Haushaltsdefizit in Griechenland auf 12,9 Milliarden Euro gesunken

12. Dezember 2012 / Aufrufe: 861

Das laufende primäre Haushaltsdefizit in Griechenland gestaltete sich mit 1,486 Mrd. Euro, erheblich niedriger als die offizielle Zielvorgabe.

Das Gesamtdefizit des laufenden Staatshaushalts in Griechenland in den 11 Monaten Januar – November 2012 sank auf 12,919 Mrd. Euro, während es sich auf Primärbasis – also ohne die Aufwendungen für den Schuldendienst – auf 1,486 Mrd. Euro und somit erheblich niedriger als das offizielle Ziel gestaltete. Die Zielvorgaben war jeweils 15,047 und 3,596 Mrd. Euro.

Laut einer Bekanntmachung des griechischen Finanzministeriums präsentieren sich sowohl das Gesamtdefizit des staatlichen Haushalts als auch das primäre Defizit gegenüber den 11 Monaten des Vorjahres 2011 mit jeweils um 8,579 und 4,471 Mrd. Euro ebenfalls signifikant verbessert. Die Bilanz des Staatshaushalts 2012 ist somit gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 39,9% reduziert.

Rückgang der Nettoeinnahmen um 1,5%

Die Höhe der Nettoeinnahmen des Staatshaushalts belief sich auf 45,793 Mrd. Euro und zeigte einen Rückgang um 1,5% gegenüber dem Vorjahreszeitraum Januar – November 2011, aber auch einen Rückgang gegenüber dem aktualisierten Ziel um 27 Mio. Euro.

Spezieller belief sich die Höhe der Nettoeinnahmen des regulären Haushalts auf 42,837 Mrd. Euro und präsentierte einen Anstieg von 456 Mio. Euro gegenüber der Zielvorgabe für 2012 (42,382 Mrd. Euro). Die positive Abweichung gegenüber dem aktualisierten Ziel beruht hauptsächlich auf den höher als erwarteten Einnahmen aus:

  1. der Einkommensteuer (um 388 Mio. €),
  2. den Vermögenssteuern (um 93 Mio. €),
  3. den Versicherungssteuern (um 62 Mio. €),
  4. den nicht aus Steuern herrührenden Einnahmen (um 75 Mio. €).

Senkung der Ausgaben um 13,7%

Die Ausgaben des Staatshaushalts für die 11 Monate Januar – November 2012 beliefen sich auf 58.713 Mrd. Euro und präsentieren sich gegenüber der Zielvorgabe von 60,687 Mrd. Euro um 2,154 Mio. Euro reduziert.

Spezieller sind die Ausgaben des regulären Haushalts gegenüber dem Ziel um 932 Mio. Euro geringer, hauptsächlich wegen der Senkung der primären Aufwendungen um 461 Mio. Euro gegenüber der Zielvorgabe, der Ausgaben für Rüstungsprogramme (171 Mio. Euro niedriger als das Ziel), der Aufwendungen für die Bezuschussung von Therapieeinrichtungen zwecks Begleichung eines Teils ihrer Altschulden (8 Mio. Euro niedriger als das Ziel) und der Aufwendungen für fällig gewordene Bürgschaften an Träger innerhalb und außerhalb der allgemeinen Regierung (114 Mio. Euro niedriger als das Ziel).

Die Aufwendungen für Zinsen auf Nettobasis erreichten 11,433 Mrd. Euro und sind um 18 Mio. Euro niedriger als das Ziel (11,451 Mrd.) Zusätzlich blieben die Aufwendungen für die Zahlung von Kreditauszahlungsprovisionen an den EFSF bei 370 Mio. Euro. Die Ausgaben des Staatshaushalts bis November 2012 präsentieren sich im Verhältnis zur entsprechenden Periode des vergangenen Jahres um 9,288 Mrd. Euro bzw. 13,7% verringert.

Es sei angemerkt, dass fast alle jeweiligen Kategorien reduziert wurden, wobei die größte Einsparung bei den primären Ausgaben beobachtet wird, die sich um 9,5% (oder 4,43 Mrd. Euro) reduziert präsentieren, was auch den primären Index der Effizienz des Bemühens um die Einschränkung der Ausgaben des Staatshaushalts darstellt.

(Quelle: Voria.gr)

  1. Maria P.
    12. Dezember 2012, 10:04 | #1

    Simsalabim, bald sind wir alle Schulden los…

  2. Ariadne
    12. Dezember 2012, 16:53 | #2

    Na also, geht doch!

  3. Karlie
    12. Dezember 2012, 18:12 | #3

    Es mag der Tag bald kommen, da die hier nicht einbezogenen Aufwendungen für den Schuldendienst das grösste Problem darstellen.

  4. mx5
    13. Dezember 2012, 13:39 | #4

    Da steht nur, dass das Defizit gesunken ist (d.h. im Klartext: es werden immer noch neue Schulden gemacht, zusätzlich zu den Altschulden). Und Minus und Minus ergeben NICHT Plus, auch wenn einige das meinen.

  5. jk76
    14. Dezember 2012, 01:16 | #5

    @mx5
    Das stimmt, denn die Schulden Griechenlands sind immer noch 355 Milliarden Euro, ohne die Hilfen der EU mit einzurechnen, das macht immer noch ein Staatsverschuldung von ca. 190% des BiP.
    Der Bericht ist mir etwas zu positiv geschrieben, Griechenland hat auch in diesem Jahr neue Schulden gemacht, konnte aber durch den Ankauf der Staatsanleihen (heute) im Wert von ca. 34 Milliarden die Schulden indirekt senken. Indirekt, weil die Schulden nicht mit griechischem Geld beglichen wurden, sondern mit Geld des ESFS, dieses Geld schuldet Griechenland nun den EU-Bürgern bzw. den EU Staaten, die in den ESFS eingezahlt haben. Wirklich gesunken ist hier gar nix, es fand nur eine Umschuldung statt.

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