Rückwirkende Erhöhung der Abgeltungssteuer in Griechenland

19. Dezember 2012 / Aktualisiert: 28. September 2017 / Aufrufe: 1.077

Die rückwirkende Erhöhung der Abgeltungssteuer in Griechenland auf 15% bereitet nicht nur den Anlegern Verdruss, sondern konfrontiert auch die Banken mit Problemen.

Die mehr schlecht als recht zusammengeschusterte und heftig umstrittene Gesetzesvorlage zum Steuergesetz, die am vergangenen Freitag (14 Dezember 2012) dem griechischen Parlament vorgelegt wurde, sieht unter anderem die Erhöhung der Zinssteuer von 10% auf 15% rückwirkend ab dem 01 Dezember 2012 vor und wirft damit sowohl rechtliche als auch praktische Probleme auf, zumal mit der Ratifizierung erst im kommenden Jahr zu rechnen ist.

Mit der Umsetzung der neuen Bestimmungen werden die Banken kleine, jedoch komplexe Probleme zu bewältigen haben, und zwar konkret in Zusammenhang mit der Erhöhung der Besteuerung der Guthabenzinsen auf 15%. Wie Bankfunktionäre erklären, ergibt sich das Problem aus der vorgesehenen rückwirkenden Geltung der konkreten Bestimmung ab dem 01 Dezember 2012.

Nachforderungen, mehrjährige Programme und Gewinnbesteuerung

Es gibt Sparer, die Festgeldanlagen hatten, die im Dezember ausliefen, und die Zinsen nach deren eigenständiger Pauschalbesteuerung mit 10% und nicht mit 15% ausgezahlt bekamen. Wenn die Banken jedoch aufgefordert sein werden, 15% an den Fiskus abzuführen, wird es schwierig sein, von dem Anleger im Nachhinein die Differenz zu verlangen, außer wenn die Differenzen in diesen Fällen über die Steuererklärung eingezogen werden.

Ein weiteres auftretendes Problem sind die mehrjährigen Programme, welche noch laufen, bei denen die Zinsen dem Anleger jedoch bei Beginn des Programms ausgezahlt und damals ebenfalls mit 10% und nicht 15% besteuert wurden. Die Banken fragen sich in diesem Fall, ob die Zinsen als Einkommen des Jahres betrachtet werden, in dem sie eingenommen wurden und folglich der Anleger keiner weiteren Besteuerung unterliegt, oder ob er doch steuerpflichtig ist und sie einschlägig tätig werden müssen.

Parallel werden die Datenverarbeitungssysteme der Banken umzustellen sein, während mit der Ratifizierung des Steuergesetzes im laufenden Jahr nicht zu rechnen ist und sehr viele Festgeldanlagen bis Ende des Jahres auslaufen. Andererseits besteht eine Problematik auch hinsichtlich der Besteuerung des Wertzuwachses der Aktien ab dem kommenden April, da die entsprechende Gesetzesvorlage nicht regelt, ob die Besteuerung sich auf das gesamte Portefeuille (Gewinne minus Verluste) bezieht oder ob die Gewinne aus Aktien gesondert besteuert werden, selbst wenn der selbe Aktionär in dem selben Zeitraum aus einer anderen Investition auch Verluste verzeichnet hat. Schließlich bleibt auch die Problematik der Börsenkreise hinsichtlich der Vermeidung der doppelten Besteuerung ausländischer Investoren.

Für ab dem 01 Januar 2013 datierte Geldanlagen (Kontoguthaben, Spareinlagen, Festgelder, Sparbriefe usw.) scheint die Situation jedenfalls klar zu sein, hier soll auf jeden Fall der neue Satz der Abgeltungssteuer von 15% zur Anwendung kommen, auch wenn das einschläge Gesetz voraussichtlich erst zu einem späteren Zeitpunkt ratifiziert werden wird … .

(Quelle: Imerisia)

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