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Griechenland führt "Clinical Audit" ein

19. Juli 2013 / Aktualisiert: 30. September 2017 / Aufrufe: 2.008

Eingriffe und Behandlungen in den öffentlichen Krankenhäusern in Griechenland werden zukünftig vorab von privaten Kontrollärzten genehmigt werden müssen.

Der neue griechische Gesundheitsminister Adonis Georgiadis gab am vergangen Montag (15 Juli 2013) einen ersten Vorgeschmack der Reformen, die er auf dem Gesundheitsbereich vorantreibt, um nicht zuletzt die Forderungen der Troika zu befriedigen. In der Morgensendung des TV-Kanals MEGA merkte er an, dass der Staat private Firmen damit beauftragen werde, die Notwendigkeit der Eingriffe und die richtige Therapie für gesetzlich versicherte Patienten in den öffentlichen Krankenhäusern zu prüfen.

Wie der Minister erklärte, wird diese Überprüfungen nach den Normen der privaten Versicherungsgesellschaften erfolgen, die zuerst kontrollieren und dann die Versicherten für die Eingriffe, Behandlungen usw. entschädigen.

Englisches Modell für Gesundheitssystems in Griechenland

Es handelt sich praktisch um das britische Kontrollsystems „clinical audit“, das auch die privaten Versicherungsgesellschaften anwenden, wenn einer ihrer Versicherten in einem privaten Krankenhaus behandelt wird.

Wird ein Versicherter des EOPYY ins Krankenhaus eingewiesen, wird ihn der Vertragsarzt der privaten Firma aufsuchen, die die Überprüfung vornimmt. Er wird beurteilen, ob die vorgeschlagene Therapie die geeignete ist, ob und für wie viele Tage der Patient im Krankenhaus verbleiben muss und ob er diese Operation machen muss, und es wird nicht mehr jeder in Rechnung stellen, was er will„, erklärte Adonis Georgiadis und betonte, die Maßnahme werde unmittelbar – „innerhalb des Sommers“ – zur Umsetzung kommen.

Die „klinische Kontrolle“ wird sowohl in öffentlichen als auch privaten Krankenhäusern mit dem Ziel erfolgen, die Aufwendungen des Versicherungssystems um 25% – 30% zu senken.

Kritiker befürchten enorme Verzögerungen und noch mehr Korruption

Der Plan des Gesundheitsministeriums zielt im Prinzip darauf ab, dem „Fakelaki“ (= Synonym für Schmiergeld) an die Ärzte, aber auch den bekannten „Köfferchen“, also der Einweisung in Krankenhäuser an Tagen des Bereitschaftsdienst nach Abstimmung des Patienten mit seinem Arzt, einen Riegel vorzuschieben. Mit der von Privatleuten erfolgenden Kontrolle der Patientenbewegungen wird ebenfalls die Zügelung der Kosten in den öffentlichen Krankenhäusern und die geringstmögliche Belastung der Versicherungskassen und speziell des EOPYY angestrebt.

Es fehlen jedoch auch nicht die Stimmen derjenigen, die glauben, dass es mit dem neuen Kontrollsystem große Verzögerungen bei der Einweisung von Patienten in Krankenhäuser geben wird, bis die erforderlichen Genehmigungen von den – noch zu gründenden – Ausschüssen erteilt werden, während nicht auszuschließen ist, dass es zur Beschleunigung der Verfahren einen starken Anstieg bei dem „Fakelaki“ geben wird.

Krankenhausärzte in Lamia stellen Bereitschaftsdienst ein

Die Ärzte des Krankenhauses in Lamia beschlossen derweilen bei einer Generalversammlung am vergangenen Dienstag (16 Juli 2013), ab Montag, dem 22 Juli 2013 keinen Bereitschaftsdienst mehr zu leisten. In einer an die Öffentlichkeit gegebenen Bekanntmachung betonen sie, der Bereitschaftsdienst werde ab Montag eingestellt werden, da sie für die Bereitschaften seit Februar 2013 bis heute nicht bezahlt worden sind. Wie ihnen die Zuständigen des Krankenhauses sogar beschieden, werden sie nicht vor dem 27 August 2013 bezahlt werden.

Der Grund für die Verzögerungen bleibt noch unbekannt, da die Leitung des Krankenhauses die Einheitliche Zahlstelle verantwortlich macht. In der Bekanntmachung merken die Ärzte an, von der Krankenhausleitung keine Reaktion erhalten zu haben, welche Tatsache sie zwinge, zu dieser Maßnahme zu schreiten.

Wie die Ärzte unterstreichen, werden die Auswirkungen ungeheuer sein, wenn bis dahin keine Lösung gefunden werden wird, fügen an, der Gesundheitsbereich in ganz Fthiotida befinde sich im Zustand der Lähmung und unterstreichen: „Die Verantwortung für diese Lage tragen vollumfänglich das zuständige Ministerium, die Einheitliche Zahlungsstelle und die Leitung des Krankenhaueses von Lamia.

(Quelle: in.gr, Imerisia.gr, in.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Heinz
    19. Juli 2013, 13:47 | #1

    Ist doch einfach schön, wenn die „Schuldigen“ immer so schnell gefunden werden. Aber: Was ist mit dem Eid der Ärzte, niemand im Stich zu lassen? Man kann das Eine tun ohne das Andere zu lassen. Organisieren und kämpfen, aber an der anderen Front, nicht auf dem Rücken der Patienten. Das ist nicht human und – für mich – auch ziemlich feige. Nach oben buckeln, nach unten treten.

  2. Petroulla
    20. Juli 2013, 15:20 | #2

    Na, dann zahlen wir die „Fakelaki“ eben an die Privataerzte, wo ist denn da der Unterschied? Die Frage ist doch nur, w e r unsereinen abzockt, es wird immer einer da sein. Und auf wessen Kosten soll denn eingespart werden? Kein Mensch geht freiwillig in ein staatliches Krankenhaus, wenn er nicht muss. So schoen ist es dort weiss Gott nicht, dass ich mich aus Jux und Langeweile dort einweisen lasse. Das tun nur wirklich Kranke, die eine Behandlung oder Operation dringendst brauchen und sich ein Privatkrankenhaus nicht leisten koennen. Und bei denen soll also nun nochmals aussortiert werden. Nach welchen Masstaeben? … Fakelaki …

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