Millionenbetrug mit Scheinrechnungen in Griechenland aufgedeckt

10. Februar 2013 / Aktualisiert: 03. Juli 2013 / Aufrufe: 2.287

Die Wirtschaftspolizei in Griechenland deckte ein sogenanntes Scheinrechnungskarussell auf, über das Scheingeschäfte in Höhe von 300 Millionen Euro abgerechnet wurden.

Das Sonderdezernat für Wirtschaftsverbrechen (SDOE) in Griechenland setzt mit unverminderter Intensität die Kontrollen im Rahmen der Bekämpfung der Steuerhinterziehung und des Schwarzhandels und der Suche nach nicht regulär deklarierten Geldern und Vermögenswerten fort.

Zu den besonderes Aufsehen erregenden aktuellen Fällen zählt ein groß angelegter Mehrwertsteuer-Betrug, der den griechischen Fiskus um etwa 70 Mio. Euro schädigte.  Derzeit führt das SDOE von Attika eine umfangreiche Untersuchung zur Aufdeckung eines Rings durch, der nach dem Karussell-System Scheinrechnungen im Nennwert von rund 300 Mio. Euro ausstellte und in den viele große Unternehmen verwickelt sind, die sich mit dem Handel von Elektrogeräten befassen.

Steuerhinterziehung:

Im Monat Januar 2013 wurden von den Steuer- und Wirtschaftsfahndern unter anderem die nachfolgenden Fälle festgestellt:

  • Es wurde festgestellt, dass zehn Unternehmen im Gebiet von Attika Scheinrechnungen in Höhe von 42.500.000 Euro ausstellten, um Scheingeschäfte mit dem Ergebnis zu decken, dass der Fiskus MwSt. in Höhe von 9.800.000 Euro verliert. Die verhängten Geldstrafen belaufen sich auf den doppelten Nennwert der (imaginären) Geschäftsvorgänge. Bei den involvierten Firmen handelt es sich um Unternehmen für Metall- und Aluminiumkonstruktionen, Eisenhandel, Erdbewegungsarbeiten, Holzhandel und ein Unternehmen für medizinische Dienstleistungen.
  • 16 Unternehmen erhielten Scheinrechnungen in Höhe von 27.000.000 Euro, um Geschäftsvorgänge zu decken, für welche sie keine legalen Steuer- und Zollunterlagen besaßen. Es handelt sich um drei Firmen für den Handel mit Mineralölprodukten, eine Firma für den Bau von Kühlmaschinen, ein Unternehmen für Handel und Reparatur elektronischer Rechner, ein Unternehmen für Ersatzteilhandel, einen Ingenieur, ein Luxusrestaurant und ein Unternehmen für den Handel mit Farben und Lacken.
  • Das SDOE Epirus deckte einen Fall fiktiver Ankäufe von Agrarprodukten (Zwiebeln) in Höhe von 1.403.000 Euro von Bauern in Theben auf. Aussteller der Scheinrechnungen war ein Gemüsehandel in Preveza.
  • Das SDOE von Attika führt eine umfangreiche Untersuchung zur Aufdeckung eines Kreises, der nach dem Karussell-System Scheinrechnungen ausstellte und in den viele große Unternehmen verwickelt sind, die sich mit dem Handel von Elektrogeräten befassen. Es geht um Scheinrechnungen in Höhe von 300.000.000 Euro, mit einer Schädigung des Fiskus aus der MwSt., die 70.000.000 Euro tangiert. Mehr als die Hälfte der Unternehmen sind bereits vorstellig geworden und haben die MwSt. nebst den verhängten Geldstrafen entrichtet und ein großer Teil hat einen Vergleich mit dem Finanzministerium beantragt. Anlass für die Kontrolle war das plötzliche riesige Handelswachstum der ausstellenden Firma, deren Umsatz sich von 300.000 Euro auf 300.000.000 Euro änderte. Die Geldstrafen belaufen sich auch hier auf das Doppelte des Nennwerts der (fiktiven) Geschäftsvorgänge.
  • Bei 16 von dem SDOE Peloponnes überprüften Apotheken wurde festgestellt, dass diese bei der Schaffung der Voraussetzungen bei einem Pharma-Großhandelsunternehmen mitwirkten, einen Lagerbestand an Medikamenten zu bilden, um direkte oder über Zypern erfolgende Entsendungen – Exporte von Medikamenten nach Deutschland zu realisieren. Ebenfalls exportierten einige der kontrollierten Apotheken Medikamente nach Deutschland, ohne die entsprechenden Einkäufe getätigt zu haben. Die Herkunft der Medikamente, für die keine belege existierten, wird erforscht. Der Fall wurde auch dem Gesundheitsministerium für seine eigenen Ermittlungen gemeldet.

Schwarzhandel

Schließlich wurden von dem SDOE Attika drei italienische Staatsangehörige wegen der illegalen Verschiebung von 1.400.000 Zigaretten verhaftet. Die dem griechischen Fiskus entgangenen Abgaben und übrigen Steuern belaufen sich auf den Betrag von 232.436,00 Euro.

Einer der Verhafteten wurde „in flagranti“ in der Umschlagzone im Gebiet von Aspropyrgos bei Patras festgenommen, die beiden anderen dagegen in einem zentral gelegenen Hotel in Athen zur Stunde ihrer Flucht.

(Quelle: Voria.gr)

Relevanter Beitrag:

  1. Christos
    10. Februar 2013, 17:42 | #1

    „Aussteller der Schweinrechnungen war ein Gemüsehandel in Preveza.“
    Schwein gehabt – hehe!

  2. admin
    10. Februar 2013, 18:10 | #2

    @Christos
    Im Prinzip war die Rechnung ja wirklich eine Schweinerei, wir haben die Lachnummer trotzdem korrigiert.

  3. Juls
    11. Februar 2013, 11:17 | #3

    Was mich ehrlich gesagt ein wenig wundert, dass in letzter Zeit (so 2 Jahre) soooo viele Skandale aufgedeckt werden….wo waren denn die Jahre davor die Presse, die Politiker, die Behoerden ??? Und da gehen teilweise massenhaft Gelder zurueck in die Staatskassen…..

    Es sieht so aus, als ob die jetzigen Behoerden (bzw. die jetzige Regierung) angefangen haben richtig zu arbeiten, dabei hat sich meiner Meinung da kaum etwas geaendert…..in den erhoehten Etagen……

    Ist Euch das hier im Forum nicht auch aufgefallen…..oder etwa nur mir ?

  4. Anna
    11. Februar 2013, 15:59 | #4

    Juls,
    ist mir auch aufgefallen…..die Zeit der Aufklärung scheint langsam zu kommen

  5. LiFe
    11. Februar 2013, 18:21 | #5

    @ Juls pardon Juls, wenn ich ein klein wenig widerspreche. Bestimmte Aufdeckungen waren herausgekommen, dann wurden sie totgeschwiegen. Man hört nichts mehr. That’s Life.

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