Griechenland und Spanien halfen Deutschland, Deutschland zerstört sie

4. März 2013 / Aktualisiert: 24. August 2018 / Aufrufe: 5.454

Vor 60 Jahren erließen die Gläubiger – darunter Griechenland und Spanien – Deutschland die Hälfte seiner Schulden. Heute zerstört die Verschuldung diese Gläubiger.

Griechenland und Spanien halfen beim Aufschwung des Nachkriegs-Deutschlands. Sehen Sie die Unterschiede„, lautet der Titel des Artikels der britischen Zeitung „Guardian“ anlässlich des sechzigjährigen Jahrestags des Londoner Schuldenabkommens, welches Deutschland half, seine Wirtschaft neu aufzubauen.

Vor 60 Jahren erließ die Vereinbarung von London die halbe Nachkriegsverschuldung Deutschlands. Dieser Schuldenerlass und die Weise, auf die er geschah, war von vitaler Bedeutung für den Wiederaufbau Europas nach dem Krieg. Er steht jedoch in völligem Gegensatz zu den Prüfungen, welche heute die Völker Europas im Namen der Verschuldung erleben. Heute zerstört das Land seine damaligen Gläubiger„, betont der Journalist zu Beginn des Artikels.

Zu Deutschlands Gläubigern zählten auch Griechenland und Spanien

Außer den Schulden, die Deutschland bereits seit dem 1. Weltkrieg schuldete, hatte es 1953 ebenfalls Verbindlichkeiten aus Aufbaukrediten geschaffen, die es mit Ende des 2. Weltkriegs aufgenommen hatte. Unter den Gläubigern Deutschlands befanden sich auch Griechenland und Spanien. Und die Schulden Deutschlands mögen damals geringer gewesen sein im Verhältnis zu der heutigen Verschuldung Griechenlands, Spaniens, Irlands, Portugals und Spaniens. Auch so existierte jedoch eine ernsthafte Beunruhigung, dass ein mögliches Unvermögen zur Bezahlung der Schuld den Aufbauversuch in Gefahr bringen würde.

Weil ein starkes Westdeutschland als Wall gegen den Kommunismus notwendig war, trafen sich die Gläubiger des Landes und zeigten, dass sie verstehen, dass man einem Land hilft, von dem man will, dass es sich von der Katastrophe erholt. Trotz der Kriegsverbrechen, welche die deutschen Eroberer einige Jahre vorher verübt hatten, beteiligten sich Länder wie Griechenland bereitwillig an dem Abkommen, um zu helfen, dass ein stabiles und gedeihendes Westeuropa geschaffen wird.

Die Beschneidung der Verschuldung um 50% umfasste sogar auch den privaten Sektor, während die Länder, bei denen Deutschland verschuldet war, von Deutschland exportierte Produkte kaufen mussten um ihr Geld zurückzuerhalten.

Nach dem Londoner Schuldenabkommen fand in Westdeutschland ein „Wirtschaftswunder“ statt. Das in den letzten 30 Jahren für die überschuldeten Staaten befolgte Rezept war jedoch völlig anders. Ab dem 1980er Jahrzehnt und nachfolgend war die Praxis jene der permanenten „Barmherzigkeits-Kredite“, wobei diese Länder gleichzeitig zu harter Austerität und Liberalisierung ihrer Wirtschaften gezwungen wurden, um „wettbewerbsfähiger“ zu werden.

Das Handeln der europäischen Führer ist kriminell

Das Resultat dieser Praxis war in vielen Ländern – darunter Griechenland, Irland, Spanien – der Anstieg der Armut und der Ungleichheit„, betont der Artikel. „In Griechenland ist heute die Wirtschaft um mehr als 20% geschrumpft, während einer von zwei jungen Menschen arbeitslos ist.“ Die heutige „Strategie“ in Griechenland, Irland, Portugal und Spanien ist, die Last der Angleichung ausschließlich und allein dem Schuldnerland aufzubürden und seine Wirtschaft mittels der Massenarbeitslosigkeit und der Kürzung der Löhne wettbewerbsfähiger zu machen. Ohne Gläubiger – wie Deutschland -, die bereit sind, mehr von ihren Exporten aufzukaufen, wird dies aber nicht geschehen und in ein Leiden ohne Ende führen.

Wenn wir keinerlei Fakten darüber hätten, wie eine Schuldenkrise gerecht gelöst wird, würden wir vielleicht erachten, die Politik der europäischen Führer folge einem falschen Weg. Wir haben jedoch das positive Beispiel Deutschlands vor 60 Jahren und das katastrophale Resultat der Schuldenkrise in Lateinamerika vor 30 Jahren. Das Handeln der europäischen Führer ist einfach kriminell„, endet der Artikel.

Hinweis in eigener Sache: Vorstehender Beitrag gibt in deutscher Übersetzung die benannte griechische Quelle, also nicht den Artikel des Guardian wieder!

(Quelle: Ethnos, Guardian)

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  1. Jäger
    4. März 2013, 10:25 | #1

    „Das Handeln der europäischen Führer ist einfach kriminell“, endet der Artikel.“
    Der Verfasser dieses Artikels hat wohl nichts kapiert.

  2. Franz
    4. März 2013, 12:24 | #2

    Hallo und einen guten Tag,

    was will uns der sehr populistische Artikel sagen „DEUTSCHLAND SOLL GEFÄLLIGST DIE SCHULDEN VON GRIECHENLAND ÜBERNEHMEN“, also realitätsfremder geht es ja nicht. Sicher kann man geschichtliche Ereignisse anführen, aber das ist eben Geschichte und hat mit der momentanen Situation in Griechenland absolut nichts zu tun. Auch wenn immer das Argument angeführt wird „DIE BEVÖLKERUNG VERARMT“, so sei angemerkt, dass die Bevölkerung von ihren eigenen „Politikern“ jahrzehntelang belogen wurde, die Günstlinge der Parteien in den WOHLSTAND versetzt wurden und der Rest der Bevölkerung sich auf der Sonnenseite des Lebens wähnte. Nun ist aber Schluss mit „LUSTIG“ und jetzt will niemand die Schuld übernehmen. Bei Politikern ist dieses sehr verständlich. Der angesprochene Journalist sollte sich doch mal mit den Fortschritten (?) der griechischen Schuldenproblematik befassen, als in seiner Frustriertheit ob der Fortschritte die Geschichte zu bemühen. Und noch etwas, niemand zwingt irgendjemanden „DEUTSCHE PRODUKTE“ zu kaufen, kein Grieche muss unbedingt Mercedes, Audi, VW fahren. Es ist der Wunsch der Konsumenten ein Produkt aus Deutschland zu erwerben.
    Schon mal versucht in Griechenland zu investiernen? Da werden sie ihr blaues Wunder erleben. Sie brauchen vor allen Dingen viel Zeit und Geld. Auch ein Grund warum es nicht voran geht mit dem Wachstum.

    Schönen Tag noch

    Franz

  3. mark
    4. März 2013, 17:42 | #3

    Wieder mal ein schöner Artikel aus Griechenland. Ich frage mich folgendes:
    1. Wie hoch sind die Netto-transferzahlungen die Griechenland seit Eintritt in die EG/EWG/EU erhalten hat ?
    2. Wie hoch war der Verslust den Ausländische Gläubiger durch den doppelten Schuldenschnitt erlitten haben ?

    Wenn wir beides zusammenzählen kommen wir sicherlich auf einen Betrag der weit über 100MRD EUR liegt.

  4. LiFe
    4. März 2013, 18:13 | #4

    Im Übrigen stammt der Artikel nicht von einem griechischen Journalisten. Er hat sich eines Artikels bedient und den spanischen EU-Minister De Vigo zitiert. Die Anspielung auf die Geschichte hatte er gemacht.

  5. giaoýrti giaoyrtáki
    4. März 2013, 21:02 | #5

    Die Lösung ist doch ganz einfach. Deutschland muß angegriffen werden, als Vorwand dienen die nie bezahlten Reparationen und nach Kriegsende werden dann auch gerechterweise die Schulden gestrichen. So gewinnt man Kriege und kann sich gleichzeitig als armen Kriegsverlierer hinstellen. Außerdem ist es ja so viel einfacher wieder neu aufzubauen, wenn alles kaputt ist.

  6. Lena Koch
    4. März 2013, 22:31 | #6

    Der Euro muss weg so schnell wie nur möglich, denn er hat sich als Spalter Europas erwiesen. Eine Spaltung die dazu führt, dass auf allen Seiten im Süden wie im Norden alte Feindbilder wieder auferstehen. Die Völker Europas haben Jahrzehnte vor dem Euro gut zusammen gelebt und werden es wieder tun, wenn diese Misere endlich ein Ende findet. Besser lebt und arbeitet jede Nation nach eigenen Gusto und ist zufrieden und glücklich als sich fremdbestimmt durch EU Bürokraten und Merkel am Gängelband führen zu lassen. Was ökonomisch nicht zusammen passt, sollte politisch nicht gewollt sein! Das ist meine rein persönliche Meinung und jeder Versuch mich davon abzubringen geht ins leere….

  7. LiFe
    5. März 2013, 00:11 | #7

    Das haben meine Nachbarfreunde in Holland von Anfang an gesagt, kaum war der EURO eingeführt folgte der Witz: Die Gehälter sind halbiert worden und die Preise in den Läden haben sich verdoppelt. man hält uns wirklich für Schafe! Merci Brüssel! J’accuse!

  8. GR-Block
    5. März 2013, 02:17 | #8

    @Franz
    So platt dieser Artikel auch argumentiert, es muss immer noch einen deutschen EU-Mitbürger geben der noch platter reagiert. Armselig sind diejenigen, die ihren persönlichen Stolz nur aus der Wirtschaftsleistung von Privatunternehmen ziehen, die zudem anderen gehören. Sie lassen sich so leicht vom nächsten Raubritter für dessen Feldzüge rekrutieren. Einen Wirtschaftskrieg zu gewinnen macht fast genau so viel Lust wie einen richtigen Krieg. Aus dem Handbuch des aufstrebenden Yuppie weiß man: am einfachsten gewinnt man gegen Freunde. Die merken nämlich zu spät, dass man eigentlich ihr Feind ist, und öffnen einem die Tür.

    Großherzigkeit kommt vor dem Fall. Eine bittere Erkenntnis für GR.

  9. Moppel
    5. März 2013, 04:57 | #9

    @mark
    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil …

  10. LiFe
    5. März 2013, 10:04 | #10

    @ GR-Block So genau habe ich es die ganzen Jahre fassungslos betrachtet…. Der Große Hans ach wie so klein! (Goethe) Nichts haben manche, (manche ist schon gelinde ausgesdrückt untertrieben) Stammtischredner von ihrem großen Meister gelernt. Sie bekämpfen den Freund, der selbstlos bereit ist ihr letztes Hemd zu verteidigen. Ich lese da capo ihr Kommentar. Toll!

  11. hartelino
    5. März 2013, 10:51 | #11

    Die Headline des Artikels ist absolut populistisch und irreführend. Hier wurde entweder mit der Übersetzung etwas geschlampt oder aber der Autor benutzt das eigentliche Problem speziell als Munition gegen Deutschland. – Nicht Deutschland (für mich immer noch definiert durch seine Bürgerinnen und Bürger), sondern das europäische und internationale Wirtschaftssystem und das abstruse Wirtschaften der Banken ist das Problem. Und dieses Problem betrifft nicht nur Griechenland, sondern die Bürgerinnen und Bürger aller Nationen.

  12. bauleiter
    5. März 2013, 11:26 | #12

    Hallo Zusammen,

    dies ist sicherlich ein etwas populistischer Artikel über Griechenland… Trotzdem ist die ganze Staatsschuldenkrise eine hausgemachte und ist in unserem Finanzsystem vollkommen normal. Alle 40-60 Jahre muss die Schuldenuhr wieder einmal auf Null gestellt werden, denn Staatsschulden sind nicht zurückzahlbar und werden auch nicht in Deutschland zurück gezahlt, nur deren Zinsen. Zudem wurden in den letzten 100 Jahren auch noch nie Staatsschulden wirklich noch nie zurück bezahlt und davor wohl auch nie. (Buchtipp: „Schulden – die letzten 5000 Jahre“ von David Graeber)

    Man sagt immer „Staatsschulden“, aber wer ist denn der Staat? Der Staat ist ein juristisches Konstrukt, das wir über unsere Gesellschaftsform gezogen haben und im Laufe dessen sind noch ein paar Gebäude für die Verwaltungen entstanden, z.B. der Reichstag oder Ministerien. Der Staat, dass sind WIR und somit sind es unsere Schulden, denn wer bürgt denn für die Schulden des Staates?? Derjenige, der genau so heißt im Deutschen, denn Deutsch ist eine genaue Sprache, der BÜRGER und dies gilt auch für alle anderen Länder. Somit ist klar, wer am Ende die Zeche zahlen wird… WIR alle!

    Die letzten beiden Rücksetzer der Staatsschuldenuhr auf Null in Deutschland waren 1922 nach dem 1. Weltkrieg und der großen Inflation und 1949 nach dem 2. Weltkrieg. Diesesmal ist aber kein Krieg, sondern es muss eine andere große Krise geschaffen werden und da sind unsere großen europ. Führer gerade dabei.

    Klar ist, dass Deutschland nicht für Griechenland oder Spanien bezahlen sollte, aber man sollte diese Schuldenkrise nicht den Bürgern anlasten, sondern denen, die über Jahrhunderte immer wieder von diesen Schulden profitiert haben und zwar den BANKEN. Dort muss es einen Schuldenschnitt geben und dann kann die Schulden-Party wieder von vorne los gehen, aber diese Wahrheit wird den Europ. Völkern vorenthalten und ihnen weiss gemacht, dass Schulden zurück gezahlt werden müssen. Es bleibt spannend wo uns diese Verlogenheit noch hinführen wird.

    Klar ist aber, dass die Bevölkerung in allen dieser Länder nur an einem Ring durch die Manege gezogen wird und zwar von den Führern, die sich dem neuen Souveign, den Banken verdingt haben und von den Banken selbst, die jetzt zum ersten Mal in der Geschichte ganz offen und für jeden erkennbar die Macht übernehmen und es gibt keine Demonstrationen dagegen, also sind wir scheinbar (auf jeden Fall in Deutschland) damit einverstanden. Die Machtübernahme in Europa hat begonnen und wir alle schauen nur zu und sind damit beschäftigt uns gegenseitig die Schuld zu geben und die, die wirklich daran Schuld sind, können munter weiter machen! Glückwunsch!!!

  13. Ottfried Storz
    5. März 2013, 13:56 | #13

    Der Autor hat offenbar staatsozialistische Vorstellungen darüber, wie Handel heute funktioniert:
    (Zitat) „Ohne Gläubiger – wie Deutschland -, die bereit sind, mehr von ihren Exporten (Anmerkung: Gemeint sind Exporte von Spanien, Griechenland etc) aufzukaufen, wird dies aber nicht geschehen und in ein Leiden ohne Ende führen.“
    Der Staat kann nicht einfach vorschreiben: „Jetzt werden ganz bevorzugt griechische Produkte gekauft! Auch bei der Bevölkerung fehlt es nicht an der „Bereitschaft“, griechische Produkte zu kaufen, sondern einfach am Angebot. Das jedoch müssen griechische Unternehmer zu marktüblichen Preisen und Qualitäten anbieten. Daran jedoch happert es reichlichst.

    Kurios am Artikel ist auch, das Schuldenschnitt, Zinsverzicht der Gläubiger und hunderte Milliarden EU-Mittel komplett ausgelassen werden. Es ist doch immer schön einfach, wenn man ein festes Feindbild hat, und sich nicht mit Fakten auseinandersetzen muss.

  14. GR-Block
    5. März 2013, 15:52 | #14

    @Lena Koch
    Der EURO ist lediglich das Lackmuspapier des Binnenmarktes. Er zeigt welche nationalen Märkte nicht in die Produktion miteinbezogen werden. Wer zum Wohle des Binnenmarktes konsumieren soll, muss aber auch genügend Geld verdienen dürfen.

    Der EURO hätte gleich mit dem Binnenmarkt 1993 eingeführt werden sollen. Dann hätte man erkannt, dass in GR die guten Jobs abwandern und nur Billigjobs bleiben. Kein Wunder, dass Unternehmer immer mehr auf billige, illegale Arbeitnehmer zurückgreifen. Subventionen zur Reduktion z.B. der Agrarproduktion und Förderung des Servicesegments (Tourismus, Transport…) war für GR die falsche EU Politik. Das förderte nur die großen Produzenten im Westen und deren Transportbedarf.

  15. GR-Block
    6. März 2013, 00:41 | #15

    @Ottfried Storz
    „Kurios am Artikel ist auch, das Schuldenschnitt, Zinsverzicht der Gläubiger und hunderte Milliarden EU-Mittel komplett ausgelassen werden. Es ist doch immer schön einfach, wenn man ein festes Feindbild hat, und sich nicht mit Fakten auseinandersetzen muss.“

    Alle drei genannten Korrekturmaßnahmen des maroden EU-Finanzsystems haben nicht ausgereicht, die zinsbasierten Schulden eines einzigen „Partnerstaates“ einzufangen. Wo die Zinswucherer in den eigenen Reihen der EU zu finden sind. Ein System, das innerhalb 5 Jahren Zinsenschulden in Höhe der Kreditschulden (110% des BIP) auftürmt muss sofort verlassen werden, die virtuellen Schulden (=Zinsschulden) gestrichen werden.

    Da aber GR mit aller Gewalt im System gehalten wurde, werden die virtuellen Zinszahlungen weiter an die Krisengewinnler abgeführt. Und alle Völker müssen Geld nachschieben. Manche dieser Völker kriegen ihr Geld über ihre Luxusjobs zurück.

  16. nikos
    6. März 2013, 08:42 | #16

    meine lieben deutschen freunde,die wahrheit tut eben manchmal weh!

  17. CYR
    6. März 2013, 11:21 | #17

    @Ottfried Storz
    Du hast Recht Griechenland hat überhaupt heine Industrie um den Bedarf in Deutschland zu befriedigen. Aber man könnte einen Länderfinanzausgleich einführen. Die Überschüsse EU Intern in einem Land zu Hilfe in einer anderen Land das Defizite aufbaut weiterzuleiten.
    In D funktioniert das ja auch.

  18. GR-Block
    6. März 2013, 23:16 | #18

    @CYR
    Schlechte Lösung. Die Völker wollen das nicht. Und jetzt mitten in der EU-Identitätskrise sowieso nicht. Ich zitiere nochmals Herrn Knapp, ehemaliger Chef der deutschen IHK, Athen.
    Produktionsanlagen in D müssen sofort dort ausgerissen und in GR in Betrieb genommen werden. Das sagte er schon vor 4-5 Jahren. Klar. der Grieche soll für sein Geld arbeiten. Nur das stabilisiert eine Wirtschaft. Das heißt aber der Deutsche soll sich mehr Freizeit nehmen und weniger verdienen. Wenn die Europäer sich nicht darauf einigen wollen, dann wollen sie auch keinen EU-Binnenmarkt, basta.

  19. LiFe
    7. März 2013, 01:40 | #19

    @ Niko Sicherlich tut diese Wahrheit weh, aber kann man der dritten Generation die Schuld geben? Wir müssen irgendwann Spannungen abbauen und gemeinsam eine Zukunft gestalten. Finde ich. Oder sehe ich es Falsch?

  20. Ottfried Storz
    7. März 2013, 01:44 | #20

    @CYR:
    Es gibt seit vielen Jahrzehnten eine „Länderfinanzausgleich“ zwischen den EU-Staaten, google einfach mal „Kohäsions- und Strukturfonds“. Daraus hat Griechenland ja über die Jahrzehnte circa 150-160 Mrd. Euro erhalten.

    @GR-Block:
    Dein Zinswucher-Behauptungen sind fernab jeglicher Realität. Wie kommst du zu der Behauptung:“ Ein System, das innerhalb 5 Jahren Zinsenschulden in Höhe der Kreditschulden (110% des BIP) auftürmt muss sofort verlassen werden“ ?!?
    Mittlerweile hat Griechenland über 2/3 seiner Schulden bei EZB/IWF, in 2012-2015 beträgt der
    Zinssatz hierfür 0 Prozent, danach steigt er langsam an. Auch die nach Schuldenschnitt zwangsumgetauschten langlaufenden Anleihen sind mit anfänglich keinen Zinsen versehen.
    Gegenwärtig hat Griechenland weniger als ein Prozent Schulden in Krediten mit einem zweistelligen Zinssatz.
    Wie kommst du angesichts dessen zu so verrückten Zinswucher-Behauptungen ?

  21. enigma
    7. März 2013, 10:28 | #21

    Hallo,

    endlich ein Artikel der mal sagt was gesagt werden müsste.

    Zu einigen Kommentaren hier drin möchte ich nur eins sagen:

    Nein der Artikeln möchte nicht sagen, dass Deutschland für alles bezahlen muss, jedoch sollten sich die Deutschen vor Augen führen, dass die Deutschen eine zweite Chance von den heutigen Schuldner Länder bekommen haben.

    NAtürlich ist Griechenland zu 60 Prozent selber Schuld, aber das gleiche hätte man damals den Deutschen auch sagen können. Ihr seid Schuld für den Krieg also Pech gehabt.

    Aber so ist es dazu nicht gekommen, ausserdem fängt die Geschichte viel früher an.

    Viele sagen Griechenland hat keine Industrie und ist zurück entwickelter im Vergleich zu den anderen Ländern. ja warum wohl?

    1.)Deutschland hat mit der Industrialisierung ab 1850 angefangen, wenn ihr Griechenland und Deutschland in einem Zeitstrahl darstellen würdet, würdet ihr sehen, das Griechenland bis 1945 Befreiungskriege geführt hat also fast 100 jahre fehlen.

    2.) Hat Griechenland keine Aufbauhilfe bekommen wie die Polen oder Austausch von Know how. Zwar hat Griechenland Hilfe von EU Subventionen bekommen, aber Griechenland zahlt auch selber ein in den EU-Topf also keine wirkliche Hilfe.

    3.) Polen kriegt am meisten Geld von der EU und dann erst Griechenland.

    4.) Es gab keinen richtigen Schuldenschnitt, gäbe es einen damals 2010 hätte jeder Deustche Bürger 100 Euro im Monat an Steuern zahlen müssen.

    5.) Stattdessen hat man die Kredite ausgetauscht zu anfangs Zinsen von 17 % heute sind die Zinsen auf 7% gesunken wow. Trotzdem sind das Wucherzinsen.

    6.) Die Zinsen für die Staatsanleihen waren Anfangs 40 % heute 14 % also schlimmer als bei der MAfia.

  22. enigma
    7. März 2013, 10:33 | #22

    @Ottfried Storz

    @CYR:
    „Es gibt seit vielen Jahrzehnten eine “Länderfinanzausgleich” zwischen den EU-Staaten, google einfach mal “Kohäsions- und Strukturfonds”. Daraus hat Griechenland ja über die Jahrzehnte circa 150-160 Mrd. Euro erhalten. “

    Das mag ja sein, trotzdem zahlt Griechenland selber in den EU-Topf ein siehe EU Bericht. Polen kriegt mehr als Griechenland, obwohl Polen mehr Hilfen bekommen hat als Griechenland. SIehe alle Verträge seit 1950.

    NAtürlich hast du Recht aber die Zinsen waren Anfangs sehr hoch erst als die Öffentlichkeit sich beschwert hat. Hat man mit der Pasok Regierung vereinbart 4 jahre lang keine Zinsen zu zahlen aber was ist vorher seit 2002?

  23. GR-Block
    7. März 2013, 11:52 | #23

    @Ottfried Storz
    GR hat bis Anfang 2008 Schulden von ca. 110% des BIP angehäuft. Das sind die Schulden des Staates, um die es hier ja auch nur geht. Nicht enthalten sind Schulden von Banken, Industrien und Privathaushalten. Man könnte sagen, dass diese Schulden durch „reale“ Ausgaben des Staates (Aufträge, Löhne, Zinsen…) zustande kamen. Selbst bei gleichbleibendem Luxusleben und Zinsbedingungen würde der Staat heute 2013 kaum höher als 120% Schulden haben.

    Was dann aber kam, waren die dubiosen „angreifenden“ Finanzmärkte und in der Folge die „helfende“ Troika. Aus ideologischen Gründen wurde ein Cut und selbst das vorübergehende Schließen der Handelsgrenzen strickt abgelehnt. Der Binnenmarkt musste erhalten bleiben, koste es was es wollte. Folglich explodierten die virtuellen Schulden (=Zinsschulden) um weitere 110%.

    Mit der „Diagnose“ der Krise 2008/2009 hat sich der Waren- und Dienstleistungsverkehr nach GR wie auch die Staatsgehälter keineswegs erhöht. Man kann davon ausgehen, dass in den 5 Jahren der Krise diese Ausgaben real stagnierten und eher zurückgegangen sind. Trotzdem schossen die Schulden auf insgesamt 220%. Nur durch den Cut von 28% vor einem Jahr, die mit Zinseszins heute höher sein dürften, wurde die Kredit- und Zinsschuld GRs auf voraussichtlich 185% für 2013 „gesenkt“.

    Hier sind die Zinsertäge innerhalb nur 5 Jahren höher als der Kredit geworden. Jeder souveräne Staat hätte diesen Aderlass sofort unterbunden. DAS zeigt, dass die Troikanischen Berater im Interessenskonflikt stecken. Denn die „angreifenden“ Finanzmärkte sind gar nicht so dubios, wie man sagt. Es sind alte Bekannte und gehören selbst der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationaler Währungsfond an. Unsere „Freunde“ haben die Berater geschickt. Nicht Russen oder Chinesen.

  24. GR-Block
    7. März 2013, 12:59 | #24

    Ottfried Storz :
    @CYR:
    Es gibt seit vielen Jahrzehnten eine “Länderfinanzausgleich” zwischen den EU-Staaten, google einfach mal “Kohäsions- und Strukturfonds”. Daraus hat Griechenland ja über die Jahrzehnte circa 150-160 Mrd. Euro erhalten.

    Der Vergleich mit dem Finanzausgleich hinkt. Ich würde die „Förderung“ eher mit dem alten begriff „Entwicklungshilfe“ aus den ’60ern umschreiben. Damals hatte man kostenlos afrikanische Staaten mit Lebensmittel versorgt, und damit die lokalen Produzenten in den Ruin getrieben. Nebenbei wurde in politische Karrieren auf höchter Ebene „investiert“ und schon ein-zwei Jahre später in die Agrarproduktion vorort. Enwicklungshilfe aus Westeuropa war wie auch in GR lediglich ein überreichter goldener Schuhlöffel, für die, die einem in die neuen Schuhe halfen.
    Sie sagen 150-160 Mrd. € seit 1981? Ich bin sicher es sind fast ausschließlich Großaufträge an EU-Industrien. Lokale Industrien wurden eingestampft, europäische ausgebaut. Teure, leere Autobahnen waren den Griechen schon damals nicht nützlich.

  25. Götterbote2012
    8. März 2013, 11:51 | #25

    @Ottfried Storz
    Abgesehen davon, dass ich in der Regel auf die Zahl 100 Milliarden stoße, wenn ich danach suche, wieviel Geld Griechenland bisher erhalten hat, können Sie sich auch gerne ausrechnen, was das eigentlich über die Jahre auf jeden einzelnen Einwohner hin bedeutet. Davon ist niemand in Griechenland „satt“ geworden und wenn dem so ist, lässt sich leicht erahnen, dass ein Großteil des Geldes an wenige (mal abgesehen von den (ausländischen) Großkonzernen) gegangen ist.

    Ihre Aussage

    „Auch bei der Bevölkerung fehlt es nicht an der “Bereitschaft”, griechische Produkte zu kaufen, sondern einfach am Angebot. Das jedoch müssen griechische Unternehmer zu marktüblichen Preisen und Qualitäten anbieten. Daran jedoch happert es reichlichst.“

    ist in meinen Augen auch nicht richtig. Griechenland produziert sehr wohl viele Dinge in sehr guter Qualität. Das Problem vor allem in Deutschland ist jedoch, dass man nicht bereit ist, für Qualität einen gerechten Preis zu bezahlen. Man nimmt dann lieber die (vielleicht qualitativ gleichwertige) Ware eines (vermeintlich deutschen) „Herstellers“, der zu menschenunwürdigen, sklavenverdächtigen Löhnen in Asien produziert. Hauptsache billig! Da frage ich mich natürlich, wie Ihr Verständnis für Menschewürde im Handel und Ihr soziales Gerechtigkeitsgefühl aussieht.

  26. Evangelia Chalkida
    8. März 2013, 19:37 | #26

    Sollte Deutschland seine Schulden an Griechenland zurück zahlen,was denkt ihr was dann ist.Bildet ihr euch alle ein Griechenland wäre damit gerettet und Schuldenfrei? wer weis und kann sagen wo das Geld landet,wer wird sich damit bereichern?sicher wird damit dem Volk nicht geholfen,es wäre nur ein Zugeständnis dass Deutschland noch Schulden an manche Länder hätte.Na und? es gebe dann sicher eine Diskusion mehr.Griechenland hat so viele Probleme und wir reden und reden.Ein Land auf das man stolz sein sollte mit seine Geschichte und Kultur ,ist nicht mehr, und lässt sich auch nicht helfen.Ich bin traurig dass das Land nicht geliebt wird von seinem Politiker und Volk,wer sein Land nicht liebt ,liebt sich selber auch nicht.

  27. Frankoru
    14. März 2013, 20:35 | #27

    @giaoýrti giaoyrtáki
    Das wäre wohl der größte Fehler überhaupt. Deutschland ist ein schlafender Tiger (Zitat G. Bush Sen. und N. Gorbatschow, ähnliche Äußerung kam von Obama und Putin jüngst). Das Problem ist, dass dieser Tiger auch so reagieren würde, wie er es immer tat. Ich glaube nicht, dass Sie dies bei funktionierenden Verstand wirklich wollen. Wir leben hier schon immer wie eine lebendige Maschine (Zitat meines Schwiegervaters aus der Russischen Förderation, als er zum allerersten Mal hier war!), dem entsprechend würde diese Maschine blitzschnell über Europa hinwegrollen. Ironie, es wären wohl auch 20 Mio Zuwanderer und deren Kinder Teil dieser Maschine.

  28. Vardarovic
    22. März 2013, 19:10 | #28

    Mehrseitige Informationen sind nie schadhaft.
    Mir wird, um ein anderes Beispiel heranzuziehen, irgendwie mulmig um meinen Magen, wenn ich feststellen muß, daß erst durch Deutschland (das Nazi-Deutschland damals) dazu beigetragen wurde, den Namen ‚Makedonien‘ aus dem griechischen Umfeld zu entreissen und ein Nazi-Protektorat ‚Mazedonien‘ einzuleiten. Die deutsche Außenpolitik übt sich hier in Nachhaltigkeit, Merkel ist eine eifrige Befürworterin, die Albaner, Südslawen und Roma mit dem griechischen Namen ‚Makedonen‘ zu versehen, um hier ein Spannungsfeld zu schaffen.
    (Vardarovic)

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