Memorandum zerstört Umwelt in Griechenland

18. Juni 2013 / Aktualisiert: 23. Mai 2014 / Aufrufe: 755

Die mit dem Memorandum eingegangenen Verpflichtungen tragen zur weiteren Zerstörung der Natur und Umwelt in Griechenland bei.

Anlässlich des Weltumwelttags am 05 Juni 2013 sprach die politische Koordinatorin der Umweltorganisation WWF Hellas, Theodota Nantsou, von „Memorandums-Verpflichtungen, die zu einem Rückschritt in der Politik zum Schutz der Umwelt führen, mit Kürzungen der Ausgaben für den Schutz der Wälder, Unterbesetzungen von Dienststellen und Investitionen, welche bereits sensible Ökosysteme zerstören„.

Mit der Krise als Rechtfertigung wird alles erlaubt„, erklärte sie gegenüber der Athener Nachrichtenagentur und merkt an, dass ein entsprechendes Modell auch in anderen von der Krise heimgesuchten Ländern wie Spanien, Italien und Portugal befolgt werde.

Katastrophale Investitionen für die Umwelt

Es werden Investitionen vorangetrieben, die erwiesenermaßen für die Umwelt katastrophal und ohne jeglichen Nutzen für die lokale Bevölkerung sind, vertritt Frau Nantsou und führt als Beispiel den sechsmal von dem Obersten Verwaltungsgerichtshof (StE) annullierten Bau des Staudamm am Acheloos-Fluss an. Laut Frau Nantsou stellt die mangelhafte Sorge für die Umwelt durch den Staat eine bewusste Entscheidung dar, da – wie sie sagt – viele der Umweltbestimmungen als Hindernis für den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes betrachtet werden.

Die mangelnde Nutzung der vorhandenen Mittel, zeitraubende bürokratische Verfahren, fehlende Koordination und Planung zwischen den involvierten Trägern machen mit jedem verstreichenden Tag den Schutz der Umwelt in Griechenland noch problematischer„, betont Evi Korakaki, Leiterin der Forstprogramme des WWF Hellas, von ihrer Seite.

Angesichts der Tatsache, dass von den Mitteln aus der sogenannten „Grünen Kasse“, die zu deren Gunsten aus den Regelungen bezüglich der teilumbauten Flächen und der Schwarzbauten-Regulierung, dem Emissions-Handel und der Beitreibung von Geldstrafen für Umweltvergehen eingenommen werden, letztendlich ein Anteil von 97,5% in den staatlichen Haushaltsplan und nur 2,5% in Politiken zum Schutz der Natur fließen, „reicht der Betrag nicht einmal für Kürbiskerne aus„, kommentiert Frau Nantsou, zumal dieser Betrag – wie sie anmerkt – auch für den Schutz und die Verwaltung der Wälder vorgesehen ist, da er parallel zu dem Schutz natürlicher Biotope und die Finanzierung der entsprechenden Verwaltungsträger ebenfalls den in die Grüne Kasse integrierten Sonderträger für Forste umfasst.

Reduzierte Mittel für den Schutz der Wälder

In dem in jeder Hinsicht „brennenden“ Thema des Schutzes der Wälder wurden die Beträge für präventive Brandschutzarbeiten wie Säuberung, Öffnung von Wirtschaftswegen, Ausrüstung usw. reduziert. „Feuerwehrfahrzeuge stehen herum, weil sie neue Reifen benötigen oder kein Geld für Treibstoff vorhanden ist„, erklärt Frau Korakaki.

Laut den Daten des WWF beläuft sich für die Periode 1983 – 2008 die Fläche der abgebrannten Areale in Griechenland auf 13.613,121 Hektar, während 38.085 Brände ausbrachen und die Situation weiterhin außerordentlich besorgniserregend bleibt.

Ab dem 1. Mai hätten sich 1.700 saisonale Feuerwehrleute und in der Forstverwaltung tätige Bedienstete auf ihren Posten befinden müssen, jedoch sind sie immer noch nicht eingestellt worden. Wir schätzen, dass bestenfalls Ende Juni einige Schritte erfolgt sein werden, jedoch befinden wir uns bereits inmitten der Brandschutzperiode. Die kommunalen Träger (OTA) haben zwar diverse – um 20% gekürzte – Mittel für Projekte zur Prävention von Bränden erhalten, jedoch sind auch diese nicht verwertet worden„, sagt Frau Korakaki.

Obwohl Bewegung in der Nutzung des operativen Programms „Alexandros Mpaltatzis“ für Brandschutzprojekte herrscht, erschweren signifikante bürokratische „Ankylosen“ und die personelle Unterbesetzung der zuständigen Dienststellen seine Realisierung.

(Quellen: Seleo.gr)

  1. ceterumcenseo
    19. Juni 2013, 23:11 | #1

    Leider gibt es immer wieder wirtschaftliche und politische Brandstiftungen. Im Sommer 2007, als halb GR brannte, waren ganz offensichtlich die politische motivierten destruktiven Kräfte am Werk. Dazu kamen etliche Trittbrettfahrer, die glaubten durch Zündeln wirtschaftliche Erfolge zu erzielen. Diese kriminellen Element wurden bis heute nur marginal zur Rechenschaft gezogen, sodass diese Unart bis heute – zwar nicht mehr so extrem – weitergeht. So wird z.B. Zakynthos jeden Sommer von Neuem niedergebrannt. Die entsprechenden Strafparagraphen und die Verfolgung der Straftäter samt Schadenersatzforderungen lässt stark zu wünschen übrig. Der angerichtete Schaden geht in die Millionen und ist zum Teil gar nicht in Geld aufzuwiegen.

    Abgesehen von den politischen Motivationen, halte ich das System der Baugenehmigungen außerhalb von Ortschaften (man darf bauen, wenns kein Wald ist) für bedenklich und änderungsbedürftig. Würde man die Strafen wesentlich verschärfen (auch für die Hintermänner), die Schadenersatzforderungen durchsetzen und der Brandstiftungen die Basis entziehen, könnten alleine dadurch viele Brände verhindert werden.

  2. Götterbote
    20. Juni 2013, 13:50 | #2

    @ceterumcenseo

    So einfach ist es mit dem Bauen auch nicht. Die Bedingungen zum Bauen sind eigentlich den Deutschen sehr ähnlich. Wie es dann in der Realität (Stichwort Schwarzbauten) aussieht, ist eine andere Sache.

  3. ceterumcenseo
    20. Juni 2013, 18:53 | #3

    @Götterbote
    Das ist schon richtig, so einfach ist es auch nicht, es gibt außer dem Waldparagraphen noch andere Beschränkungen (Grundstücksgröße, qm, u.ä.). Aber grundsätzlich – abgesehen von den Schwarzbauten – hat das System nichts mit den, so viel ich weiß auch in D üblichen, Flächenwidmungsplänen zu tun.
    Ich hab selbst in GR gebaut, und kenne die Rahmenbedingungen. Im Übrigen könnte ich ein Buch darüber schreiben. Viele Dinge sind in keiner Weise mit dem D-System zu vergleichen. Teilweise leider – teilweise Gott sei dank!
    Mein Posting war ausschließlich auf die Waldbrände bezogen und hat nur diesen Aspekt aufgegriffen.

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