Minister dämpft Erwartungen aus Gasvorkommen in Griechenland

11. Dezember 2012 / Aktualisiert: 11. Juli 2013 / Aufrufe: 1.150

Der griechische Energieminister dämpfte die Erwartungen auf den von der Deutschen Bank neulich auf 214 Mrd. Euro veranschlagten Nutzen Griechenlands aus Erdgasvorkommen.

Der Minister des griechischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimawandel (YPEKA), Evangelos Livieratos, betrieb mit einer Erklärung die Töne zu dämpfen und die Schwelle der Erwartungen zu senken, die bezüglich der Einnahmen kultiviert werden, welche Griechenland aus der Verwertung der unter seinem Boden existierenden Kohlenwasserstoffe haben könne.

In Griechenland gibt es – offensichtlich auch wegen der wirtschaftlichen Krise – eine Psychose mit den Kohlenwasserstoffen, die keinen Sinn hat, da sich eine Untersuchung im Gang befindet, die Zahlen und nicht Vermutungen und Annahmen ergeben wird„, führte er in Thessaloniki in einer Erklärung am Rand des Symposiums des Industriellen-Verbands SEB „Überlebensfähige Städte, dynamisches Wachstum“ an.

Eine neulich erfolgte Bekanntmachung der Deutschen Bank in London zu kommentieren gefragt, wonach Griechenland einen Nutzen in Höhe von 214 Mrd. Euro aus der Verwertung der Kohlenwasserstoffe haben könne, merkte er an, „es wird viel Wirbel um nichts gemacht, weil es sich nicht um einen wissenschaftlichen Bericht, aber eine Bekanntmachung der Deutsche Bank London handelt, die Quellen einer Untersuchung griechischer Wissenschaftler verwendet, die wie alle entsprechenden Untersuchungen bekannt war und auf Vermutungen basiert„.

Erste Einnahmen innerhalb der kommenden 10 Jahre

Der Minister des YPEKA empfahl Geduld und merkte an, die Untersuchungen werden mit schnellen Rhythmen ausgeführt, da das Schiff, welches diese übernahm, bereits 30% durchgeführt hat und erwartet wird, dass es das gesamte Projekt bis Februar 2013 abgeschlossen haben wird. „“Derzeit werden die zur Verwertung der Kohlenwasserstoffe des Landes existierenden Möglichkeiten erforscht„, merkte Herr Livieratos charakteristisch an. Laut dem Minister wird Griechenland aus der Nutzung der Kohlenwasserstoffe innerhalb der kommenden 10 Jahre Einnahmen zu haben beginnen.

Gemäß der Planung werden innerhalb des Jahres 2013 die Felder aufgeteilt und Ausschreibungen an Interessenten gerichtet werden, damit die Daten verkauft werden, sodass wir 2014 in konkreten Zahlen wissen, welche Mengen an Kohlenwasserstoffen gefördert werden können, betonte der Minister.

Es sei angemerkt, dass vor einigen Tagen die Deutsche Bank in einem Bericht Bezug auf Kohlenwasserstoffe im Wert von 427 Mrd. Euro nahm, die Griechenland aus den unter dem Meer befindlichen Lagerstätten südlich von Kreta einnehmen wird. Die zentrale deutsche Bank merkte sogar an, dass die Nettoeinnahmen für den griechischen Fiskus auf 214 Mrd. Euro oder 107% des heutigen Bruttosozialprodukts veranschlagt werden.

Abschluss der ersten Phase der öffentlichen Ausschreibung

Derweilen wird in den kommenden Tagen der Abschluss der ersten Phase der Open Door Ausschreibung erwartet, da die Bewertung der Gesellschaften vollendet ist, die Interesse an Untersuchungen bei Katakalo, im Golf von Patra und bei Ioannina bekundet haben. Es sei daran erinnert, dass für das Open Door Verfahren Angebote eingereicht haben:

  • für das Gebiet bei Ioannina die Gesellschaften EL.PE. – Edison International SPA – Melrose Resources, Energean Oil & Gas – Petra Petroleum – Schlumberger, Arctic Hunter Energy – KO Enterprises und Chariot Oil-Gas Ltd.,
  • für Katakolo die Energean Oil & Gas – Troian Oil – Schlumberger und Greek Oil Energy Ventures Ltd., und
  • für den Golf von Patras die Energean Oil & Gas – Troian Oil – Schlumberger und EL.PE – Edison International SPA – Melrose Resources.

(Quelle: Vradyni, S. 8)

Relevante Beiträge:

  1. Rodi
    11. Dezember 2012, 12:37 | #1

    Völlig abwegige Annahmen der Einnahmen aus Gasvorkommen sollen, nach dem Willen der deutschen Bank, wohl als Sicherheit für neue Kredite an Griechenland herhalten. Wer die Zinsen kassiert, aber die Zeche zahlt, ist hoffentlich mittlerweile jedem klar.

  2. tabascofan
    11. Dezember 2012, 13:20 | #2

    Ach ja. Wieder mal ein mutmaßlich ganz bestimmt aber sicher doch garantierter Schatz, der selbstverständlich Hunderte von Milliarden Euro bringt. Scheint eine griechische Spezialität wie Retsina zu sein, das Fell zu verteilen, weil man eventuell irgendwann irgendwo einen Bären vermutet.

  3. GR-Block
    11. Dezember 2012, 14:54 | #3

    @Rodi
    Guter Kommentar. Ich stimme voll zu. Die DEUTSCHE BANK spielt hier die Rolle des „neutralen“, vertrauenswürdigen Beraters und will helfen die Völker der EU noch einmal über den Tisch zu ziehen. Würden Merkel und Schäuble selbst abermals für ein neues, drittes Kreditpaket plädieren, würde sie das deutsche Volk in der Luft zerreisen.

    Die Hoffnung durch Gewinne aus Erdgas und Erdöl zusätzliche Kredite abzusichern halte ich für vorgeschoben. Die Einschätzung von Evangelos Livieratos halte ich dagegen für vernünftiger. Bis da Einnahmen kommen, sind die Zinsen und die Schulden längst durch die Decke. Genau wie rassistische Sprüche über „griechische Spezialitäten“.

  4. tabascofan
    11. Dezember 2012, 18:18 | #4

    Leute, wacht auf. Die Deutsche Bank interessiert sich für solche Phantastereien kein bisschen. Um es in einer Zahl auszudrücken: null-komma-null. Das ist doch lächerlich.

  5. muss sowas sein
    11. Dezember 2012, 18:49 | #5

    Die Deutsche Bank als „neutralen und vertrauenswürdigen Berater“ halte ich für ein sehr naives Märchen das unter falschen Voraussetzungen sich bereichern will – leider ist sie dabei nicht die Einzigste.
    Meiner Meinung nach ist es ziemlich verkommen, daß Banken und Politik sich die Handklinke in die Hand geben und vorgaukeln, sie meinen es ja soooo gut!
    Länder wie Griechenland und viele verarmte Länder werden an ihren Bodenschätzen betrogen, Menschen ihrer Grundlage beraubt und die Umwelt für viele Jahrzehnte zerstört – was wird aus dem Tourismus?
    Ist es dieses abartige Spiel, sie in Schulden zu treiben, dort wo Hilfe ankommen soll – kommt sie nicht an und dafür dürfen diejenigen, die niemals in den Genuß des Geldes (der sogenannten Hilfen) gekommen sind auch noch die Zeche samt Zins und Zinseszins bezahlen, mit ihrem ganzen Hab und Gut!
    Wie das Beispiel auf Kassandra, die Bauern und Eigentümer werden enteignet und der Abbau von den Bodenschätzen mit Hilfe von Chemikalien auf Jahre hin verseucht, was muten sie der Bevölkerung noch zu, wie lange testen sie noch die Geduld von Menschen – um sich selbst immer mehr bereichern?
    Und wehe die Bevölkerung lehnt sich auf, dann werden die „Kleinen“ gegeneinander aufgerieben und aufgehetzt um die Machenschaften der „Großen“ zu verschleiern.
    Meiner Meinung nach benutzen sie selbst die Interessen was rassistische Sprüche betrifft sehr gekonnt für ihre eigenen Interessen aus und lassen die verarmte und ausgenutze Bevölkerung am langen Arm verhungern, auf Mitleid oder Menschlichkeit würde ich mich dabei nicht mehr verlassen, leider.

  6. V99 %
    11. Dezember 2012, 22:53 | #6

    Die Analyse der Summe der zu diesem Thema, auf Fakten beruhenden, auffindbaren Pressemeldungen ergibt genau das, was der Minister gesagt hat. Es sind erst ca. 30% des gesamten zu Untersuchenden Gebietes analysiert worden. Und das unter Mitaufsicht des griechischen Umweltministeriums, das an Bord eines Forschungsschiffes mitreist. In dem Bericht der Deutschen Bank soll es auch heissen, dass das Ausmass und die Auswertung der Erdgasreserven noch nicht verifiziert wurden und bisher auf Funde in dem levantinischen Becken im oestlichen Mittelmeer, einem Seegebiet zwischen Zypern, der Tuerkei, Syrien, Israel, Ägypten und Libanon, zugrunde gelegt werden. Dem Bericht zufolge koennten Einnahmen aus der Ausbeutung der Erdgasvorkommen in acht bis 10 Jahren erwartet werden. Das heisst also, dass da tatsaechlich etwas vorhanden ist, aber alle Zahlenspekulationen bis jetzt nicht belegbar sind. Dazu hat die PASOK einen Gesetzesentwurf mit Namen „Fonds für die soziale Solidarität der Generationen“ vorgelegt, in den die Einnahmen aus der Nutzung der Kohlenwasserstoff Reserven des Landes fliessen sollen. In diesem Gesetzesvorschlag schaetzt die PASOK dass die Einnahmen fuer den Staat in den naechsten 30 (!) Jahren sich auf 150 Milliarden Euro belaufen sollen, wobei zu beruecksichtigen ist, dass in Laendern mit einer aehnlichen geologischen Struktur wie in Griechenland rund 50 Prozent in die Deckung der Investitions- und Betriebskosten der Anlagen und Gewinne der Auftragnehmer gehen. Dass der Hr. Livieratos das Wort „Psychose“ gebraucht hat, war wohl auf die unbelegten Zahlenspekulationen einer breiten Masse zurueck zu fuehren. Wenn dann noch die Deutsche Bank mit drin steckt, ist mal wieder ordentlich „Futter“ in die „Spekulationsmaschine“ geworfen worden. Mal nuechtern betrachtet bleibt es spannend, wie viel denn nun wirklich zu foerdern ist. Nur eins ist Sicher, naemlich, dass es nicht von heute auf morgen zu machen ist.

  7. Rodi
    14. Dezember 2012, 09:43 | #7

    tabascofan :
    Leute, wacht auf. Die Deutsche Bank interessiert sich für solche Phantastereien kein bisschen. Um es in einer Zahl auszudrücken: null-komma-null. Das ist doch lächerlich.

    Dann erklären Sie mir doch bitte, warum sich die Deutsche Bank die Mühe macht, solche „Phantastereien“ zu verbreiten?

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