Immobilienkrise in Griechenland kostet Eigentümer das halbe Vermögen

14. Januar 2013 / Aktualisiert: 28. September 2017 / Aufrufe: 10.993

Entwicklung der Verkaufspreise für Neubauwohnungen in Athen

Gegenüberstellung der jeweils niedrigsten und höchsten Quadratmeterpreise (Euro/qm) für Neubau-Eigentumswohnungen in den Stadtbezirken von Athen in den Jahren 2006 und 2013.

Juni 2006 Januar 2013 Differenz (%)
Gebiet min. max. min. max. min. max.
Agioi Anargyroi 1.600 2.000 1.200 1600 -25 -20
Agios Dimitrios 2.000 2.600 1400 1.900 -30 -27
Agia Paraskevi 2500 3.300 2.100 3.000 -16 -9
Cholargos 2.400 3.200 1900 2.500 -21 -22
Alimos 2.500 3.500 1700 2.800 -32 -20
Ampelokipi 1.900 2.600 1.500 2.000 -31 -23
Argyroupoli 2.300 2.900 1.700 2.100 -21 -28
Voula 2.700 4.500 2.400 4.000 -11 -11
Vouliagmeni 3.500 4.500 2800 3.500 -20 -22
Vouliagmeni „Hals“ 6.000 8.000 4.500 6.000 -25 -25
Kavouri 4.500 7.000 3.500 5.500 -22 -21
Galatsi 2.100 2.700 1400 1800 -33 -33
Glyfada 2.500 3.800 2.000 3.500 -20 -8
Glyfada – Golf 3.300 5.000 3.000 4.500 -9 -10
Neos Kosmos 1.900 2.400 1.500 1.900 -21 -21
Ekali 2.600 4.000 2.100 3.500 -19 -12
Drosia 2.500 3.500 2.000 3.000 -20 -14
Agios Stefanos 2.000 2.600 1.500 1.900 -25 -27
Gyzi 1.900 2.400 1.500 1.900 -21 -21
Ilioupoli 2.300 2.900 1.600 2.000 -30 -31
Zografou 2200 3.000 1.500 2.300 -32 -23
Vyronas 2.000 2.700 1.500 2.000 -25 -26
Dafni 2.000 2.700 1400 2.000 -30 -26
Kallithea 1.900 2.600 1400 2.000 -26 -23
Patisia 1.900 2.500 1.200 1.700 -37 -32
Kifisia 2500 3.500 2000 3.000 -20 -14
Kefalari 3.500 5.000 2.700 3.600 -22 -28
Kolonaki 3.500 5.000 3.000 4.000 -14 -20
Irodou Attikou (alt) 6.000 10.000 5.000 8.000 -17 -20
Kypseli 1900 2.500 1.100 1.900 -42 -24
Marousi 2.500 3.500 1.700 2.500 -32 -28
Vrilissia 2500 3.300 1.700 2700 -32 -18
Gerakas 2000 2.500 1.500 2.000 -25 -20
Palini 1.800 2.700 1.500 2.000 -17 -26
Koropi 1.800 2.200 1.500 1.900 -17 -14
Markopoulo 1.800 2.200 1400 1.700 -22 -23
Päania 1.800 2.200 1400 1.800 -22 -18
Melissia 2500 3300 2.000 2.600 -20 -21
Neo Iraklio 2.000 2.600 1.600 1.900 -20 -27
Nea Smyrni 2200 3.000 1.500 2200 -32 -27
Nea Ionia 1900 2.400 1.300 1.700 -31 -29
Nea Filadelfia 1900 2.400 1.400 1.900 -26 -21
Neo Psychiko 2.500 3.500 2.000 3.000 -20 -14
Palio Psychiko 3.500 5.000 2.500 4200 -28 -16
Neo Faliro 2500 3.500 2.000 3.300 -20 -6
Pagkrati 2.000 2.500 1.500 2.000 -25 -20
Peristeri 1.800 2.300 1.400 1.800 -22 -22
Petroupoli 1900 2.600 1.300 1.900 -31 -27
Chalandri 2500 3.500 1600 2.700 -36 -23
Chalandri Patima 2.000 3.000 1.500 2.400 -25 -20
Drapetsona 1.600 2.000 1.000 1.400 -37 -30
Ilion 1.600 2.000 1.000 1.500 -37 -35
Keratsini 1.600 1.900 1.000 1.400 -37 -26
Korydallos 1700 2.200 1.000 1.500 -41 -32
Moschato 1.900 2.600 1.500 2.000 -21 -23
Nikäa 1.600 2.000 1.000 1600 -37 -20
Piräus (Piraiki) 2500 4.000 1.900 3.000 -24 -25

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  1. germanos
    14. Januar 2013, 19:13 | #1

    Endlich einmal ein Artikel, der die wahren Gründe der griechischen Misere schildert. Jedem Grieche sein Appartement oder Maisonettewohnung am Meer. Ob er es bezahlen konnte ? Die Bank hatte doch Geld, und es ging doch auch aufwärts. Auch in Deutschland sind viele auf die Euphorie des Ostens hereingefallen und mussten dafür finanziell bluten. Die müssen auch heute noch teure Kredite für Wohnungen bezahlen, die nicht mehr diesen Wert haben oder nicht vermietet sind. Für die hatte man im Ausland auch nur Häme, nach dem Motto „selber schuld“.

  2. V99 %
    14. Januar 2013, 22:17 | #2

    Danke Admin!
    Ausgezeichneter Artikel, der Tief blicken lässt und damit eine weitere Entstehungsursache der Krise in GR verstehen hilft. Mal sehen wie diese Hintergruende schoen geredet werden 😀
    P.S. Im letzten Absatz ist ein kleiner „Uebersetzungsfehler“ bei „2019“, cheretismata! Und weiter so!

  3. Dirk
    14. Januar 2013, 22:55 | #3

    Die Gier ist das grösste Übel an der Misere in GR, nicht nur die Politik

  4. admin
    14. Januar 2013, 22:58 | #4

    @V99 %
    THX für a) die Blümchen, die Vorleistung hat allerdings die „Imrisia“ erbracht, und b) den Hinweis auf den „Typo“, der inzwischen korrigiert wurde.

  5. Christos
    15. Januar 2013, 01:50 | #5

    In den 1980-er Jahren ist die Familie meines Ex-Schwagers von Ano Patissia (Athen) nach Gagittos (Idis) gezogen. Raus aus der Stadt, ein bisschen Grund, ein kleines Haus, bessere Luft. Wasser nur per Tankwagen, Strom und Telefon sofort. Kosten für das Grundstück inkl. komplettem Neubau: etwa 12.000 DM (!!!). Die Grundstücke wurden nur verkauft an Staatsbedienstete – ok, der Onkel war 10 oder 12 Jahre bei der Feuerwehr. Gewohnt hat er in Gagittos nie.
    Aber jetzt zu behaupten, Grund und Boden seien 100.000 EUR wert, wie es in den Büchern steht, ist selbst für eine einäugige Eule zu leicht zu durchschauen. Wert ist das Ding mal gerade die 12.000 DM plus eventuellem Wertzuwachs wegen der Lage abzüglich der Alterserscheinungen, mehr nicht.
    Aber für die Banken ist es IMMER NOCH 100.000 DM bzw 50.000 EUR wert. Das ist doch…na ja, sehr merkelwürdig, oder? Jetzt merkt der griechische Staat und seine Bewohner, dass sie sich gegenseitig betrogen haben. GEWUSST haben sie es immer. Und gezahlt wird am Schluss.
    Nur wird noch darüber gerätselt, wer denn zahlen soll/kann/muss. Ein Grieche wird es kaum sein bzw. können oder wollen. Dann würde man den Betrügern ja das sauer verheimlichte,unversteuerte Geld wegnehmen. Das geht ja nun wirklich gar nicht!

  6. Luggi
    15. Januar 2013, 09:35 | #6

    Der tiefere Sinn der horrenden Immobilienbestuerung liegt darin, daß man Immoblienbesitz
    vor der Steuer nicht verschleiern oder ins Ausland verschieben kann. Vor allem werden
    jetzt diejenigen Steuerhinterzieher belangt, die zu Beginn und während der Krise ihr
    Schwarzgeld durch neue Häuser und Wohnungen waschen wollten, indem sie ihr Geld
    in Sand und Zement verbuddelten.

  7. GR-Block
    15. Januar 2013, 15:28 | #7

    Tja, der Artikel zeigt es deutlich: es ist schon hart das Spekulantenleben. Seit der EURO-Einführung ist die Nachfrage nach Immobilien (und damit deren Preise) explodiert, aber mit der Krise wieder auf Normalwerte gefallen.

    Zum Glück interessiert das meine Tante Δήμητρα nicht. Die eigene Wohnung ist und bleibt genausoviel Wert, wie die Miete, die sie hätte mit ihrer mageren Rente zahlen müssen. Das gleiche gilt für Τante Σοφούλα, die Cousins Γιώργο, Τάκη, Αντιγόνη und die meisten meiner 11 Mio Verwandten mit ihrer 77% Wohneigentumsquote. Die machen es Spekulanten deutlich schwerer als z.B. in Ländern der hochindustrialisierten Besitzlosen.
    Auch mir ist das Athener Immobilienbläschen schnurz. Obwohl mein Mieter in Θεσσαλονίκη heute 15% weniger zahlt als vor 2 Jahren. Κώστας arbeitet als amtlich beglaubigter Blutsauger in der dortigen Univerwaltung. Aber er und seine junge, possierliche Familie sind es mir Wert.

    Wieviel die Wohnung für Spekulanten Wert wäre, ist jedoch nur für diese Primatenart relevant und mir σκ…-egal.

  8. Götterbote2012
    16. Januar 2013, 15:37 | #8

    Das ist kein griechisches Phänomen oder Problem, sondern gibt es überall und ständig auf der Welt. Ein marrokanischer Freund von mir hat Anfang der 2000er in seiner Heimat ein Grundstück gekauft und dort ein Haus errichtet. Kosten damals für Grundstück und Bau: ca. 70.000,- DM. Heutiger Marktwert ca. 300.000,- Euro. Auch dort sind die Preise ohne Euro explodiert.

  9. 17. Januar 2013, 14:40 | #9

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel! Hier wird meines Erachtens eine sehr bedeutende Ursache für die Entstehung der Krise in Griechenland geschildert! Trotzdem bin ich auch der Meinung, dass das nicht nur ein griechisches Problem ist. Kann mich nur dem letzten Kommentar anschließen.

  10. Tilo Boy
    29. Januar 2013, 21:32 | #10

    Na, das nenne ich mal einen umfangreich und detailliert recherchierten Artikel über die wirkliche Immobilienlage in Griechenland. Hut ab und ein dickes Lob.

    Im Grunde genommen erinnert mich alles irgendwie an die economic hitmen, welche rund um die Welt Staaten mit Hilfe korrumpierter Politiker und ihrer Werkzeuge IWF & Co. zu massiver Verschuldung drängen und dann aussaugen … zum Wohle der obersten globalen Finanz- und Unternehmenskaste. Die Zeche zahlt dann natürlich immer das wehrloseste Glied in der Kette, nämlich der Eigentümer der Immobilie …

    Allerdings frage ich mich schon, wohin der spezielle Fall Griechenland noch führen soll. Selbst wenn es Interessenten für Ferienwohnungen, Ferienhäuser oder städtische Wohnobjekte auf ermäßigtem Preisniveau geben sollte – bei den typisch griechischen Besitzunsicherheiten (Grundbuchthematik) und diesen Steuern dürfte kaum etwas gehen…

    Ach ja. Wenn eine Immobilie im Wert um 375% gestiegen ist und anschließend 70% Wertverlust hinnehmen muss, dann ist sie immer noch nicht beim Ausgangsbetrag angekommen! Von daher bewegen sich griechische Immobilien nur wieder auf die Normalität zu. Einziger Unterschied: Es gibt jetzt erheblich mehr Schulden als zuvor und jene Guthaben, die diesen gegenüberstehen, sind letztendlich in die Taschen der globalen Finanzkaste geflossen.

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