In Griechenland geht es aufwärts

13. Januar 2013 / Aktualisiert: 14. Mai 2019 / Aufrufe: 1.201

Autor: PeWi

Es geht aufwärts! Wo? In Griechenland. Und womit? Mit den Preisen!

Merkels Sparen hat der griechischen Bevölkerung unheimlich geholfen. Sie können frohgemut und in tiefer Dankbarkeit auf die Deutschen in die Zukunft sehen. Ihre Kinder dürfen in Deutschland sogar arbeiten. Natürlich nicht für den gleichen Lohn wie die Deutschen selbst. So weit geht es nun auch wieder nicht. Hauptsache, sie haben eine qualifizierten Beruf und – nun ja – ein bisschen Deutsch dürfte es auch sein. Nicht viel – vielleicht nur, um Dankeschön sagen zu können, der deutschen Wohltaten wegen.

Und in Griechenland selbst? Da wird fleißig gespart. Löhne und Renten sind auf breiter Basis um die Hälfte gekürzt worden. Im Gegenzug darf der griechische Normalo höhere Steuern zahlen. Besonders toll ist auch, dass Heizöl in Griechenland radikal verteuert wurde. Das macht sich besonders im Winter gut, wo es dieses Jahr in Griechenland auch nicht allzu warm ist, eher kalt, dank des osteuropäischen Hochs. Aber auch der Strompreis stieg. 40% mehr müssen die Griechen dafür berappen.

Nun ja, im Dunklen bei Kerzenschein, dick in eine Decke eingemummelt, dazu noch das lauschige offene Feuer, in dem das vom Berg nebenan selbst abgeholzte und kleingehackte Kiefernholz so schön knackt und duftet, das ist doch eine unbezahlbare Atmosphäre. Oder etwa nicht? Man kann sich in heimeliger Dunkelheit wieder Geschichten erzählen, wie es doch früher war, als es die Monster noch gab. Okay, ich weiß, da muss man nicht soweit in der Geschichte zurück gehen und auch keine Märchen oder Sagen erzählen. Ob nun die neunköpfige Hydra oder die einköpfige Merkel, worin besteht schon der Unterschied? Gut, die eine gab es nicht und die andere ist Wirklichkeit – bittere Wirklichkeit.

Vor dem Lagerfeuer kann man sich auch die Geschichte vom faulen Ioannis erzählen. Nur weil er nicht arbeiten – ich meine, so richtig flott, effizient – und lieber Rentner auf Lebenszeit sein wollte, nur deshalb hat es ihn getroffen. Nein, das ist kein Volksmärchen. Das hat die Märchenerzählerin Merkel in die Welt gesetzt und verbreiten lassen. Andere in Deutschland plappern das eifrig nach. Märchen werden eben von Mund zu Mund weitergegeben.

Ioannis empfindet das allerdings anders. Er hat sich immer den lieben langen Tag die Hände schmutzig gemacht und geschuftet. Jetzt darf er deswegen 1,95 € für einen Liter Milch zahlen und einen Jogurt für 1,75 € kaufen. Nein, er kauft das nicht beim Feinkosthändler „Käfer“. Er müsste das im Tante-Emma-Laden um die Ecke auf die Ladentheke legen. Er darf jetzt auch 3 € für die billigste Butter berappen. Zu einem billigeren Laden – obwohl er nicht weiß, ob es den überhaupt gibt – kann er nicht fahren. Bei 1,90 € für einen Liter Benzin hat er schon lange sein Auto abschaffen müssen.

Arbeiten? Ach, Ioannis würde ja gerne arbeiten, aber im letzten Sommer haben die Geschäfte eins nach dem anderen schließen müssen. Auch viele kleine Hotels und Pensionen (allein auf Kreta mindestens 600) mussten den vergangenen Sommer abschreiben und haben gar nicht erst ihre Pforten geöffnet. Oft schulden die Eigentümer der kleinen Betriebe ihrem Personal die Löhne: Wo nichts ist, da kann man nichts holen.

Sparen ist gut. Sparen ist fein. Ioannis würde auch gern sparen, aber er hat nichts mehr, was er sparen könnte – wie viele seiner Landsleute ebenfalls. Er ist verzweifelt, weil er sieht, wie sein Land zu Tode gewirtschaftet bzw. gespart wird.

Welche Hoffnung können wir Ioannis geben? Eigentlich nur eine: Er war das Versuchstier, wir werden ihm folgen. Die Pläne dazu liegen schon in Schäubles Schublade.

Quelle: Es geht aufwärts in Griechenland

  1. Jo
    13. Januar 2013, 12:03 | #1

    Selten so einen Blödsinn gelesen, wie von PeWi

  2. Roditisa
    13. Januar 2013, 13:01 | #2

    Wir sollten Simiti, Papandreu und Karamanlis auch an unser gemütliches Lagerfeuer rufen. Die können doch so schöne Märchen erzählen und die kommunistischen Gewerkschaftsführer mit ihren früher so winzigen Gehältern, die können uns doch jetzt erklären, wie man sich als armer Proletarier so durchschlägt…

  3. V99 %
    13. Januar 2013, 23:17 | #3

    Die Wirkung von Medien-Propaganda ist schon beeindruckend … arme PeWi 😀
    Ich wuerde auch den H. Kohl (~kopf [Papi von Merkelchen]) und den J. Chirac und den Chairman des Jahres 2001 von Goldman Sachs mit einladen, aber nicht zum Maerchenerzaehlen, sondern zum Solidaritaetshungern 😀

  4. Onassis
    13. Januar 2013, 23:43 | #4

    Selten so einen guten Artikel gelesen. Genau das ist das Problem. Deutschland sollte sehr genau nach Griechenland schauen, weil uns noch viel Schlimmeres erwartet. Seit 1969 nimmt Deutschland Schulden auf, und genau deswegen geht es uns noch so gut. Warten wir mal ab was nach der Wahl kommt … Im Moment wird das Geld aus dem Fenster geschmissen, damit die einäugige Hydra die Wahl gewinnt. Nach der Wahl heisst es zahlen. Wenn es an den eigenen Geldbeutel geht, wird auch selbst der dümmste Wähler vestehen was Sache ist.

  5. Catalina
    15. Januar 2013, 02:15 | #5

    PeWi schildert nur, wie das Leben für uns, den normalen griechischen Bürger jetzt aussieht. Die angegebenen Preise stimmen, die Arbeitslosigkeit stimmt und das die deutsche Regierung DER Wortführer ist im Verteidigen von „Alles den Reichen und Nichts den Normalbürgern“ , ist auch nicht zu leugnen. Aber natürlich dürfen unsere Konsorten von Karamanlis bis Venizelos nicht fehlen, unsere kriminellen Oligarchen in London und all, all diejenigen, die in „liebevoller“ Verbindung zu Goldman Sachs stehen…..

  6. Ingrid
    10. Februar 2013, 14:29 | #6

    Schoene Geschichte, werden viele denken. Ist aber leider die Wahrheit.
    Wir haben die letzten drei Jahre gespart, wo wir konnten. Jetzt gibt es nichts mehr zu sparen. Denn essen muessen wir schliesslich, um zu ueberleben.
    Also teilt man sein Geld ganz penibel ein und es koennte auch reichen – mit all dem Gemuese aus dem Garten!
    Aber nein, der Staat sagt, Du hast ein Haus (altes Bauernhaus) und ein Auto (Kleinwagen), Du lebst. Also musst Du mindestens ein Einkommen in Hoehe von 15.000 Euro haben im Jahr. Dass der Mann arbeitslos ist, die Frau bisher die Kinder grossgezogen hat und nun aufgrund der Krise keine Arbeit findet, interessiert nicht. Es muessen fuer dieses fiktive Einkommen Steuern bezahlt werden.
    Und wenn man nicht bezahlen kann, wird gepfaendet. Das Konto, das Auto, das Haus.

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