Schwarzer September für Griechenland

3. August 2013 / Aktualisiert: 29. September 2013 / Aufrufe: 5.785

Die Troika zeigt sich entschlossen, Griechenland ungeachtet einer eventuellen fatalen politischen Destabilisierung einen schwarzen September zu bescheren.

Angesichts der kommenden kritischen Bewertung der griechischen Wirtschaft, bei der unvermeidlich auch die neue Kontroverse zwischen IWF und Europäischer Union über die Finanzierungslücke des Jahres 2014, aber ebenfalls bezüglich die Tragbarkeit der griechischen Verschuldung ausbrechen wird, bringt die Troika einen Plan … „Schwarzer September“ für Griechenland zur Umsetzung.

Obwohl am vergangenen Freitag (26 Juli 2013) ein Spitzenfunktionär der Kommission – auch die Wahlkampfbedürfnisse der Frau Merkel respektierend – einen großzügigen Versuch unternahm, das griechische Programm als … Erfolgsstory zu präsentieren, wird die Troika bei der Prüfung der Wirtschaft im Herbst fortan von den Zweckdienlichkeiten der deutschen Wahlen befreit sein und mit einer Menge extrem schmerzhafter Vorschläge bezüglich neuer Maßnahmen nach Athen kommen.

Regierung gelangte an die Grenze ihrer Belastbarkeit

Die große Frage, die auch der selbige Spitzenfunktionär der Troika am Freitag auf positive Weise zu beantworten versuchte, ist, ob die bereits durch das Ausscheiden der DIMAR verwundete und auf eine schwache parlamentarische Mehrheit gestützte griechische Regierung über ausreichendes politisches Kapital verfügen wird, um der schwierigen Prüfung im September 2013 zu begegnen.

In dem Bedürfnis, sich großherzig zu zeigen, erklärte der Funktionär, die neue Regierung sei kohärenter, und betonte, sie habe es geschafft, die jüngsten Maßnahmen mit wenigen negativen Stimmen von Abgeordneten der Regierungskoalition durch das Parlament zu bringen. Weiter unterstrich er, das politische Risiko sei immer existent, und vermied, zu Prognosen über all das zu schreiten, was für den Herbst erwartet wird, wenn die Regierungsmehrheit sich mit einer weiteren Runde harter Maßnahmen konfrontiert sehen wird.

Allen ist inzwischen bekannt, dass die von den „Gehirnen“ des Wirtschaftsstabs als einfaches, formales Verfahren spezifizierte Bewertung des Juli 2013 die Belastbarkeit der Regierung bis an die Grenzen ausreizte und unter Tumulten zum Abschluss gebracht wurde, da die Freigabe der nächsten Tranche erst kurz vor Ende Juli 2013 „fest“ gemacht wurde und nachdem vorher die Regierung „schwitzte“, um die geforderten Voraussetzungen zu erfüllen und dabei die Gesetzesvorlage zu den Steuerstrafen und -verfahren, die auch die Novelle bezüglich zusätzlicher Freistellungen promovierter Lehrkräfte der sekundären Bildungsebene umfasste, in Rekordzeit durch das Parlament zu peitschen.

Der Text des neuen Memorandums, also der Bericht über die Bewertung durch die Kommission, wurde wegen dieser Verzögerungen nicht in der vergangenen Woche an die Öffentlichkeit gegeben, sondern in seiner endgültigen Form erst am Montag enthüllt. Der Internationale Währungsfond wiederum genehmigte in einem marginalen Zeitraum – bis Mittwoch (31 Juli 2013) – die Freigabe seiner Rate.

Hierzu sei in Erinnerung gerufen, dass in dem Fall, in dem diese Genehmigung nicht vor Ende Juli 2013 erteilt worden wäre, der IWF durch seine Satzung verpflichtet gewesen wäre, die Auszahlung „einzufrieren“, weil Griechenland nicht die Finanzierung für die kommenden 12 Monate sichergestellt haben würde.

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  1. Frank
    3. August 2013, 10:14 | #1

    Die Bevölkerungen aller Staaten sind Spielbälle der Banken und der ihr dienenden Politikerbande. Giechenland raus aus dem Euro. Eingene Drachme, dann werdet Ihr den Staatsmolch los. Das gilt auch für uns Deutsche. Niemand braucht sich hier gegenseitig die Schuld zuschieben. Bänker und die ausführenden Politker müssen zur Rechenschaft gezogen werden.

  2. Realist
    3. August 2013, 12:27 | #2

    Die werden sich noch wundern, was alles möglich ist. Das ist erst der Anfang!

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