Wer glaubt dem Finanzminister in Griechenland?

3. August 2013 / Aufrufe: 1.044

Wer schenkt in Griechenland dem Finanzminister Giannis Stournaras Glauben, der letztendlich aus dem Ausland mit der Rettung der Nation beauftragt wurde?

Wer dem glaubt, was Finanzminister Giannis Stournaras sagt, ist eine Frage von statistischem Interesse in Zusammenhang mit dem Anteil der Einfältigen, die in Griechenland leben. Möglicherweise hängen jedoch von genau diesem Prozentsatz (der Einfältigkeit oder politischen Dummheit) auch die Chancen des langfristigen Bestehens der gegenwärtigen Regierung ab.

In diesem Sinn erlangen die jüngsten Erklärungen und Interviews des Finanzministers Interesse, der – um es nicht zu vergessen – als Leiter der „Stiftung für wirtschaftliche und industrielle Forschungen“ (IOVE) im Jahr 2010 prognostizierte, Griechenland werde 2012 (wieder) auf die Märkte gehen.

Die Botschaft des Finanzministers an seine Chefs im Ausland

Konkret vertrat der derzeitige griechische Finanzminister Giannis Stournaras:

  1. Griechenland kann die volkswirtschaftliche Lücke in den beiden Jahren 2015 – 2016 vermeiden, im Gegensatz zu den Prognosen seiner Partner und Gläubiger wird die in diesem Jahr verzeichnete Rezession geringer als erwartet sein, wenn sich das ausgezeichnete Ergebnis der touristischen Periode fortsetzen wird (Reuters).
  2. Er bestätigte, Griechenland befinde sich auf dem Weg zu einem primären Haushalts-Überschuss und merkte an, das wirtschaftliche Risiko sei eingeschränkt worden.
  3. Er machte eine das Austeritäts-Programm begleitende Ermüdung aus. „Ich sehe keinerlei wirtschaftliche Gefahr. Die Gefahr ist politisch und steht mit der Ermüdung der Abgeordneten in Verbindung.

Was teilt – anders formuliert – Finanzminister Stournaras mittels Reuters den (seinen) Chefs im Ausland mit?

  1. Dass das von ihm umgesetzte Programm gut läuft.
  2. Dass sie (die Gläubiger) sich bald direkt aus den Einnahmen des Finanzamts bedienen können werden, da bereits (unter Sachinidis) die einschlägigen Ministerialbeschlüsse unterzeichnet wurden, die ab dem Moment, wo sich (buchungstechnisch) ein primärer Überschuss ergibt, den Transfer eines Teils der Steuereinnahmen in die Schatztruhe der Zinswucherer gestatten.
  3. Sorgt dafür, dass wir nicht gestürzt werden, unterstützt also mit Krallen und Zähnen die destabilisierte parlamentarische Mehrheit.

Mit dem Rest, also damit, wer die Zeche bezahlt, beschäftigt Herr Stournaras sich nicht. Außerdem beauftragten ihn andere mit seiner Mission des Retters der Nation. Er legt anderen Rechenschaft ab – die offensichtlich an den Herrn Minister glauben, im Gegensatz zu der überwältigenden Mehrheit des Volkes dieses Landes.

(Quelle: To Pontiki)

  1. Bisher keine Kommentare
Kommentare sind geschlossen