„Euro-Rambos“ werden ab 2013 in Griechenland aktiv

26. Dezember 2012 / Aktualisiert: 28. September 2017 / Aufrufe: 5.622

Belgier, Holländer, Schweden, Spanier und Franzosen werden in Griechenland ab 2013 die Bekämpfung der Steuerhinterziehung in Angriff nehmen.

Unter Anleitung der Europäischen Kommission und mit dem Ziel, versteckte Einkommen und „Schwarzgelder“ ausfindig zu machen und die Steuerrechtsprechung zu beschleunigen, werden in Griechenland ab Beginn des neuen Jahres aus „Euro-Rambos“ rekrutierte Arbeitsstäbe ihre Arbeit gegen die Steuerhinterziehung aufnehmen. An der Gruppe werden sich Sachverständige aus Belgien, Holland, Frankreich, Spanien und Schweden beteiligen, während zu ihrem Wirken Österreicher und Deutsche mit ihrem Know-how und dem Austausch von Informationen steuerlichen Interesses beitragen werden.

Den Aktionsplan gegen die Steuerhinterziehung entwickelt die Task-Force unter Horst Reichenbach in einem Versuch, die Misserfolge und die großen Verzögerungen zu überwinden, die im Jahr 2012 wegen der Wahlperioden, der politischen Unsicherheit und der Unzulänglichkeit der Verwaltung bei der Bekämpfung der Geißel der Steuerhinterziehung verzeichnet wurden.

Ausländische Experten sollen Steuermaschinerie auf Trab bringen

Die EU-Kommission realisiert, dass in einem Augenblick, wo die Auswirkungen aus den schmerzhaften Maßnahmen für Arbeitnehmer und Rentner besonders spürbar werden, Straffreiheit und Ungleichheit gegenüber dem Gesetz nicht weitergehen können. In diesem Rahmen und nach den bereits seit September 2012 durchgeführten vorbereitenden Diskussionen wurde vereinbart, dass die „Euro-Rambos“ ab Anfang 2013 ihre Arbeit aufnehmen werden. Mit von den griechischen Behörden geleisteter technischer Hilfe werden sie sich auf gezielte Aktionen konzentrieren, die hauptsächlich die Eintreibung fälliger Verbindlichkeiten und die Überprüfung der wohlhabenden Privatpersonen und der großen steuerpflichtigen Firmen betreffen.

Belgische und holländische Sachverständige sollen die Schaffung einer Telefonzentrale für die Eintreibung von Verbindlichkeiten und eines automatischen Systems zur Erinnerung der Schuldner an ihre Verbindlichkeiten unterstützen. Das Thema der Einziehung der fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus befindet sich an hoher Stelle der Agenda der Troika, da festgestellt wird, dass die Verpflichtungen und Vereinbarungen bezüglich der Stärkung der öffentlichen Kassen aus der Begleichung der Schulden nicht eingehalten werden, die sogar anschwellen anstatt wie von dem Memorandum vorgesehen eingeschränkt zu werden. In diesem Zusammenhang wird betont, dass aus den festgestellten Schulden an den Fiskus nur die Hälfte in die Kassen fließt, mit dem Ergebnis, dass der fällige Restbetrag 100 Mrd. Euro überschritten hat.

Französische Experten werden zur Ausbildung ihrer griechischen Kollegen in Zusammenhang mit Methoden der indirekten Überprüfung der sehr wohlhabenden Privatpersonen beitragen. Parallel wird weiter die Mitwirkung Frankreichs in der Erbringung von Hilfe in Bezug auf Aspekte der Reform der zentralen Regierung untersucht werden. In diesem Rahmen wird ein neues Modell der Kontrolle der Einkommen hauptsächlich der gesellschaftlichen Schichten – darunter Freiberufler und Selbständige jeder Natur – zur Anwendung kommen, die sich in der roten Zone der Steuerhinterziehung befinden. Die Bestimmung ihres Einkommens wird unter Anwendung eines neuen Typs sachbezogener Kriterien erfolgen, welche Zeit, Art und Ort der Ausübung des Berufs sowie auch ihre steuerliche Historie umfassen.

Elektronische Datenabgleiche und Überprüfungen

Ebenfalls in den Kampf geworfen werden sollen die elektronischen Recherchen und die indirekten Techniken zur Ermittlung der Besteuerungsfähigkeit der Steuerzahler mittels des Vergleichs wirtschaftlicher Daten, die sich auf Brancheneinkommen und Gewinnspannen sowie auch die Höhe betrieblicher und sonstiger Ausgaben des Unternehmens oder gewerblichen Büros beziehen.

Schwedische Experten werden zur Modernisierung der Techniken elektronischer Überprüfung für Steuerpflichtige mit großer wirtschaftlicher Oberfläche beitragen. Die Kontrollen werden auf Basis konkreter Kriterien und Indizes erfolgen, und vorrangig werden „prominente“ und mächtige Faktoren des wirtschaftlichen Lebens ins Visier geraten.

Zu der Bemühung zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung und der illegalen Bereicherung werden auch die österreichischen Behörden beitragen, die ihr Wirken mit zusätzlicher technischer Unterstützung zur Verbesserung der elektronischen Regierungsführung und mit dem Ziel der Einschränkung der Unzulässigkeiten und Unregelmäßigkeiten bei der Fakturierung und der Einhaltung von Zeitplänen in der Realisierung großer Infrastruktur-Projekte intensivieren werden.

Explosive Dimensionen der Steuerhinterziehung auf dem Bausektor

Spanier werden die Bemühungen zur Kontrolle großer Steuerpflichtiger auf dem Konstruktionssektor und bei den Immobilien mit gezielten Überprüfungen in konkreten Berufsgruppen und Bereichen verstärken. Es wird geschätzt, dass die Steuerhinterziehung auf dem Bausektor explosive Dimensionen angenommen hat und die „Umtriebigen“ unter Ausnutzung von Fenstern und Unklarheiten im gesetzlichen System ungeheure Einkommensbeträge verheimlichen. Basisinstrument zur Aufdeckung des Schwarzgeldes auf dem Immobiliensektor wird die Öffnung von Bankkonten und die Veranschlagung des Gewinns auf Basis der Marktwerte und nicht der „sachwertorientiert“ bestimmten Immobilienpreise sein.

Vorrangig werden die Hersteller, aber auch die Käufer von Wohnungen in Filet-Bezirken von Attika und des „touristischen Griechenlands“ kontrolliert werden, wo im vergangen Jahrzehnt wegen der großen Erträge sehr viel Geld „floss“. Die vollständige Erfassung des Immobilienvermögens eines jeden Steuerpflichtigen mittels des neuen Vermögensregisters und die Ermittlung des Wertes mit den tatsächlichen Preisen stellen ein Fundament dar, auf dem der konkrete Aktionsplan der ausländischen Technokraten aufgebaut werden wird.

Das konkrete Sachverständigen-Team wird die Daten der Banken über Baukredite sowie auch die Schätzungen ihrer Dienststellen über das wirtschaftliche Profil und die tatsächlichen Aufwendungen der Kreditnehmer – Käufer und deren Vergleich mit dem Bild „entstauben“, welches sie in ihren Steuererklärungen zeigen. Ebenfalls werden auch die Gewinne der Verkäufer in Gegenüberstellung zu ihren deklarierten Einkommen überprüft werden, während spezielles Gewicht auf die Kartierung der Immobilien gelegt werden wird, die sich bei Offshore-Gesellschaften befinden.

„Egmont-Gruppe“ und Koordination aus Deutschland

Mit einem entschlossen Impuls wird auch für die sogenannte „Egmont-Gruppe“ gerechnet, die auf die Erleichterung der internationalen Kooperation zwischen Einheiten für Finanzinformationen aus verschiedenen Ländern abzielt, speziell auf den Sektoren des Informationsaustausches, der Organisierung und des Erfahrungsaustausches. Es ist sogar vorgesehen, dass im kommenden Zeitraum unter der Anleitung Deutschlands die Koordination zwischen den Dienststellen dieses formlosen Netzwerks zur Bekämpfung der Legalisierung von Einkommen aus illegalen Aktivitäten verstärkt werden wird, damit es eine Systematisierung im Informationsaustausch zur effizienten Unterstützung der griechischen Behörden in der Bemühung um die Durchsetzung des Gesetzes gibt.

Der Beitrag Deutschlands wird auch bei der Umgestaltung der lokalen und dezentralisierten Verwaltung maßgeblich sein. Im Januar 2013 wird die endgültige Festlegung des Fahrplans für die Hierarchisierung der Aktionen und den Beginn der Realisierung erwartet. Zusätzlich beteiligt sich an der Unterstützung Griechenlands auch der IWF, der mit der Entwicklung einer Strategie zur Einziehung der Sozialversicherungsabgaben Anleitungen geben wird..

Die Task-Force unter Horst Reichenbach hat zusätzliche Unterstützung von den Dienststellen der Kommission und von bestimmten Mitgliedstaaten angefordert, um dem griechischen Finanzministerium, der Griechischen Bank und dem griechischen Kapitalmarktausschuss bei der Erstellung und Aushandlung einer steuerlichen Vereinbarung auf dem Bankensektor mit der Schweiz zu helfen.

Im Zentrum der Bemühungen um die Modernisierung der Steuerverwaltung wird sich in den kommenden Wochen die Erbringung von Hilfe zur Erzielung der kurzfristig erforderlichen Einnahmen befinden. Spezielles Gewicht wird weiter auf die Vollendung der Planung bezüglich der Reorganisation aller zentralen Funktionen der Steuerverwaltung (Kontrolle, Einnahme, Lösung von Differenzen, Dienste an Steuerpflichtige) gelegt werden.

(Quelle: Imerisia)

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  1. hab ich auch
    26. Dezember 2012, 03:10 | #1

    Und da sind genau die Länder dabei die auch kein Geld Haben Herr Reichenbach ,hahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahah
    und die sollen jetzt Griechenland retten ? diese Super Männer sollten dann doch in ihrem eigenen Land mal nachsehen was sie machen könnten (oder sind das solche Beamte die nicht entlassen werden können ) .ich kann da nur lachen ,hahahahahahahahahahahahahahahaha

  2. 26. Dezember 2012, 09:20 | #2

    wenn die griechen genauer wissen wollen, was ihnen da droht – ex-ddrler könnten ihnen da viel erzählen. so über besatzung und ausplünderung durch freunde.

  3. Patton
    26. Dezember 2012, 10:37 | #3

    na endlich macht die Troka mal was vernünftiges, wenn es klappt sollten die gleich dort bleiben, denn mit einer Aktion ändert sich die Mentalität ja auch nicht

  4. raster
    26. Dezember 2012, 15:38 | #4

    so, nun wisse wir mehr- vor allen dingen wie man uns bald allen in die taschen noch mehr schauen will.die haeme von @patton und @landbewohn ist unbegruendet.
    denn es nutzt nichts dem kleinen buerger,alles geht in das saeckel des staates,der wiederum nicht zum gemeinwohl beitragen wird. mal überlegen!

  5. FrankMZ
    26. Dezember 2012, 18:14 | #5

    @Patton
    was bitte ist daran vernünftig???? Nicht die Steuern, oder sogenannte Steuersünder“ sind das Problem- die Steuer oder besser gesagt die Unterjochungszwangsabgabe, die Politiker, die Parteien und nicht zuletzt das Bankenkartell sind unsere vordringlichsten Probleme, die, wenn wir sie nicht schnellstens beseitigen, unser Ende bedeuten werden…..auch wenn es heute kaum ein Mensch wahrhaben möchte…..
    Die Griechen sind ganz bestimmt nicht „das“ Problem…., die sind wie wir nur die Dummen in dem bösen Spiel um Macht und Reichtum einiger weniger-im Kampf um die Herrschaft über die Völker!

  6. White Tower
    26. Dezember 2012, 18:15 | #6

    Wer Griechenland kennt , weiss das dies nicht so funktionieren wird …. jetzt sind die Herren der Troika seit Jahten unterwegs und haben noch immer nicht begriffen wie man Dinge in Griechenland umsetzt ….

  7. GR-Block
    26. Dezember 2012, 21:01 | #7

    @Patton
    Das Mentalitätsargument ist und bleibt rassistisch. Die griechische Schattenwirtschaft ist gerade 20% über der deutschen. Diese zu bekämpfen ist zwar löblich. Sie ist aber nur eine Nebenwirkung des eigentlichen Finanzproblems. Und das haben große Konzerne verursacht. Zu deren „Lobbys“ gehören übrigens auch die höchstbezahlten Arbeiter in der EU.

  8. GR-Block
    26. Dezember 2012, 21:57 | #8

    Bei allem Mißtrauen, das ich inzwischen gegen blinden Aktionismus entwickelt habe, so scheint mir, dass die Kommission hier doch an einem neuralgischen Punkt ansetzt. Das griechische Steuer“eintreibe“system ist unzulänglich. In normalen Zeiten hat es trotz fehlender elektronischer Unterstützung seinen Dienst mit viel Personal und Überstunden leisten können. Jetzt aber, nach einem Jahr des politischen Abwartens, nach sovielen steuerlichen Neuregelungen und bockenden Bürgern muss dringend seine Funktionallität auf einen neueren Stand gebracht werden. Es kann nicht angehen, dass 100 Mrd. € offener Steuerschulden berechnet wurden, aber nicht umgehend abkassiert werden können. Das könnte die Wucherzinsen der EU-„Partner“ deutlich drücken.

    Es ist auch zu begrüßen, dass diesmal ALLE Europäer zur Beratung eingeladen werden. Die dreijährige Monokultur, durch die 2010 vorpreschenden „Helfer“, hatte doch zu sehr Interessenkonflikte deutlich werden lassen. Bei aller Freundschaft, Beratung sollte in Zukunft in einem offenen Gespräch mit möglichst vielen EU-Mitgliedern durchgeführt werden. Alleingänge von Papandreou oder Samaras mit einzelnen Anbietern von Beratung ist der falsche Weg und bringt die Griechen nicht auf die Seite der Politik. Und man mache sich nichts vor, ohne die geht nichts.

    Ich hoffe inständig, dass in einem anderen, noch wichtigeren, Punkt die Kommission ähnliche Massnahmen ergreift. Die Assymmetrien in den einzelnen Volkswirtschaften haben sich trotz gemeinsamen Marktes verschärft, und zwar wegen des gewaltigen Anstiegs zwischenstaatlicher Korruption. Hier liegt eine Schlüsselaufgabe, die von uns allen gemeinsam gelöst werden muss. Sowohl Netto-Zahler wie auch Netto-Empfänger für Schmiergelder müssen am Verhandlungstisch sitzen.

  9. Wolfgang Pietsch
    26. Dezember 2012, 22:38 | #9

    Das Problem ist der Bedarf an immer mehr Geld in den verschiedenen Staaten. Das jetzt auf einmal das Geld in Milliarden-Höhe fehlt hängt ausschließlich damit zusammen, dass unsere Politiker dem Volk die Bankschulden aufs Auge gedrückt haben. Schließlich sind Banken zu wichtig um Pleite gehen zu können. Ich frage nur, wer war denn bei den Banken schuldig, dass so riesige Verluste zusammen kamen ? Der liebe Gott ? Aber sicher nicht das Volk.

  10. V99 %
    27. Dezember 2012, 16:02 | #10

    Ist doch gut, wenn sich mehr Geldgeber aus der EU beteiligen. Es haette von Anfang an mehr Beteiligung von anderen Staaten bei der direkten Beratung geben sollen.
    Fuer die Jammerer, es ist mehr als genug Zeit verstrichen, bestimmte Ziele der Steuerverwaltung umzusetzen. Waere das gemacht worden, wuerde ein Einsatz von Euro-Rambos (Steuer-Rambos find ich besser) nicht noetig sein. Die Schweden sollten eigentlich Kronen-Rambos heissen, oder?

  11. Patton
    27. Dezember 2012, 21:32 | #11

    oh, ich hatte eine Entgegnung für die mich das Rassimus zeihenden geschrieben, mit dem Hinweis, sie mögen sich mal mit dem griechischen Staat ab 1825 befassen, das ist natürlich der Zensur zum Opfer gefallen 🙁

  12. admin
    27. Dezember 2012, 21:46 | #12

    @Patton
    Na ja, unsere Moderatoren sind auch nur Menschen und haben angesichts der sich wieder einmal anbahnenden ätzenden endlosen Dummquatscherei einfach mal ein Dutzend Kommentare in den Papierkob geschickt.

  13. Sokrates
    1. Januar 2013, 07:32 | #13

    Euro-Steuer-rambos? Hier ein paar ganz geheime Tipps, wo man anfangen könnte:
    Siemens
    MAN
    Volkswagen
    Sämtliche Familien (Großindustrielle) mit Konten in der Schweiz
    ….und dann wenn diese Arbeit verrichtet ist, können die paar Cents von den einfachen Bürgern eingesammelt werden….

  14. Welke Schmidt
    1. Januar 2013, 13:30 | #14

    raster :
    so, nun wisse wir mehr- vor allen dingen wie man uns bald allen in die taschen noch mehr schauen will.die haeme von @patton und @landbewohn ist unbegruendet.
    denn es nutzt nichts dem kleinen buerger,alles geht in das saeckel des staates,der wiederum nicht zum gemeinwohl beitragen wird. mal überlegen!

    wenn aber der kleine Bürger 1.000.000 mal 10 € hinterzieht sind es am Ende 10x mehr als wenn ein Millionär 1 Million hinterzieht. Die „Kleinen“ sind ebenso Täter.

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