Krähen kaufen Kredite in Griechenland auf

30. September 2013 / Aktualisiert: 30. September 2017 / Aufrufe: 3.622

Spezielle Fonds hauptsächlich aus den USA belagern die Banken in Griechenland, um zu Spottpreisen sogenannte rote Kredite aufzukaufen.

Spezialisierte Fonds, hauptsächlich aus den USA, belagern in den letzten Tagen die griechischen Banken und sind darauf aus, sogenannte „rote“ (sprich leistungsgestörte) Kredite zu Spottpreisen aufzukaufen. Unter Ausnutzung der schwierigen Position der Banken und der notgedrungenen Zahlungseinstellung vieler Kreditnehmer versuchen diese ausländischen Häuser die Kreditverträge zu bekommen und selbst die Tilgung der Schuld durch die Kreditnehmer zu verfolgen.

Praktisch handelt es sich um ein Verfahren der Securitisierung / Securitisation von Krediten, das zu anderen guten Zeiten den Banken aushalf, da sie so Liquidität schöpften. Diese auf breiter Basis auf dem amerikanischen Markt befolgte Praxis bringt den „verkaufenden“ Banken, die so wie so viele der nicht bedienten Kredite abgeschrieben haben, heutzutage allerdings nur noch sehr wenig, während sie sich für die Kreditnehmer zu einer Hölle zu entwickeln droht.

Distress Funds drücken die Preise in den Keller

Charakteristisch ist, dass die in Rede stehenden Fonds die Preise der Kredite „schlachten“. Informationen zufolge werden sie bei den Banken vorstellig und bieten den Aufkauf roter Verbraucherkredite zu 10 Cent pro Euro der Kreditsumme an. Für die nicht bedienten Baukredite, Unternehmenskredite und Kredite an Hotels, die allesamt durch Sicherheiten (Hypotheken) gedeckt sind, bewegt der Preis sich bei 30 – 35 Cent.

Bezeichnend ist, dass vor der Krise und dem steilen Anstieg der Anzahl der „roten“ Kredite die selben Häuser 30 – 35 Cent für die Verbraucherkredite boten, während sie für die besicherten Kredite bis zu 60 und 65 Cent gaben.

Furcht vor den gesellschaftlichen Folgen

Die Bankiers, aber auch die Regierung zeigen sich gegenüber dem Verkauf solcher Kredite an die aggressiven Fonds jedenfalls zurückhaltend bis sogar negativ. Sie fürchten hauptsächlich die gesellschaftlichen Folgen, die es geben wird, da diese Häuser bei der Jagd nach der Beitreibung erpresserische Methoden anwenden, extrem „eindringlich“ sind und mit einem Heer von Rechtsanwälten alle Mittel nutzen.

Ihre Taktik ist außerdem bekannt. Sie üben mit der Androhung von Pfändungen Druck aus und schaffen es schließlich, ein Mehrfaches der Beträge zurückzuerhalten, die sie der Bank für den Aufkauf des Kreditvertrags zahlten.

Es sei angemerkt, dass in Griechenland die nicht bedienten Kredite insgesamt 65 Mrd. Euro übersteigen. In Verzug befinden sich 42,4% der Verbraucherkredite, 23% der Baukredite und über 27% der gewerblichen Kredite. Es geht um ungeheure Beträge, die wegen der wirtschaftlichen Krise und des Unvermögens zur Tilgung kontinuierlich anschwellen. Die Banken sind gezwungen, zu immer höheren Prognosen bezüglich unsicherer Kredite zu schreiten.

(Quelle: Imerisia.gr)

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  1. Phaidros
    1. Oktober 2013, 15:45 | #1

    Krähen ist der falsche Ausdruck, richtig muss es heißen: Aasgeier.

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