Die neue deutsche Vorherrschaft

14. September 2013 / Aktualisiert: 15. September 2013 / Aufrufe: 1.910

Deutschland führt auf eine Weise Politik, die einen glauben machen könnte, sein höchstes Ziel sei, Hass und nicht Politik zu generieren.

Wer die Wahlkampfreden in Deutschland verfolgt, kommt leicht zu der Schlussfolgerung, dass Griechenland eine (Schulden-) Kolonie ist und das Problem der deutschen Politiker darin besteht, ob sie den griechischen Auslandssklaven ein Frühstück gewähren, ob sie das Gewicht der ihnen verbliebenen bescheidenen Mahlzeit reduzieren oder ob sie weitere Kürzungen wo auch immer von ihnen für notwendig erachtet durchsetzen werden, damit den Interessen der deutschen Bürger des Kaiserreichs gedient wird …

Die neue deutsche Vorherrschaft scheint auf zwei Achsen gestützt zu sein: erstens auf die wirtschaftliche Überlegenheit und zweitens und signifikanter auf die trotzige Weigerung, ihre tragisch – kriminellen historischen Fehler zu begreifen. Stattdessen gefallen sie sich darin, strenge – deutsche … – Belehrungen zu erteilen und den unter Besatzung befindlichen Völkern unsittlich mit dem Finger zu drohen.

Historisch – politische Parameter …

Es handelt sich um ein historisches Paradox, dass ein Volk mit einer kolossalen intellektuellen Tradition sich weigert, Lehren aus seinen ebenfalls kolossalen Fehlern zu ziehen, und zwar in einem Moment, wo die Menschheit nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein bewundernswertes humanistisches Verständnis für die ehemaligen Verbrecher und Schlächter zeigte.

Manchmal scheint Deutschland sich – erneut – mit einer ungerechtfertigten Härte zu benehmen, so idiotisch wie es Politik gegen dritte Länder betreibt, wie es leicht aus dem Fall Griechenlands hervorgeht – also mit Großmäuligkeit, unverschämten Lügen, Vorurteilen und unverhülltem Rassismus. Deutschland führt auf eine Weise Politik, die einen meinen lassen könnte, sein höchstes Ziel sei, Hass und nicht Politik zu erzeugen.

Nun könnte man argumentieren, für eine vorherrschende Macht sei es legitim, einem Satelliten-Staat ihre Bedingungen aufzuzwingen. Die Weise jedoch, auf die sie dies erreicht, hat mit tieferen historisch – politischen Parametern zu tun. Und das ist es, was uns bei dem Deutschland der Frau Merkel und des Herrn Schäuble erschreckt: Die Weise, auf die sie ihre extremen liberalen Positionen aufzwingen, die Methodologie dieser fanatischen Protestanten, die verzweifelt zu versuchen scheinen, die weltweite Abscheu vor Deutschland und den Deutschen wiederauferstehen zu lassen.

All dies wäre nicht dermaßen beunruhigend, wenn es nur von einer konservativen deutschen Partei herrühren würde. Das Beunruhigende ist, dass auch das deutsche Volk in seiner Mehrheit gestattet, diese Ausübung der Strafpolitik in die Wahlkampf-Agenda aufzunehmen, auf dass derjenige die Majorität erhält, der die Griechen am meisten beschimpft und beleidigt.

(Quelle: To Pontiki, Autor: Xenofon A. Mprountzakis)

Relevante Beiträge:

  1. BravoZulu
    15. September 2013, 01:51 | #1

    Ich habe selten so einen Blödsinn gelesen.

  2. windjob
    15. September 2013, 07:59 | #2

    Ich habe schon lange keinen so grossen Unsinn gelesen. Nur gut, dass das griechische Volk mehrheitlich hier anders denkt. Sonst würden wir hier nicht so freundlich empfangen. Dies ist hetzerisch und versucht nur von der griechischen Versagerpolitik abzulenken. Die Kluft zwischen den echten und ehrlichen Griechen und den griechischen Politikern wird immer grösser. Schade, dass dieses schöne Land auf diese Art kaputt geredet wird.

  3. Panhellene
    15. September 2013, 09:00 | #3

    Selten so einen Schmarr’n gelesen. Wäre Deutschland nicht mit vielen Milliarden für Griechenland in die Bresche gesprungen, wo wäre das Land wohl jetzt? Griechenland hätte die Hilfen ja nicht annehmen müssen, wenn sie ihm nur schaden. Wenn mir persönlich ein Gläubiger aus der Patsche hilft, beschimpfe ich ihn dann auch noch?

  4. w.vieten
    15. September 2013, 09:14 | #4

    es ist traurig das so etwas hasserfülltes veröffenlicht wird.

  5. Roland Wolf
    15. September 2013, 09:45 | #5

    Hier wäre eine Quellenangabe einer solchen Rede in der Griechenland als Kolonie oder die Griechen als Sklaven bezeichnet würden sehr hilfreich gewesen damit sich der Leser ein eigenes Bild machen kann. Es ist nicht ganz erkennbar was der Author mit Sklaverei meint oder mit einer Fortsetzung des 2. Weltkriegs. Ganz erkennbar ist auch nicht wie Deutschland 15 andere Euroländer und den IWF zu Komplizen in einem solchen Tun zwingen konnte. Vieleicht wars aber auch nur ein Stück Propaganda und es hörte sich gut an.

  6. Lackmeier
    15. September 2013, 10:33 | #6

    Lieber Autor, ich kenne persönlich keinen Deutschen, der das griechische Volk hasst. Im politischen Zusammenhang sollte man die allgemeine Bevölckerung nicht mit dem herrschenden System gleichsetzen.
    Als nicht souveränes, nato-abhängiges und durch Banken erpressbares USA-besetztes Land ist die deutsche Politik unfähig, für das eigene Volk zu stehen. Ich bin es leid, ständig an den WW2 erinnert zu werden. Ich, 50 Jahre, war nicht dabei, hätte ihn nicht gewollt und fühle mich nicht betroffen. Das sollen andere mit sich ausmachen.
    Bitte geben Sie nichts auf Wahlkampfreden – ein Wahlkampf findet nicht statt. In Deutschland vor der Wahl wird nichts Wesentliches öffentlich diskutiert. Die notwendige Alternative zu der alternativlosen Merkel-Politik wird negiert, diffamiert und attackiert.
    Griechen – wehrt euch. Raus aus dem Euro, Schuldenschnitt erzwingen, Neuanfang. Werft die Troika aus eurem Land. Profitiert von euren Rohstoffen, wenn die angenommenen Gasvorkommen denn stimmen.

  7. Rudi
    15. September 2013, 10:47 | #7

    Dem kann ich nur zustimmen. Aber die nächste Krise kommt ganz sicher und mancher überhebliche Deutsche (ich bin selber einer), wird gar nicht wissen, wie ihm geschieht. Das Einzige, was uns dann noch erheitert, werden die dummen Gesichter von Frau Merkel und Herrn Steinbrück sein.

  8. Xaver
    15. September 2013, 12:05 | #8

    Das Beunruhigende ist, dass auch das deutsche Volk in seiner Mehrheit gestattet, diese Ausübung der Strafpolitik in die Wahlkampf-Agenda aufzunehmen, auf dass derjenige die Majorität erhält, der die Griechen am meisten beschimpft und beleidigt.

    I really don t know what the greek people think about germany?! Is really that sry – Shitstorm – the same we here in Germany about Greece? And do you really think we running smiling around because the Greece Gouverment give us the 1001 promises to do some something?

    Damn the BAD GERMANS offered you help to build up a funcional gouverment (Tax) => you reject it because you don t want guys who tell you what to do. Our KfW giving YOUR small and middle sized companys – loans to run there Business!!! you still argue! We are not happy – every months we hear the same lie – Greece, Spain is on a good way they just need one more Millarden … and after a while we hear that the Greek gouverment do not 10% what he promised for getting the Money.

    PLEASE – just think about – Greece is not a industrialized country like Germany. Sorry – Greece started us agriculture country and going more and more to service orientated (Tourist etc) – and of course you also have industrie which grow slowly … BUT get information by yourself – the time when the people of Greece changed their living standard was 1981 – starting with the EU – and most of the Infrastrucutre was financied from the EU. WE ARE NOT HAPPY – that poor Greece people get cut there income WE ARE NOT HAPPY that you unemployment rate is such high … but what exactly you WANT FROM US?

    YES German profit because of the EU, really? Do you really beliefe we sold nothing before or after? do you really think the interests go down because we look so honest? You can’t claim on the money we saved – because we PAY for it with the second highest LOW WAGE SECTOR, Going in Retirement with 67, Retirement Rate 46,2% (life-income) etc.

    But to come back to my first sentence … Do you really wonder when the Germans are angry that we should pay the Greece dept and way of living? Germany face a dept-cut approximately 30 Millarden € of the Loans we gave to Greece. Our politician running out of ideas how they can explain us why WE have to work longer, pay more tax, health insurance etc

    I’m here to talk – but not call me a Nazi or something like that …im 37 years old – either my parents and I get born after WW2.

  9. 15. September 2013, 13:53 | #9

    So einen dummern Artikel habe ich schon ewig nicht mehr gelesen. Schade um das Niveau von Pontiki!

  10. Wildkatze
    15. September 2013, 14:16 | #10

    Griechenland kann es offensichtlich nicht lassen und wird nicht müde, sich sein eigenes Grab noch tiefer zu schaufeln. Solche Kommentare tragen sicherlich nicht dazu bei, Griechenland Wohlwollen zu bekunden. Warum ist es denn soweit gekommen? Weil in Griechenland immer alles so vorbildlich geklappt hat?

  11. Deutscher
    15. September 2013, 16:13 | #11

    Ich glaube nicht, dass dies ein deutsches „Problem“ ist. Gläubiger haben immer ein Problem mit Schuldern, welche ihre Schulden nicht mehr bezahlen wollen oder können. Die Griechen haben dann ihre Ruhe vor den Deutschen, wenn sie ihre Schulden abgetragen haben. Irgendwie seltsam, dass dieses die Griechen nicht begreifen können oder wollen.

  12. Rudi
    15. September 2013, 18:09 | #12

    Worauf beruht die momentane scheinbar gute wirtschaftliche Situation in Deutschland? Auf dem Exportüberschuss, den extrem niedrigen Zinsen für deutsche Staatsanleihen und den zum Teil lächerlich niedrigen Lohnkosten. Wie wird die Zukunft aussehen? Der Export wird zurückgehen, weil die Produktion dem Markt folgen wird. Deshalb werden die Zinsen wieder steigen und die niedrigen Löhne führen zu extrem schweren Belastungen des Sozialsystems. Die Staatsverschuldung wird, im Gegensatz zu Schäubles Wolkenkuckucksheim, explodieren. Denn für die Sparkur, die Deutschland den Anderen abverlangt, ist es selber nicht in der Lage.
    Deshalb und nicht nur wegen des schlimmen historischen Hintergrundes, den viele Deutsche gerne vergessen würden, stände es deutschen Politikern gut an, den Mund nicht so voll zu nehmen. Aber ich denke, die aufgeweckten Griechen und Deutschen lassen sich eh nicht mehr für blöd verkaufen. Ich sehe heute noch das Bild von Merkel in friedlicher Eintracht mit dem ehemaligen Deutsche Bank Chef Ackermann vor mir. Diese Eintracht von Politik und Finanzwelt ist unser Problem. Lassen wir uns also nicht gegeneinander aufhetzen, sondern brechen wir diese Strukturen auf. Politiker haben für alle Menschen da zu sein und nicht für wenige Finanzjongleure.

  13. herby
    15. September 2013, 18:48 | #13

    dieser Autor ist ein Vollidiot und gehört sofort in die Psychiatrie.
    To Pontiki ist ja bekannt für seine Ignoranz, Scheinheiligkeit und berühmt für journalistischen Unfug. Das der Griechenland Blog so etwas erstens übersetzt und dann auch noch veröffentlicht, macht mich wegen des gestreuten Hasses auf alles Deutsche wütend. Meine griechischen Freunde schütteln auch nur noch mit dem Kopf.

  14. GR-Block
    15. September 2013, 22:05 | #14

    @Rudi
    Meinen Respekt Rudi, dass Sie bei all dem Geschrei besonnen reagieren und zumindest versuchen, die wahren Fronten in diesem Spiel aufzuzeigen. Wer war das bloß, der in der Krise nach nationalen oder gar rassistischen Schuldzuweisungen zu deren Erklärung gesucht hatte. Er hat uns allen jedenfalls einen Bärendienst erwiesen. Unser Nationalismus ist nur schwer zu unterdrücken. Er verhindert, zu erkennen, WER hier die widwerstreitenden Parteien sind.
    Politische und ökonomische Fehler haben nicht die Völker verschuldet. Sie werden aber am Ende zur Verantwortung gezogen, weil nur deren Geld zur Verfügung steht. Die Gewinner der Krise sind sehr wohl u. a. deutschen Konzerne, die illegale Geschäfte u. a. mit griechischen Politikern gemacht haben. Natürlich hatten nebenbei auch die Völker etwas davon. Die Deutschen gesicherte und hochbezahlte Luxusarbeitsplätze, die Griechen z.B. dekorative Autobahnen. Entschieden haben das aber beide nicht.
    Die EU-Berater haben den konservativen Regierungen GRs (ob PASOK ob ND) alle Unterstützung gegeben, dem Volk Löhne und Renten zu beschneiden, obwohl sie längst zu den niedrigsten in der EU gehörten. Auch hatten sie in Kauf genommen, dass dadurch die griechische Privatwirtschaft zusammenbricht. Der Markt ist jetzt für EU-Konzerne frei. Was daran soll wettbewerbsfähig sein, wenn die griechische Privatwirtschaft keine Arbeitsplätze mehr bietet und die wenigen Staatsbetriebe gleichzeitig privatisert und anschließend abgewickelt werden. Ist es für die EU der Konzerne billiger, wenn die Griechen arbeitslos werden und von der EU-Stütze leben? Vielleicht, aber für den Griechen rentiert sich das nicht.
    Die Lebenshaltungskosten sind seit den EURO dramatisch gestiegen, weder Löhne noch Renten konnten verhindern, dass ein wesentlicher Teil der Bevölkerung unter das Existenzminimum rutschte. Jetzt nach all den Kürzungen lebt ein Großteil über seine Verhältnisse. D.h. sie leben unter dem Existenzminnimum und deshalb von ihren (hohen) Spareinlagen. Denn die Griechen haben, anders als ihre Politiker, trotz minimaler Löhne nicht konsumiert, sondern ihr Geld brav auf die Bank getragen. Das hatte sie unanbhängig von staatlicher Stütze und Erpressbarkeit durch Arbeitgeber gemacht. Herr Samaras ist mit EU-Unterstützung dabei, genau das zu ändern.
    Um die Gegenwehr des Volkes in Schach zu halten wird es regelmäßig beschimpft, unter dem Applaus mancher EU-Partner: hohe Löhne, kurze Arbeitszeiten, langer Urlaub, Steuerhinterziehung… Alles Behauptungen, denen die Statistiken widersprechen. GR steht im EU-Vergleich in all diesen Punkten sehr gut dar.
    Praktisch alle Empfehlungen aus der EU und damit auch von deutschen Konzernlobbyisten sind für die Bewältigung der Krise schiefgegangen. Man beharrte darauf, dass der griechische Staat seine Ausgaben auf hohem Niveau hält und stattdessen den Wohlstand der eigenen Bevölkerung opfert. Die Empfehlung, weiter Waffen, PV, Autobahnen … zu kaufen und gleichzeitig die Gehälter zu kürzen, um die betreffenden korrupten Konzerne zu bezahlen, zeigt einen weitreichenden Interessenskonflikt.
    Nein, To Pontiki kann garnicht radikal genug agitieren, um das böse Spiel zu attackieren. Es ist das Spiel von Konzernen und ihren Politikern, nicht das der Völker.

  15. Rechter
    15. September 2013, 22:20 | #15

    Von den Billionen, die die Südländer verschwendet haben redet hier keiner!

  16. Freiheit-durch-abwertung
    15. September 2013, 22:33 | #16

    Dumm, dümmer … dann der Verfasser. Was für ein schier unfähiger Dummkopf!
    Griechenland muß raus aus dem Euro (Zwangsjacke), abwerten (den eigenen Staatsapparat ausdünnen) und neu starten.

  17. Team
    16. September 2013, 00:55 | #17

    Es bereitet uns diebischen Spaß, gelegentlich einen „Honeypot“ auf- bzw. einzustellen und zuzuschauen, wie Schmeißfliegen aus aller Welt (überwiegend jedoch Deutschland) immer wieder darauf anspringen :rofl:

  18. Roland Wolf
    16. September 2013, 07:35 | #18

    Oh wie nett Menschen die man nicht mag als Schmeißfliegen zu bezeichnen, da fühlt man sich doch gleich geachtet-zeigt jedoch eine gewisse Einstellung. Mal ernsthaft, nachdem hier ein Artikel eingestellt wird der faktenfrei auf Deutsche eindrischt zu erwarten das alle eine wohldifferenzierte Antwort geben ist vieleicht ein bißchen unrealistisch. Und das mit den Schmeißfliegen nochmal – ich würd mal prüfen wer für gewöhnlich Menschen so bezeichnet hat und ob ich gern in der Gesellschaft gesehen würde …

  19. Rudi
    16. September 2013, 10:02 | #19

    @Team
    Na ja, dass die meisten Kommentare hier von Deutschen kommen ist wohl selbstredend. Dies ist schließlich ein deutschsprachiger Blog. Der Anteil der deutschen „Schmeißfliegen“ ist im internationalen Vergleich deshalb noch lange nicht überproportional. Oder sehe ich was falsch?

  20. Lena
    16. September 2013, 10:49 | #20

    Vor dem letzten Kommentar hatte ich bereits im Sinn, nur zu schreiben, dass wir uns besser Gedanken darüber machen, wie lächerlich unsere sogenannten Demokratien sind und was dringend geändert werden muss … es wird noch etwas dauern bis der gesammelte EU-Unsinn uns allen um die Ohren fliegt. Es wäre gut, dann bereits Konzepte gegen erneute plutokratische Gängeleien völkerübergreifend vorlegen zu können.

  21. sepll001
    16. September 2013, 10:56 | #21

    @Team

    mhh klasse Idee mit dem Honeypot. Blöd nur das meiner eigenen Erfahrung nach nur ca 15% der Leser bis ganz unten scrollen. Dem entsprechend bekommen die meisten Leser nur mit: Griechenland ätzt schon wieder gegen Deutschland. Tolles Ergebnis! Weiß jetzt nicht ob das nur dämlich ist oder schon böswillige Meinungsmache sein soll …

  22. Ronald
    16. September 2013, 17:54 | #22

    Was mich bei meinen Gesprächen mit Griechen und auch bei der Lektüre dieses Artikels fasziniert ist die fehlerhafte Einschätzung der Wichtigkeit Griechenlands. Wenn man den Artikel liest könnte man glauben, Griechenland wäre das Topthema im deutschen Wahlkampf gewesen. Abgesehen von der Bemerkung von Herrn Schäuble, dass Griechenland ein drittes Hilfspaket in einer recht überschaubaren Größenordnung benötigen wird (was zugegebenermaßen für ein oder zwei Tage Wahlkampfstoff geliefert hat) fand eine Diskussion im Wahlkampf Griechenland betreffend nicht statt.
    Ich war seinerzeit wirklich entsetzt über die Bildzeitungsschlagzeilen Griechenland betreffend; aber ich kann nicht erkennen, dass im jetzt stattfindenen Wahlkampf ein GR-Bashing betrieben würde. Ich werde den Eindruck nicht los, dass die Griechen mit dem pragmatischen Umgang der Geberländer mit Griechenland einfach nicht klarkommen. Das ist letztlich auch verständlich, da die Situation der Griechenlands für die Griechen nicht nur mentalitätsbedingt, sondern auch ganz real als dramatisch darstellt.
    Was ich nicht ganz verstehe ist die Sache mit dem Honeypot. Wenn diese Seite hier in Deutsch nur betrieben wird um die Leserschaft zu provozieren und zu beleidigen, dann ist die Sache mit dem Hass und dem Rassismus wahrscheinlich doch eher eine Einbahnstraße von Süd nach Nord, oder?

  23. Onasis
    16. September 2013, 21:56 | #23

    Das ist kein Unsinn, das ist die Vorbereitung auf die neuen Maßnahmen, die das griechische Volk zu erwarten hat, leider. Es wird im Vorfeld schon einmal klar gestellt, wer der Schuldige ist, damit die Griechen nicht auf die dumme Idee kommen könnten, dass alle Politiker, die bisher an der Regierung beteiligt waren, zu 100 % an dem Schlamassel schuld sind – nein, die sind nicht schuld, schuld sind die Deutschen. Es stellt sich die Frage, wie viel Geld der Schreibe diese Artikels bekommen hat und von wem?

  24. Protagoras
    17. September 2013, 15:47 | #24

    Stimmt, mit Honig fängt man Fliegen. Aber ein Blog sollte mehr Interesse daran zeigen, sich sachkundig, vorurteilsfrei und vor allem konstruktiv mit einem Thema auseinanderzusetzen. Gerade in einer Zeit, in der Politiker ihre nationalistische Suppe kochen – hüben wie drüben – käme es auf eine ausgewogene Diskussion an, ganz besonders zwischen Bürgern verschiedener Nationen. Ein „Honeypot“ mag vielleicht Emotionen erzeugen, aber kommt es darauf an? Ich meine: Nein! Wenn schon die Politikerkaste mit Ressentiments Stimmen fängt – hüben wie drüben – sollten die Bürger wissen, wem das nützt.

  25. Tobias
    20. September 2013, 03:48 | #25

    Ich schäme mich für die Dummheit meiner deutschen Landsleute, die von dem drögem Merkel-Geschwafel und Konsumrausch der letzten Jahre einfachste wirtschaftliche Zusammenhänge nicht verstanden haben und nicht mehr verstehen.

    Liebe Landsleute: Wir machen jetzt mal einfachste BWL/VWL-Lehre:
    Der griechische Staat hat sich über Anleihen finanziert. Irgendwann waren die Zinsen dermaßen hoch, dass Zinsen, Rückzahlung und Ausgleich der Bilanzdefizite nicht mehr getragen werden konnten. Damit der Staat seine Zahlungsfähigkeit aufrecht halten kann, wurden Bürgschaften erteilt, mit denen der griechische Staat weiter Geld über Anleihen aufnehmen kann. Diese Anleihen (ESF, ESMS) stecken in EURER Lebensversicherung, in EUREM Rentenfonds und bei EURER Bausparkasse. Wenn IHR euch darüber aufregt, dass Griechenland Geld erhalten hat, dann solltet IHR euch zuerst mal an die eigene Nase greifen – denn IHR habt es getan (vielleicht seid Ihr euch dessen nicht bewusst) und nicht der deutsche Staat!

    Und zum Thema Sparen in der Rezession fällt mir doch tatsächlich ein, dass es in der deutschen Geschichte ein ähnliches Beispiel gibt. Über eine Goldene Morgendämmerung sollte man sich nicht wundern!

    Natürlich hat Griechenland strukturelle Probleme – aber gegenüber den derzeitigen griechischen Verhältnissen und den geforderten Reformen waren die Reformen der Agenda-Politik von Schröder absoluter Kindergeburtstag. Und wenn wir nicht schleunigst umdenken, werden uns noch unangenehme Tage bevorstehen …

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