Rauchverbot in Griechenland wird kaum durchgesetzt

6. Juni 2013 / Aktualisiert: 11. Juli 2013 / Aufrufe: 3.274

Der Rückgang der Kontrollen und der einschlägigen Geldstrafen zeigt, dass in Griechenland das allgemeine Rauchverbot weitgehend ohne Anwendung bleibt.

Aus den Daten, welche das Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (KEELPNO) sammelt, lässt sich ein dramatischer Rückgang der Kontrollen bezüglich der Umsetzung des Gesetzes über das Rauchverbot und der Verhängung von Geldstrafen in gesundheitsrechtlichen Bestimmungen unterliegenden Geschäftsbetrieben, öffentlichen und privaten Lokalitäten feststellen.

Gemäß den Resultaten der Kontrollen, welche jede Woche die „Raucher-Hotline“ 1142 zusammenträgt, wurden in Griechenland im ersten Quartal 2013 von Beamten der Gemeindepolizei, Bezirkseinheiten und Hafenämtern ungefähr 3.500 Kontrollen durchgeführt, wogegen die entsprechenden Kontrollen im selben Quartal 2012 sich auf 13.450 beliefen und im Jahr 2011 mehr als 25.000 waren.

Rückgang der verhängten Geldstrafen um eine Zehnerpotenz

Die Gesamthöhe der wegen Verstößen gegen das Rauchverbot verhängten Geldstrafen belief sich entsprechend im ersten Quartal 2011 auf 904.450 Euro, in der selben Periode des Jahres 2012 auf 346.900 Euro und im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2013 auf gerade einmal noch 76.350 Euro. Charakteristisch ist auch die Tatsache, dass bei 1.454 Kontrollen, die von 23 Februar 2013 bis 29 März 2013 durchgeführt wurden, in gerade einmal 1,4% der Fälle – also in 20 Fällen – Übertretungen festgestellt wurden.

Im Kampf gegen das Rauchen sind Schritte nach vorn erfolgt, außer der Nichtumsetzung des Gesetzes in Gastronomie-Betrieben und Cafeterien, wo der Staat das Gesetz nicht anwenden will und seine ‚Insuffizienz‘ erklärt„, kommentiert Panagiotis Mpechrakis, Vorsitzender des Nationalen Ausschusses für die Kontrolle des Rauchens und Pneumonologie-Professor der Universität Athen.

Über die „Raucher-Hotline“ 1142 gingen ab der Aufnahme ihres Betriebs am 01 September 2010 bis zum 31 Mai 2013 insgesamt 61.533 Beschwerden ein, die an die zuständigen Behörden weitergeleitet werden, welche die Kontrollen durchführen. Von diesen Beschwerden bezogen sich 57.040 auf gesundheitsrechtlichen Bestimmungen unterliegende Geschäftsbetriebe, in denen die Anrufer hauptsächlich meldeten, dass die Kunden innerhalb des Geschäfts rauchen (23.269), Aschenbecher auf den Tischen existieren (17.227) und mit Duldung des Verantwortlichen geraucht wird (15.502).

2.763 Meldungen bezogen sich auf geschlossene Räumlichkeiten des öffentlichen Sektors, hauptsächlich Behörden (1.254) und Krankenhäuser / Träger für Gesundheitsleistungen (511). 1.302 Meldungen betrafen geschlossene Räumlichkeiten des privaten Sektors, hauptsächlich private Firmen- und Geschäftsräume. 428 Meldungen schließlich bezogen sich auf andere Lokalitäten (Flughäfen, Massenbeförderungsmittel, geschlossene Räumlichkeiten in Einkaufszentren usw.). Geographisch bezogen die Meldungen sich auf Attika (42,5%), Zentralmakedonien (16%), Ostmakedonien und Thrakien (6,8%) und Westgriechenland (6,1%), während die übrigen Regionen mit sehr viel geringeren Anteilen folgen.

Die „Raucher-Hotline“ 1142 stellt eine Leitung für Information und Unterstützung bei der Aufgabe des Rauchens dar. Ziel ihres Betriebs ist vorrangig die Informierung der Bürger und Gewerbetreibenden über das geltende Anti-Rauchergesetz und die Bereitstellung von Unterstützung und nützlichen Informationen für alle, die mit dem Rauchen aufhören wollen. Ebenfalls nimmt die Hotline Probleme in Zusammenhang mit der Umsetzung des Gesetzes sowie auch die Meldungen über Übertretungen in gesundheitsrechtlichen Bestimmungen unterliegenden Geschäften und Arbeitsräumen auf. Alle Meldungen werden an die zuständigen Behörden übermittelt, welche die Kontrollen durchführen.

Parallel werden beratende Informationen zur Abgewöhnung des Rauchens und detaillierte Informationen über die öffentlichen und privaten „Zentren für die Einstellung des Rauchens“ in ganz Griechenland erteilt.

Griechen sind die fanatischsten Raucher in Europa

Laut dem Informationsbericht des KEELPNO weist Griechenland unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Unionen einen der höchsten Pro-Kopf-Anteile bei dem Verbrauch von Tabakprodukten auf. Konkret rauchten im Jahr 2000 in Griechenland 37,6% der volljährigen Bevölkerung (46,8% der Männer und 29% der Frauen). Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stieg entgegen der fallenden Tendenz in vielen anderen europäischen Ländern die Anzahl der Raucher in Griechenland in den Jahren 2000 – 2009 weiter an. In einer Untersuchung der Euromonitor International wurde festgestellt, dass in Griechenland der jährliche Durchschnittskonsum je Einwohner 3.055 Zigaretten im Jahr 2008 und 2.942 im Jahr 2009 betrug, welche Tatsache die griechischen Raucher den „fanatischsten Qualmern“ in Europa zuordnet.

Ebenfalls sterben jedes Jahr mehr als 19.000 Griechen wegen des Rauchens. Das Rauchen stellt den hauptsächlichen Grund der vorzeitigen – aber abwendbaren – Sterblichkeit in der entwickelten Welt dar. Das Rauchen erhöht die Frequenz des Auftretens ernsthafter Erkrankungen, aber auch die Sterblichkeit infolge dieser Erkrankungen. Die primären und häufigsten sind koronare Herzerkrankungen (Infarkt), Krebs (Lungen-, Speiseröhren-, Harnblasenkrebs usw.), chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Gefäßleiden des Gehirns (Schlaganfälle), während es die Säuglingssterblichkeit erhöht und embryonale Komplikationen während der Schwangerschaft verursacht.

Beispielsweise verringert sich die Lebenserwartung einer Person im Alter von 25 Jahren, die täglich ein Päckchen Zigaretten raucht, um 4,6 Jahre, und wenn sie täglich zwei Päckchen raucht, sinkt die Lebenserwartung um 8,3 Jahre, während der Beginn des Rauchens im Alter von 15 Jahren die Lebenserwartung um acht Jahre reduziert.

Schulungsprogramme

Die Stiftung für medizinbiologische Forschung der Akademie Athen realisiert unter Leitung von Panagiotis Mpechrakis und mit Finanzierung aus dem NSRP und der Stiftung Panagiotis Mpechrakis Schulungsprogramme zur Informierung der Schüler aller Bildungsstufen über die schädlichen Folgen des Rauchens.

Das Programm wurde im vergangenen April als Pilotprogramm von der griechisch-französischen Schule Saint Joseph begonnen, und für drei Jahre sind mehr als 1.000 Besuche in Schulen in Athen und Thessaloniki geplant. Das Programm bezieht sich auf die Informierung von Schülern, die Schulung von Lehrkräften und kulturelle Veranstaltungen.

(Quelle: in.gr)

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  1. Maximus
    6. Juni 2013, 09:45 | #1

    Mich hat es tierisch gestört, dass überall geraucht wurde. Und als ich die Leute mit denen ich unterwegs war, darauf ansprach sagte man mir nur, dass sich die Polizei etc um sowas garnicht kümmert. Griechenland hat Gesetze für alles, aber niemand hält sich dran.

  2. Heinz
    6. Juni 2013, 11:04 | #2

    In diesem Fall ist es „nur“ das Rauchverbot. Aber es ist ein Hinweis darauf, wie sowohl von den Bürgern auch als von den Staatsorganen mit bestehenden Gesetzen umgegangen wird. Diese Geringschätzung zieht sich durch die gesamte Gesellschaft und durch alle Ordnungsbereiche. Der Eine sagt, dass dieses und jenes Gesetz für ihn nicht gilt, einfach, weil es ihm nicht gefällt, der Andere dass wieder andere Gesetze und Verordnungen von ihm ignoriert werden, weil er denn Sinn nicht einsehen will. Ist es nicht so? Wie soll so ein Land funktionieren.

  3. Petroulla
    6. Juni 2013, 15:59 | #3

    @Heinz
    Genau so ist es. Und an die Gesetze halten sollen sich immer nur die Anderen. Ähnlich ist es ja auch bei den Steuern. Und das ist unter anderem (Korruption, Vorteilswirtschaft usw.) auch ein Grund für das Nichtfunktionieren der griechischen Wirtschaft. Denn fast jeder denkt so. Alle anderen sollen korrekt sein, nur ich selbst, ja das ist doch was ganz anderes. Und was das Rauchen betrifft: Auch ich als Nichtraucherin finde es gut, daß nicht mehr überall geraucht werden sollte, daß nicht alle Klamotten nach Zigarettenqualm stinken, wenn ich aus irgendeinem Büro komme. Aber die Raucher sehen das sicherlich ganz anders.

  4. V99 %
    6. Juni 2013, 17:49 | #4

    Was ich dabei am schlimmsten finde, ist, dass auch auf Kinder keinerlei Ruecksicht genommen wird. Ich war neulich in einem Kinderkrankenhaus und musste entsetzt feststellen, wie supercoole Erwachsene mitten auf dem Gang, wo die Zimmer von frisch operierten Kindern waren, sich einfach eine angesteckt haben, trotz ueberall vorhandener Rauch-Verbots-Beschilderung! Und neulich auf der Strasse, roch es ploetzlich, bei geschlossenen Scheiben, stark nach Zigaretten Qualm im Auto. Die Ursache war schnell ausgemacht: Ein Taxi-Fahrer fuhr auf der Spur neben mir und hielt seine Zippe aus Fenster, wahrscheinlich, damit seine Fahrgaeste nicht „belaestigt“ werden (oder wollte er ein παπι damit begluecken?). Zum Glueck habe ich neulich gelesen, dass die Raucher zahlenmaessig in GR stark zurueck gehen, dank der Steuererhoehungen auf Tabakwaren und weil sie es sich einfach nicht mehr leisten koennen.

  5. Götterbote
    6. Juni 2013, 18:18 | #5

    Wenn der Staat es nicht schafft, selbst durch solche, einfachste Methoden Geld einzutreiben, dann ist schon fast alles zu spät. Das grenzt schon an Arbeitsverweigerung der Kontrolleure.

  6. Norbert
    6. Juni 2013, 18:34 | #6

    Jaja, vom Rauchen kriegt man Lungenkrebs. Wie schön, dass die ganzen radioaktiven heißen Teilchen die unsere Atmosphäre veredeln völlig wirkungslos und passiv rund um die Uhr eingesogen werden. Wer verbietet die eigentlich? Ich halte die Tabakhetze für ein Ablenkungsmanöver. Bevor wir diesen ganzen radioaktiven Mist in der Luft hatten galt Rauchen als gesund. Und in Südafrika z.B. kam die Lungenkrebsthematik erst nach Einführung des Dieselmotors zur Sprache. Nicht aufgrund des immer schon hohen Raucheranteils.

  7. weisemaus
    6. Juni 2013, 20:56 | #7

    @Heinz
    sie sind also der Meinung, dass sich die Geringschätzung durch die gesamte Gesellschaft und Ordnungsbereiche zieht? Das wort „Voreingenommenheit“ passt hier wohl sehr direkt auf ihre Äußerung.
    @ V99
    also Ehrlich, dieses Kinderkrankenhaus hätte ich gern mal beim Namen benannt und die Umstände, die sie dort (angeblich gesehen) haben, der zuständigen Behörde gemeldet. Obendrein „Vor Ort“ handeln wär vielleicht auch sinnvoll gewesen, wobei es mich wenig interessiert, ob es frisch operierte Kinder oder Erwachsene sind. Kranke Patienten sollten mehr geschützt werden. Auf die Geschichte mit dem Taxi-Fahrer möchte ich erst gar nicht näher eingehen. Fakt ist, wir haben Nichtraucher und Raucher in der Gesellschaft und da sollten beide Seiten die normalen Schranken beachten. Aber diese, ich sag mal vorsichtig „übertriebene Art“ stetig und immer wieder auf den Rauchern mit solchen „dubiosen“ Geschichten herzuziehen, löst das Problem niemals.
    @ Norbert
    vielen Dank für das angesprochene Thema – aber davon will keiner der „nicht“ rauchenden etwas hören geschweige denn drüber lesen.

    Ein Raucher

  8. Willi F. Gerbode
    7. Juni 2013, 09:46 | #8

    @weisemaus
    „Erfahrung“ ist eine wichtige Kategorie, wenn man urteilen möchte. Sie ist wohl nicht mit „Voreingenommenheit“ gleich zu setzen. Wie sollte man sonst zu Einschätzungen kommen? Und würden Erfahrungen als Beurteilungsmaßstab ausgeschlossen werden, dürften die meisten Kommentare in Blogs generell substanzlos werden. Oder wollen Sie allen Ernstes für eine Einschätzung typischen Verhaltens von Griechen, Deutschen, Chinesen, Eskimos usw. nur noch Statistiken und wissenschaftliche Arbeiten zulassen. Verallgemeinerungen sind immer ein Problem, weil sie Individuen nicht gerecht werden können. Aber ist die Einschätzung von Heinz wirklich so falsch. Mit meinen Erfahrungen deckt sie sich jedenfalls. Und ich bin – vorsichtig formuliert – nicht allzu selten in GR, spreche die Sprache, habe mich in mittlerweile vier Büchern intensiv mit Griechenland, seiner Kultur, Wirtschaft und natürlich besonders den Hellenen selbst beschäftigt.

    @ Norbert
    Die Argumentation in Sachen Rauchen ist zumindest gewöhnungsbedürftig:

    Der Hinweis auf andere durch Menschen geschaffene Umweltgefährdungen macht die Warnung vor den Gefahren des Rauchens und der Rücksichtslosigkeit mancher/vieler nicht überflüssig. V99 %’s Beispiele sprechen Bände. Und würden Sie Körperverletzung mit dem Hinweis akzeptieren, auf der Welt würden schließlich viele Menschen verletzt und getötet?

    Mehrere Kommentatoren oben haben bereits darauf hingewiesen, der Umgang der Menschen mit dem Rauchverbot UND der der Regierung damit, dass letzteres in GR so gut wie nicht staatlicherseits durchgesetzt wird, ist ein Indiz für das Verhältnis Bürger – Staat und Staat – Bürger; die Einstellung zu Steuern ist ein anderes Feld, das hier ebenfalls Bände spricht. Genauso wie es in D in vielen Bereichen immer noch Obrigkeitsgläubigkeit gibt, gibt es halt in GR halt das glatte Gegenteil. In D ist die Ursache dafür die preußische Vergangenheit, die im Nationalsozialismus ihren unrühmlichen Höhepunkt fand, in GR ist es die jahrhunderte-, ja jahrtausendelange Fremdherrschaft, unter der die Griechen zu leiden hatten – von der Militärdiktatur gar nicht erst zu reden. Griechen haben unter dem Strich keine guten Erfahrungen mit dem Staat und seinen Institutionen gemacht. Wen wundert es, dass sie sich so verhalten, wie sie es tun! Viele, mit denen ich gesprochen habe, sehen sich in einer Art Notwehrsituation gegenüber dem Staat, dem zudem jegliche Kompetenz, Rechtschaffenheit (wörtlich zu nehmen!) und Unvoreingenommenheit absprechen – wahrlich nicht ohne Grund angesichts des Rousféti- und Fakeláki-Unwesens.

  9. weisemaus
    7. Juni 2013, 17:44 | #9

    @ Willi F. Gerbote
    Genau, Erfahrung ist eine der wichtigsten Kategorien, wenn man argumentieren oder auch beurteilen möchte. Ich lebe in Griechenland, lebe und arbeite mit diesen Menschen, spreche ihre Sprache und setze mich mit ihnen und ihrer Situation auseinander. Sei es in kultureller, wirtschaftlicher oder jeglicher persönlichen Einstellung. Daraus resultieren meine Erfahrungen seit über mehr als 12 Jahren mittlerweile.

  10. Stipsi Fan
    8. Juni 2013, 01:18 | #10

    @ Willi F. Gerbode
    @ weisemaus
    Ich kann dir nur Recht geben „weisemaus“. Bin endlich wieder in meinem geliebten GR. Habe gerade mit meinen griechischen Freunden meinen Geburtstag gefeiert. Raucher und Nichtraucher friedlich zusammen gesessen.
    Ich liebe diese stolzen und eigensinnigen Menschen so sehr. Was ist gut daran, wenn wir Deutschen vor einer roten Ampel stehen bleiben, obwohl weit und breit kein Auto oder Mensch zu sehen ist? Was ist gut daran, immer zu tun, was einem gesagt wird? Die Griechen sehen mit dem Herzen gut. Wenn dieser „Ungehorsam“ so schlecht wäre, warum hatte GR dann vor der Troika die niedrigste Kriminalitätsrate in Europa? Obwohl GR die stärksten Raucher in Europa sind, sind Griechen, Japaner und Eskimos die gesündesten Menschen der Welt. In diesen Ländern und Kulturen gibt es so gut wie keine Herzinfarkte. Griechen sind die tolerantesten Menschen, die ich jemals kennen gelernt habe. Obwohl es denen wirklich dreckig geht, verlieren sie ihr Lachen und Spielen nicht. Ich möchte nicht wissen, was Deutsche machen würden, wenn ihnen sowas widerfahren würde. Meine Freunde sagen: „Es wird schon wieder bergauf gehen“. Das geht alles nur, weil diese Menschen Bedüfnisse auf einem viel niedrigeren Niveau als Deutsche haben. Das Leben steht an vorderster Stelle. In irgendeiner Form sind für mich Griechen so etwas wie Ur-Menschen. Leben und Gemeinschaft sind wichtig, alles andere ist zweitrangig. Gehorsam und Konsum stehen nicht an erster Stelle. Ich kann nur hoffen, dass die EU sie nicht zu „guten Deutschen“ machen kann. Hier muss man nicht funktionieren, hier kann man Mensch sein. Hier merken die Menschen nicht nur am Geruch nach 6 Wochen, dass ein Nachbar tot ist, sondern weil er abends nicht mehr auf der Straße ist. Gott bewahre die Griechen vor unserer Kälte. Ich glaube, ich schreibe auch mal Bücher über meine 35 Jahre Erfahrungen mit Griechen …

  11. Xenya
    8. Juni 2013, 10:36 | #11

    Ich finde die Raucherhetze erschreckend! Seit Jahren wird davon geredet! Hat sich schon einmal jemand um die Alkoholiker Gedanken gemacht?

  12. Xenya
    8. Juni 2013, 10:45 | #12

    @V99

    Nun war ich schon desoefteren in griechischen Krankenhaeusern!Weder auf Erwachsenen- noch auf Kinderstationen wird geraucht!Wo in Gottes Namen war das bitte? Sogar die Griechen haben dazugelernt und rauchen kaum noch in der Wohnung, wenn Kinder oder Schwangere dabei sind! Alles ist so schlimm in Griechenland! Deshalb gibt es in Deutschland auch so wenig Frauenhaeuser, Kinderschaender, Alkoholiker, Drogenabhaengige und Hartz IV-Empfanger, die auch arbeiten gehen koennten! Aber in GR … da ist es ja ganz ganz dolle schlimm!

  13. Petroulla
    8. Juni 2013, 12:31 | #13

    @Stipsi Fan
    Hier handelt es sich ganz offensichtlich um Urlaubserfahrungen. Glauben Sie mir, wenn Sie in GR leben und arbeiten, sieht das ganz anders aus. Auch ich habe mal so gedacht wie Sie, bin aber in 20 Jahren, die ich nun hier lebe, sehr schmerzhaft eines Besseren belehrt worden. „Hier kann man Mensch sein“ – aber nichts funktioniert. Im Urlaub ist es natürlich ganz nett, mit Freunden zu feiern. Sirtaki, Wein und Hopa-Hopa. Aber im Alltag ist nichts mit Hopa-Hopa. Da geht es mittlerweile ums nackte Überleben. Auch GR braucht eine funktionierende Wirtschaft, ein System, daß es den Menschen ermöglicht, von ihrer Hände Arbeit zu leben. Nur mit Hopa-Hopa kriegt man das aber nicht auf die Reihe. Da braucht es einiges mehr. Und wer hat Ihnen denn erzählt, hier gäbe es kaum Herzinfarkte?

  14. V99 %
    8. Juni 2013, 20:50 | #14

    Interessant, wie sich mancher hier „persoenlich“ angegriffen fuehlt, wenn man etwas erzaehlt, was man gesehen hat … die beobachtete Person wurde bald von dem Personal in die Schranken gewiesen. Ich kann im allgemeinen eine Interessenlosigkeit der Raucher gegenueber den Nichtrauchern beobachten, und das ist noch sehr nett ausgedrueckt! In Restaurants gehe ich nur noch, wenn man draussen sitzen kann, weil sich niemand an irgendwelche Raucher Regeln haelt. Gibt es eigentlich irgend einen Vorteil des Rauchens, fuer den Raucher? Mir ist jedenfalls keiner bekannt.

  15. Willi F. Gerbode
    8. Juni 2013, 20:52 | #15

    @Stipsi Fan „Obwohl GR die stärksten Raucher in Europa sind, sind Griechen, Japaner und Eskimos die gesündesten Menschen der Welt. In diesen Ländern und Kulturen gibt es so gut wie keine Herzinfarkte.“

    Die Zahl der Herzinfarkte ist in GR etwa so hoch wie in D. Das liegt vermutlich daran, dass GR in der Übergewichtsstatistik weit oben liegt. Ihre Behauptung ist ein Mythos, der sich lediglich in Spanien und Portugal voll mit der Wirklichkeit deckt.

  16. Stipsi Fan
    8. Juni 2013, 22:51 | #16

    Das mit den Herzinfarkten hat mal im Spiegel gestanden. Dort wurde das auf die Ernährung mit viel Öl, das mehrfach ungesättigte Fettsäuren hat, zurückgeführt.
    Meine Erfahrungen habe ich zwar im Urlaub, aber nicht auf „griechischen Hoppa Abenden“ für Touristen gemacht. Ich habe seit 15 Jahren ein kleines Häuschen in einem Bergdorf und halte mich dort 4 bis 6 Wochen im Jahr auf. Ich lebe und spreche dort mit den Menschen. Sirtaki kenne ich nur von griechischen Dorffesten.
    Ich glaube, wie man die griechische Mentaliät empfindet, hängt einfach vom individuellen Blickwinkel ab. Wie übrigens auch überall auf der Welt. Wenn man mit „deutschen“ Augen darauf schaut, können sie faul und ignorant erscheinen. Ich kenne aber Griechen, die sich dafür entschieden haben, wenig zu arbeiten, weil ihnen ein Pferd und ein Ouzo am Abend fürs Leben ausreicht. Das können sich die meisten Menschen in D gar nicht vorstellen. Egal was hier geschrieben wird, meine 35 Jahre alte Liebe wird bestehen bleiben. Ich kann nur hoffen, dass allen Menschen bald die globale Gehirnwäsche, die Menschen auf der einen Seite spalten und auf der anderen Seite gleich machen will, deutlich wird. Nur so können wir uns gegen die Interessen des internationalen Kapitals wehren und wieder Menschen werden, anstatt Produktionsmaterial.

  17. jgb
    11. Juni 2013, 20:00 | #17

    … lasst die Griechen in Ruhe rauchen. Sie haben nun wirklich andere Probleme als sich mit deutscher Gründlichkeit und akademischen Diskussionen ums Rauchen oder Nichtrauchen zu kümmern. Die deutsche Prüf-, Verfolgungs- und Strafbelegungsmentalität ist absolut unangebracht!

  18. Reingard Kinas
    17. Juni 2013, 10:21 | #18

    Wenn man schon einmal ein Rauchverbot festlegt, sollte dies auch kontrolliert werden. Vielleicht sollte man den Leuten erklären, wie schädlich das Rauchen für die Gesundheit ist.

  19. Griechenlandfanin
    18. Juni 2013, 14:40 | #19

    @Reingard Kinas
    Ich denke, dass es allen Menschen bekannt ist, das Rauchen schaedlich fuer die Gesundheit ist. Es muss doch jeder Mensch fuer sich selbst entscheiden, ob er rauchen will oder nicht. Nicht akzeptabel in geschlossenen Raeumen. Wenn ich Nichtraucher bin, setze ich mich eben nach Draussen oder in Lokale, wo nicht geraucht wird.
    Letztendlich ist auch Alkohol und Etliches mehr ungesund. Wer kontrolliert das?

  20. Reingard Kinas
    23. Juni 2013, 18:33 | #20

    Ich verstehe das nicht! Wenn schon einmal ein Gesetz in Kraft tritt, sollte man dieses auch beachten. Warum wird denn das Rauchverbot nicht kontrolliert? Das ist doch auch eine gute Möglichkeit, um mit dem Rauchen aufzuhören.

  21. Heinz
    23. Juni 2013, 19:12 | #21

    Naja, wenn neben mir jemand Alkohol trinkt, merke ich das nur, wenn derjenige irgendwann betrunken ist.
    Wenn jemand neben mir raucht, rauche ich mit. Und da ich selbst schon Raucher war, weiß ich um die „Probleme“ des Rauchens und um die Nachwirkungen. Und weshalb soll ich mich eigentlich aus dem Lokal begeben, weil ich Nichtraucher bin, wenn das Rauchen im Lokal per Gesetz verboten ist? Das wäre doch falsche Toleranz. Soll ich tatsächlich im Ernst den Gesetzesverstoß ausblenden, damit der Raucher sich weiterhin außerhalb der Gesetze bewegen kann? Das kann doch Niemandes Ernst sein. Wenn das wirklich so wäre, bräuchten wir keine Gesetze mehr.
    Das Schlimme an dieser Geschichte (siehe den Presse-Artikel um den es hier eigentlich geht) ist doch, dass Institutionen, die den Bürger schützen sollen, ihren Job nicht machen. Das ist doch der eigentliche Skandal und das hält keine Demokratie auf Dauer aus.

  22. BR
    16. Februar 2015, 15:55 | #22

    Ich war auch erstaunt, dass in Griechenland trotz Rauchverbot überall geraucht werden darf. Es scheint schon fast zum guten Ton zu gehören, dass jeder Buschauffeur zuerst eine Zigarette im Bus raucht, bevor er losfährt. Da es im Winter auch in Griechenland empfindlich kühl werden kann, besonders nachts, gleichen geschlossene Räume manchmal wirklichen Raucherhöhlen, denn viele Griechen sind Kettenrauchen und glauben es sei ihr natürliches Recht überall wo sie wollen zu rauchen. Ich habe mich schon oft gefragt, wie sie ihre Sucht überhaupt finanzieren, vorallem auch jetzt in der Krise, wo 25% arbeitslos sind, und die Löhne und Pensionen sowieso gekürzt worden sind.

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