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Griechenland senkt Mehrwertsteuer in Gastronomie

31. Juli 2013 / Aktualisiert: 30. September 2017 / Aufrufe: 2.008

In Griechenland kommt in der Gastronomie ab dem 01 August 2013 ein von 23 Prozent auf 13 Prozent reduzierter Mehrwertsteuer-Satz zur Anwendung.

Nachdem die Anfang September 2011 in Kraft getretene Erhöhung der Mehrwertsteuer (nicht nur) in der Gastronomie von 13% auf 23% dem Fiskus nicht nur nicht die erhofften Mehreinnahmen bescherte, sondern obendrein zu der Schließung zahlloser Betriebe und der Vernichtung zehntausender Arbeitsplätze führte und nicht zuletzt auch die „traditionelle“ Steuerhinterziehung in der Branche signifikant stimulierte, stimmte die Troika fast zwei Jahre später endlich der seit langer Zeit geforderten Senkung der Mehrwertsteuer speziell in der Gastronomie auf den alten – reduzierten – Satz von 13% zu.

Die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie ab dem 01 August 2013 kommt allerdings speziell für den Tourismus viel zu spät und ist außerdem vorerst auf 5 Monate – sprich bis Ende 2013 – befristet. Hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit wurde und wird den griechischen Anbietern somit gleich in zweifacher Hinsicht ein Bärendienst erwiesen: Für 2013 mussten sie die – in der Regel bereits ab Ende des Vorjahrs eingeholten – Angebote mit einer (anteiligen) Mehrwertsteuer von 23% kalkulieren, die nun inmitten der Saison auf 13% gesenkt wird, während für 2014 noch völlig offen steht, ob der Mehrwertsteuersatz für die gastronomischen Leistungen bei 13% bleiben oder wieder auf 23% erhöht werden wird.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Das griechische Finanzministerium erließ inzwischen den einschlägigen Ministerialbeschluss, mit dem bestimmt wird, bei welchen Leistungen und Unternehmen die MwSt. von 23% auf 13% gesenkt wird. Die wichtigsten Änderungen sind:

  • In Betrieben wie Kaffeehäusern, Cafeterien, Konditoreien, Restaurants, Grillstuben, Tavernen und sonstigen dazugehörigen Unternehmen wird die MwSt. von 23% auf 13% gesenkt. In die selbe Kategorie fallen auf Basis des Beschlusses auch die Supermärkte, die verzehrfertige Speisen wie. z. B. gegrillte Hähnchen anbieten. Ausgenommen sind Vergnügungszentren und die Darreichung alkoholischer Getränke, die unabhängig von dem Alkoholgehalt unter den regulären MwSt.-Satz von 23% fallen.
  • Für alkoholfreie Getränke wie stilles oder kohlensäurehaltiges Wasser, zubereitete Getränke, Säfte und allgemein Erfrischungsgetränke wird der MwSt.-Satz von 23% auf 13% gesenkt, sofern sie serviert werden. Werden sie dagegen zu Hause (delivery) oder zum Mitnehmen (take away) übergeben, wird dies als Warenlieferung betrachtet, die mit 23% MwSt. zu besteuern ist. Es sei betont, dass auf den Verkauf von Erfrischungsgetränken, Säften und Fertiggetränken durch die Supermärkte weiterhin der MwSt.-Satz von 23% zur Anwendung kommt.
  • Bei den Zustelldiensten (delivery) werden die Erfrischungsgetränke und Säfte weiterhin mit 23% besteuert. Was die übrigen zugestellten Güter (wie z. B.) Pizza betrifft, kommt der für jede Art geltende Steuersatz – im vorliegenden 13% – zur Anwendung.
  • Für alle alkoholischen Getränke gilt unabhängig von der Art des Vertriebs weiterhin der MwSt.-Satz von 23%.
  • Bei dem Zimmerservice der Hotels (Servieren auf dem Zimmer) wird die MwSt. auf 13% gesenkt, für die Getränke in der Mini-Bar gilt jedoch weiterhin der Satz von 23%.

Was die Hotels betrifft, gilt entsprechend zu dem Aufenthalts-Paket Folgendes:

  1. Unterkunft mit Frühstück: 5% des Einheitspreises fallen als für das Frühstück gezahlte Gegenleistung unter den reduzierten Steuersatz (13%).
  2. Unterkunft mit Halbpension: 15% der Einheitspreises fallen als für das Frühstück und die Mahlzeit gezahlte Gegenleistung unter den reduzierten Steuersatz (13%).
  3. Unterkunft mit Vollpension (full board): 25% der Einheitspreises fallen als für das Frühstück und die beiden Mahlzeiten gezahlte Gegenleistung unter den reduzierten Steuersatz (13%).
  4. Unterkunft mit dem System All Inclusive (Vollverpflegung) einschließlich des Getränkekonsums und der Erbringung sonstiger in dem Einheitspreis enthaltener Leistungen, wie Telefon-Service, Nutzung von Sonnenschirmen, Freizeitaktivitäten, Kinderbetreuung (Animation), Sport-Services u. a.:
    • 65% der Einheitspreises fallen als für den Aufenthalt gezahlte Gegenleistung unter den reduzierten MwSt.-Sondersatz (6,5%).
    • 25% der Einheitspreises fallen als für die Verpflegungsleistungen gezahlte Gegenleistung unter den reduzierten MwSt.-Satz (13%).
    • 10% der Einheitspreises fallen als für den Konsum alkoholischer oder alkoholfreier Getränke und die übrigen Leistungen des Pakts gezahlte Gegenleistung unter den regulären MwSt.-Satz (23%).

Wie ersichtlich wird, haben die Amtsschimmel wieder einmal einen „Meistersprung“ geleistet: Nimmt sich beispielsweise ein Hotelgast eine Cola aus der Mini-Bar, wird dies mit 23% MwSt. geahndet; lässt er sich die Cola dagegen von einem „Boy“ aufs Zimmer bringen, kommt der reduzierte Satz von 13% zur Anwendung. Bleibt zu hoffen, dass die Differenz in das Trinkgeld einfließt, zumal laut offiziell bekannt gegebenen Daten ein signifikanter Anteil der „dienstbaren Geister“ ohne Sozialversicherung und zu lächerlichen Hungerlöhnen beschäftigt wird … .

Abschließend sei angemerkt, dass der Generalsekretär für öffentliche Einnahmen, Charis Theocharis, anlässlich gegenteiliger Medienberichte zu einer weiteren Klarstellung schritt und betonte, dass für zubereitete Speisen ab dem 01. August 2013 auf jeden Fall der reduzierte MwSt.-Satz von 13% zur Anwendung komme, gleich ob sie vor Ort serviert / verzehrt, von dem Kunden mitgenommen oder durch einen Zustellservice ausgeliefert werden.

(Quellen: Imerisia, einschlägige Medienberichte)

Relevanter Beitrag:

  1. Karl Apel
    31. Juli 2013, 20:38 | #1

    Bei unserem diesjährigen Aufenthalt in Griechenland (bisher 3 Monate ) bekamen wir in ALLEN Restaurants nur handgeschriebene „Rechnungen“ ohne Aufdruck des Restaurantnamens, selbstverständlich incl. Mehrwertsteuer. In Zukunft können die armen Restaurantbesitzer nur noch 13% Schwarzgeld zusätzlich einstreichen … . Die Kontrollen müssen unbedingt intensiviert werden!

  2. GR-Block
    1. August 2013, 01:21 | #2

    Offensichtlich will das Ministerium die zu zahlenden Steuern so kompliziert machen, dass weder deren Einhaltung noch deren Kontrolle leicht ist. Mit der gleichzeitigen Reduktion der öffentlichen Angestellten wird das alles nicht transparenter. Vielleicht wäre es einfacher, gänzlich von der Besteuerung der Tourismusbetriebe abzusehen und stattdessen von den Touristen wie in D eine pauschale Kurtaxe pro Tag zu verlangen. Damit würde eine berechenbare Steuereinnahme entstehen und der inländische Tourist wäre entlastet.

  3. Moppel
    1. August 2013, 03:19 | #3

    Die Kontrollen müssen unbedingt intensiviert werden – und zwar speziell auch hinsichtlich all jener hinterfotzigen Touries, denen sehr wohl bekannt ist, dass sie gesetzlich verpflichtet sind, Rechnungen / Quittungen zu verlangen, dies jedoch – zumal sie anderenfalls berechtigt sind, jegliche Zahlung zu verweigern – in voller Kenntnis der Sachlage aus eigennützigen Gründen (sprich zur Erzielung eines wie auch immer gearteten persönlichen Vorteils) nicht tun!

    Der gesetzliche Rahmen besteht seit Jahren und sieht sogar auch Taschenkontrollen vor. Verlässt beispielsweise jemand ein Geschäft und kann für die nachweislich erworbene Ware keinen Zahlungsbeleg vorlegen, ist zumindest eine „prickelnde“ Ordnungsstrafe fällig. Dies gilt sinngemäß auch für Besucher von Tavernen, Restaurants usw., die für den „festgestellten“ Verzehr keine Quittung vorzeigen können. All diese Zeitgenossen machen sich der aktiven Steuerhinterziehung (mit-) schuldig und haben neuerdings je nach Höhe / Umfang der Steuerhinterziehung sogar auch mit unmittelbarer Festnahme, Schnellgericht und Haftstrafe zu rechnen.

    Was die auf breiter Basis üblichen „Buchungen“ von Unterkünften „unter der Hand“ betrifft, besteht zugegebenermaßen noch ein erheblicher Nachholbedarf. Speziell die Auswertung / Recherche der diesjährigen Steuererklärungen wird jedoch vermutlich zu signifikanten – um nicht zu sagen spektakulären – Ergebnissen führen und nicht zuletzt auch Ausländer (ggf. sogar in ihrem Heimatland!) nachhaltig kompromittieren … .

  4. Roland Wolf
    1. August 2013, 07:10 | #4

    Moppel :
    Eine Superidee-sofort umsetzen, es kommen noch viel zu viele Touristen nach Griechenland. Allen Ernstes jetzt, das ist nicht die schlaueste Idee die ich in den letzten Jahren gehört habe. Erst mal bezweifele ich dringend das alle Touristen davon wissen. Zum anderen stelle man sich mal vor man ist auf einer kleinen Insel und gleich am ersten Abend verweigert man die Bezahlung weil die Quittung nicht kommt oder nur handgeschrieben ist. Na da wird der Urlaub was werden.
    Kommt noch die Effektivität der Kontrollen dazu-wenn ich als Kontrolleur 5 Touristen kontrolliere oder 1 Lokal-wo kommt wohl mehr rum. Dafür ist fast sicher das es nach 1,2 Jahren intensiver Touristenkontrollen die Anzahl der Kontrollen stark zurückgehen wird-mangels Touristen.
    Und warum es Touristen im Heimatland kompromitieren sollte wenn er in Griechenland bezahlt hat ohne eine Rechnung zu verlangen sei dringend dahingestellt-ohne Rechnung kann der Tourist mal keine Einreichung bei der Steuer vornehmen. Dies würde nur bei einer fingierten, überhöhten Rechnung Rechnung möglich sein.
    Der Vorschlag passt wunderbar zu Einstellung es sind immer die Ausländer …

  5. olle
    1. August 2013, 07:53 | #5

    Ok, dann bezahlen die Touris in Griechenland keine Mehrwertsteuer in der Taverne, sondern eine Kurtaxe wie in D. Die beträgt je nach Ort hier zwischen 0,50 bis 4,50 €. Und wenn die Abgabe höher ausfallen sollte, was soll´s. Das Mittelmeer ist gross, Spanien, Türkei, Italien, Kroatien warten auf nette Kunden.

  6. Wildkatze
    1. August 2013, 11:47 | #6

    Glaubt jemand wirklich, der Endkonsument würde von diesen reduzierten MwSt-Sätzen auch nur irgendetwas zu spüren bekommen? Die Differenz fliesst unweigerlich in die Taschen der Anbieter.

    @Moppel: Ich finde es doch ziemlich verwegen, dass Touristen verantwortlich gemacht werden für die Steuerhinterziehung der Griechen. Touristen sind keine Steuerkontrolleure!

  7. GR-Block
    1. August 2013, 15:41 | #7

    @Moppel
    Oh Gott, Moppel, Sie malen ja einen furchtbaren Polizeistaat an die Wand. Dafür ist weder Personal noch Ausrüstung vorhanden. Außerdem belegen die Zahlen, dass GR in Sachen Steuerhinterziehung pro Unternehmen eher eine kleine Nummer ist, im europäischen Vergleich. Warum gehen wir nicht den amerikanischen Weg. Steuern, die technisch nicht eintreibbar sind, werden einfach gestrichen und an anderer, besser zugängiger Stelle eingeholt. Z.B. Benzinsteuer: da werden die Privat-Pkw geschont und Busse genutzt. Z.B. Wassersteuer: Mengen, die über dem täglichen Verbrauch gehen, sollten versteuert werden. Jeder einmal in der Saison seinen Pool gefüllt und schon ist der Staat saniert.
    Aber was Sie da propagieren führt ja zu einer Katastrophe. Wenn der Tourist nicht mit dem Kneipier gemeinsame Sache gegen den korrupten griechischen Staat machen darf, dann fühlt er sich doch den einfach (Geschäfts-) Leuten nicht so verbunden. Aber genau das macht doch den Urlaub im so unschuldig verdorbenen Hellas so attraktiv, sich so billig wie möglich durchfuttern.

  8. Hans Krause
    1. August 2013, 23:04 | #8

    Na toll Ihr Schwarzmaler und Besserwisser – ich bin vor Ort (lebe hier seit 31 Jahren) und kriege das wirkliche Leben mit. Erstmal möchte ich anmerken das diese „Sparmassnahmen“ hier die allgemeine „Wirtschaft“ zu Grunde richten! Die Gelder die nach Griechenland fliessen gehen doch eh nur an die Banken etc. Es haben tausende Geschäfte schliessen müssen weil der „normal Grieche“ sich normale Ausgaben nicht mehr leisten kann!
    Was die Senkung der MwSt. für Restaurants etc. betrifft: Hab mir heute meinen Frappe in Nafplio geholt, der kostete letzte Woche noch 1,20 Euro, heute kostete er im selben Laden nur noch 1,00 Euro. Keine Nachfrage, keine Diskussion, ich hatte wie üblich 1,20 Euro auf den Tresen gelegt und bekam die 20 Cent zurückgeschoben mit einem freundlichen Lächeln!
    Griechen sind nicht „die Betrüger“ wie viele denken, die „Oberen“ sind verantwortlich dafür, der „Normalo“ kennt das nicht ander´s weil´s ihm so beigebracht worden ist.
    Grüsse aus dem schönen Nafplio

  9. Jürgen
    3. August 2013, 14:06 | #9

    @Hans Krause
    Ich leb auch in GR und geb dir recht. Das Problem ist der Kapitalismus und dass die Menschen nicht in der Lage sind, eine Alternative zu entwickeln, obwohl es in GR wirklich leicht wäre, weil es klein und Überschaubar ist, einen durchschnittlich hohen Bildungsstandard hat (selbst die Kassiererinnen bei LILD sprechen Englisch, das gibts in D nicht!) es über ein gutes Klima, gute Böden und Ressourcen verfügt und über den Tourismus und die Reederei schon jetzt hohe Einnahmen generiert, die nur falsch verteilt werden. Es macht auch keinen Sinn in Griechenland zu versuchen, die Wirtschaft an nordeuropäische Industriestaaten mit 150 Jahre Standortentwicklung anpassen zu wollen, wie Merkel & Co das vesuchen. In GR könnten die Menschen gut mit 1000 Euro im Monat leben, wenn es eine staatliche & kostenlose Grundversorgung in Medizin, Mobilität & Kommunikation gäbe. Dann würde die Wirtschaft auch wieder brummen, natürlich auf einem ganz anderen Niveau als in Deutschland – aber das deutsche Modell will und braucht letztendlich auch kein Mensch.

  10. Yiaourti Yiaourtaki
    4. August 2013, 13:08 | #10

    @Moppel
    Mach das mal in nem deutschen Schnellbeschiis: Quittung für Döner!

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