Finanzamt in Griechenland schießt sich auf neue Zielgruppe ein

25. Februar 2013 / Aktualisiert: 28. Februar 2013 / Aufrufe: 2.969

Das Finanzministerium in Griechenland nimmt 1,5 Mio. Steuerpflichtige konkreter Gruppen ins Visier, bei denen ein signifikantes Defizit des Steueraufkommen festgestellt wird.

Das ganze Spiel der volkswirtschaftlichen Konsolidierung Griechenlands wird bei der Besteuerung stattfinden. Zumindest ist dies ist die gemeinsame Zuversicht der Stäbe des griechischen Finanzministeriums, und auf dieses Gebiet verlagert sich die Aufmerksamkeit des Finanzministers Giannis Stournaras. Wie die Zeitung „To Vima“ berichtete, geht aus den bisherigen Studien und Bewertungen ein signifikantes Defizit bei dem Steueraufkommen konkreter Gruppen der Steuerpflichtigen hervor.

Laut den Auswertungen des Finanzministeriums sind die Möglichkeiten zur Einnahme von Einkommensteuern von den Arbeitnehmern, Rentnern und all jenen, deren Einkommen an der Quelle erfasst werden, ausgereizt worden und haben inzwischen prozentual die entsprechenden europäischen Niveaus erreicht. Viele Spielräume existieren dagegen gemäß dieser Tangierung noch im weiteren Kreis der Selbständigen, „Rentiers“, Handelstreibenden und Unternehmer.

Fiskus vermutet Steuerpotential von 10 – 11 Mrd. Euro

Schätzungen zufolge entgehen dem griechischen Staat aus diesem allgemeineren Spektrum von Steuerpflichtigen jährlich Einkommensteuern in Höhe von ungefähr 10 – 11 Mrd. Euro. Etwa 1,5 Mio. Steuerpflichtige werden dieser Zone der auf breiter Basis erfolgenden Steuerhinterziehung zugeordnet, der sich in minimalen Perioden der Zeit nach dem Regimewechsel elementar genähert wurde. Im Grunde bleibt sie unbesteuert und steht unter einem eigentümlichen System der Steuerimmunität.

Und es sind keinesfalls nur die Reichen, wie sich die Parteien der Linken herauszureden pflegen. Es ist der weitere Kreis all jener, die sich mit dem Handel jeder Art von Gütern und Dienstleistungen jeglicher Natur befassen und üblicherweise minimale Einkommen deklarieren. Eine jüngst erfolgte Studie tangierte die beruflichen Kategorien, die in einem erheblichen Maß Steuern hinterziehen.

Die Steuerbehörden verfügen inzwischen über Daten und Werkzeuge zur Tangierung der Einkommen, die sich dem Finanzamt entziehen, und bewegen sich bereits in diese Richtung. Die deklarierten Einkommen übersteigende Zinsen und Tilgungen für Baudarlehen, hohe Bankguthaben, sündhaft teure Häuser und Vermögensteile, aber auch Konsum- und sonstige Aufwendungen in Kombination mit den deklarierten Einkommen bringen den nicht erfassten Reichtum zum Vorschein.

Lobbys bremsen Steuerbehörden und Finanzminister aus

Die Anweisungen, welche der Generalsekretär für Einnahmen, Charis Theocharis, erhalten hat, sind konkret, und er bereitet sich fieberhaft auf die Konzeption eines breit angelegten Prozedere zur Aufdeckung der sich entziehenden Einkommen vor. Es stellt sich allerdings die Frage, ob das politische Umfeld eine dermaßen aggressive Politik zur Enthüllung der vielen Enklaven der Steuerhinterziehung zulassen wird. Noch viel mehr, als sich in den Parteien – der Regierung und der Opposition – Schemata zur Deckung konkreter Berufsgruppen konstituieren.

Ärzte, Rechtsanwälte, Ingenieure, aber auch Großgrundbesitzer, „Kapitalisten“ und Handelstreibende verfügen über Verteidiger in allen Parten, welche diachronisch Hürden vor den Steuerbehörden und jedem Finanzminister errichten, der sich anschickt, ihre steuerfreien Einkommen in Mitleidenschaft zu ziehen. Allerdings mit dem Unterschied, dass in der gegenwärtigen Phase keine Spielräume mehr existieren. Wenn jene nicht die ihnen entsprechenden Steuern zahlen, wird die Last wieder auf das ausgelaugte griechische Volk fallen – das revoltieren wird, wenn es nicht endlich auch die Reichen und Vermögenden zahlen sehen wird.

(Quelle: Forologika Nea)

Relevanter Beitrag:

  1. pedrobergerac
    25. Februar 2013, 04:24 | #1

    Steuern sind Schutzgeldzahlungen an die Staatsmafia.
    Würde der Staat, das Volk als wahrer Souverän, alles Geld dass er braucht, um Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten, Straßen, Brücken etc. zu errichten und zu unterhalten, würde der Staat dieses Geld selber aus der Luft schöpfen (Fiat Money) wie es die Privatbanken machen, dann bräuchte er keine Kredite aufnehmen, ergo keine Zinsen zu zahlen, wäre nicht verschuldet und wir bräuchten deswegen keine Steuern zu zahlen.
    So aber bekommt er das Geld von den Banken und muss alles tun, was die Banken wollen. Damit das nicht so offensichtlich ist gibt es ein wenig Geplänkel mit der Bankenaufsicht und dem Bund der Steuerzahler, um uns Allen Sand in die Augen zu streuen.

  2. Erik Manto
    28. Februar 2013, 19:51 | #2

    Oben ist von 1,5 Mrd. Steuerplichtigen die Rede.
    Da GR nur 11 Mio. Einwohner hat, sind wohl 1,5 Mio. gemeint.

  3. Team
    28. Februar 2013, 19:56 | #3

    @Erik Manto
    Ja, stimmt, danke für den Hinweis, der Typo wurde korrigiert.

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