Troika beharrt auf Wasser-Privatisierung in Griechenland

29. Mai 2013 / Aktualisiert: 30. November 2015 / Aufrufe: 4.060

Trotz des internationalen Widerstands gegen die Wasser-Privatisierung in Griechenland beharrt die Troika auf der Privatisierung der Wasserwerke in Athen und Thessaloniki.

Die geheimen Kontakte der Troika mit der Kommission zur Realisierung des Programms zur Privatisierung des Wassers in Griechenland gemäß dem in Portugal adoptierten Modell gehen weiter. Ziel ist, dass die Trinkwasserversorgungsnetze der EYDAP in Athen – Piräus und der EYATH in Thessaloniki schnellstmöglich in private Hände übergehen.

Wie Peter Brabeck, Präsident der multinationalen NESTLE (weltweit größter Abfüller von Trinkwasser) vertritt, ist das Wasser kein öffentliches Gut, und wie das Erdöl oder das Erdgas, aber auch der Mineralreichtum allgemein muss es von Privatleuten verwertet werden.

Privatisierung ist das erste Stadium eines Kriegs um das Wasser

In diesem Rahmen enthüllte die Sendung „Monitor“ des öffentlichen deutschen Fernsehens die methodisierte Betreiben der Troika, aber auch die Aspekte des von Griechenland unterzeichneten Memorandums, in dem auch die Abtretung der Wasserversorgungsnetze an private Gesellschaften vorgesehen ist.

Zu einer Stunde, wo die Gegenreaktionen in Thessaloniki mit der „Bewegung der 136“ zunehmen, die beispielsweise mit Bill Gates‘ Präsenz auch internationale Dimensionen annimmt, beginnt die Ansicht des Memorandums über die Privatisierung des absolut öffentlichen Guts, welches das Wasser darstellt, sich in Brüssel in die Agenda einzunisten. Heute wurde gerade enthüllt, dass im Jahr 2050 rund 5,5 Milliarden Bewohner des Planeten, also die halbe Bevölkerung der Erde, keinen Zugang zu Trinkwasser haben werden. Kurz gesagt ist die Privatisierung der Wasserversorgung das erste Stadium eines nächsten Kriegs um das Wasser.

Die Reportage des deutschen Fernsehens nimmt Bezug auf die Region Pacos de Ferreira in Portugal, wo die Privatisierung durchgesetzt wurde und innerhalb weniger Jahre die Tarife um 400% stiegen und sich weiterhin jedes Jahr um 6% erhöhen. Schriftstücke – Dokumente belegen den Beschluss über die „Öffnung des Marktes“ des Wassers, beginnend von den Ländern des Südens, einem Markt, der auf dreistellige Milliardenbeträge veranschlagt wird.

Die „Bewegung der 136“

Die Bewegung 136 ist eine Initiative von Bürgern, die sich der Privatisierung der Wasserwerke Thessalonikis widersetzen und dagegen die nicht gewinnorientierte Verwaltung durch Genossenschaften auf Stadtviertelebene vorschlagen.

Der Magnat an der Seite der Einwohner Thessalonikis

Die Stiftung Bill and Melinda Gates Foundation des Magnaten der neuen Technologien, bekannt für die Unterstützung von Programmen gegen AIDS und die Malaria, zählt zu den 22 Stiftungen, Trägern, Organisationen und Genossenschaftsbanken auf der ganzen Welt, die als Investoren mit sozialer Verantwortlichkeit die Kandidatur der „Bewegung 136“ für den Kauf der EYATH unterstützen.

Laut Lazaros Angelou, Präsident der „Bewegung 136“, die inzwischen die institutionelle Benennung „Bürgervereinigung für das Wasser“ erhalten hat, sind die CSR-Mitglieder über die Bemühung informiert worden, die sich in Thessaloniki abspielt, damit das Wasser nicht an Privatleute geht, und haben ihr Interesse bekundet, die Träger, Organisationen und Bürgerbewegungen zu unterstützen.

Verbindungsglied zwischen CSR und der Bürgervereinigung für das Wasser ist der Philhellene Robert Apfel, Präsident der Gesellschaft für Finanzkommunikation Bondholder Communications Group («BondCom»), der auch die Initiative bezüglich der internationalen Unterstützung der Bemühung übernommen hat. Laut der Bürgervereinigung für das Wasser verlässt die „BondCom“ sich auf die modernen Technologie zur Verbindung von Wertpapier-Emittenten mit ihren Investoren.

(Quelle: Zougla.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Catalina
    29. Mai 2013, 00:56 | #1

    Na, wenn Herr Brabeck, Präsident von NESTLE meint, dass das Wasser kein öffentliches Gut sei und von Privatleuten verwertet werden muß. dann ist es bestimmt auch nicht mehr lange hin, dass jemand von diesen Herren sagt, dass die Luft kein öffentliches Gut sei und dass man gefälligst dafür zu zahlen habe …

  2. Peter Adam
    29. Mai 2013, 07:37 | #2

    Also, wenn Ich schon den Namen von diesem Nestle-fuzzi lese krieg Ich Augenherpes… Der Typ hat doch nicht mehr alle Latten am Zaun ! Wasser, unser aller Lebenselixir soll also kein Allgemeingut sein? Das ist zutiefst Menschenverachtend. Wer gibt solchen Leuten das Recht sich zu Herrscher über Leben und Tod zu proklamieren? Und natürlich macht die Troika da mit. Die Neoliberalen Schwachkpfe begreifen einfach nicht das sich selbst den Ast absägen auf dem sie sitzen. Was nützt es diesen hirnkranken Typen wenn sie immer nur Raffen, Raffen und nochmals Raffen? Irgendwann ist man plündern kann, ausser vielleicht dieser Bodensatz der Evolution, der von sich glaubt was besseres zu sein und so ein gutes Beispiel für die Verkommenheit staatlicher Organisationen und Konzerne darstellt. Zu Bill Gates und Co. nur noch eins: Timea Danaos et dona ferrentes !

  3. CYR
    29. Mai 2013, 10:18 | #3

    Die Privatisierung von Wasserwerken hatte auch schon Margeret Thatcher vor.
    Kaum Privatisiert wurde wieder zurückgerudert. Es drohte z.B. die Wasserversorgung von London zusammenzubrechen!
    Warum sollte das in GR besser klappen. Die Kosten die Wasserversorgung zu erneuern sind extrem hoch. Amortisieren lässt sich so was nur in Jahrzehnten. Und die privaten Anleger haben nur die schnelle Rendite im Kopf. Überall wo die Wasserwerke privatisiert worden sind, ist die Qualität zurückgegangen.
    Nicht ohne Grund gibt es eine Europaweite Bürgerbewegung dagegen.

    Ich prophezeie dass in GR die Preise steigern und die Qualität sinken wird.

  4. HeHo
    29. Mai 2013, 12:35 | #4

    Wasser ist ein Gut das allen Menschen zur Verfügung stehen muß und nicht privatisiert gehört. Die Firma Nestle ist der größte Wasser-Betrüger den es gibt. In Amerika hat Nestle bereits schon viele unterirdische Wasserreservoirs leer gepumpt und dann nur noch Müll zurück gelassen. Deshalb sollten alle Menschen zueinander halten um diesen Betrügern das Handwerk zu legen. Sollte das Wasser in Athen und Thessaloniki privatisiert werden, bricht in einigen Jahren das ganze Wassernetz zusammen, wenn die Betrüger ihre Gewinne in Sicherheit gebracht haben, denn Netzausbau oder Erneuerung passt nicht in das Konzept

  5. Kostantinos
    29. Mai 2013, 12:39 | #5

    Die Bewegung 136 mit dem Wortführer Lazaros Aggelou hat eine sehr gute Idee um der Wassprivatisierung entgegen zu wirken. Jeder Kunde der Wasserwerke zahlt einen Betrag zwischen 130 und 150 Euro und wird damit Miteigentümer, so kann der Standard / Preis aufrecht gehalten werden.
    Bob Apfel ein amerikanische Geschäftsmann würde dabei sogar behilflich sein, er hat schon Kontakt zu Sozialen Stiftungen aufgenommen. Die Bill und Melinda Gates Stiftung oder Banca Etica haben signalisiert, dass sie für die 140 Euro oder 150 Euro Darlehen vergeben würden. Ist mal wieder erstaunlich, dass kein Griechischer Politiker auf diese Idee gekommen ist. Nach diesem Modell könnte einiges, was zum Verkauf gedacht ist, in griechischer Hand bleiben.
    Was Nestle angeht, deren Präsident tickt meines Erachtenens nicht mehr ganz sauber, so was von Geldgierig ist kaum noch zu toppen, außer man kommt noch auf die Idee die Luft zu versteuern.

  6. Kurt
    29. Mai 2013, 12:53 | #6

    Es ist doch eindeutig wohin das hinaus läuft. Abzocke und Kontrolle der modernen Sklaven (Menschen). Und die meisten Menschen lassen sich so ziemlich alles gefallen, da sie gehirngewaschen und naiv sind. Mit dem Kopf im Sand lebt es sich SCHEINBAR leichter …
    Die nächsten Monate wird ein paar Gänge höher geschaltet, um die Welt ins Chaos zu stürzen….

  7. Franz Weiler
    29. Mai 2013, 13:21 | #7

    Die Troika gehört mit sortiger Wirkung abgeschafft, genau so wie das Verbrechersyndikat IWF, der nachweislich nur auf die Ausbeutung und Vernichtung ganzer Nationen aus ist und nur rein amerikanische Interessen verfolgt. Dass sich Otmar Issing für die Einbeziehung des IWF bei der Eurokrise eingesetzt und (durchgesetzt hat), hat möglicher Weise auch etwas mit seiner Tätigkeit bei einer großen amerikanischen Investmentbank zu tun !?

  8. Maria P.
    29. Mai 2013, 14:37 | #8

    Ich lasse, seit Jahre, alle Produkte wo der Name nestlé drauf stehen, im Regal stehen! Ist zwar nicht die Lösung, aber mein GEWISSEN sagt mir, dass es das Richtige ist!

  9. W.H.
    29. Mai 2013, 14:44 | #9

    @Peter Adam
    Verantwortungslos ist wer diesen Herrn in die Position hebt und diese Fa wie andere machen lässt. Profit für wen?

  10. V99 %
    29. Mai 2013, 15:00 | #10

    Was Nestle in Afrika anrichtet kann man sich beim WDR unter dem Stichwort „Wem gehoert das Wasser?“ ansehen. Die Initiative Right2Water hat in sieben EU Laendern 1.350.000 Unterschriften gesammelt und damit die EU-Kommision unter Druck gesetzt, kein derartiges Gesetz zu verabschieden. Was Wasserprivatisierungen anrichten koennen, zeigen Beispiele aus Spanien, England, Afrika und Berlin. Es wird nie billiger und die Qualitaet geht den Bach runter. Was sich die Lobbyisten da erlauben geht eindeutig zu weit und muss gestoppt werden!

  11. commonman
    29. Mai 2013, 16:35 | #11

    @Maria P.

    viel spass dabei. nestlé „besitzt“ 23 000 marken. rufen sie im supermarkt „nestlé raus“, dann bleibt nicht mehr viel. die idee ist schon richtig, auf meiner blacklist stehen ua ikea, zara, kik, h&m, metro, karstadt, lidl, usw usf.

  12. cay stoll
    30. Mai 2013, 18:31 | #12

    Dadurch, dass dieser Konzern-Verbrecher genau die wahrheit verdreht hatte, kommt einem erst auf einmal die beste argumentation: Erstens, das Wasser ist sowieso unantastbar und sollte immer gereinigt und im besten Zustand der Allgemeinheit des Planetens zur Verfügung stehen und zweitens: alles was es auf diesem Planeten gibt gehört uns allen zusammen pro Kopf gerechnet und niemals einfach irgendwelchen Mördern und Verbrechern!

  13. ein Freund
    30. Mai 2013, 21:53 | #13

    Wasser privatisieren heißt verdursten. Last Euch nicht die wichtigste Lebensgrundlage nehmen. Ohne Nahrung kommt man einige Tage aus, ohne Wasser ist man verloren.

  14. Ingrid Dritsas
    31. Mai 2013, 11:49 | #14

    Griechenland gilt als Testland für Deutschland, das Wasser zu privatisieren, denn auch dort ist es im Gespräch.

  15. Diamond
    10. Juni 2013, 23:41 | #15

    @Catalina
    Die Luftsteuer gibts doch schon. Zumindest in Österreich 🙁
    Ich hoffe nur, dass die ganzen Großkonzerne die den Hals nicht voll kriegen daran ersticken. Da geht es garnicht mehr um mehr Geld, sondern nurmehr um Macht. Ich plädiere für die sofrtige Zerschlagung der Multinationalen Großkonzerne in kleinere eigenständige Unternehmen und das sofortige Verbot von Lobbyismus!

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