Verrückter Plan zur Überwindung der Euro-Krise

17. April 2013 / Aktualisiert: 30. September 2017 / Aufrufe: 2.247

Entledigt euch der 500-Euro-Scheine – ein verrückter griechischer Vorschlag zur Überwindung der Krise in der Eurozone.

Ist vielleicht die Stunde gekommen … uns der 500-Euro-Banknoten zu entledigen? Diesen Titel trägt eine der letzten Untersuchungen der Bank of America (BoA) / Merill Lynch, die unterstreicht, ein solcher Zug würde zur Schwächung des Euro führen und so die Wirtschaft der Region stärken.

Das Hauptargument für einen solchen Zug von Seite der Europäischen Zentralbank ist jedoch, dass er die … illegalen Einkommen aufdecken – die in einem hohen Grad hinter diesen Banknoten versteckt sind – und parallel die Möglichkeit zur Schöpfung von Einnahmen aus der Besteuerung solcher Gelder bieten würde, die nicht per „Vermögensnachweis“ (πόθεν έσχες) gerechtfertigt werden können.

Laut dem amerikanischen Haus geht es außerdem um die langfristig stärkste Banknote in der Eurozone, da Ende Februar 2013 rund 581 Millionen „500er“ mit einem Gesamtwert von 290,6 Mrd. Euro in Umlauf waren.

500-Euro-Noten bei Steuerhinterziehern und Kriminellen

Der – griechischer Abstammung – Verantwortliche der BoA / Merril Lynch für Devisenstrategie, Athanasios Vamvakidis, merkt an, der 500-Euro-Schein habe im Vergleich zu den übrigen Banknoten während der Dauer des vorherigen Jahrzehnts in den G10-Staaten den stärksten Zuwachs gezeigt, obwohl der in den beiden letzten Jahren verzeichnete Rückgang in einer Größenordnung von 10 Mrd. Euro (20 Mio. Scheine) möglicherweise auch einen globaleren Rückgang der Nachfrage nach der einheitlichen Europäischen Währung wegen der Schuldenkrise reflektiert.

In ihrem Bericht vermerkt die BoA / Merill Lynch, gewisse Daten deuten an, dass die 500-Euro-Scheine bei Kriminellen und Steuerhinterziehern besonders … populär sind. Spezieller wird angemerkt, dass in England die Devisen-Wechselstuben den Handel mit den 500-ern einstellten, nachdem man feststellte, dass sie zur … Geldwäsche verwendet wurden. Weiter führten die New Yorks Times an, dass sich 2006 etwa ein Viertel der 500-Euro-Scheine in Spanien befanden, obwohl das BIP des Landes gerade einmal 11,5% des BIP der Eurozone ausmachte – was möglicherweise mit dem hohen Anteil der Schattenwirtschaft in Zusammenhang steht.

Ebenfalls liegen Informationen vor, dass die Polizeibehörden verschiedener Länder 500-Euro-Scheine zur Aufdeckung von Geldwäschefällen verwenden.

Wie das Schwarzgeld die Verschuldung reinwaschen könnte

Obwohl den 500-Euro-Scheinen angelastet worden ist, sich in einem hohen Grad in den Händen von Steuerhinterziehern und Kriminellen zu befinden, scheint die EZB nicht bereit zu sein, deren Umlauf einzustellen. Wie in einem Artikel des Wall Street Journals angeführt wird, hatte vor einem Jahr der Leiter der EZB, Mario Draghi, in einem Schreiben an den Europa-Abgeordneten Nikos Salavrakos betont, „die hochwertigen Banknoten spielen eine signifikante Rolle als Mittel zur Rücklage von Werten …„.

Laut der Bank of America / Merill Lynch hätte ein Rückruf der 500-Euro-Scheine jedenfalls vielfältige Vorteile für die europäische Wirtschaft. Grundsätzlich würde die Nachfrage nach dem Euro als Rücklagemittel zurückgehen, was zu seiner Schwächung führen und ihm damit wiederum helfen wird, sich zu erholen. Weiter werden signifikante Einnahmen aus der Besteuerung der illegalen Aktivität geschöpft werden, wenn nachstehender Plan befolgt wird:

Die Leute werden nur einen Monat Zeit haben, alle 500-Euro-Scheine bei einer europäischen Bank – innerhalb oder außerhalb der Eurozone – einzuzahlen, da die Banknote nach Ablauf dieser Frist keinerlei Wert mehr haben wird. Ab einem konkreten Betrag – beispielsweise ab 10.000 Euro – müssen die Einzahler rechtmäßige Nachweise über die Quelle der Einkommen vorlegen.

Wie Athanasios Vamvakidis gegenüber der „Ikonomia“ erklärt, „ist der Trick, einen Zeitraum zu finden, der ausreicht, damit die Banknoten aus legalen Quellen auf Konten eingezahlt werden, und kurz genug ist, damit die aus illegalen Quellen herrührenden (Banknoten) nicht ‚gewaschen‘ werden„. Die Banknoten, welche verfallen werden, weil ihre Inhaber nicht zu den Banken kommen um sie zu verflüssigen, werden sich automatisch in einem Gewinn für die EZB niederschlagen. Diesen Gewinn kann die Eurozone für die Rekapitalisierung der Banken der Peripherie, die Finanzierung des ESM oder auch den Abbau der Verschuldung der überschuldeten Länder verwenden.

„Geisterschein“ – Der Euro als Fluchtwährung

Die 500-Euro-Scheine sind zu einer der Hauptbanknoten der weltweiten Schattenwirtschaft geworden. Es ist bezeichnend, dass man sie in Spanien, wo 2006 laut den New York Times 25% der 500-Euro-Banknoten in Umlauf waren, „Bin Laden“ getauft hatte, da alle wussten, dass sie existierten, sie jedoch niemand gesehen hatte!

1969 ordnete der amerikanische Präsident Richard Nixon die Einstellung des Umlaufs der 500-Dollar-Note an, um der Geldwäsche zu begegnen. Ab dem 20 April 2010 stellten in England die Devisen-Wechselstuben den Handel mit den 500-Euro-Scheinen ein, weil sie zur … Geldwäsche verwendet wurden. Laut der Serious Organized Crime Agency befinden sich sogar 90% der im Land bewegten Banknoten in den Händen des organisierten Verbrechens.

Der Leiter der EZB, Mario Draghi, hatte betont, „die Eurobanknoten hoher Werte erfüllen eine signifikante Rolle als Mittel zur Wertlagerung und stellen die allerletzte … Zuflucht für Vermögenswerte innerhalb und außerhalb der Eurozone dar„.

(Quelle: Imerisia)

  1. DerDicke
    17. April 2013, 08:36 | #1

    Na klar, danach sind die 200er dran, dann die 100er, die 50er, die 20er – und dann schaffen wir das reale Geld ab und geben uns mit 0en und 1en auf unseren Girokonten zufrieden, da können dann an jedem zweiten Wochenende gleich die Rettungsgelder abgebucht werden. Totale Transparenz für alle, olé!

  2. herder
    17. April 2013, 11:03 | #2

    Aufforderungen von US-Banken sollte man unverzüglich nachkommen, sie sind uneigennützig und vernünftig.

  3. bauagent
    17. April 2013, 15:57 | #3

    Wo soll der Unterschied zwischen 100 kg 500,– € Scheinen und 250 kg 200,– € Scheinen liegen? Richtig! Im Gewicht. Die Argumente sind letztlich alle vorgeschoben. Die Abschaffung dient lediglich der leichteren Einführung des Plastikgeldes, um die Bürger über alle Schichten über Nacht zu enteignen und überwachen zu können. Privates Eigentum ade! In Schweden schafft man gerade flächendeckend die Geldautomaten ab. In Frankreich darf nur noch unter 1.000,– € bar gezahlt werden. Um die Geldwäsche zu bekämpfen?

    Dass ich nicht lache. Hier wird durch die Hintertür den Völkern der Gefängnisplanet verkauft, weil das Zinseszins System mit rund 640 Billionen Dollar an Derivaten am Ende ist. Die eigentlichen Strippenzieher und Steuerhinterzieher brauchen weder 500,– € Noten noch Papiergeld. Sie besitzen die Macht, allen das kommende und ausschließliche Plastikgeld zur Überwachung aufzudrücken und die Politiker sind willfährige Helfershelfer.

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