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Troika stellt Griechenland Ultimatum wegen Defizit im Gesundheitssystem

20. Juni 2013 / Aktualisiert: 11. Juli 2013 / Aufrufe: 2.259

Die Troika stellte Griechenland ein Ultimatum, Maßnahmen zur Einschränkung der Defizite im öffentlichen Gesundheitssystem zu ergreifen.

Die Troika gab dem griechischen Gesundheitsministerium eine Frist von zwei Wochen, um umgehend eine Lösung zu finden, den kontinuierlich anschwellenden Defiziten des Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen (EOPYY) zu begegnen. Es wird erwartet, dass die Leistungen des Trägers an die Versicherten mit dem Ziel „unter das Mikroskop“ genommen werden, die Aufwendungen für diagnostische Untersuchungen, Krankenhausbehandlungen und sonstige Gesundheitsleistungen zu reduzieren.

Wie die Zeitung „Ta Nea“ berichtet, brachten die Leiter der Troika dem Gesundheitsminister bei ihrer Begegnung am Montag ihr heftiges Missfallen zum Ausdruck und stellen fortan offen die Tragfähigkeit des EOPYY in Frage.

Gesundheitsminister kündigt neue Kürzungen an

Gesundheitsminister Andreas Lykourentzos betonte in seiner Erklärung, „es gibt signifikante Themen, die untersucht werden müssen, wie die Reorganisation des EOPYY und das Thema der Ausgaben, die mittels der Versicherungsträger verursacht werden„. Er kündigte neue Maßnahmen an und fügte hinzu, „in diesem Thema sind wir bereit, Vorschläge zu unterbreiten und Ideen zu adoptieren, damit beim EOPYY für das Jahr 2013 kein bedeutendes Defizit geschaffen wird.

Informationen zufolge scheint sich die Neugestaltung des Trägers außer der erneuten Kostenberechnung der ärztlichen Handlungen und Untersuchungen auch der Entwicklung von Kontrollmechanismen zuzuwenden, da die Führung des Ministeriums „Spitzen“ bezüglich einer künstlich geschaffenen Nachfrage anklingen ließ.

Das Defizit des EOPYY tangiert inzwischen 1,2 Mrd. Euro, während sich in der Buchhaltungsstelle des EOPYY jeden Monat neue unbezahlte Rechnungen ansammeln. Die Entgleisung der Aufwendungen für diagnostische Untersuchungen um 100 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2013 entzündete die Diskussion mit den Amtsträgern der Troika.

In dem selben Zeitraum sind auch die Ausgaben für die Behandlung der Versicherten in den privaten Kliniken in die Höhe geschnellt, während die Altschulden eine zusätzliche untragbare Last für den Organismus darstellen. Spezieller schuldet der Einheitsträger für die fünf Jahre 2007 – 2011 den privaten Kliniken weiterhin 530 Millionen Euro, während die Verbindlichkeiten für das Jahr 2012 bei 200 Millionen Euro abschlossen. Zusätzlich kommen jeden Monat 40 Millionen Euro hinzu, die auf die offene Rechnung des Organismus bei den privaten Therapieeinrichtungen gesetzt werden.

Zuversichtlich sind die Prognosen des Gesundheitsministers Andreas Lykourentzos hinsichtlich der Krankenhäuser und der Deckung ihrer Bedürfnisse, wobei er unterstreicht, dass keine unangenehmen Entwicklungen erwartet werden.

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass der EOPYY praktisch schon seit seiner Gründung zahlungsunfähig ist und infolge der explodierenden Arbeitslosigkeit und der radikalen Lohnsenkungen bzw. den damit einhergehenden enormen Beitragsverlusten der gesetzlichen Krankenkassen unweigerlich jeden Tag tiefer in die roten Zahlen gerät.

(Quelle: in.gr)

Relevanter Beitrag:

  1. Catalina
    21. Juni 2013, 12:02 | #1

    Zuversichtlich sind die Prognosen des Gesundheitsministers Andreas Lykourentzos hinsichtlich der Krankenhäuser und der Deckung ihrer Bedürfnisse, wobei er unterstreicht, dass keine unangenehmen Entwicklungen erwartet werden.

    Da lachen die Hühner. Es werden keine unangenehmen Entwicklungen erwartet? Für wen? Für die Regierung oder die Bürger? Ein Krankenhaus/eine Gesundheitsstation nach der anderen werden dichtgemacht oder bekommen nicht mal mehr so viel Geld, dass die Patienten mit ausreichend Essen versorgt werden können. Und jetzt steht eine erneute Runde von Schließungen bevor, denn laut Ministeraussagen reicht ein Krankenhaus in einem Umkreis von 200 – 300 km aus. Zum Beispiel sollen die Krankenhäuser/Gesundheitsstationen in Messolonghi und Nafpaktos dicht gemacht werden und die Leute stattdessen nach Agrinion fahren. „Ist doch alles kein Problem, so etwas ist zumutbar“. Es dreht sich einem der Magen um!

  2. xenya
    22. Juni 2013, 06:53 | #2

    Die Griechen sollten endlich einmal anfangen, die deutschen und alle anderen ausländischen Krankenkassen, zu belasten. Jahrzehntelang wurden alle Touristen umsonst behandelt. Kein Wunder, daß sie in den Miesen sind und deutsche Krankenkassen sich die Haende rieben. Und schon wieder leiden Inländer für Mißstände in GR, weil GR nicht vernetzt war und keine Abrechnungen möglich waren!

  3. V99 %
    22. Juni 2013, 18:42 | #3

    Wenn man von einer „Totgeburt“ reden kann, dann bei dem offiziell im September 2011 gegruendeten EOPYY! Ergaenzend sei auch angemerkt, dass dem EOPYY allein bis April 2013 durch nicht versicherte Arbeit 1,5 Milliarden Euro entgehen …
    https://www.griechenland-blog.gr/2013/04/finanzierungsloch-bedroht-erneut-renten-in-griechenland/12937/

  4. Heinz
    23. Juni 2013, 12:42 | #4

    @xenya

    Zitat xenya: „Jahrzehntelang wurden alle Touristen umsonst behandelt.“

    Definitiv falsch. Auf Kreta benötigte ich einen Arzt und wurde auch bestens versorgt. Allerdings wurde die Behandlung von meiner Auslandskrankenversicherung bezahlt. Ich musste die Kosten zuerst einmal selbst bezahlen, wie das international üblich ist. Dann wurde es von der Versicherung ersetzt. Also bitte keine Wunschmärchen in die Welt setzen.
    Im übrigen zahlen alle deutschen Krankenkassen die „normale“ Behandlung innerhalb der EU. Zahlung mit der Gesundheitskarte. Natürlich nur von denen, die auch versichert sind. Wie das in anderen EU-Ländern ist, weiß ich nicht.

  5. Catalina
    23. Juni 2013, 21:19 | #5

    @Heinz
    xenya hat schon Recht. Vielleicht hat sich in den letzten 2 oder 3 Jahren etwas verändert, seit immer mehr Touristen mit ihren auch im Ausland einsetzbaren Krankenkarten kommen, aber früher war es definitiv so wie von xenya geschildert. Meine Schwester hat lange Jahre im Krankenhaus auf Kefalonia gearbeitet und von ihr weiß ich, dass es sehr, sehr selten vorkam, dass ein Ausländer mal zur Kasse gebeten wurde. Man hat seine obligatorische Gebühr bezahlt (anfänglich 3 Euro, jetzt 5 Euro), wie auch die Einheimischen, und dann konnte man in die Ambulanz gehen und sich behandeln lassen. Abrechnungen mit ausländischen Krankenversicherungsträgern wurden tunlichst vermieden, ob aus Bequemlichkeit oder weil man einfach den Arbeitsaufwand scheute, sei dahin gestellt.
    Ich habe selbst vor 4 Jahren eine Freundin mit ihrem kleinen Sohn aus Schweden zu Besuch gehabt, der sich eine ganz böse Schnittverletzung zuzog. Wir gingen ins Krankenhaus, zahlten 3 Euro, niemand hat nach einer Versicherungskarte etc. gefragt, und dann wurde dem Kleinen die Verletzung versorgt und genäht und ein Rezept für Antibiotika ausgestellt. Nur dieses mußte dann in der Apotheke selbst gezahlt werden. Ich weiß noch wie heute, dass meine Freundin total begeistert war von dieser unkomplizierten ärztlichen Behandlung und sich fragte, wie wir, als armes Land, uns das leisten konnten und sie, im reichen Schweden, nicht!

    • Team
      24. Juni 2013, 02:36 | #6

      @Catalina
      Trotz offensichtlicher Unstimmigkeiten haben wir diesen Kommentar freigeschaltet, weil letztendlich doch etliches Wahres daran ist.

      Die anfänglich 3 Euro betragende und dann auf 5 Euro erhöhte Praxis- / Ambulanz-Gebühr wurde erst im Herbst 2010 eingeführt (siehe Ambulante Behandlung in Griechenland auch für Ausländer gebührenpflichtig und Praxisgebühr und Generika im staatlichen Gesundheitswesen Griechenlands), folglich kann sich der Fall mit den schwedischen Besuchern in der geschilderten Form nicht vor 4 Jahren ereignetet haben.

      Weiter sei angemerkt, dass auf Basis zum Teil schon vor Jahrzehnten vereinbarter (bilateraler oder kollektiver) Abkommen gesetzlich (kranken-) versicherte Bürger der Vertragsstaaten in Griechenland das öffentliche Gesundheitssystem in dem gleichen Umfang und zu den selben Konditionen wie auch adäquat versicherte Einheimische in Anspruch nehmen konnten, sofern sie einen entsprechenden Versicherungsnachweis (des Herkunftslands) vorlegten. Speziell auf dem Sektor der sogenannten „primären“ Versorgung waren und sind Einzelabrechnungen nicht vorgesehen, auf „sekundärem“ Niveau dagegen sehr wohl.

      Dass in der Praxis häufig alle Augen zugedrückt wurden und trotz aller restriktiven Maßnahmen auch weiterhin zugedrückt werden, ist maßgeblich der Sensibilität der … sagen wir mal direkt „Involvierten“ … zu verdanken, die sich überwiegend immer noch als Menschen und nicht als Gebührenautomaten verstehen. Natürlich sind auch organisatorische Mängel der Grund dafür, dass berechtigte Forderungen fallweise nicht beigetrieben werden, Vorfälle wie Krankenhaus in Griechenland hält Säugling als Pfand zurück sind jedoch eines angeblich zivilisierten Staates einfach unwürdig.

  6. Catalina
    24. Juni 2013, 11:44 | #7

    Ehrlich gesagt, verstehe ich jetzt nicht das Problem des Admins. Spielt das Jahr so eine grosse Rolle? Okay, vielleicht war es auch schon 2009 oder 2008, auf jeden Fall aber nach der Euro-Einführung. Wichtig ist doch, dass es tatsächlich die „kostenlose“ Behandlung gab und gibt!!

    PS: Habe nachgeschaut: Juni 2008 war es, sorry für das eine Jahr.
    Und eine „Eintrittsgebühr“ für die Notfallbehandlung im Krankenhaus haben wir definitiv nicht erst seit 2010 bezahlt, für die OGA-Versicherten war es kostenlos und die bei einer anderen griechischen Krankenkasse Versicherten zahlten diese „Eintrittsgebühr“ und bekamen den Betrag später von ihrer Krankenkasse wieder erstattet.

  7. Götterbote
    24. Juni 2013, 13:21 | #8

    @Team
    Ich habe schon mehrfach Bekannte/Verwandte in Griechenland im Urlaub im Krankenhaus behandeln lassen müssen, noch nie musste jemand dafür zahlen, nicht einmal irgendeine Gebühr. Das letzte mal kam dies vor zwei Jahren vor. Auch ich selbst musste es schon in Anspruch nehmen. Abgesehen davon, dass ich diese Praxis der kostenlosen Behandlung von Touristen oder Griechenland-Besuchern im Allgemeinen schon mehrfach irgendwo im Internet in verschiedenen Berichten (also keine Forenkommentare) gelesen hatte, wurde uns dies auch immer in den Krankenhäusern selbst auf Nachfrage mitgeteilt. Dort hieß es definitiv, dass „Ausländer“ nichts zahlen müssen. Es wurden lediglich Name und Herkunft festgehalten.

  8. Moppel
    7. Juli 2013, 23:39 | #9

    Der Unterschied zwischen dem IWF und einem Vampir ist, dass der Vampir aufhört, einem das Blut auszusaugen, wenn man tot ist.
    Wenn Sparen tötet

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