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Warum in Griechenland die Preise nicht sinken

25. Januar 2013 / Aktualisiert: 10. Juli 2013 / Aufrufe: 4.047

13 + 3 Gründe, warum in Griechenland die Preise nicht sinken

Laut dem ESEE sind die dreizehn bedeutendsten Gründe, aus den die Preise auf dem griechischen Markt nicht sinken, folgende:

  1. Die hohen MwSt.-Sätze. In Griechenland wurden die MwSt.-Sätze angehoben und gestalteten sich auf das Niveau von 13% und 23%, erheblich höher als in Spanien (die entsprechenden Sätze sind 8% und 18%) und Großbritannien /5% und 20%).
  2. Interne Transaktionen multinationaler Konzerne (transfer pricing), welche die Preise, aber auch die Kosten aufblähen, damit sie der Besteuerung in Griechenland entgehen. Die Tochterfirmen in Griechenland importieren Produkte zu künstlich hohen Kosten, die mittels der hohen Preisen auf die Verbraucher abgewälzt werden.
  3. Parallelimportverbotsklauseln, also der Zwang für Einzelhändler, nicht bei Tochterfirmen ihrer Lieferanten in anderen Ländern einzukaufen, wo im Verhältnis zum griechischen Markt möglicherweise billiger verkauft wird.
  4. Verzerrungen auf mit dem Handel in Zusammenhang stehenden Märkten, wie bei Transporten, Versorgungskette (Logistik) usw., die wegen ihrer Eigentümlichkeit – wie z. B. Verbot kombinierter Beförderung frischer mit anderen Produkten – den Wettbewerb behindern und zur Aufblähung der Endpreise führen.
  5. Baurechtlichen Einschränkungen bei den Gebäudevorschriften, welche die vollständige Nutzung der Lager- und sonstiger Räumlichkeiten behindern, Hindernisse bürokratischer Natur wie beispielsweise die Möglichkeit zur Beschaffung billigerer Kraftstoffe aus dem Ausland, jedoch unter der strengen Voraussetzung des Vorhandenseins von Lagerraum, der für einen Zeitraum von 60 Tagen ungehindert Kraftstoff bietet.
  6. Oligopolistische Gliederung des Großhandelsmarkts, mit Beispiel das „Kartell“ auf dem Hähnchen-Markt, welches die Wettbewerbskommission ausfindig machte, oder das Kartell im Frischgemüsegroßhandel laut der zentralen Handelsdirektion.
  7. Beibehaltung hoher Gewinnspannen bei einem Teil des inländischen Markts trotz der Rezession, laut dem Bericht des Präsidenten der Griechischen Bank. Spezieller lautet es charakteristisch: „allgemeiner wird jedoch beobachtet, dass aus der Schrumpfung der vorstehend angeführten Reduzierung der Lohnstückkosten in der gesamten Wirtschaft mit der Erhöhung des Preisindexes des BIP sich eine Ausweitung der Gewinnspanne in der Wirtschaft insgesamt ergibt. Die selbe Schlussfolgerung leitet sich auch aus den Prognosen für die beiden Jahre 2012 – 2013 ab.“
  8. Große Abhängigkeit der Inlandspreise von den ansteigenden Schwankungen des Ölpreises, aber auch den Tarifen der öffentlichen Unternehmen (DEKO). Die 17 Erhöhungen der Tarife der DEI in den letzten sieben Jahren und hauptsächlich die 12 Erhöhungen bei den gewerblichen Tarifen seit 2009 bis heute schaffen bei den Endpreisen ernsthaften Steigerungsdruck. Eine höhere Belastung beim Endpreis wird jedoch dort beobachtet, wo die Kraftstoffe als Rohstoff verwendet werden, mit dem Ergebnis, dass die Stückkosten und natürlich die Transportkosten steigen.
  9. Die Allgemeinposition, die kurzfristigen Schlussverkäufe und Sonderangebote funktionieren für die Verbraucher attraktiver als die dauerhaft niedrigen Preise. Ebenfalls führt die irrige Wahl zügig und langsam umgeschlagener Waren zu falschen Berechnungen für Wiederbeschaffung (stock replacement) und korrekten Gewinnanteil.
  10. Der Rückgang der Lohnkosten, aber auch der Mietkosten gewerblicher Unterkünfte (Mieten) wurde vollständig einerseits durch den Anstieg der Zinsen für Kredite der Unternehmen von den Finanzinstituten und anderseits wegen des Kreditstopps kompensiert, der gegen die griechischen Importunternehmen von ihren ausländischen Lieferanten wegen Griechenlands Mangel an Seriosität verhängt wurde (country risk) und sie praktisch zwang, die Einkaufskosten vollumfänglich und in bar vor der Lieferung auf sich zu nehmen.
  11. Unvermögen der vollständigen Abbildung der griechischen Realität, da in vielen Fällen formlose Nachlässe und „Verhandlungen“ der hohen MwSt. an der Kasse vor der Ausstellung der Rechnung stattfinden, und zwar sogar auch analog zu der Zahlungsweise, welche Tatsache zur Gestaltung verzerrter Daten führt.
  12. Einseitige Befassung der staatlichen Träger mit der Aufhebung der Hindernisse des Zugangs der Unternehmen zum Markt, während es effektiver wäre, die Bemühungen in die Richtung der Ausweitung jener Faktoren zu intensivieren, welche den gewinn gestalten, z. B. wie der Gewinnanteil bei den Medikamenten bestimmt wird.
  13. Das Fehlen einer „Flexibilitätsstudie“ durch die zuständigen Ministerien und die nicht rechtzeitige Bewertung der Aufzeichnung der Auswirkungen durch die „Weisen“ der Troika gestaltete die Marktpreise in vielen Branchen des Handels niedriger als die Preise des perfekten Wettbewerbs, bei den Lebensmitteln, Kraftstoffen und Grundbedarfsartikeln dagegen näher an den Preisen von Monopolen.

Den obigen 13 Gründen für die „griechische Teuerung“ sind noch drei weitere hinzuzufügen:

Erstens, das misslungene „Experiment“ der internen Abwertung, welches Ungleichgewicht und Missverhältnis bei dem Triptychon Einkommen – Steuern – Preise verursacht hat.

Zweitens, die permanent steigenden Tendenzen der spekulativen Hedge Funds, die Börsenmärkte für Lebensmittel und Energie zu manipulieren, drohen für 2013 mit neuen Erhöhungen der Preise verschiedener Agrarprodukte, hauptsächlich für Getreide und Fleisch und natürlich Erdöl.

Drittens, im Fall der Öffnung der Handelsgeschäfte an 52 Sonntagen im Jahr wird sich ein Anstieg von monatlich 12% bei den Betriebskosten und eine entsprechende Erhöhung von wenigstens 3% bei den Preisen aller Konsumgüter ergeben.

Allen Menschen des Marktes ist sehr gut bekannt, dass im gesunden Handel die Gewinnspanne nicht im Einzelhandelspreis, sondern im Einkaufspreis liegt, und gewisse Kreise die wettbewerbsfähigen kleinen und mittleren Unternehmen nicht billig einkaufen lassen, um sie zur Schließung zu zwingen, damit sie allein bleiben und den griechischen Markt zu Lasten des griechischen Konsumenten ungestört oligopolistisch beherrschen können.

(Quelle: Voria)

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  1. Ewald Böhmer
    25. Januar 2013, 11:17 | #1

    Wenn ich Grieche wäre würde ich alles dran setzten aus dem Euro komplett aus zu steigen,
    ihr habt doch sehr gute Freunde die euch auch noch wohl gesonnen sind und euch wirklich ohne großen Eigennutz unterstützen und langfristig echte Hilfe in allen Belangen geben würde
    Was jetzt bei euch geschieht ist nicht nur die Zerstörung euer Kultur,sondern auch ein großangelegter von der Banken Mafia aus geklügelter Raub eurer natürlichen Ressourcen Öl und Erdgas in der Ägäis …

  2. Ingrid
    26. Januar 2013, 12:04 | #2

    Warum die Preise senken, wenn keine ernstzunehmende Konkurenz auf dem Markt ist.
    Selbst wenn Unternehmer das Angebot bekommen zu expandieren, wenn das Angebot stimmt, lehnen sie ab. Sind nicht bereit fuer lohnende Auftraege und Folgeauftraege die Preise zu senken. Schade! Das wuerde die Schaffung von Arbeitsplaetzen bedeuten, mehr Steuern fuer den Staat. Aber dazu muesste man zuerst mal alles legal abrechnen.
    Eine ordentliche Buchfuehrung betreiben.
    Das Prinzip der freien Marktwirtschaft verstehen.
    Es scheint jedoch bequemer unliebsame Konkurrenten aus dem Ausland durch Beziehungen kaputt zu machen. Oder durch buerokratische Unwegsamkeiten erst gar nicht aufkommen zu lassen.

  3. Konstantin
    26. Januar 2013, 12:29 | #3

    @ Ewald Böhmer

    Sehe ich genauso, allerdings wird leider in Griechenland Propaganda betrieben, dem Volk wurde eingeredet, dass es ohne Euro, noch schlimmer da stehen würde.
    Ich kann nur hoffen, das der Euro in Griechenland bald mal Geschichte wird, allerdings möchte ich bezweifeln, das die Politiker dort sich vom Euro lösen werden, solange sie noch durch weitere Griechenlandhilfen, ihr Feudalleben weiter führen können.

  4. tabascofan
    26. Januar 2013, 17:42 | #4

    Weg vom Euro, das würde bedeuten: Sofortige Abwertung der neuen Währung von 30 bis 50 Prozent. Alle importierten Waren würden teurer, die inländischen billiger. Die Griechen würden mehr Inländisches kaufen, was der Wirtschaft und der Landwirtschaft einen Aufschwung brächte. Urlaub in Griechenland würde viel billiger. Insgesamt: Nach einer Durststrecke hätte das Land wieder eine Zukunftsperspektive.
    Aber dazu müsste Griechenland aus dem Euro freiwillig austreten. Die Bevölkerung müsste dahinter stehen. Daran glaube ich nicht, denn (noch) weit verbreitet ist die Einstellung: endlich reich geheiratet.

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