Trauriger Rekord bei HIV-Infektionen in Griechenland

30. Mai 2013 / Aktualisiert: 11. Juli 2013 / Aufrufe: 2.194

Der traurige Rekord Griechenlands bei HIV-Neuinfektionen

Wie aus dem Bericht der EMCDDA hervorgeht, nahmen unter den Konsumenten injizierbarer Drogen die HIV-Neuinfektionen in Griechenland mehr als in irgend einem anderen Land Europas zu und die Situation ist nur mit der in Rumänien vergleichbar. Parallel wird geschätzt, dass unter den Konsumenten auch die Infektionen mit Hepatitis C besonders gestiegen sind, was inzwischen nicht nur für Griechenland, aber auch für ganz Europa ein ernsthaftes Problem der öffentlichen Gesundheit darstellt.

Wie aus den nationalen Mustern hervorgeht, hat die mittels der gemeinsamen Nutzung von Kanülen, Spritzen und sonstigen Utensilien übertragene Hepatitis C einen Anteil von 18% bis 80% der Konsumenten kontaminiert, die sich nicht um ärztliche Hilfe bemühen. Die auch als „stille Epidemie“ bekannte Hepatitis C kann über einen langen Zeitraum undiagnostiziert bleiben, während viele der Betroffenen 20 Jahre oder länger mäßige oder auch gar keine Symptome zeigen.

Der sich gegen Ende 2010 zeigende starke Anstieg des HIV- / AIDS-Virus bei den Konsumenten injizierter Drogen setzte sich während der Jahre 2011 und 2011 mit ungemindertem Rhythmus fort„, betont M. Terzidou, wissenschaftliche Leiterin des Griechischen universitären Forschungsinstituts für psychische Gesundheit (EKTEPN). „Parallel wirkt die wirtschaftliche Krise sich auf die Art des Konsums aus, da sich im Alltag des Konsumenten verschiedene Substanzen analog zu deren Preis und dem verfügbaren Geld abwechseln. Zusätzlich kann man mit weniger Geld auch nur eine kleinere Menge Heroin kaufen und wendet sich dem wirksameren Konsum per Injektion zu„, endet Frau Terzidou.

Positiv ist die Tatsache, dass die negativen Auswirkungen des intravenösen Konsums auf die öffentliche Gesundheit die Verantwortlichen mobilisiert haben und trotz der wirtschaftlichen Krise und der Kürzungen in Griechenland die für die Bestimmung der Politik Zuständigen umgehend Maßnahmen zur Minimierung der Folgen aus dem intravenösen Konsum ergriffen und neue Einheiten zur Verabreichung von Substituten in Betrieb nahmen.

Die 73 „neuen“ Drogen und „synthetischer Cannabis“

2012 wurden zum ersten Mal mittels des Frühwarnsystems der EU 73 neue psychoaktive Substanzen offiziell bekannt gegeben. 30 dieser Substanzen waren synthetische Cannabinoide, welche die Wirkung des Cannabis simulieren.

Die in Rede stehenden Produkte, die von außerordentlich hoher Wirksamkeit sein können, werden inzwischen aus fast allen europäischen Ländern gemeldet„, wird in dem Bericht der EMCDDA unterstrichen. 19 Substanzen zählten dagegen zu „weniger bekannten oder weniger erforschten chemischen Gruppen„.

Ebenfalls bemerkenswert war die Auffindung 14 neuer substituierter Phenethylamide, welche Anzahl erstmalig seit 2005 dieses Niveau erreicht.

Wissen rettet Leben

Der Konsum von Drogen ist eine der Haupt-Todesursachen junger Menschen in Europa, sowohl direkt, sprich wegen Überdosierung, als auch indirekt, also wegen mit den Drogen in Verbindung stehenden Erkrankungen und Unfällen, Gewaltfällen und Selbstmorden.

Insgesamt wurden 2011 ungefähr 6.500 Todesfälle wegen übermäßiger Dosen gemeldet, die hauptsächlich mit dem Konsum von Opioiden in Verbindung stehen. Obwohl die Anzahl sich im Verhältnis zu 2010 (7.000 Todesfälle) und 2009 (7.700 Todesfälle) geringer präsentiert, stellt die Senkung der mit den Drogen in Verbindung stehenden Todesfälle weiterhin eine „primäre Herausforderung für die öffentliche Gesundheitspolitik in Europa dar„, wird in dem Bericht angeführt.

Die Drogen-Beobachtungsstelle beschreibt unter anderem Möglichkeiten zur Verbesserung der Reaktionen der Personen, die bei Überdosierungs-Fällen anwesend sind, indem die Familien und Personen aus dem Umfeld der Konsumenten geschult werden, diese Fälle zu erkennen und ihnen zu begegnen um einen fatalen – sprich tödlichen – Ausgang abzuwenden.

Ein solcher Weg ist die Umkehrung der Wirkung der Opioide durch die Verwendung eines effektiven und billigen Gegenmittels bzw. Antagonisten (Naloxon). Pilotprogramme oder Programme zur Bereitstellung von Naloxon an Konsumenten von Opiaten, Verwandte und Pfleger werden aus fünf Ländern, nämlich Dänemark, Deutschland, Italien, Rumänien und Großbritannien gemeldet.

(Quelle: TVXS.gr)

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  1. Petroulla
    30. Mai 2013, 20:58 | #1

    Ich hoffe, es hört sich nicht arrogant an, aber ich werde nie begreifen, warum Menschen überhaupt Drogen nehmen. (mal abgesehen von den Fällen, die mit Gewalt dazu gebracht werden) Alle wissen doch um die Gefahren. Und keinem geht es dadurch besser. Im Gegenteil: die Leute verkommen doch regelrecht, bis sie in irgendeiner Bahnhofstoilette elendiglich verrecken (Verzeihung). Aus Not? Wer das Geld hat, sich Drogen zu kaufen, könnte damit doch besser sein Leben in Ordnung bringen. Und wenn ich mich umbringen will, kann ich das auch einfacher (und billiger) haben. Da kann man nur sagen: Um Gottes Willen, werdet wach! Außer den Drogenbaronen und ihren Handlangern bringt dieses Zeug niemandem Nutzen.

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