Wer die Onassis-Insel in Griechenland kaufte

14. April 2013 / Aktualisiert: 28. März 2018 / Aufrufe: 2.382

Wir wollen kein Saint-Tropez

Der Bürgermeister von Meganis, Stathis Zavitsanos, begegnete derweilen der praktisch auch offiziell bestätigten Nachricht über den Verkauf der Insel Skorpios (und Sparti) an den russischen Oligarchen Dmitry Rybolowlew zurückhaltend und nachdenklich. Im Gespräch mit der Athener Nachrichtenagentur brachte der Bürgermeister seine Vorbehalte hinsichtlich der Möglichkeit des Verkaufs der Insel Skorpios zum Ausdruck, sich diesbezüglich auf das Testament des Aristoteles Onassis beziehend, welches – wie er äußerte – etwas Derartiges nicht gestattet, und betonte:

Zuerst werden wir die Transkriptionen im Grundbuch sehen müssen um sicher zu sein, dass ein solcher Akt rechtsgültig ist. Auf Basis des Gesetzes kann Skorpios nicht verkauft werden, und eventuell darf der griechische Staat in dieser Entwicklung nicht teilnahmslos bleiben“, betonte er. Wenn trotz allem ein Modus gefunden wurde, damit diese Transaktion erfolgt, würden wir von den neuen Eigentümern wünschen, die Besonderheit unserer Region zu respektieren. Skorpios und der gesamte Inselkomplex sind ein Gebiet von natürlicher Schönheit, das von Einfachheit und Ruhe beherrscht ist. Wir wollen nicht, dass hier ein Saint-Tropez oder ein internationaler Laufsteg entsteht. Außerdem sind viele berühmte Menschen hierher gekommen, die unser Gebiet absolut respektiert haben. Viele Prominente aus der ganzen Welt haben ihr Interesse am Kauf von Inseln oder Arealen auf einer der Inseln südlich von Lefkas bezeugt. Einer von ihnen, der letzte Nachkomme der Familie Rothschild, kaufte auf Meganisi 300 Hektar Land zu dem Zweck, Wohnungen für die Mitglieder seiner Familie zu bauen.

Sich auf Aristoteles Onassis beziehend merkte Stathis Zavitsanos an, „es ist offensichtlich, dass die Menschen von Meganisi und den umliegenden Eilanden noch immer mit seiner Erinnerung leben. Onassis stand uns sehr nahe und war sehr vertraut. Er respektierte unsere Region, liebte ihre Menschen und erschuf ein Paradies. Wir leben noch immer mit dem Mythos des Onassis. Seine Enkelin integrierte sich leider niemals in diesen Mythos. Sie interessierte sich niemals für Skorpios. Wahrscheinlich wollte sie die Insel loswerden„, endet der Bürgermeister mit einer gewissen Verbitterung.

Wir sind alle betrübt„, erklärt der stellvertretende Bezirksleiter von Lefkas, Theodoros Verykios. Auch er äußerte  gegenüber der Athener Nachrichtenagentur Zweifel bezüglich der Rechtmäßigkeit Verkaufs der Skorpios-Insel und erachtet, dass abgesehen von den juristischen Hindernissen, welche das Onassis-Testament errichtet, im Fall der Findung einer rechtlichen Formel eine zumindest den Behörden nicht verborgen gebliebene gewisse Aktivität in der Region vorhergegangen wäre.

Dennoch unterstrich Herr Verykios, die Gefühle der Einwohner der Region interpretierend, „bei dem Gedanken daran, dass die Onassis-Insel Skorpios verkauft wird, verspüren wir alle Kummer. Wenn jedoch dieser Zug der Region hinsichtlich ihrer Entwicklung helfen wird, sei er willkommen„, endete der stellvertretende Bezirksleiter von Lefkas.

(Quellen: Voria.gr, ProtoThema.gr, diverse Medienberichte)

Relevante Beiträge:

Artikel weiterlesen: Seite 1 Seite 2

Kommentare sind geschlossen