Steuerbescheid-Falle in Griechenland

27. August 2013 / Aktualisiert: 06. April 2020 / Aufrufe: 1.071

Hunderttausenden Steuerpflichtigen in Griechenland droht, abgesehen von zusätzlichen Strapazen mit empfindlichen Geldstrafen und Strafsteuern belegt zu werden.

Rund 500.000 Steuerpflichtigen in Griechenland, die ihre Einkommensteuerbescheide, aber auch die Bescheide zur Immobiliensteuer der Jahre 2011 und 2012 per Internet herunterladen müssen, um bis zum 30 August 2013 die erste Rate dieser Verbindlichkeiten zu entrichten, erwartet eine neue Strapaze und das Anstehen in den Schlangen bei den Banken.

Der Grund dafür ist, dass viele Steuerbescheide bei diesen bisher auf rund eine halbe Million veranschlagten Steuerpflichtigen aus welchem Grund auch immer nicht per Post eingetroffen sind, obwohl die Frist für die Zahlung der ersten Rate gegebenenfalls in nur drei Tagen – sprich am 30 August 2013 – ausläuft!

Bürger müssen wieder die Unzulänglichkeiten der Verwaltung ausbaden

Der „unglaubliche“ Generalsekretär für öffentliche Einnahmen, Charis Theocharis, wird (bzw. hat bereits) den betroffenen Steuerpflichtigen elektronische Mitteilungen zuschicken lassen, um sie zu terrorisieren und ihnen mit Geldstrafen und Strafsteuern zu drohen – obwohl ihm sehr wohl bekannt ist, wer für das Chaos verantwortlich ist … .

Die in Rede stehenden Steuerpflichtigen müssen ihre Bescheide über das griechische Steuerportal „TAXISnet“ aufrufen. Danach haben sie diese Bescheide auszudrucken und sich zu den Banken oder Zahlstellen der Griechischen Post (ELTA) zu begeben, um die erste Rate zu zahlen. Konkret sind sie aufgefordert, bis zum 30/08/2013 gleichzeitig die erste Rate der Verbindlichkeiten zu entrichten, die herrühren aus:

  1. der Steuer für die Einkommen des Jahres 2012,
  2. der Solidaritätsabgabe auf die Einkommen des Jahres 2012,
  3. der Gewerbeabgabe für das Geschäftsjahr 2012,
  4. der Immobiliensteuer des Jahres 2012 und
  5. der Immobiliensteuer des Jahres 2013!

Anweisungen zur Entrichtung der festgestellten Steuerbeträge

Um ihre Steuerbescheide abzurufen, müssen die in Rede stehenden Steuerpflichtigen sich per Internet und mit ihren erhaltenen Zugangsdaten in das „TAXISnet“ einloggen und die bereits ergangenen und eingestellten Bescheide „herunterladen“. Anschließend haben sie die Bescheide auszudrucken und bei den Filialen der Banken oder den Zahlstellen der Post (ELTA) vorzulegen, natürlich nebst dem Betrag der ersten Rate für deren fristgemäße Begleichung.

Alternativ ist es nicht unbedingt nötig, die per Internet ausgedruckten Steuerbescheide, sondern einen einfachen Zettel bei sich zu haben, auf dem sie für jede zu entrichtende Steuerart den einschlägigen Zahlungs-Code („Verbindlichkeits-ID“ bzw. „Ταυτότητα Οφειλής“) und den genauen Betrag der Rate notiert haben. In jedem Fall sind diese beiden Angaben dem Kassierer der Bank- oder Postfiliale vorzulegen, damit die Zahlung gültig ist.

Schließlich können die festgestellten Steuerbeträge auch per Web-Banking entrichtet werden, wozu es ausreicht, in dem entsprechenden Online-Formular den Anweisungen zu folgen und den jeweiligen Zahlungs-Code und den entsprechenden Betrag einzugeben. Diese Zahlungsmöglichkeit steht allerdings nur Kunden / für das Web-Banking verifizierten Kontoinhabern einschlägig autorisierter griechischer Banken zur Verfügung.

Für viele Steuerpflichtige, wie beispielsweise ältere Menschen, die mit der Nutzung des Internets nicht vertraut sind, oder auch Personen, die nicht einmal über einen PC oder / und Internet-Zugang verfügen, wird das beschriebene Verfahren jedenfalls eine zusätzliche Strapaze bedeuten.

(Quelle: DimokratiaNews.gr)

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