Anzeige wegen Zigarren gegen Ministerium in Griechenland

12. Februar 2013 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 1.086

Gegen das Entwicklungsministerium in Griechenland wurde Anzeige wegen seit 2008 unbezahlter Zigarren im Wert von über 5000 Euro erstattet.

Der in der Gemeinde Potamia der Präfektur Larisa in Thessalien ansässige Landwirtschaftliche Genossenschaftsbetrieb der lokalen Tabakproduzenten „I Potamia“ erstatte gegen das Ministerium für landwirtschaftliche Entwicklung und Lebensmittel (Yp.A.A.T.) Anzeige, und zwar anlässlich der Zigarren, welche im Jahr 2008 die persönliche Sekretärin des damaligen Ministers Alexandros Kontos bestellt hatte.

Im Gespräch mit dem thessalischen Netz der staatlichen Radiostation ERA erklärte der Vorsitzende der Genossenschaft, Giannis Tsoutsos, der Betrag von 5.328 Euro, welcher der Bestellung entsprach, sei trotz der Tatsache nicht bezahlt worden, dass die Genossenschaft alle dem Fiskus entsprechenden Steuern entrichtet hat.

Herr Tsoutsos unterstrich parallel, wegen der Bürokratie seien 18 Monate benötigt worden damit die Genossenschaft eine Exportgenehmigung erhält um die berühmten handgefertigten Zigarren aus Potamia (Handelsmarke: Domenico) auf die Märkte des Auslands schicken zu können, und erklärte: „Wir sind in der erfreulichen Lage von guten Perspektiven zu sprechen, da ein Angebot zur Kooperation mit einem ausländischen Land vorliegt.

(Quelle: ERT)

  1. gr-klaus
    14. Februar 2013, 10:22 | #1

    Da hat der griechische Staat noch ganz andere Beträge an private Wirtschaftsunternehmen zu zahlen als 5.328 € für genossenschaftliche Zigarren für den Herrn Minister (Kontos). Der Staat (Ministerien, Gemeinden, staatliche Krankenhäuser und Sozialversicherungsträger) soll sage und schreibe 9,3 mrd € nicht gezahlt haben für in 2012 (und früher!) gelieferte Waren und Leistungen (s. Griechenland Zeitung GZ Nr. 381 vom 12.12.12). Mit der großen Dezember-Tranche und den Kredit-Raten des Frühjahrs 2013 will das Wirtschaftsministerium schrittweise doch noch zahlen. Wer am längsten wartet, soll als erster bezahlt werden; vielleicht ist die Genossenschaft ja dabei mit ihren Außenständen aus 2008. Das war ja noch unter Karamanlis; in den 4 Jahren danach gab es 4 neue Ministerpräsidenten Die Zigarren-Genossenschaft und ihr rühriger Ober-Genossen sind ja bereits in einer größeren Reportage in die deutschsprachige Öffentlichkeit gekommen (GZ Nr. 353 vom 17.10.12).

    Der von Finanzminister Stournaras herausposaunte Überschuss im Primärhaushalt (ohne Zinsen auf die Staatsschuld im 4. Quartal 2012) ist nur zustandegekommen, weil diese fast 10 mrd noch nicht bezahlt und in der bekannt kreativen griechischen Buchführung/Statistik damit nicht als Ausgaben 2012 ausgewiesen werden. Die kommen aber unweigerlich 2013: der Finanzminister belügt sich kurzfristig selbst!

    Nach dem neuesten gr.blog vom 13.2.13 sucht der griechische Fiskus „verzweifelt“ nach 6,5 mrd bei Immobiliensteuern und Steuer-Schuldnern. Wenn der Fiskus bei dieser „Suche“ auf der anderen Seite des Staatshaushalts nicht mal auf die 10 mrd Schulden des Staates bei Privat-Unternehmen stößt. Mit seiner innergriechischen Schulden-Politik hat sich der griechische Staat damit an der Pleite tausender an sich gesunder Unternehmen direkt schuldig gemacht; in D wird ja immer nur die griechische Auslands-Verschuldung thematisiert.

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