Mauscheleien im Clan des Finanzministers in Griechenland

23. August 2013 / Aktualisiert: 29. September 2013 / Aufrufe: 2.488

Dem Finanzminister Giannis Stournaras in Griechenland wird angelastet, der Firma seiner Gattin und Töchter sei ein Präsent von 435.555 Euro zugeschustert worden.

Laut einer – wie eine Bombe einschlagenden – Meldung des unabhängigen Abgeordneten Nikos Nikolopoulos scheint die griechische Regierung der Gattin und den Töchtern des derzeitigen Finanzministers Giannis Stournaras ein „Präsent“ von 435.666 Euro (verweist es zufällig auf eine … „satanische“ Zahl?) gemacht zu haben. Die Veröffentlichung dieser Begebenheit folgt nur wenige Stunden nach der „skandalösen“ Reise des Herrn Stelios Stavridis mit dem Privatjet des Unternehmers Dimitris Melissanidis, die all jene in ihrer Ansicht bestätigt, die Zweiparteien-Regierung ND – PASOK halte Händchen mit konkreten Interessen.

Herr Stavridis, bis … neulich Präsident des „Fonds für die Verwertung des privaten Vermögens des griechischen Staates“ (TAIPED), flog mit dem privaten Flugzeug des Herrn Melissanidis, noch bevor die Fotografien mit den Handschlägen zwischen ihm, Herrn Stournaras und dem in Rede stehenden Unternehmer über der Verkauf von 33% des öffentlichen Trägers für Glückspiele, Lotterien und Wetten (OPAP) getrocknet waren – mit dem Resultat, dass der Finanzminister nach der Enthüllung der Zeitung „Proto Thema“ sich gezwungen sah, Herrn Stavridis zum Rücktritt aufzufordern.

CHRIKE: Stournaras, gib Erklärungen oder tritt zurück, hier und jetzt!

Konkret moniert der unabhängige Abgeordnete und Generalsekretär der Christlich Demokratischen Partei Griechenlands (CHRIKE), Nikos Nikolopoulos, die Entrichtung des Betrags von 435.666 Euro von Seite der EOF - Medikamenten-Aufsichtsbehörde in Griechenland" href="http://www.eof.gr/" target="_blank">Nationalen Medikamenten-Aufsichtsbehörde (EOF) an zwei Werbeagenturen für die Kampagne zur Informierung der Bürger über die „Prävention des übermäßigen Medikamentenkonsums„.

Laut Herrn Nikolopoulos scheint die 1. Werbeagentur mit der Firmierung „MINDWORK BUSINESS SOLUTIONS GMBH“ staatliche Aufträge zu erhalten und Konferenzen zu organisieren und Werbekampagnen zu übernehmen. An dieser Gesellschaft ist als Generaldirektorin Frau Stavroula Nikolopoulou (Gattin des Finanzministers Giannis Stournaras!) beteiligt, und ihre Hauptgesellschafter sind – gemäß der letzten Änderung ihrer Satzung – Myrto Stournara und Nefeli Stournara, also die … Töchter des Finanzministers!

Die Aktivität der konkreten Gesellschaft gelangte bis ins Parlament, und zwar nach einer Anfrage des Abgeordneten der Unabhängigen Hellenen (ANEL), Vasilis Kapernaros, der sowohl von dem derzeitigen Finanzminister Giannis Stournaras als auch dem ehemaligen Gesundheitsminister Andreas Lykourentzos eine Antwort bezüglich der Kosten, aber auch des Ausschreibungsverfahren in Zusammenhang mit dem 8. Panhellenischen Gesundheitskongress und dessen Ausrichtung durch die Gesellschaft Mindwork Business Solutions (der Stournaras-Gattin) verlangte. Eine Antwort kam nur von dem Gesundheitsminister und führte an, für die Begleichung von Aufwendungen des konkreten Kongresses wäre keinerlei Ausgabenposten verzeichnet worden.

Es sei angemerkt, dass bei dem konkreten Kongress die Veranstaltungsfirma es für richtig hielt, als Hauptredner auch die Gattin des Finanzministers einzuladen, damit sie dem Kongress Geltung verleiht, außerdem ist die Mehrheit der Kongresse von zweifelhafter Nützlichkeit.

„Firma Stournaras“ erhielt trotz Schulden an den Fiskus den Zuschlag

Laut der Bekanntmachung der CHRIKE weist der Werdegang der konkreten Gesellschaft etliche dunkle Punkte auf. Am 13-06-2012 beteiligt sie sich an einer Ausschreibung, um den Zuschlag für die Organisation von Tagungen des Bildungsministeriums zu erhalten. Jedoch wird ihr Ausschluss von der Ausschreibung beschlossen, da von dem Kontrollgremium herausgefunden wird, dass sie wegen nicht fristgemäßer Entrichtung von Beiträgen an die Versicherungskasse der Kaufleute (TAE) verurteilt wurde.

Kurz gesagt, die Ehefrau des Finanzministers, der den griechischen Steuerzahlern mehr Steuern als jeder andere Minister zuvor auferlegt hat, hatte nicht ihre Beiträge an den Staat abgeführt. Sie war Schuldnerin des Fiskus„, wird in der Bekanntmachung der CHRIKE betont. Der Verlauf der Firma der Frau Stournara endet jedoch nicht hier … . Drei Monate später also beteiligt sie sich an einer internationalen Ausschreibung für die Informationskampagne des EOF über den übermäßigen Medikamentenkonsum.

Es ist verwunderlich, warum die Firma der Gattin des Finanzministers einen Auftrag von fast einer halben Million erhielt, während sie gleichzeitig Schuldnerin des Fiskus ist„, lautet es in der Bekanntmachung der CHRIKE. Informationen von Seite des EOF zufolge war das konkrete Projekt von dem damaligen EOF-Leiter Giannis Tountas auf rund 1.000.000 Millionen veranschlagt worden. Dennoch sank nach der Unstimmigkeit, die zwischen dem Präsidenten und der damaligen Verantwortlichen für Public Relations ausbrach, der Betrag schließlich auf 435.666 Euro.

Patienten benötigen keine Kampagne, sondern Medikamente

Es ist nicht nur provozierend, dass die Gattin und die Töchter des Finanzministers öffentliche Aufträge erhalten, sondern auch, dass in Zeiten der von Herrn Stournaras durchgesetzten Austerität die Ministerien und öffentlichen Organismen in Erscheinung treten, hunderttausende Euro kostende Kongresse und Veranstaltung zweifelhafter Notwendigkeit – um nicht gar zu sagen Nützlichkeit – zu veranstalten.

Die Patienten können auch ohne die 1-Millionen-Kampagne über den übermäßigen Medikamentenkonsum leben. Ohne Medikamente gegen den Krebs können sie es nicht! Ebenfalls ist es eine für einen Minister unmoralische, unzulässige und ’schäbige‘ Weise der Promotion familiärer Unternehmen, sich auf Veranstaltungen ‚herumzutreiben‘, für welche seine Gattin als ‚Garantin der Seriosität und des Erfolgs der Veranstaltung‘ bezahlt wird„, endet die Bekanntmachung der CHRIKE, die Herrn Stournaras nun mit dem Rücken an die Wand treibt.

Entweder wird er selbst Erklärungen liefern oder das „Megaro Maximou“ (Anmerkung: Sitz der Regierungszentrale) wird einschreiten – sofern der Premierminister all das verteidigen will, was er über das Leistungsprinzip predigt – und seinen Rücktritt fordern müssen.

(Quelle: Nez.gr)

  1. Götterbote
    23. August 2013, 11:06 | #1

    Die Scham der griechischen Politiker kennt absolut keine Grenze, ohne mit der Wimper zu zucken, wird gelogen, betrogen und geraubt. Wann endlich wird es genügend Leute geben, die diese Verbrecher aus ihren Ämtern ziehen und am nächsten Baum aufknüpfen?

  2. Konstantinos
    23. August 2013, 13:09 | #2

    Jede Hilfe für Griechenland ist umsonst, solange diese Art von Politikern dort was zu sagen haben. Die kennen nur ein, die eigenen Taschen voll machen und das Volk ausbluten zu lassen. Anstelle der ganzen EU-Hilfen, hätte lieber jeder Bürger eine Kleinigkeit bekommen sollen.
    Jetzt nach soviel Jahren EU-Hilfen und den horrenden Steuterbelastungen für die Normalbürger, immer noch die Verwandten und Bekannten eine Politkers zu bevorteilen, ist schon abartig und schamlos. Solange die regieren, sehe ich kein Vorwärtskommen in Griechenland.

  3. R.Speer
    26. August 2013, 21:28 | #3

    Ich habe mal eine Frage. Wie ist es möglich, dass in keiner anderen Presse von diesem unglaublichen Vorgang berichtet wird … geschweige denn in deutschen Zeitungen … ich habe nichts gefunden. Wirklich mal wieder unglaublich.

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