushaltsstelle des Parlaments in Griechenland setzt den Illusionen der Regierung Samaras ein Ende.

Die Haushaltsstelle des griechischen Parlaments bringt mit ihrem Quartalsbericht vom 09 Oktober 2013 wieder das von dem „Königsweg“ auf den politischen Markt, was der professionelle Optimismus der Vorhuten der Regierung aus dem Fenster hinauswirft: das unüberwindliche Problem der Verschuldung.

Worin das grundsätzliche Eingeständnis besteht? Darin, dass – wie zum Ausdruck gebracht wird – die Verschuldung auch bis 2022 nicht tragbar werden wird, also – wie es lautet – als Resultat einer seitens der Regierung betriebenen hypothetischen Kombination von Wachstumsrhythmen und primären Überschüssen über viele Jahre „es nicht realistisch ist, anzunehmen, dass sie erreicht werden„.

Die Arithmetik der Verschuldung ist gegen uns …

Unter dem Titel „Die Arithmetik der Verschuldung ist gegen uns“ legen die Mitglieder der Haushaltsselle die Notwendigkeit einer Gesamtlösung für das Problem der Verschuldung dar und unterstreichen, „es ist eine Illusion, zu erwarten, dass Griechenland nach 2014 an die Märkte zurückkehren wird um zu vernünftigen Konditionen seine Refinanzierungsbedürfnisse nebst eventuellen außerordentlichen Bedürfnissen zu decken„.

Mit den unangenehmen Feststellungen des Berichts als Ausgangspunkt ist offensichtlich, dass das von der griechischen Regierung beharrlich forcierte euphorische Szenarium an dem Fehlen einer konstituierten Strategie zur Bewältigung des Problems stolpert, da festgestellt wird:

  • Die Bedienung der Verschuldung „würde unsere Wirtschaft nicht strangulieren„, unter der fundamentalen Voraussetzung, dass Griechenland mit der EU ein Investitionsprogramm vereinbaren würde, das – obwohl es das Problem nicht lösen würde – „Reize für Aufschwung und Senkung der Arbeitslosigkeit bieten“ und „das Klima ändern würde„.
  • Die wie auch immer gearteten Erleichterungen (Anmerkung der Reaktion: welche die Regierung anämisch und zaghaft verlangt) „reichen für eine endgültige Lösung des Problems nicht aus und lassen Griechenland gegenüber unvorhergesehenen Störungen in der internationalen und europäischen Wirtschaft bloßgestellt„.

Somit wird gefolgert, dass die Verschuldung „ohne einen organisierten Teilerlass weiterhin als Damokles-Schwert über der griechischen Wirtschaft schweben, die Erwartungen der wirtschaftlichen Faktoren beeinflussen und die Rückkehr an die Märkte verhindern wird„.

Und es wird nachdrücklich betont, dass aus Gründen, die auf der Pathogenese der Wirtschaft – obendrein unter Austeritäts-Bedingungen – beruhen, die zukünftige Erhaltung primärer Überschüsse auf Basis einer geschwächten Wirtschaft „fast unmöglich ist„, „trotz der offiziell verkündeten Erwartungen bezüglich eines Aufschwungs im Jahr 2014„.

(Quelle: To Pontiki)

Relevante Beiträge:

  1. Deutscher
    12. Oktober 2013, 12:26 | #1

    Griechenland ist der Beweis, ob Brüning in Weimar Recht gehabt hätte. Schließlich hat er die gleiche Politik gemacht wie heute die Griechen. Die Gläubiger werden den Griechen keinen müden Euro schenken, so wie damals die Banken und Staaten der Weimarer Republik keinen Dollar oder Pfund erließen. Also haben die Griechen nur 2 Möglichkeiten. Weiter den Gürtel enger zu schnallen, zu sparen und privatisieren und die Gläubiger füttern oder es so zu machen wie der Nachfolger Brünings und alle Schulden für null und nichtig zu erklären. So einfach kann Politik sein. Für mich stellt sich nur die Frage, was soll nach dieser jetzigen Politik der Privatisierung und Einsparung folgen, wenn es nicht mehr geht, weil alles weg ist? Werden dann die privaten Immobilien beschlagnahmt und danach alle Griechen versklavt? Fragen über Fragen, auf die die Zukunft eine Antwort findet.

  2. Hellenisator
    14. Oktober 2013, 23:21 | #2

    Sehr gut beschrieben von “Deutscher“. Es handelt sich hierbei um eine Pseudokrise, die man in der Tat, einfach mal so, für Null und Nichtig erklären könnte. Leider sind unsere sog. Politiker entweder Spione oder Vasallen des Zinsimperators, so dass sich keiner trauen wird das auch zu tun (also die sog. Schulden für nichtig zu erklären).
    Der Nachfolger Brünings hat die Zusammenhänge sehr gut verstanden und entsprechend gehandelt. Leider kann man uns kleines schwaches Hellas nicht ansatzweise mit dem Nachfolger Brünings vergleichen, wir können nicht aufmucken selbst wenn wir wollten. Jeder Widerstand (siehe Chrisi Avgi) wird sofort im Keim erstickt. Aber auch das heutige Deutschland ist nur noch ein kleiner Vasall wie wir.

  3. Adrianós
    15. Oktober 2013, 00:29 | #3

    Die Politik von „Brünings Nachfolger“ zu kopieren, kann ja wohl keine ernsthafte Alternative sein! Was jedoch dringend passieren muss, ist, dass die Neuverschuldung auf Null fährt und der Schuldenberg abgebaut wird.
    Nehmen wir mal an alle Schulden würden auf 0 resettet. Wer würde die Zeche bezahlen? Unsere Partnerländer in der EU. Der Steuerzahler nicht nur von Deutschland, sondern auch der von Spanien und Italien. Man hätte die Büchse der Pandora, dass sich ein Land bei einem anderen verschuldet und diesem dann dafür Rechenschaft schuldig ist, nie öffnen dürfen.

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