7 Wege der Steuerhinterziehung in Griechenland

28. September 2013 / Aufrufe: 2.498

3. Kauf luxuriöser Freizeitboote als gewerbliche Boote

Der Kauf superluxuriöser Freizeitboote, die als gewerbliche Objekte ausgewiesen werden, in Kombination mit der Ausstellung auf hohe Beträge lautender Quittungen an Privatpersonen für Reisen und Kreuzfahrten kann angesichts der Tatsache, dass gewerblich genutzte Boote auf eine besondere Weise besteuert werden, riesige Beträge rechtfertigen, die aus versteckten Quellen herrühren.

Wie festgestellt worden ist, legen die „umtriebigen“ (persönlichen oder juristischen) Personen Rechnungen und Quittungen über hohe Beträge für die Anmietung der superluxuriösen Freizeitboote durch Privatleute vor. In Wirklichkeit sind die Freizeitboote jedoch niemals aus dem Hafen ausgelaufen und die Vermietungen an Privatleute waren imaginär. Bei den Kontrollen, die das Finanzministerium durchführen wird, wird erforscht werden, ob es sich tatsächlich um ein gewerbliches Boot handelt und ob der Eigentümer einen wegen der Nutzung der in Rede stehenden Tricks verborgenen luxuriösen Lebensstil führt. Ebenfalls wird untersucht werden, ob mittels dieser Praxis die Legalisierung von Einkommen aus kriminellen Aktivitäten vorgenommen wird.

4. Insolvenzbetrug

Problematische Firmen stellen Insolvenzanträge, nachdem sie ihr flüssiges Kapital auf Konten von Tochtergesellschaften oder Offshore-Gesellschaften im Ausland transferiert haben.

Unternehmen mit hohen Schulden an den Fiskus und die Kreditinstitute beantragen bei den zuständigen Behörden offiziell das Konkursverfahren. Auf diese Weise schreiten die Gläubiger unter dem Druck der Gefahr des Verlusts ihres gesamten Kapitals zu Vergleichsverfahren mit den unter Insolvenz stehenden Gesellschaften und stimmen einerseits einer Streichung des Großteils ihrer finanziellen Forderungen und andererseits der Einigung über den Restbetrag auf eine Weise zu, die der Möglichkeit der problematischen Gesellschaften entspricht, ihre Schulden an sie zu tilgen.

Vor der Beantragung des Insolvenzverfahrens schicken die Gesellschaften jedoch große Beträge flüssiger Mittel ins Ausland. Üblicherweise werden die Gelder mittels fiktiver Rechnungen über Dienstleistungen auf Konten von ihnen selbst kontrollierter ausländischer Tochter- oder Offshore-Gesellschaften transferiert.

Das Resultat ist, dass die Eigentümer der Gesellschaften negative Steuererklärungen abgeben und folglich das Unvermögen zur Bezahlung ihrer Gläubiger erklären und auf einen erlass ihrer Schulden aus sind, während selbige Geld im Ausland haben. Das Finanzministerium wird überprüfen, ob es in den letzten Jahren fiktive Geschäftsvorgänge mit Offshore- oder Tochtergesellschaften zum Zweck der Reduzierung des Kapitals gibt

5. Stress-Companies

Um den sich aus ihrem deliktischen Verhalten ergebenden rechtlichen Folgen zu entgehen, schreiten Gesellschaften mit hoher Steuerhinterziehung zu ihrer „imaginären“ Übertragung auf neue Gesellschaften mit einem sehr viel geringeren Gesellschaftskapital als die Summer der Verbindlichkeiten der alten Unternehmen. Alternativ schreiten sie zu einem Wechsel ihrer Firmierung und ihrer gesetzlichen Vertreter (üblicherweise mit Personen ohne jegliches persönliches Vermögen).

Auf diese Weise werden die Gläubiger dieser Gesellschaften gezwungen, signifikante Kürzungen oder sogar auch Streichungen ihrer finanziellen Forderungen aus den in Rede stehenden Unternehmen hinzunehmen.

6. Betrug bei der innergemeinschaftlichen Mehrwertsteuer

Bei den innergemeinschaftlichen Geschäften haben sich verschiedene Formen des Betrugs mit dem Ziel der Nichtentrichtung der Mehrwertsteuer oder deren rechtswidriger Erstattung entwickelt. Diese Formen des MwSt.-Betrugs sind bekannt und von den steuerlichen Kontrollbehörden verzeichnet worden. Ihre Hauptformen sind die fiktiven innergemeinschaftlichen Lieferungen, der einfach Betrug des „verschwundenen Händlers“, der zyklische Betrug vom Typ des (Rechnungs-) Karussells u. a.

Die sich zeigenden neuen Tendenzen werden hauptsächlich im Bereich der Energie, wie bei Kohlendioxid-Emissionsrechten, bei Metallen und dem Erdgas verzeichnet.

7. Ankauf von Gewinnlosen von OPAP und Lotterie

Recht üblich sind die Fälle steuerpflichtiger natürlicher Personen, die sich über Bedienstete des OPAP, Inhaber von PROPO-Agenturen und mit Hilfe verschiedener Mittelspersonen von realen Gewinnern Gewinnlose oder -scheine verschiedener Spiele des OPAP (Wette, KINO, Joker, Lotto) zu dem Zweck beschaffen, die Einkommensindizien in ihren Steuererklärungen, aber auch Einkommen aus kriminellen Aktivitäten zu rechtfertigen.

(Quelle: euro2day.gr)

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  1. Juri
    28. September 2013, 20:37 | #1

    Kreativ sind sie ja, die Griechen 🙂

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