Führerscheine in Griechenland werden schwerer und teurer

17. Januar 2013 / Aufrufe: 2.018

In Griechenland treten ab dem 19 Januar 2013 neue Bestimmungen in Kraft, die den Erwerb eines Führerscheins schwieriger und teurer gestalten.

Ein Präsidialerlass zur Harmonisierung der griechischen Gesetzgebung mit der Gemeinschaftsgesetzgebung ergangener Präsidialerlass macht ab Ende Januar 2013 den Erwerb eines Führerscheins in Griechenland erheblich teurer und schwerer.

Mit dem Inkrafttreten des in Rede Erlasses ab dem 19 Januar 2013 erhöht sich die Anzahl der obligatorischen Unterrichts- und Fahrstunden der Führerscheinanwärter und wird eine Gebühr von 10 Euro für jede Nachprüfung des Anwärters im Fall des Nichtbestehens einer Prüfung bestimmt, gegenüber bisher einmalig 6 Euro. Weiter wird als Voraussetzung für die Teilnahme an der praktischen Prüfung die erfolgreiche Vollendung der theoretischen Ausbildung und das Bestehen der entsprechenden Prüfung bestimmt.

Parallel werden neue Führerscheinklassen für Busse, Lastwagen und Zweiräder eingeführt, während die Verlängerung der Gültigkeit der („Amateur-“ bzw. privaten) Führerscheine nicht mehr wie bisher allgemein ab dem 65. Lebensjahr, sondern alle 15 Jahre und ab dem 65. Lebensjahr sogar alle 3 Jahre zu erfolgen hat.

Erneuerung der Fahrerlaubnis ab dem 65. Lebensjahr alle 3 Jahre

Nach Ablauf von 15 Jahren sind die Führerscheininhaber verpflichtet, sich ärztlich untersuchen zu lassen, ohne jedoch erneut theoretische oder / und praktische Prüfungen ablegen zu müssen. Die alten Motorrad- und Amateurführerscheine sowie auch alle Führerscheine, die aus bis zum 18. Januar 2013 abgeschlossenen Prüfungen erteilt werden, werden allerdings weiterhin analog zu dem Fall entweder bis zum 65. Lebensjahr des Inhabers oder bis 2033 gültig bleiben. Erreicht ein Führerscheininhaber das 65. Lebensjahr, muss er sich fortan alle 3 Jahre auf seine gesundheitliche Eignung untersuchen und den Führerschein verlängern lassen.

Wird bei der ärztlichen Untersuchung ein (gesundheitliches) Problem festgestellt, erfolgt die Überweisung an einen sekundärstufigen Ausschuss. Während bisher bei Nichterfüllung der gesundheitlichen Mindestvoraussetzungen die Fahrerlaubnis zwar nicht verlängert, aber auch nicht grundsätzlich aberkannt wurde und der Betroffene sich ohne zeitliche Begrenzung jedes Jahr erneut einer ärztlichen Untersuchung unterziehen konnte, wird fortan die Fahrerlaubnis endgültig annulliert, wenn innerhalb von 5 Jahren der Hinderungsgrund (sprich die gesundheitliche Unzulänglichkeit) nicht weggefallen ist. Danach ist der Führerschein gegebenenfalls unter Absolvierung aller vorgesehenen Prüfungen erneut zu erwerben.

Änderungen sind auch für die Motorradführerschein-Anwärter vorgesehen, die während der Dauer der praktischen Prüfung spezielle Schutzkleidung zu tragen haben. Der Moped-Führerschein wird fortan nicht mehr von der Verkehrspolizei ausgestellt werden, sondern es wird eine obligatorische theoretische und praktische Ausbildung eingeführt.

Erhöhung der obligatorischen Unterrichts- und Fahrstunden

Zum selben Zeitpunkt erhöhen sich die Fahrstunden auch für die übrigen Führerscheinklassen. Gemäß den neuen Bestimmungen werden für den Erwerb eines Moped- oder Motorradführerscheins 30 Stunden theoretischer Ausbildung (die zur Hochstufung des Führerscheins nicht wiederholt werden) und 14 Stunden praktischer Ausbildung (gegenüber bisher 10 Stunden) erforderlich sein.

Parallel werden für die „Amateur“-Autoführerscheine 20 Stunden theoretischer Ausbildung und 25 (gegenüber bisher 20) Stunden praktischer Ausbildung erforderlich. Die Gebühren für die ärztlichen Untersuchungen bleiben bei 90 Euro und für die Ausstellung des Führerscheins bei 30 Euro, jedoch erhöhen sich die Gesamtkosten für den Erwerb einer Fahrerlaubnis wegen der Verpflichtung zur Teilnahme an mehr Stunden der praktischen Ausbildung.

Für analphabetische Führerscheinanwärter kommen zwei Stunden theoretischer Ausbildung hinzu, während die Erhöhung der Unterrichtsstunden für die Kategorien der beruflichen Führerscheine beschränkt sein wird.

Speziell für die Anwärter für Motorradführerscheine sind bei der praktischen Prüfung ab dem 07 Februar 2013 zwei neue Prüfungspunkte vorgesehen, nämlich a) bei 50 Stundenkilometern Hindernissen auszuweichen und b) die Maschine innerhalb einer konkreten Entfernung zum Halten zu bringen.

(Quelle: einschlägige Berichte in den griechischen Medien)

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