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Der vergessene Holländer auf Kos in Griechenland

8. Februar 2013 / Aufrufe: 2.658

Im Krankenhaus der Insel Kos in Griechenland liegt seit Wochen ein mittelloser Holländer, weil niemand die Kosten seiner Beförderung in sein Heimatland übernimmt.

Auf der Insel des Hippokrates spielt sich in den letzten Tagen ein unerhörtes Drama ab, mit einem 67-jährigen Holländer als Protagonisten. Der alte Mann befindet sich in Griechenland ohne Geld, völlig allein und schon einen ganzen Monat in Behandlung im Krankenhaus von Kos, ohne dass sich eine Möglichkeit zu seiner umgehenden Rückkehr in sein Heimatland am Horizont abzeichnet.

Die persönliche Geschichte des Herrn Gerard Van Der Stenhoven, der im vergangenen Jahr unser Land aus Bulgarien besuchte, wo er lebte und arbeitete, beginnt am 01 Januar 2013. An diesem Tag wurde er mit einer Bauchfellentzündung als Notfall in das Krankenhaus der Insel eingeliefert. Laut dem Chirurgen Achilleas Agapopoulos, der auch der behandelnde Arzt ist, verbleibt er seit diesem Tag in dem Krankenhaus, ohne irgend einen Verwandten an seiner Seite zu haben.

Patient hat jeden Behandlungsrekord gebrochen

Der Patient hat jeden Behandlungsrekord gebrochen und wir wissen nicht, was mit ihm geschehen wird„, erklärt der Chirurg und fügt an, dass der Patient wegen der Ernsthaftigkeit seines Zustands der umgehenden Verlegung in eine Physio-Rehabilitationsstation bedürfe.

Zur selben Stunde verschlimmern seine Weigerung, Nahrung zu sich zu nehmen, und seine schlechte Psychologie seinen Zustand. Der 67-jährige verlangt beharrlich, aus dem Krankenhaus entlassen zu werden und in das Fremdenzimmer zurückzukehren, in dem er wohnte, der Arzt stimmt jedoch nicht zu und betont: „Wenn er dorthin geht, wird er sterben.“ Ein weiteres hinzukommendes Problem ist, dass seine Versicherung seine Behandlung bis einschließlich März 2013 deckt. Danach bleibt er ohne Versicherung … .

Es sei angemerkt, dass der 67-Jährige aus Bulgarien nach Griechenland kam und – nachdem er seinen Pass verloren hatte – sich nur im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis des Nachbarlandes befand.

Von der holländischen Botschaft und seiner Familie vergessen

Im Verlauf des Januars versuchte die holländische Community auf Kos wiederholt, mit der Tochter des Mannes zu kommunizieren, die sich anfänglich weigerte, mit ihrem Vater zu sprechen, weil es laut ihren Ausführung dessen eigene Entscheidung war, Holland zu verlassen, nach einigen Tagen fragte sie jedoch nach seiner Telefonnummer. Im weiteren Verlauf führte sie im Gespräch mit den Damen Hafous und Troumouli (welche Mitglieder der holländischen Gemeinde auf Kos sind) an, es sei erforderlich, dass ihr Vater nach Athen gebracht werde, und danach würde sie für alles weitere sorgen. Seitdem haben sich ihre Spuren verloren und jeder Versuch, Kontakt zu ihr aufzunehmen, verlief erfolglos.

Zougla.gr nahm Kontakt zu dem behandelnden Arzt Herrn Agapopoulos auf, der betont, das Thema des Rücktransportes des Patienten sei eine Verfahrensfrage und die Versicherungskasse könne im Fall seiner Rückkehr die Behandlungskosten decken.

Ruf der Verzweiflung von der holländischen Community

Das Thema hat ein großes Ausmaß auf der Insel Kos angenommen, wo sieben Mitglieder der holländischen Community in Griechenland bei einem von ihnen gegebenem Interview enthüllten, dass sowohl die holländische Botschaft als auch das holländische Außenministerium sich gegenüber ihren Bitten, das Thema zu lösen, demonstrativ desinteressiert zeigten. Wie sie monierten, lautete die ihnen gegebene Antwort folgendermaßen: „Holland ist ein armes Land, und aus diesem Grund kann es sie Kosten seiner Beförderung nicht decken. Sie, die Holländerinnen von Kos, können eine Kollekte durchführen und ihn in sein Heimatland zurückschicken.

Frau Hafous betonte während der Dauer des Interviews Folgendes: „Wir boten uns freiwillig an, einem unserer Mitmenschen zu helfen, der hier Niemanden und weder die finanzielle Möglichkeit noch Unterstützung von seiner Familie hat, und wir finden überall verschlossene Türen. Es muss eine Lösung gefunden werden, damit der Mensch von der Insel weg kommt, was jedoch bisher unmöglich ist, da wir angefangen von der Botschaft bis hin zum Außenministerium auf verschlossene Türen trafen und in einer Sackgasse angelangt sind, weil auch wir nicht in weiter finanziell in der Lage sind, ihm zu helfen.

Die holländische Community befindet sich permanent an seiner Seite und versorgt ihn mit Kleidung und Nahrung, jedoch können sie nicht die hohen Kosten seiner Medikamente decken. „Allein eine einzige Pille von denen, die er einnimmt, kostet 68 Euro!“, erklärten sie bezeichnend. „Weil wir andauernd sagen, Griechenland befinde sich in einer Krise, und immer meinen, die Länder im Ausland funktionieren besser, ist dies ein sehr gutes Beispiel um der Welt auch die Gegenseite zu zeigen. Also dass Griechenland in gewissen kritischen Momenten sehr viel besser als ein fremdes Land sein kann.„, betonte Frau Hafous.

Schließlich richten sie einen Appell an die Bevölkerung von Kos, eine Lösung zu finden, damit die Kosten seiner Beförderung nach Holland gedeckt werden (die auf bis zu 5.000 Euro veranschlagt werden), um dort in einem Rehabilitationszentrum behandelt zu werden, dessen Kosten seine Versicherung übernimmt. Es sei angemerkt, dass die Kosten auf den hohen Betrag von 5.000 Euro angesetzt werden, da der Mann wegen seines gesundheitlichen Zustands liegend reisen müssen wird, welcher Umstand bedeutet, dass für seine Beförderung ungefähr vier bis fünf Plätze nötig sein werden. Zusätzlich wird bei den Kosten die Tatsache mit eingerechnet, dass der Patient nicht direkt von Kos nach Holland reisen, sondern es auch eine Zwischenlandung in Athen geben wird.

(Quelle: Zougla.gr)

  1. LiFe
    8. Februar 2013, 23:06 | #1

    Ich habe Kommentare abgewartet. Wie ich sehe vermag niemand sich melden. Ganz sicher nicht, weil dieser Fall eine sofortige Hilfe zur Lösung des Problems bedarf. Ich kann leider nicht helfen. Dabei wäre ich gerne in der Lage gewesen. Ich finde aber, dass die behandelnden Ärzte und das Hospital Respekt entgegengebracht werden sollte, da sie verantwortlich handeln. Ich hoffe und wünsche allen eine baldige Lösung dieses Problems. Dem Patienten kann man keinen Vorwurf machen. Er kann sich glücklich schätzen in Händen von guten Seelen gefallen zu sein. Über seine Tochter möchte ich keinen Urteil fällen. Sie wird ihre Situation und Gründe haben. Den Ärzten und Pflegepersonal wünsche ich weiter alles Gute. Ich hoffe wie gesagt, dass ihnen baldige Hilfe und Unterstützung ereilt.

  2. HJM
    8. Februar 2013, 23:30 | #2

    Dass das Heimat-, evtl. auch nur das Herkunftsland, dieses Unglücksrabens sich so präsentiert haben soll wie wiedergegeben (Holland, das arme Land), halte ich für a u s g e s c h l o s s e n und für eine freie Erfindung. Die Frage ist nur, was damit erreicht werden soll? Gute Griechen, böse Holländer, jedenfalls die, die nicht auf Kos leben?

  3. Konstantin
    9. Februar 2013, 11:27 | #3

    @ HJM

    Es ist vermutlich wirklich so, wie es im Artikel steht. Kein EU-Land kümmert sich darum, einen Kranken in das Heimatland zurück zu befördern. Selbst Deutschland nicht.
    Meine Mutter erlitt in Griechenland einen Schlaganfall und um die Rückbeförderung nach Deutschland mussten wir uns selbst kümmern, es gab da keinerlei Hilfen.
    Lediglich eine private Reiseversicherung würde den Transport abdecken, aber auch nur wenn die Krankheit in Griechenland nicht behandelbar wäre.

  4. LiFe
    9. Februar 2013, 11:46 | #4

    Dieser Unglücksrabe ist ein EINZELFALL. Einzellfälle werden vollkommen ignoriert, fallen gelassen. Selbst schuld. es sei es handelt sich um schwerreiche Einzelfälle. Eines darf nicht unberücksichtigt bleiben: Es gibt sie die kuriosesten Äußerungen, die gemacht werden, um sich von nicht-bedeutenden Unglücksraben zu distanzieren. Deshalb Respekt an Ärzte und Personal. Man darf sie nicht vergessen. Ihnen sollte man helfen, denn sie leisten viel.

  5. LiFe
    9. Februar 2013, 17:22 | #5

    @ Konstantin

    Ich hoffe nicht, dass sie meine Unterstreichung Nicht-bedeutende Einzelfälle krumm nehmen. Ich habe ihr Kommentar spät gelesen. Leider habe ich zahlreiche Erfahrungen gesammelt und bin zu dem Schluß gekommen, dass Helfer ausschließlich bedingt helfen. Es sind immer Interessen in Spiel. Ich hoffe, dass ihre Mutter sich erholt hatte. Es ist bitter, wenn Menschen schlichtweg vergessen werden. Es ist beschämend.

  6. Roditisa
    10. Februar 2013, 15:01 | #6

    @HJM
    Nein, das ist Praxis in der Eu. In Rhodos war mal ein Suzidpatient eingeliefert worden, der aus einem EU-Land stammte. Er war als Selbstsendiger bankrott gegangen und hatte bei den Behoerden seines Landes um Hilfe bei der Rueckkehr gebeten. Weil man ihm nicht helfen wollte/konnte, versuchte er, sich das Leben zu nehmen. Ein griechischer Bekannte hat ihm dann das Ticket gekauft und eine Angestellte des Krankenhauses hat ihm in seinem Heimatland eine Unterkunft fuer die Anfangszeit verschafft.

    Tatsache ist, dass deutsche Behoerden nicht fuer die Heimreise aufkommen. Sie helfen nur, indem sie Angehoerige kontaktieren oder Papiere ausstellen, aber Geld duerfen die gar keines geben.

  7. tabascofan
    10. Februar 2013, 16:32 | #7

    @Roditisa
    Die deutsche Botschaft hat die Aufgabe, im jeweiligen Ausland deutsche Staatsangehörige in Notlagen zu unterstützen. Dazu gehören auch Geldleistungen, natürlich als Kredit, also mit der Pflicht zur Rückerstattung.

  8. Juls
    11. Februar 2013, 11:06 | #8

    @ TABASCOFAN
    ich kenne es auch so……die deutsche Botschaft kommt fuer Rueckreisekosten auf, man muss es aber zurueckzahlen…..
    Es ist zwar schon etliche Jahre her, wo ich es erlebt habe….mag sein das es heute evtl. schon wieder anders ist……

    wiederum hatte ich aber auch mal die deutsche Botschaft in Athen angerufen, wegen eines befreundeten Ehepaares (Mann ist Deutscher, Frau ist Griechin in Deutschland geboren und sie hatten da 2 Kinder und die Familie hatte kein Einkommen, keine Arbeit u.s.w.) und da wurde mir klipp und klar gesagt, dass man sich vorher gut erkundigen sollte wie es mit Arbeit und so ist, bevor man in ein anders Land (hier Griechenland) umsiedelt. Hilfe wurde abgelehnt! Genauso ging es mit den griechischen Behoerden.

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