Neues Organspende-Gesetz in Griechenland ab Juni 2013

3. Juni 2013 / Aufrufe: 1.927

In Griechenland gelten ab dem 01 Juni 2013 neue Bestimmungen für die Entnahme und Transplantation von Organen verstorbener Spender.

Am 01 Juni 2013 trat in Griechenland das Gesetz über Organspenden in Kraft, das sich auf die Organ-Entnahme von verstorbenen Spendern bezieht. Wie der Nationale Organismus für Transplantationen (EOM) klargestellt hat, werden in keinem Fall ohne die Zustimmung der Familie oder entgegen einer (zu Lebzeiten erfolgten) negativen Erklärung Transplantate von einem verstorbenen Spender entnommen.

Laut dem Gesetz „erfolgt die Entnahme eines oder mehrere Organe von einer volljährigen verstorbenen Person, sofern sie zu Lebzeiten nicht ihren Einwand erklärt hatte und nach Zustimmung der Familie des Verstorbenen„. Diese Modifizierung erfolgte auf Antrag der Ständigen Heiligen Synode der Griechischen Kirche im Oktober 2011.

Negativerklärung schließt Organspende grundsätzlich aus

Der „Einwand“ gegen eine Organentnahme wird durch eine einschlägige Erklärung („Negativerklärung“) zum Ausdruck gebracht, die jederzeit an den EOM geschickt werden kann und Folgendes sicherstellt:

  • Falls ein Bürger verstirbt und aus medizinischer Sicht für die Spendung seiner Organe in Frage kommt, er jedoch zu einer negativen Erklärung geschritten war, erfolgt keine Organentnahme.
  • Die Organentnahme ist nur in dem Fall gestattet, in dem der Bürger keine negative Erklärung abgegeben hatte und seine Familie ihre schriftliche Zustimmung erteilt.
  • Im Fall der Weigerung der Familie erfolgt keine Organentnahme, gleich ob der verstorbene eine negative Erklärung abgegeben hatte oder nicht.

Mittels der Möglichkeit der „Negativerklärung“ wird also die Weigerung des Bürgers abgesichert, Organspender zu werden, sogar auch falls seine Familie dies wünschen sollte. Existiert dagegen keine Negativerklärung des Verstorbenen (was den Regelfall darstellen dürfte), liegt es in der Entscheidung seiner Angehörigen, eine Organentnahme zu gestatten oder zu untersagen.

Abschließend sei betont, dass in Griechenland – wie auch in anderen EU-Ländern, in denen Transplantationen unter strengen gesetzlichen Rahmenbedingungen und unabhängig von dem gesetzlich festgelegten Modus der Zustimmung erfolgen – niemals von einem verstorbenen Spender ohne die Zustimmung seiner Familie oder entgegen seiner negativen Erklärung Organe entnommen worden sind.

(Quelle: in.gr)

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