Griechenland: Steuern fressen Steuern

12. Januar 2013 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 1.202

Autor: To Vima

Thema: Kontinuierlicher Anstieg der Steuerschulden in Griechenland

Wirtschaftswissenschaft ist nicht Physik. Reagenzglas-Bedingungen kann es für sie nicht geben. Und somit existieren auch keine Axiome. Was jedes Mal geschieht, hängt von den vielen verschiedenen Umständen und der Menge der gesellschaftlichen, politischen und anderer Faktoren ab, die sich auf den Korpus der Wirtschaft auswirken und jedes Mal das Ergebnis verändern.

Charakteristisch ist der Fall der Steuern. In einer entwickelten und gedeihenden Wirtschaft steigert die Erhöhung der Steuersätze möglicherweise die Steuereinnahmen. Auf eine absteigende Wirtschaft angewendet kann die selbe Maßnahme genau das Gegenteil der erhofften Ergebnisse bewirken.

Wie es im Fall Griechenlands mit der Angleichung der Heizölsteuer an Dieselsteuer geschah. Die hohen Steuern senkten die Heizölnachfrage und die Einnahmen brachen zusammen. Das selbe geschah auch mit der Tabaksteuer. Die Steuern wurden überhöht und der Schwarzhandel blühte auf. Heute tendieren die illegalen Zigaretten und der illegale Tabak, 20% des Marktes zu tangieren.

Im unserem Fall könnten also andere Maßnahmen mit niedrigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kosten effektiver sein. Wie beispielsweise die Kontrolle des mittels der Schiffe erfolgenden Schwarzhandels mit Treibstoffen. Sogar den Steinen ist bekannt, dass der Treibstoffschwarzhandel hauptsächlich mittels der Schiffe und der Methode der imaginären Exporte durchgeführt wird. Ein Kontrollmechanismus bei den Raffinerien könnte ein Vielfaches einbringen.

Ebenfalls könnten einige Scanner an den Eingangsgrenzstationen vollständig den Schwarzhandel mit Zigaretten unter Kontrolle bringen. Die sich ergebenden Einnahmen wären unendlich höher. Und würden den Spruch des Xenofon Zolotas bestätigen, „die Steuern fressen Steuern“.

Quelle: To Vima
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

  1. dw-seneca
    12. Januar 2013, 12:59 | #1

    Sie haben eine Kleinigkeit übersehen: Auch die Kontrollen kosten Geld, viel Geld sogar. Von daher wird bei der Steuer- und Abgabenquote irgendwann ein Punkt erreicht sein, wo ein Mehr an Abgaben ein Minderung der Einnahmen bewirkt. Die Lafferkurve zeigt das sehr schön. Auch ein Mehr an Kontrollen wird daran nichts ändern.

    Eine der wichtigsten Zahlen für ein Land ist die sogenannte Staatsquote, also der Anteil am Steueraufkommen, das in die Hände des Staates gerät, und dort meist mehr oder weniger sinnlos verjpraßt wird. Die Wirtschaft brummte in Deutschland, es ging steil bergauf, als wir eine Staatsquote von knapp über 10% hatten. Heute sind es über 50% und bei den meisten Bürgern reichen die Nettoeinnahmen gerade zum Leben. Aufbau einer privaten Altersvorsorge, Geld zur Seite legen, ist unmöglich geworden.

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