Rechtsradikale Finsternis in Griechenland

26. Juli 2013 / Aufrufe: 1.037

Die rechtsextremistische Chrysi Avgi macht sich geschickt die Situation in Griechenland zunutze um sich als Retter aufzuspielen, ohne jedoch Lösungen zu präsentieren.

Das katastrophale Memorandum führt zu Rezession, Arbeitslosigkeit und Anstieg der öffentlichen Verschuldung„, führt die Chrysi Avgi in einer Bekanntmachung an und ergänzt: „Ziel der antihellenischen Politik der Zinswucherer ist, die griechischen Bodenschätze zur Ader zu lassen. Nur eine nationale Führung mit der Chrysi Avgi als Vorkämpfer kann sich dieser Bedrohung entgegen stellen und die illegale und unmoralische Verschuldung des Landes streichen.

Die Feststellungen des Selbstverständlichen (zugegeben, das Memorandum ist katastrophal) sind der sichere Weg der (demoskopischen) Zuwächse der Chrysi Avgi. Zusammen mit der Geringschätzung der Parteien der Macht und der Epoche nach dem Regimewechsel und der großprotzigen Art, die (von sicherer Warte) Abgeordnete, Funktionäre und … Heer der Chrysi Avgi demonstrieren, wollen die Nationalisten davon überzeugen, die Lösung zu sein. Eine Lösung, die sie jedoch zu beschreiben vermeiden.

Tumbe Parolen anstatt konkreter Lösungen

Einfacher gesagt ist das „flammende Wort“ der „Nationalisten“ dermaßen … heiß, dass die Ansichten bezüglich einer Reihe kritischer Themen „verdampfen“, wie:

  • Nationaler Rahmentarifvertrag?
  • Arbeitsverhältnisse?
  • Nationales Gesundheitssystem?
  • Öffentliche Bildung?
  • Besteuerung des Reichtums?
  • Öffentliche Unternehmen strategischer Bedeutung?
  • Orientierung öffentlicher Ausgaben?
  • Europäische Union? Mitglied oder nicht? Euro? Drachme?
  • Griechisch-amerikanische Beziehungen? NATO?

Es wäre interessant (vielleicht auch lustig), diverse Abgeordnete der Partei (wie beispielsweise Herrn Panagiotaros) zu hören, uns klipp und klar den wirtschaftlichen Vorschlag des rettenden Programms zu analysieren. Stattdessen hören wir andauernd und fortgesetzt (und das ist überhaupt nicht lustig), dass an dem Unheil, das uns traf, die Immigranten, die Ausländer, die diebischen Politiker, das System der Verfilzung usw. schuld sind.

Die Chrysi Avgi ist jedoch eine Partei, die sagt, die Macht anzustreben, und in diesem Sinn sind die Kaffeehaus-Parolen von geringster Bedeutung, gleich ob sie richtig, falsch oder – noch schlimmer – provokant sind. Wenn also die Chrysi Avgi eine Partei ist, die meint, Lösungen zu haben, damit das Land aus der Sackgasse heraus kommt, muss sie diese – dokumentiert und mit Kostenberechnung – zeigen; es reicht nicht, dass der „Führer“ mit seinen „tapferen Burschen“ sie (angeblich) studiert.

Schmerzhafte Erfahrungen …

Da – wie wir begründet annehmen – die Stabsmitglieder der Chrysi Avgi nicht in der Lage sind, ihre „Rezepte“ zu beschreiben, auf deren Basis wir gerettet werden, konzentrieren sie sich auf moralisierende Empfehlungen allgemeiner Natur und großen … Tiefgangs, die sich folgendermaßen zusammenfassen lassen:

  • Blutanalyse zum Nachweis des griechischen Gepräges
  • „Indoktrination“ in Bezug auf das, was ein Grieche sich anhört, anschaut und singt
  • Buhrufe (und auch mal eine Ohrfeige) für Gerechte und Ungerechte des „untergehenden“ politischen Systems
  • Aktivistische Aktionen für die Augen der Leute
  • Und letztendlich Drohungen mit Peitsche und Rizinusöl für die Aufmüpfigen und Ungehorsamen

Auf diese Weise zeigt sich der Faschismus außerdem als aufgeblasener Pfau und tangiert die Gesellschaft: er macht sich einfach nur mit Unterstreichungen, Feststellungen und bescheuerten Tricks das Problem, die Lücke, die Auflösung und die Abwesenheit / Unzuverlässigkeit der Linken zunutze.

Die Weise, auf welche die Gesellschaften (auch die griechische) festgestellt haben, dass die Retter der Nation abgesehen von leeren Worten nichts zu sagen haben, ist schmerzhaft. So schmerzhaft wie der Schlag der Peitsche oder einer Katastrophe wie jener auf Zypern im Jahr 1974 …

(Quelle: To Pontiki)

KategorienMeinungen, Politik
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  1. Catalina
    26. Juli 2013, 12:17 | #1

    Dieser Artikel in der „Pontiki“ sollte in allen Zeitungen Griechenlands gedruckt werden und zwar immer und immer wieder. Damit auch noch der Letzte begreift, dass die „Goldene Morgenröte“ nichts anderes als gefährliche heiße Luft ist!!

  2. Höhner
    27. Juli 2013, 09:54 | #2

    Dieser Artikel ist so politisch korrekt, dass er direkt von der Linkspartei stammen könnte.

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