Griechenland: Alle Beamten mit Warze werden entlassen

2. Mai 2013 / Aufrufe: 3.072

Produktive Arbeit setzt einen Arbeitsgegenstand voraus

Wenn also die neue Behörde besetzt ist, werden alle nicht Benötigten entlassen werden. Gleich ob es 5 oder 5.000 sind. Weil, wenn ein System, das 10 Personen benötigt um zu funktionieren, und man 11 hat, der Elfte es nicht nur wirtschaftlich belastet, sondern auch funktionell „bremst“. Es ist kein Kriterium, ob jemand einen Zeitvertrag oder unbefristeten Vertrag hat. Der befristet Eingestellte kann in einer produktiven Behörde erforderlich und der unbefristet Beschäftigte bei einem der zigtausend Träger „geparkt“ sein, die nur auf dem Papier bestehen.

Es kann auch kein Kriterium sein, ein wie guter Mensch ein Beamter ist. Die Beschäftigung ist keine Belohnung für den „Guten“, noch ist die Arbeitslosigkeit die Bestrafung des „Schlechten“. Die Beschäftigung setzt einen Arbeitsgegenstand voraus! Wenn dieser nicht existiert, wird das Gehalt des Müßiggängers – der eine Seele von Mensch sein mag – der produktiven Wirtschaft entzogen, die in die Rezession (also ein immer größeres Unvermögen zur Deckung des Gehalts des Müßiggängers) und – schließlich – in den Zusammenbruch geführt wird.

Die Illusion der Produktion existiert bei einem großen Teil der Beamten, die tatsächlich „in Arbeit ersticken“ mögen, jedoch auf Befehl eines antiproduktiven Ungeheuers, dass sich selbst füttert, indem es das Universum zerfetzt. Und lasst uns endlich etwas von den Dänen lernen, wo wir doch – Schreck lass nach – das Dänemark des Südens werden wollen: je mehr Mobilität auf dem Arbeitsmarkt, um so besser bezahlt, effizienter und zufriedener sind die Arbeitnehmer. Weil, welche ist die Waffe des Arbeitgebers? Die Androhung der Entlassung. Stellen Sie sich das Gegenteil vor: „Respektiere meine Rechte, weil ich sonst gehen werde!“ Aber wenn man geht, muss man auch Arbeit finden können, gelle?

Der einzige Ausweg ist die Neugestaltung des Staates

Der einzige Weg, damit das Heer der Arbeitslosen des privaten Sektors und all jene als nicht erforderlich Beurteilten des öffentlichen Sektors Arbeit finden, ist also, dass die Wirtschaft wieder in Gang kommt. Und nicht nur: damit das Land das Produktionsmodell ändern kann. Die Neugestaltung des Staates wiederum ist die erforderliche Voraussetzung für die tektonischen Änderungen in der Struktur der griechischen Wirtschaft und Gesellschaft, die erfolgen müssen. Wir sehen diese Änderungen, aus errungener … Trägheit als Albtraum, was jedoch nicht bedeutet, dass sie auf jeden Fall unangenehm sein müssen!

Hunderttausende Menschen werden aus Athen und den großen urbanen Zentren in die Peripherie umsiedeln müssen, um ihr einen „Lebenshauch“ einzublasen. Es sind Viele, die diese Änderungen in ihrem Leben verfolgen! Es sind sehr Viele, die versuchen, eine neue berufliche Karriere in der realen Produktion zu beginnen, mit besseren Aussichten als jenen, die Karyotakis beschreibt, und mit mehr Selbstachtung als jener, die sie erwerben, indem sie „unschuldig weißes Papier grundlos beflecken“. Anstatt ihnen zu helfen, blockiert der Staat sie jedoch. (Versuchen sie einmal, eine Genehmigung für eine Viehzuchteinheit oder die Anlegung eines einfachen Brunnens zu erhalten … .)

Schluss mit lustig … oder völliger Zusammenbruch

Hören wir also auf, darüber zu reden, wie viele Beamten entfernt werden, und beginnen wir eine ernsthafte Diskussion: wie ein neuer Staatsapparat „gebaut“ wird. Welche Sektoren wir benötigen und welche nicht. Welche Funktionen in seiner Zuständigkeit verbleiben müssen und welche der private Sektor besser und billiger erledigen kann. Welche Strukturen er benötigt, wie unabhängig von Regierungswechseln die Kontinuität des Staates gewährleistet werden kann, wie viele Spitzenfunktionäre benötigt werden, mit welchen Qualifikationen, zu welchen Vergütungen, in welchen Fällen ist die unbefristete Einstellung nützlich und in welchen schädlich, welche Beurteilungsmethoden die am besten geeigneten sind.

Dies sind die einzigen substantiellen Themen. Anderenfalls ist der völlige Zusammenbruch der privaten Wirtschaft und damit verbunden der Steuereinnahmen eine Frage der Zeit. Wenn wir nicht ernsthaft werden, wird der Staat bald kein Geld mehr haben, weder um die Berater des Herrn Manitakis (= Minister für Verwaltungsreform) noch ihn selbst zu bezahlen, ganz gleich, welche die Kriterien ihrer Entscheidung sein würden.

(Quelle: Protagon.gr, Autor: Thanos Tzimeros, Vorsitzender der Partei „Wiedererschaffung!„)

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  1. ars m.
    2. Mai 2013, 00:27 | #1

    Endlich!!! Keine Beschuldigungen Anderer! Keine Hasstiraden mehr! Keine rückwertigen Blicke! Sondern endlich konstriktive Aussagen zu Wegen in das zukünftige Wirken! Danke an Herrn Tzimeros.

  2. windjob
    2. Mai 2013, 08:03 | #2

    Das grundlegenste wäre hier erst mal die Parteien neu aufzubauen. Alle Parlamentarier zu entlassen und eine technokratische Expertenregierung einzusetzen. Ohne dies wird ein Neuaufbau des Staates nie gelingen. Dies sieht man schon daran, dass die kleinen Leute zur Kasse gebeten werden die Parlamentsabgeordneten aber immer noch die höchsten Diäten in der EU bekommen. Wie heisst es so schön. Der Fisch stinkt vom Kopf und der muss zuerst ab.

  3. Heinz
    2. Mai 2013, 10:47 | #3

    @ars m.

    Dem kann ich mich nur anschließen. Es ist der ehrlichste und wertvollste Artikel seit langem. Jetzt kann Hoffnung keimen.

  4. Böse
    2. Mai 2013, 13:32 | #4

    Alleine von Innen kann diese totale Reform nicht geschaft werden, das sich ein System immer am Leben halten möchte (Naturgesetz). Nur durch den massiven Druck von Außen ist solches möglich.
    Ich glaube, dass GR eines Tages auf Grund dieser durchgeführten sehr harten Reformen wieder sehr gut da stehen wird. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass GR einer der wenigen Länder der EU sein wird, die eines Tages besser als Frankreich oder Italien sein werden und ihre landspezifischen Möglichkeiten erfolgreich nutzen werden.

  5. Stavros Konstantinos
    2. Mai 2013, 16:27 | #5

    BRAVO UND DANKE HERR THANOS TZIMEROS !

    Endlich schreibt jemand ehrlich und den Tatsachen endsprechend was wirklich war!
    Jetzt reisst Euch liebe Griechen am Riemen und startet durch! Es wird ein staubiger und langer Weg werden,aber macht Euch bitte frei und werdet wieder ein glückliches Volk! Nehmt das Zepter in die Hand und lasst Euch von aussen nichts diktieren!
    Viel,viel Glück.

  6. JorgoGR
    2. Mai 2013, 17:14 | #6

    Hmm….liest sich doch gut…

    Ich 51 Verheiratet 2006 aus Germany nach Griechenland gekommen mit meiner Famillie .. in Deutschland geb. Mutter Deutsch Frau Deutsch .. ich 50/50. Danke ich glaube das alles. Ich glaube alles was mir gesagt wird. Den ich Lebe in Griechenland … ich weis wie die Behörden hier mit einem umgehen..welche Gesetze gemacht wurden damit der Staat seine Pflichten erfüllt den Bürger nicht hängen lässt … ja er hilft mir wen ich seine neue Gesetze erfülle … nur wie verdammt … den ganzen Stapel Paiere und Formulare … wo bekomme ich die nur her … der Beamte wen er mal vor Ort ist hat keinen Plan davon..und wen ich einen antreffe … bekomme ich Auskunft mich an die Stelle XY zu wenden .. dort wiederum .. *schulterzucken* Ich bin Arbeitslos und verschulde mich immer mehr … ich vermute bald gehen bei mir die Lichter aus noch einige Tagen … wie ich meine Kinder über die Runden bringen soll *schulterzucken* … Danke … den nichts wird geschehen es bleibt eine Vetterwirtschaft und es wird auch nichts ändern an neue Gesetze und vorhaben in Griechenland … Griechenland ist nun mal so .. ein verzogenes Kind … das man immer alles erlaubt hat … und nun soll man es umerziehen? nie und nimmer … da helfen auch keine Austausch von Beamten … und Entlassungen … den die wollen ja auch Rente kassieren .. die wo auf ihre Stühle gesessen haben und keinen Plan hatten von nichts und gar nichts … ja klar wir stellen paar neue ein Jung Motiviert bis in die Haarspitzen .. die richten das schon …

    Nette Grüsse aus Griechenland …

  7. letti 28
    2. Mai 2013, 18:53 | #7

    @JorgoGR
    Sie sprechen mir aus der Seele, das gleich in grün und noch einiges heftiger erleben mein Mann und ich ständig, bei den Verwaltungsangestellten ist die Arbeitsmoral sehr niedig bis gleichgültig.
    Grüsse aus Griechenland

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